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Hedgefonds

Paradigmenwechsel in der deutschen Fondsanlage

Hedgefonds
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Uhlig
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 136 Seiten
  • Dateigröße: 613,7 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8887-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8887-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8887-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Uhlig, Michael Juni 2004: Hedgefonds, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Investmentgesetz, sondervermögen, Anlagestrategie, BAFin, Finanzdienstleistungsaufsicht

Diplomarbeit von Michael Uhlig

Einleitung:

Hedgefonds erhielten in Deutschland bislang nur wenig sachliche Beachtung. Verantwortlich dafür waren nicht allein die Unzulässigkeit von Auflage und Vertrieb.

„Für die meisten deutschen Anleger sind sie das Synonym für Skandale und hochspekulative Wetten, die die Stabilität des globalen Finanzsystems bedrohen.“ Zu diesen skandalträchtigen Ereignissen zählt zweifellos die Spekulation gegen das britische Pfund durch George Soros mit dem Quantum-Fonds aus dem Jahre 1992. Er spekulierte auf eine Abwertung des Pfund Sterling und gewann fast über Nacht 1,4 Milliarden Dollar, wohingegen das Pfund die Kriterien des europäischen Währungssystems nicht mehr erfüllte und ausscheren musste.

Ebenso fand die Krise des Hedgefonds „Long Term Capital Management“ (LTCM) den Weg in die öffentliche Diskussion. LTCM verschaffte sich durch die hervorragende Expertise von Teilhabern wie Myron Scholes sowie einer Verdreifachung des eingezahlten Kapitals zwischen 1994 und 1997 nahezu unbeschränkte Kreditvolumina. LTCM setzte das geliehene Kapital als Hebel ein, um mit einem eingezahlten Kapital von circa (ca.) 4,3 Mrd. Dollar (Anfang 1998) Investitionen im Wert von ca. 125 Mrd. Dollar zu tätigen. Hauptsächlich wurden Käufe von Obligationen und davon abgeleiteten Derivaten vorgenommen. Bedingt durch die Asienkrise 1998 traten bei LTCM Verluste in Milliardenhöhe ein, die beinahe eine Weltwirtschaftskrise ausgelöst hätten, wenn LTCM nicht durch eine Intervention großer Banken und Investmenthäuser gerettet worden wäre.

Da diese spektakulären Ereignisse im Wesentlichen den einzigen Kontakt der breiten Öffentlichkeit mit Hedgefonds darstellten, war deren einseitige Einschätzung nahezu zwangsläufig.

Faktisch handelt es sich bei Hedgefonds um eine zu den traditionellen Anlageklassen weitestgehend unkorrelierte (unabhängig von anderen Anlageformen verlaufende) Anlageform mit anderen Chance-/Risiko-Profilen.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit beansprucht, Teil der aktuellen Diskussion über Hedgefonds zu sein. Sie hat zum Ziel, einen Einblick in das Themengebiet „Hedgefonds“ allgemeiner Natur zu vermitteln sowie speziell die Regulierung von Hedgefonds in Deutschland deskriptiv zu behandeln und an diversen Stellen kritisch zu hinterfragen. Es werden die Möglichkeiten und Grenzen des Investmentgesetzes aufgezeigt. Vorrangig liegt das vierte Kapitel mit den §§ 112 bis 120 InvG im Fokus der Betrachtung.

Nicht erst seit der Einführung des Dosenpfands und der anstehenden LKW-Maut bietet sich ein kritischer Blick in neue Gesetze und die Aktivitäten des Staates - hinsichtlich Praktikabilität und Sinn seiner Handlungen - an. Dazu soll diese Arbeit ihren Beitrag leisten. Aufgrund der umfassenden Thematik sollen vorliegend ausschließlich aufsichtsrechtliche Vorschriften für Anbieter und den Vertrieb behandelt werden. Steuerrechtliche Vorschriften des Investmentsteuergesetzes bleiben unerwähnt. Ausgangspunkt der Arbeit ist die Einleitung, in der für das Thema sensibilisiert werden soll.

Danach folgen im zweiten Kapitel die allgemeinen Grundlagen zu Hedgefonds. Es wird auf die historische Einordnung und die unterschiedlichen Strategien von Hedgefonds eingegangen. Ebenso wird eine Abgrenzung zu traditionellen Investmentfonds geliefert. Ein Grundverständnis für die Materie „Hedgefonds“, wie es in Kapitel 2 vermittelt wird, ist unerlässlich für weiterführende Überlegungen, die in den Folgekapiteln angestellt werden.

Nachdem ein Einblick über die Grundlagen gegeben wurde, wird Transparenz über das alte Paradigma verschafft, was die rechtliche Einordnung von Hedgefonds bis zum 31.12.2003 in Deutschland prägte. Es darf nicht ausschließlich das Ziel, die Legalisierung von Hedgefonds, im Mittelpunkt stehen. Ebenso wichtig ist es zu wissen, wie „der Weg dorthin verlief“.

