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Handreichungen und Unterrichtsgestaltung mit der Lernsoftware Oeconimix für Lehrer

Handreichungen und Unterrichtsgestaltung mit der Lernsoftware Oeconimix für Lehrer
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dieter Ewerth
  • Abgabedatum: August 2007
  • Umfang: 123 Seiten
  • Dateigröße: 1,8 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • Bibliografie: ca. 142
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0669-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Ewerth, Dieter August 2007: Handreichungen und Unterrichtsgestaltung mit der Lernsoftware Oeconimix für Lehrer, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Wirtschaftslehre, Oeconomix, E-Learning, Didaktik, Bildung

Diplomarbeit von Dieter Ewerth

Einleitung:

In den letzten Jahrzehnten hat sich das verfügbare Wissen, nicht zuletzt auf Grund der Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien wie beispielsweise dem Internet, geradezu explosionsartig entwickelt. Zurzeit kann davon ausgegangen werden, dass sich das verfügbare Wissen ca. alle fünf Jahre verdoppelt. Bis zum Jahr 1955 bedurfte es für eine solche Verdopplung noch fünfzig Jahre. Konsequenzen aus dieser Tendenz können in der Entwicklung einer medial vernetzten Informations- und Wissensgesellschaft, dem Auftreten neuer Märkte und den sich stetig wandelnden Qualifikationsanforderungen seitens der Wirtschaft gesehen werden. Die aus diesen Entwicklungen resultierende Forderung nach lebensbegleitendem Lernen schlägt sich u. a. in der Entwicklung neuer Lernkonzepte nieder. Lebensbegleitendes Lernen soll dabei nicht nur zur Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungsfähigkeit beitragen, sondern auch die soziale Eingliederung, den Bürgersinn und die persönliche Entwicklung des Einzelnen fördern.

Vor dem Hintergrund der Attraktivität, die der Computer auf junge Menschen ausübt ergibt sich durch die unterrichtliche Einbindung von Lernsoftwareprogrammen und dem Internet eine neue Dimension des Lernens. Lernsoftwareprogramme bieten eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Lernenden zu motivieren und den Lernprozess zu unterstützen. Insbesondere im Bereich der ökonomischen Bildung bietet sich die Einbeziehung von Lernsoftwareprogrammen und dem Internet an. Kaum ein Wirtschaftsbereich kommt ohne die Nutzung von Computern und dem Einsatz des Internets als Informations- und Kommunikationsquelle aus. Selbst komplexe Einkaufs- und Verkaufsvorgänge lassen sich heutzutage problemlos über das Internet abwickeln. Wissen, Informationen und deren Nutzungstechnologien können zu den zentralen Produktionsfaktoren einer Volkswirtschaft gerechnet werden. Die Notwendigkeit zur Ausweitung der ökonomischen Grundbildung zeigt sich beispielhaft in aktuellen Publikationen, in denen von Fachkräftemangel, Finanz-Analphabetentum und einem Mangel an Existenzgründern die Rede ist.

Unternehmen und auch der Weiterbildungssektor versuchen durch den Einsatz von Lernsoftware, den sich stetig wandelnden Qualifikationsanforderungen gerecht zu werden. Diese Tendenz spiegelt sich u. a. in den prognostizierten, dreistelligen Wachstumsraten im Bereich des E-Learnings wider.

Ausgehend von der im Rahmen dieser Arbeit vertretenen Auffassung einer Ermög-lichungsdidaktik – welche sich in der Definition von Lernen und dem hier vertretenen, selbstbestimmten Menschenbild widerspiegelt – rückt der sinnvolle Einsatz von Lern-software in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Als zentrale Frage kristallisiert sich dabei heraus, wie bzw. ob die Lernsoftware Oeconomix unter Berücksichtigung didaktischer Überlegungen sinnvoll zur Vermittlung ökonomischer Bildungsinhalte eingesetzt werden kann. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit relevanten Aspekten und Kategorien von Lernsoftware wird die Lernsoftware Oeconomix untersucht.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es – basierend auf einer detaillierten Beschreibung der Lernsoftware Oeconomix – Lehrenden für den Einsatz von Oeconomix einen Orientierungsrahmen und Leitfaden zur Verfügung zu stellen. Im Hinblick auf den Einsatz von Oeconomix, sollen sie dadurch in ihrer didaktischen Unterrichtsplanung unterstützt werden. Darüber hinaus soll den Lehrenden die Entscheidungsfindung beim Einsatz von Oeconomix erleichtert werden, indem zentrale didaktische Überlegungen aufgezeigt werden, die es bei der unterrichtlichen Einbindung von Oeconomix zu berücksichtigen gilt.

