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Hedging von Credit Risk

Kreditrisiken und Absicherungsmöglichkeiten mit Hilfe von Kreditderivaten

Hedging von Credit Risk
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katrin Tamm
  • Abgabedatum: April 2001
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 550,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Berufsakademie Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5055-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5055-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5055-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Tamm, Katrin April 2001: Hedging von Credit Risk, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rating, Portfolio, Swap, Kreditderivat, Kreditrisiko

Diplomarbeit von Katrin Tamm

Einleitung:

Das Kreditgeschäft ist neben dem Einlagegeschäft die wichtigste klassische Dienstleistung eines Kreditinstitutes. Während die Einlagen in der gesamten Branche aufgrund des sinkenden Zinsniveaus in den letzten Jahren in höher verzinsliche Anlagen (u.a. Investmentfonds, Lebensversicherungen, direkte Wertpapieranlage und Immobilien) umgeschichtet wurden, erhöhte sich das vergebene Kreditvolumen kontinuierlich. Von 1990 bis 1999 erhöhten sich die Kredite an Unternehmen im Schnitt um 6,8% p.a. Der stetige Anstieg von Unternehmensinsolvenzen in Verbindung mit der eben aufgeführten Marktsituation führten zu hohen Verlusten im traditionellen Kreditgeschäft und damit zu einer Verknappung des Mindest-Eigenkapitals. Die gesamten Faktoren führten letztendlich seit Anfang der 90er Jahre zu einem Umbruch im Kreditrisikomanagement der Gesamtbankbranche.

Einen erneuten Einbruch im Geschäftserfolg lösten die Asienkrise und die Russlandkrise Ende der 90er Jahre aus, so dass ein wirksames Risk Management unerlässlich geworden ist. Für dieses ist nicht nur die Identifizierung der Risiken, sondern insbesondere die Steuerung in Form einer vom Management verfolgten institutsspezifischen Risikostrategie von zentraler Bedeutung. Während sich für Marktpreisrisiken (z.B. Zins- und Währungsrisiken) schon seit dem Zweiten Weltkrieg in den Vereinigten Staaten von Amerika und später auch in Deutschland Finanzinnovationen als adäquate Absicherungsinstrumente in Form verschiedener Derivate entwickelten, kamen zur Steuerung von Ausfallrisiken erst in den letzten Jahren in Deutschland die schon seit den 70er Jahren in den USA bekannte Verbriefung und Veräußerung von Kreditforderungen (Securitization) und später der von der Forderung getrennte Verkauf des Risikos (Kreditderivate) hinzu.

Die isolierte einzelfallbezogene Betrachtung der Kreditrisiken wird zunehmend durch die Gesamtbetrachtung eines Segmentes abgelöst, um eine Konzentration von Risiken und damit verbundene Großausfälle zu vermeiden.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der vorliegenden Arbeit, ein theoretisches Fundament zur Lokalisation, Messung und den weiteren Umgang mit Risiken und Derivaten im Kreditgeschäft anhand verschiedener Beispiele zu erstellen. Weiterhin wird das aktuelle Absicherungsinstrument Kreditderivat auf eventuelle Problemfelder untersucht und analysiert, ob deren Einsatz eine positive Auswirkung auf die zukünftige Performance der Risiko-Aktiva erwarten lässt.

Die Arbeit widmet sich ausschließlich dem Kreditgeschäft im Firmenkundensegment, wobei grundsätzlich von mittelständigen und größeren Unternehmen und dem damit anstehenden höherem Kreditvolumen ausgegangen wird. Die bei einem Kreditgeschäft entstehenden Marktpreisrisiken werden in dieser Arbeit nicht explizit berücksichtigt, da sie in verschiedenen Publikationen umfassend behandelt wurden. Die Ausführungen beziehen sich auf Kreditinstitute als Endnutzer, wobei die DG BANK Deutsche Genossenschaftsbank AG als praxisnahes Beispiel dient.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung und Abgrenzung 1
2. Risiken der Kreditinstitute 3
2.1 Risikoarten 3
2.2 Kreditrisiko 6
3. Kreditrisikomanagement eines Kreditinstitutes 7
3.1 Kreditrisikoanalyse 8
3.1.1 Traditionelle interne Verfahren zur Identifikation und Messung 8
3.1.2 Rating 10
3.1.3 Grundzüge der Portfoliotheorie 12
3.1.4 Kreditrisikomodelle 16
3.2 Steuerungsmöglichkeiten des Kreditportefeuilles 24
4. Kreditderivate als Absicherungsinstrument 27
4.1 Theoretisches Fundament zur Struktur einfacher Derivate 28
4.1.1 Grundformen 30
4.1.2 Exotics und Hybride Strukturen 37
4.2 Rechtlicher Rahmen für den Kreditderivathandel 39
4.3 Pricing 41
4.4 Formen der Absicherung 47
4.4.1 Limitierung des Risikos 48
4.4.2 Portfoliooptimierung 49
5. Zusammenfassung 50
Literaturverzeichnis 52
Internetverzeichnis 65
Anhang 66

