Hedgefonds-Strategien
Innovation für das moderne Portfoliomanagement?
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Fluhrer
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 73 Seiten
- Dateigröße: 513,4 KB
- Note: 1,4
- Institution / Hochschule: Hessische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9125-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9125-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9125-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Fluhrer, Martin Juni 2005: Hedgefonds-Strategien, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Value-at-Risk, Asset Allocation, Alternative Investments, Bias, Korrelation
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Martin Fluhrer
Einleitung:
Die vergangenen Jahre haben den Investoren am Kapitalmarkt eine Achterbahnfahrt der Wertentwicklung des angelegten Vermögens und teilweise auch nachhaltige Kapitalverluste beschert, sofern sie einer klassischen Asset Allokation mit Aktien und Anleihen gefolgt sind. Selbst gut strukturierte Portfolios waren den volatilen Märkten nicht mehr gewachsen und vielfältige Investmentstrategien auf Basis der modernen Portfoliotheorien mussten Lehrgeld zahlen. Viele Investoren haben aus den Erfahrungen der Börsen-Baisse gelernt und erkannt, dass ihr Portfoliomanager mit traditionellen Investments wenig Mittel hat, um sie vor Verlusten zu schützen. Die konventionellen Anlageformen reichen offensichtlich nicht mehr aus, eine gute Kapitalrendite bei begrenztem Risiko zu erzielen. Die Diversifikation mit Aktien, Anleihen und eventuell Immobilien führte nicht zum gewünschten Ziel.
Heute stehen sowohl institutionelle als auch private Investoren vor einem Dilemma. Die internationalen und insbesondere die europäischen Aktienmärkte haben sich von ihren Tiefständen im März 2003 erholt. Die Rekordmarken des Jahres 2000 liegen bei den meisten Indizes allerdings in weiter Ferne. Das verlorene Vertrauen aller Anleger kehrt nur sehr zögerlich oder gar nicht zurück. Die Renditen an den europäischen Rentenmärkten befinden sich auf dem niedrigsten Stand der Nachkriegszeit, so dass gerade noch die offiziellen Inflationsraten kompensiert werden. Eine Trendwende in der Zinsentwicklung scheint nur eine Frage der Zeit, womit zumindest mittelfristige Verlustrisiken im Anleihesektor erwartet werden können.
Dies ist der Nährboden für die alternativen Investments. Die Anleger sind auf der Suche nach absolut positiven Renditen und nach Anlagemöglichkeiten, mit denen sie nicht einer bestimmten Marktentwicklung folgen müssen. In den USA sind sie bereits seit vielen Jahren wesentlicher Bestandteil der Asset Allokation von Universitäts-Stiftungsfonds. Diese Welle schwappt nun auf Europa und Deutschland über und nimmt bereits aktive Formen in den Investmentstrategien großer Investoren an.
Zu den wichtigsten alternativen Investments gehören Hedgefonds, Managed Futures sowie Private Equity und Venture Capital. Insbesondere die Hedgefonds-Branche hat in den letzten zwei Jahren in Deutschland begonnen institutionelle Strukturen aufzubauen, um die Grundlagen für das hohe erwartete Wachstum zu bilden. Der Gesetzgeber hat per 1. Januar 2004 die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen, damit Hedgefonds in Deutschland als neue Anlageform genutzt werden können. Die Finanzpresse berichtet seither nicht mehr nur über vermeintliche Skandale, sondern setzt sich zunehmend professioneller und differenzierter mit dieser noch eher unbekannten „Assetklasse“ auseinander.
Gang der Untersuchung:
Die folgende Arbeit will einen Schritt weiter gehen und die Auswirkungen von Hedgefonds-Strategien in der Asset Allokation beleuchten. Handelt es sich wirklich um eine Innovation für das moderne Portfoliomanagement oder ist es nur ein Strohfeuer?
Der Anfang widmet sich den Grundlagen der Hedgefonds, um ein allgemeines Verständnis für diese alternativen Investments zu erhalten. Dabei wird nicht nur auf die typischen Merkmale eingegangen, sondern auch die historische Entwicklung und die aktuellen Marktstrukturen dargestellt. Darüber hinaus werden die jüngst eingeführten rechtlichen Rahmenbedingungen für Hedgefonds in Deutschland detailliert zusammengefasst. Im letzten Punkt des Kapitels folgt eine kurze Vorstellung der wichtigsten Managementstrategien.
Das dritte Kapitel behandelt den Hauptteil der Ausführungen und diskutiert die Portfoliostrukturierung mit Hedgefonds-Strategien. Es bespricht zunächst die Risikofaktoren bei der Portfoliokonstruktion und untersucht dabei insbesondere die Problemstellungen bei der Risiko- und Performance-Messung. Anschließend erfolgt eine empirische Analyse über die Integration von Hedgefonds in das traditionelle Portfolio. Die Untersuchung wird mit Unterstützung des HFOptimizer, einer speziellen Optimierungs-Software zur Berechnung von Portfoliokonstruktionen, durchgeführt. Dabei werden die optimierten Portfolios, in einer modifizierten Value-at-Risk-Umgebung, mit traditionellen Investments und Hedgefonds aufgebaut. Vor diesem Hintergrund wird die erweiterte Asset Allokation mit Hedgefonds-Strategien beurteilt, in der die Renditequellen, der reale Einsatz von Hedgefonds in der Asset Allokation sowie deren Bedeutung und Chancen für Investoren im Mittelpunkt stehen.