Zum Einstieg in die Thematik werden im zweiten Kapitel die zentralen Begriffe geklärt, die für die vorliegende Arbeit von grundlegender Bedeutung sind. Neben der Begriffsklärung stehen ausgewählte lerntheoretische Ansätze und die Eigenschaften neuer Medien im Vordergrund des Kapitels.

Im dritten Kapitel wird, basierend auf dem in dieser Arbeit vertretenen Verständnis von ökonomischer Bildung, die aktuelle Diskussion über Gründe, Ziele und den Stellenwert ökonomischer Bildung in Deutschland näher beleuchtet. Daran anschließend werden mögliche Formen zur Integration ökonomischer Bildung in das allgemeinbildende Schulwesen vorgestellt. Den Abschluss des Kapitels bilden Schlussfolgerungen zur Verbesserung der ökonomischen Grundbildung im all-gemeinbildenden deutschen Schulwesen.

Ausgesuchte Lernsoftwarekategorien und deren spezifischen Merkmale werden zu Beginn des vierten Kapitels beschrieben. Anschließend wird die Lernsoftware Oeconomix näher untersucht. Dazu werden die zentralen Programmbestandteile des Programms vorgestellt und den beschriebenen Lernsoftwarekategorien zugeordnet.

Aufbauend auf der Beschreibung der Lernsoftware Oeconomix im vorangegangenen Kapitel werden im fünften Kapitel die didaktischen Kategorien beschrieben, auf denen die Handreichungen und die Unterrichtsgestaltung basieren. Vor diesem Hintergrund liefern die Handreichungen eine erste Orientierung zur Nutzung der Lernsoftware Oeconomix.

Auf Grundlage der Handreichungen werden Überlegungen zur exemplarischen Unterrichtsgestaltung ausgewiesen, die sich an den Rahmenbedingungen und Lernvorrausetzungen einer fiktiven Zielgruppe orientieren. Darauf aufbauend wird eine Unterrichtseinheit vorgestellt, in der die Lernsoftware Oeconomix didaktisch sinnvoll – unter Berücksichtigung der Handreichungen – eingesetzt wird.