Automatisiert erstellter Textauszug:

te im Vertrag festgelegte Tatbestände eintreffen. Diese Credit Events160 ereignen sich beispielsweise bei einer Veränderung des Credit Ratings, des Credit Spread, des Wertes des Reference Assets161 oder einem Default. Das Kreditinstitut hat zusätzlich zu dem Kreditrisiko vor einem eventuellen Verkauf der Forderung noch das Bonitätsänderungsrisiko und ein Spread Risk162 zu tragen. Damit bildet der Credit Spread eine wesentliche Größe bei der Bewertung der Kreditderivate. Die Schwierigkeit des Pricings der Credit Derivates hängt so im essentiellen von der Bestimmung des Credit Spreads ab. Die Kreditderivate lassen sich unter verschiedenen Gesichtspunkten klassifizieren. So können sie nach Grundformen und Hybriden, der Art des zu transferierenden Kreditrisikos, den Laufzeiten, der zugrunde liegenden Risikoaktiva, Ratingklassen usw. kategorisiert werden.163 Abbildung 4 umfasst eine einfache Systematisierung der gängigsten Derivate. [...]

Bei der Ermittlung des Kreditrisikos werden die Faktoren Länder-, Zins-, Währungs- und die allgemeinen Ausfallrisiken sowie die Bonitätsveränderungen berücksichtigt. Die erstgenannten Risiken werden in Deutschland mit Zinsderivaten, Kreditversicherungen u.a. Produkten minimiert. Zur Begrenzung des Ausfallrisikos dienten bisher die Asset Securitization. Allerdings bieten erst Kreditderivate dem Kreditgeber (Sicherungsnehmer) die Möglichkeit, dass dem Basiswert zugrunde liegende Kreditrisiko zu isolieren und auf einen anderen Marktteilnehmer, dem Sicherungsgeber, zu transferieren. Das juristische Grundgeschäft zwischen dem Kreditnehmer und Kreditgeber bleibt von dem Kontrakt mit dem Sicherungsgeber unberührt.154 Das Grundprinzip der Kreditderivate besteht in der Übertragung von Kreditrisiken auf einen Sicherungsgeber155. Als Underlying dient ein einzelner Kredit oder ein Kreditportfolio156. Der Sicherungsnehmer157, der Gläubiger im zugrunde liegendem Kreditgeschäft ist, das aber nicht im Besitz seiner Aktiva sein muss, ist zur Zahlung einer einmaligen oder fortlaufenden Prämie an den Protection Seller verpflichtet. Dieser erwirbt das Kreditrisiko, jedoch nicht das zugrundeliegende Reference Asset. Der Protection Seller ist zu einer Ausgleichszahlung an den Risikokäufer als Physical Delivery158 oder Cash Settlement159 verpflichtet, wenn bestimm151 [...]

Derivate sind Verbindungen, die aus Substitution von Elementen abgeleitet und dargestellt werden können.146 Im Finanzbereich werden Derivate demnach als innovative Instrumente, deren Wert sich aus der Ableitung von den ihnen zugrundeliegenden konkreten Vermögensgegenständen (dem Underlying) ergibt, verstanden.147 Mit ihnen können Marktpreisrisiken getrennt von ihrem Underlying gehandelt werden. Kreditderivate sind neuere Formen von Derivaten, die zusätzlich den eigenständigen Handel mit dem Kreditrisiko des Basiswertes ermöglichen. In den 80er Jahren wurden als Vorläufer der Kreditderivate Konstrukte aus festverzinslichen Anleihen und Zinsswaps gehandelt. Anfang der 90er Jahre wurden die ersten Credit Derivates von US-amerikanischen Investmentbanken als Off-Balance Sheet Finanzinstrumente konstruiert und gehandelt und später auf den asiatischen und europäischen Markt übertragen.148 Daraus entwickelte sich ein eigenständiger Markt, der durch ein sehr starkes Wachstum149 geprägt ist. Die Laufzeit der gehandelten Credit Derivates ist in der Vergangenheit tendenziell kurz- bis mittelfristig gewesen und das Underlying150 bestand zu mehr als der Hälfte aus Anleihen und ein Drittel aus Darlehen. Den Rest teilen sich sämtliche andere Forderungen. Kre- [...]

Arbeit zitieren:
Tamm, Katrin April 2001: Hedging von Credit Risk, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rating, Portfolio, Swap, Kreditderivat, Kreditrisiko

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