Den Schlusspunkt setzt eine Zusammenfassung der Erkenntnisse und die Schlussfolgerung.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen der Hedgefonds | 3 |
| 2.1 | Definition und Merkmale von Hedgefonds | 3 |
| 2.2 | Historische Entwicklung und aktuelle Marktstrukturen | 5 |
| 2.3 | Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland | 9 |
| 2.4 | Übersicht der Managementstrategien | 11 |
| 2.4.1 | Relative Value-Strategien | 12 |
| 2.4.1.1 | Fixed Income Arbitrage | 13 |
| 2.4.1.2 | Convertible Bond Arbitrage | 14 |
| 2.4.1.3 | Equity Market Neutral | 14 |
| 2.4.2 | Event Driven-Strategien | 15 |
| 2.4.2.1 | Merger Arbitrage | 15 |
| 2.4.2.2 | Distressed Securities | 16 |
| 2.4.3 | Opportunistic-Strategien | 16 |
| 2.4.3.1 | Global Macro | 17 |
| 2.4.3.2 | Long/Short Equity | 17 |
| 2.4.3.3 | Short Selling | 18 |
| 2.4.3.4 | Emerging Markets | 18 |
| 3. | Portfoliostrukturierung mit Hedgefonds-Strategien | 19 |
| 3.1 | Risikofaktoren bei der Portfoliokonstruktion | 19 |
| 3.1.1 | Definition des Risikobegriffes | 19 |
| 3.1.2 | Investitionsrisiken | 20 |
| 3.1.3 | Operationale Risiken | 22 |
| 3.1.4 | Problemstellung bei der Risiko-/ Performance-Messung | 23 |
| 3.1.4.1 | Statistische Grundlagen | 24 |
| 3.1.4.2 | Bias-Effekte und Renditeverteilung | 25 |
| 3.1.4.3 | Messmethoden | 27 |
| 3.1.4.4 | Die Value-at-Risk-Ansätze | 29 |
| 3.1.4.5 | Interpretation der Risikoanalyse | 31 |
| 3.2 | Integration von Hedgefonds in das traditionelle Portfolio | 32 |
| 3.2.1 | Datenbasis | 32 |
| 3.2.2 | Analyse der Performance diverser Hedgefonds-Strategien | 33 |
| 3.2.3 | Die Portfoliokonstruktion ohne Hedgefonds-Strategien | 37 |
| 3.2.4 | Die Portfoliokonstruktion mit Hedgefonds-Strategien | 39 |
| 3.3 | Die erweiterte Asset Allokation mit Hedgefonds-Strategien | 42 |
| 3.3.1 | Der Alpha-Faktor und weitere Renditequellen | 43 |
| 3.3.2 | Der Einsatz von Hedgefonds in der Asset Allokation | 45 |
| 3.3.3 | Bedeutung, Chancen und kritische Aspekte | 47 |
| 4. | Zusammenfassung und Schlussfolgerung | 49 |
| Anhang | 51 | |
| Literaturverzeichnis | 63 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 67 |
tosis oder Schiefe in der Renditeverteilung ist das Standardmaß für Risiko, die Varianz bzw. Volatilität, keine angebrachte Messgröße mehr.96 Für einen risikoaversen Anleger ist eine linksschiefe Renditeverteilung in Kombination mit einer positiven Kurtosis tendenziell uninteressant. Die Konstellation bedeutet, dass betragsmäßig große Renditen häufiger auftreten als bei der Normalverteilung. Allerdings können damit die betragsmäßig großen negativen Renditen wegen der Linksschiefe nicht durch die positiven Renditen ausgeglichen werden. Das Ausfallrisiko erhöht sich damit entsprechend.97 Darüber hinaus werden auch die Korrelationen stark beeinträchtigt, da der Korrelationskoeffizient ebenfalls der Normalverteilungs-Hypothese unterliegt. Sofern kein linearer Zusammenhang zwischen zwei Assets besteht ist der Korrelationskoeffizient ungeeignet. Damit muss die Mittelwert-Varianz-Analyse und das Diversifikationspotential im Rahmen der gängigen modernen Portfoliotheorie ernsthaft hinterfragt werden.98 [...]