Das vierte Kapitel stellt den Kern und Hauptteil der Arbeit dar. Hier wird der Paradigmenwechsel in seinen wichtigsten Facetten beschrieben. Es wird ein Einblick in die Zusammenhänge zwischen der OGAW-Richtlinie und dem daraus resultierenden europäischen Pass gegeben. Ziel ist es, Zusammenhänge der OGAW-Richtlinie und des Investmentgesetzes (InvG) aufzuzeigen. Danach wird ein Überblick über die zulässigen Rechtsformen von Hedgefonds in Deutschland vermittelt, womit der Blick auf den rechtlichen Rahmen von Hedgefonds in Deutschland gelegt wird.

Im darauf folgenden Unterkapitel wird geklärt, in welcher Art Hedgefonds in Deutschland (Single-/Dachfonds) aufgelegt und gemanagt werden dürfen. Die spezielle Anlagepolitik von Single-Hedgefonds bedarf danach genauerer Betrachtung und wird in einem eigenen Unterkapitel behandelt. Da im Fortgang der Arbeit nunmehr Rechtsform und Ausgestaltung deutscher Hedgefonds geklärt sind, muss der Fokus auf den Anbieter gerichtet werden. Dementsprechend befasst sich das folgende Unterkapitel mit den an die Hedgefonds-Anbieter in Deutschland gestellten rechtlichen Anforderungen. Zu diesem Stand der Arbeit ist über das Produkt „Hedgefonds“ inklusive (inkl.) seiner Rechtsformen und die wesentlichen aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Hedgefonds-Anbieter informiert worden. Nunmehr ist es geboten, die Vertriebsmöglichkeiten für Hedgefonds-Produkte in Deutschland zu klären.

Den Abschluss der Diskussion um das neue Paradigma bilden die Anforderungen an den Verkaufsprospekt und die Vertragsbedingungen. Die Schlussbetrachtung schafft einen abschließenden Überblick. Es wird eine Prognose der Entwicklung sowie eine ganzheitliche Einschätzung der Regulierung von Hedgefonds gegeben. Während der gesamten Arbeit soll an auffälligen Stellen im Gesetz oder der sich daraus ergebenden Anwendung die derzeitige Rechtslage kritisch hinterfragt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 5
Tabellenverzeichnis 6
Abkürzungs- und Symbolverzeichnis 7
1. Einleitung 8
1.1 Hedgefonds im Fokus 8
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit 14
2. Grundlagen zu Hedgefonds 17
2.1 Der Begriff „Hedgefonds“ 17
2.2 Kurze historische Betrachtung von Hedgefonds 18
2.3 Betrachtung der unterschiedlichen Anlagestrategien 20
2.4 Abgrenzung zu traditionellen Investmentfonds 33
3. Historische Betrachtung von Hedgefonds in Deutschland 39
3.1 Rechtliche Bestimmungen des KAGG 39
3.2 Rechtliche Bestimmungen des AuslInvestG 41
3.3 Zulässige Möglichkeiten für Hedgefonds 44
3.3.1 Gestaltung über im Ausland aufgelegte Fonds 45
3.3.2 Zertifikate auf Hedgefonds 45
4. Rechtlicher Rahmen der Hedgefonds durch das Investmentgesetz 50
4.1 Europäischer Kontext 50
4.1.1 Betrachtung in Bezug auf die OGAW-Richtlinie 50
4.1.2 Betrachtung in Bezug auf den EU-Pass 54
4.2 Rechtsformen deutscher Hedgefonds 56
4.2.1 Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft 56
4.2.2 Investmentaktiengesellschaft 58
4.3 Rechtliche Rahmenbedingungen für Hedgefonds 62
4.3.1 Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken 64
4.3.2 Dach-Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken 65
4.3.3 Gemischte Sondervermögen 71
4.4 Zulässige Möglichkeiten in der Anlagepolitik 72
4.4.1 Anlageformen 72
4.4.2 Einsatz von Fremdkapital (Kredite) 74
4.4.3 Einsatz von Derivaten 76
4.4.4 Leerverkäufe (short-selling) 78
4.4.5 Kritische Betrachtung 81
4.5 Regulatorische Anforderungen an den Hedgefonds-Anbieter 82
4.5.1 Zulassungsvorschriften 82
4.5.2 Qualifikationsanforderung an das Leitungspersonal 84
4.5.3 Qualifikationsanforderung an das Fondsmanagement 86
4.5.4 Anforderungen an die Risikomessung 88
4.5.5 Anforderungen an die Depotbank 92
4.5.6 Anforderungen zur Anteilspreisermittlung und Rücknahme 96
4.5.7 Auskunftsrecht der BaFin und Meldepflichten 98
4.6 Zulässige Möglichkeiten im Bereich des Vertriebs 100
4.6.1 Öffentlicher Vertrieb von Dach-Hedgefonds 101
4.6.2 Private Placement von Single-Hedgefonds 109
4.6.3 Zertifikate auf Hedgefonds 114
4.7 Verkaufsprospekt und Vertragsbedingungen 116
4.7.1 Anforderungen an den Verkaufsprospekt 117
4.7.2 Anforderungen an die Vertragsbedingungen 118
5. Schlussbetrachtung 121
Literaturverzeichnis 123

Arbeit zitieren:
Uhlig, Michael Juni 2004: Hedgefonds, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Investmentgesetz, sondervermögen, Anlagestrategie, BAFin, Finanzdienstleistungsaufsicht

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