Neben einer allgemeinen Beurteilung der Lernmöglichkeiten mit Lernsoftware-programmen dient das letzte sechste Kapitel der kritischen Auseinandersetzung mit Oeconomix. Die Möglichkeiten und Grenzen von Lernsoftwareprogrammen werden hier benannt. In einem Ausblick werden Anforderungen für den Einsatz von Lern-softwareprogrammen formuliert.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungs- und Screenshotverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Begriffliche Grundlegungen 4
2.1 Lernen und Handlungskompetenzen 4
2.2 Lerntheoretische Grundlagen 7
2.2.1 Behaviorismus 7
2.2.2 Kognitivismus 10
2.2.3 Konstruktivismus 11
2.2.4 Schlussfolgerungen aus den lerntheoretischen Ansätzen 13
2.3 Medien 14
2.3.1 Allgemeine Definition von Medien 15
2.3.2 Definition neuer Medien 17
2.3.3 Zentrale Eigenschaften neuer Medien und deren Konsequenzen für das Lehren und Lernen 17
2.3.3.1 Interaktivität 18
2.3.3.2 Multimedialität, Multicodierung und Multimodalität 20
2.3.4 Schlussfolgerungen für den Medieneinsatz 23
3. Ökonomische Bildung in allgemeinbildenden Schulen 24
3.1 Bildung 25
3.2 Ökonomische Bildung 27
3.2.1 Gründe für ökonomische Bildung in allgemeinbildenden Schulen 28
3.2.2 Ziele ökonomischer Bildung 30
3.2.3 Stellenwert ökonomischer Bildung in allgemeinbildenden Schulen 33
3.2.4 Integrationsmöglichkeiten ökonomischer Bildung in allgemeinbildenden Schulen 34
3.3 Schlussfolgerungen zum aktuellen Stand der ökonomischen Bildung 35
4. Oeconomix 37
4.1 Computerunterstütztes Lernen mit Lernsoftware 37
4.2 Relevante Kategorien von Lernsoftware 40
4.2.1 Übungs- und Testsoftware (Drill & Practice Software) 42
4.2.2 Tutorielle Systeme bzw. Tutorials 44
4.2.3 Simulationen 46
4.2.4 Elektronische Datenbanken 48
4.2.5 Werkzeuge bzw. Tools 49
4.2.6 Abschließende Betrachtung der vorgestellten Lernsoftwarekategorien 50
4.3 Beschreibung und Einordnung der Lernsoftware Oeconomix 51
4.3.1 Allgemeine Beschreibung von Oeconomix 51
4.3.2 Einordnung von Oeconomix in die Kategorien von Lernsoftware 54
4.4 Abschließende Betrachtung der Lernsoftware Oeconomix 62
5. Handreichungen und Unterrichtsgestaltung mit Oeconomix 64
5.1 Didaktische Kategorien: Grundlage der Handreichungen und der Unterrichtsgestaltung 64
5.2 Exemplarische Einsatzmöglichkeiten von Lernsoftware in ausgewählten Lernformen 70
5.2.1 E-Learning 71
5.2.2 Blended-Learning 73
5.2.3 Schlussfolgerungen aus den exemplarischen Einsatzmöglichkeiten von Lernsoftware für den Einsatz von Oeconomix 75
5.3 Handreichungen für den Einsatz von Oeconomix im Rahmen didaktischer Überlegungen 76
5.3.1 Betrachtung der Bedingungsfelder beim Einsatz von Oeconomix 76
5.3.2 Überlegungen zu den Entscheidungsfeldern beim Einsatz von Oeconmix 79
5.4 Unterrichtsgestaltung mit Oeconomix 86
5.4.1 Vorherrschende Lernvoraussetzungen und Rahmenbedingungen 87
5.4.2 Ausweisung der angestrebten Lernziele und thematische Einordnung der Doppelstunde 89
5.4.3 Verlaufsplanung einer Unterrichtseinheit 92
6. Abschließende Betrachtung und Ausblick 99
Literaturverzeichnis VI
Abschlusserklärung XVII

Textprobe:

Kapitel 5, Entscheidungsfeld: Lernerfolgskontrolle:

Jongebloed / Twardy sehen in der Erfolgskontrolle für Lehrende eine Möglichkeit um herauszufinden, ob die didaktischen Entscheidungen erfolgreich realisiert wurden oder nicht“. Zudem bildet die Lernerfolgskontrolle die Grundlage für die Förderung der Lernenden und erfüllt eine Selektionsfunktion im Hinblick auf die weitere schulische und berufliche Laufbahn. Die Lernerfolgskontrolle erfolgt dabei in der Regel am Ende des Lernprozesses. Nachdem die Lernergebnisse festgestellt worden sind, werden diese mit den vorher festgelegten Lernzielen verglichen und im Hinblick auf eine Bezugsnorm bewertet.

In der pädagogischen Diagnostik können drei Bezugsnormen der Lernerfolgskontrolle unterschieden werden: die soziale-, die individuelle- und die kriterien-orientierte Bezugsnorm. Vor dem Hintergrund der in Oeconomix schwerpunktmäßig realisierten Formen der Lernerfolgskontrolle – in Form von Quizspielen – und den Problemen, die sich Anwendung der individuellen- und sozialen Bezugsnorm ergeben können, beziehen sich die weiteren Ausführungen auf die kriterienorientierte Bezugsnorm. Demnach werden die erzielten Lernergebnisse im Hinblick auf ein vorab festgelegtes Kriterium (z. B. Anteil der erreichten Punktzahl) beurteilt. Die Qualität der Lernerfolgskontrolle kann dabei über drei Gütekriterien der Testtheorie bestimmt werden:

- Validität (Gültigkeit): Die Validität gibt an, ob die Form der Lernerfolgskontrolle geeignet ist, um den Grad der Lernzielerreichung zu messen.