3.1.4.2 Bias-Effekte und Renditeverteilung Die Performances von Hedgefonds-Strategien werden mithilfe von Index-Daten gemessen, die von zahlreichen Datenlieferanten angeboten werden. Obwohl diese Informationen zur Zeit die besten verfügbaren Rendite-Daten im Hedgefonds-Segment darstellen, so beinhalten sie doch einige schwerwiegende problematische Eigenschaften. Die Datenanbieter ermitteln ihre Indizes üblicherweise auf freiwilliger Basis anhand der monatlichen Renditen nach Abzug der Management- und Performance-Gebühr. Die zur Verfügung gestellten Informationen, der Hedgefonds-Manager an die jeweiligen Datenanbieter, weisen große Unterschiede in ihrem Umfang und ihrer Qualität auf. Da keine eindeutige Klassifizierung der diversen Strategien möglich ist, erfolgt die Zuordnung der Hedgefonds aufgrund subjektiv gewählter Kriterien. Die Datenlieferanten bestimmen außerdem ihre individuellen Aufnahmekriterien für eine Datenbank, die über die Fondsauswahl, die Gewichtung der Manager und die statistischen Regelungen entscheiden.89 Des weiteren können viele Hedgefonds bei der Bewertung ihrer Positionen nicht auf aktuelle Marktpreise zurückgreifen, wenn diese in illiquiden Märkten gehalten werden. Damit sind die Fondsmanager gezwungen entweder die zuletzt festgestellten Preise oder Modellpreise zu veröffentlichen. Daher müssen die ausgewiesenen Renditen nicht mit den tatsächlichen Renditen übereinstimmen.90 Im Rahmen der Hedgefonds-Indexdaten kommt es außerdem häufig zu einer Reihe von Renditeverzerrungen, den sog. Biases. Die vier wichtigsten sollen kurz erläutert werden: • Der Survivorship Bias entsteht, wenn ein Hedgefonds - typischerweise wegen Erfolglosigkeit - seine Datenübermittlung beendet und deshalb aus der Index-Datenbank entfernt wird. In der Datenbank verbleiben nur die geschäftstätigen Hegdefonds, mit der Folge, dass die ausgewiesenen Renditen zu vorteilhaft berechnet werden. Diverse Studien haben eine potentielle Verzerrung von zwei bis vier Prozent p.a. ausgemacht.91 [...]
3.1.4.1 Statistische Grundlagen Die statistischen Grundlagen sind wesentlicher Bestandteil des Portfoliomanagements. Sie bilden die Basis für Entscheidungen im Investmentprozess hinsichtlich Diversifikation und Asset Allokation. Investitionen eines rationalen Anlegers werden grundsätzlich mit dem Ziel getätigt, die höchste Rendite bei einem geringst möglichen Risiko zu erzielen. Die jährliche Rendite wird als empirischer Mittelwert auf Basis der annualisierten monatlichen Durchschnittsrenditen der Hedgefonds-Strategie ermittelt. Die Renditeberechnung basiert auf den Veränderungen des Net Asset Value (NAV), der bei Hedgefonds meist nur einmal im Monat berichtet wird. Die empirische jährliche Standardabweichung oder Volatilität ist die durchschnittliche Abweichung von diesem Mittelwert. Die Standardabweichung definiert traditionell das Risiko. Je niedriger die Volatilität, desto niedriger auch das Risiko. Die Volatilität benachteiligt jedoch konstant positive Entwicklungen, da sie Abweichungen oberhalb und unterhalb des Mittelwertes gleich gewichtet. Deshalb wird die Downside Deviation zusätzlich als Abweichungsparameter herangezogen, bei der nur die negativen Resultate berücksichtigt werden.88 Die statistischen Einheiten Kovarianz und Korrelationskoeffizient stehen in einer engen Beziehung und weisen auf einen Zusammenhang zwischen zwei Zufallsvariablen bzw. zweier Investments hin. Die Kovarianz ist ein Maß für einen linearen Zusammenhang zweier Zufallsvariablen, dessen Interpretation sehr schwierig ist. Daher wird als normiertes Maß der Korrelationskoeffizient berechnet. Dieser beschreibt, wie häufig die Schwankungen zweier Zufallsvariabeln um ihren Mittelwert die gleiche Größe und Richtung haben und wie stark der Zusammenhang ist. Der Korrelationskoeffizient kann Werte zwischen –1 und +1 annehmen. Der Wert +1 zeigt einen perfekt positiven Zusammenhang und für –1 einen vollkommen gegenläufigen Zusammenhang an. Bei einem Koeffizienten von 0 sind die Zufallsvariablen unkorreliert und damit statistisch unabhängig voneinander. Für das Portfoliomanagement ist nun entscheidend, welche Portfoliovarianz bzw. welches Portfoliorisiko aus der Kombination der Variablen entsteht. Das Gesamtrisiko ergibt sich aus der durchschnittlichen Varianz der einzelnen Assets und der Kovarianz zwischen den [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832491253
Arbeit zitieren:
Fluhrer, Martin Juni 2005: Hedgefonds-Strategien, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Value-at-Risk, Asset Allocation, Alternative Investments, Bias, Korrelation