- Reliabilität (Zuverlässigkeit): Mit Hilfe der Reliabilität kann die Zuverlässigkeit der Lernerfolgskontrolle gemessen werden. Wenn zu verschiedenen Zeitpunkten die gleiche Form der Prüfung zu identischen Lernergebnissen führt, gilt eine Prüfung als reliabel.

- Objektivität: Die Objektivität gibt an, ob das Testergebnis unabhängig von der Person des Prüfers ist.

Im Hinblick auf die intendierten Lernziele können nur Prüfungsformen verwendet werden, die eine möglichst valide, reliable und objektive Feststellung der Lernergebnisse ermöglichen.

Exemplarische Einsatzmöglichkeiten von Lernsoftware in ausgewählten Lernformen:

Basierend auf den erläuterten Eigenschaften neuer Medien in Kapitel 2.3.2 richtet sich das Hauptaugenmerk in diesem Abschnitt auf den exemplarischen Einsatz von Lernsoftware in den ausgesuchten Lernformen E-Learning und Blended-Learning. Die beiden Ansätze wurden gewählt, da sie meiner Ansicht nach einen aktuellen Überblick über die derzeitige Diskussion hinsichtlich neuer Lernformen liefern. Zudem stehen sie exemplarisch für die grundlegenden Einsatzmöglichkeiten von Oeconomix – mit und ohne unterrichtliche Einbindung.

Im Rahmen der Handreichungen stellt sich für die Lehrperson die generelle Frage, in welcher Form die Lernsoftware Oeconomix eingesetzt werden kann, um die intendierten Lernziele zu erreichen.

Die auf Wagner zurückzuführenden, grundsätzlichen Realisierungsformen beim Einsatz von Lernsoftware dienen als erste allgemeine Orientierung für Lehrende bei der Nutzung von Oeconomix.

- Alternativer Einsatz: Der Lernende kann zwischen der Nutzung der Lernsoftware und personellem Unterricht durch eine Lehrperson wählen.

- Substitutiver Einsatz: In einer bestimmten Lehr-Lernsituation wird der personelle Unterricht vollständig durch die Lernsoftware ersetzt.

- Additiver Einsatz: Der additive Einsatz von Lernsoftware bezeichnet die Vor- oder Nachbereitung personellen Unterrichts bzw. die individuelle Vertiefung und Ausweitung der im Unterricht thematisierten Lerninhalte.

- Integrativer Einsatz: Bei dieser Einsatzform wird die Lernsoftware in den personellen Unterricht integriert.

Im Folgenden werden nicht alle vier Realisierungsformen separat behandelt, da die Einsatzmöglichkeiten auf zwei grundlegende Aspekte zurückgeführt werden können.

Bei näherer Betrachtung der vorgestellten Einsatzmöglichkeiten von Lernsoftware fällt auf, dass beim additiven und integrativen Einsatz eine Einbindung der Lernsoftware in den Unterricht erfolgt. Wohingegen beim alternativen und substitutiven Einsatz keine unterrichtliche Einbindung vorgesehen ist. In Abhängigkeit der intendierten Nutzungsform von Oeconomix, ergeben sich daraus unterschiedliche Konsequenzen für die Ausgestaltung der Entscheidungsfelder, die es zu berücksichtigen gilt.

In der Konzeption von E-Learning- und Blended-Learning lässt sich die beschriebene Trennung, hinsichtlich der unterrichtlichen Einbindung von Lernsoftware, wieder finden.

Arbeit zitieren:
Ewerth, Dieter August 2007: Handreichungen und Unterrichtsgestaltung mit der Lernsoftware Oeconimix für Lehrer, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Wirtschaftslehre, Oeconomix, E-Learning, Didaktik, Bildung

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