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Handlungsempfehlungen für Käuferunternehmen

Cash Offer vs. Share Offer

Handlungsempfehlungen für Käuferunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Huber
  • Abgabedatum: März 2002
  • Umfang: 84 Seiten
  • Dateigröße: 714,7 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5739-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5739-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5739-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Huber, Andreas März 2002: Handlungsempfehlungen für Käuferunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Übernahmefinanzierung, Asset Deal, Share Deal, Akquisitionswährung, Barangebot

Diplomarbeit von Andreas Huber

Einleitung:

In den letzten Jahren verstärkten viele Unternehmen ihre Akquisitionstätigkeiten im Bezug auf Unternehmensübernahmen um ihre Marktstellung auszubauen und dadurch konkurrenzfähiger zu werden.

Bei einer geplanten Übernahme stellt sich für den Vorstand des Käuferunternehmens und die durchführende Investmentbank unter anderem die Frage, in welcher Form der Kaufpreis für das zu kaufende Unternehmen bezahlt werden soll. In der Literatur bezeichnet man die Zahlungsform bei Übernahmen als Akquisitionswährung. Als Akquisitionswährung stehen dem Käuferunternehmen meistens entweder Barmittel oder eigene Aktien zu Verfügung. Man spricht deshalb von einem Cash Offer bzw. Share Offer. Aus rechtlicher Sicht wird dem Käuferunternehmen die Wahl der Akquisitionswährung freigestellt. Die Bedeutung der richtigen Wahl der Akquisitionswährung zeigt sich z.B. daran, dass sich dadurch auch für kleinere Unternehmen ein großes akquisitorisches Potential erschließen lässt. So wurde am 28.02.2001 die überraschende und spektakuläre Übernahme des alteingesessenen Unternehmens Cable & Wireless HKT Plc durch das damals nicht einmal ein Jahr alte Start-up-Unternehmen Pacific Century CyberWorks verkündet. Diese Übernahme wurde mit einem Share Offer bezahlt und konnte nur mit dieser Akquisitionswährung gelingen. Der Grund dafür war, dass die Aktionäre von Cable & Wireless HKT Plc, mit Hilfe eines für sie attraktiven Umtauschverhältnisses, ihre Aktien in die sich i.V. zu ihren Aktien in der Vergangenheit deutlich besser entwickelten Aktien von Pacific Century CyberWorks tauschen konnten. Somit war das erhaltene Aktienpaket von Pacific Century CyberWorks für sie am Umtauschtag mehr wert als ihr Aktienpaket an Cable & Wireless HKT Plc. Ein Cash Offer wäre für Pacific Century CyberWorks nicht möglich gewesen, da das Unternehmen nicht über so hohe liquide Mittel verfügt hatte, die nötig gewesen wären, um den Wert der eigenen Aktien auszugleichen. Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass für das Gelingen einer Übernahme die Wahl der richtigen Akquisitionswährung entscheidend ist.

Ziel dieser Arbeit soll deshalb sein, dem Käuferunternehmen konkrete Handlungsempfehlungen dafür zu geben, welche Akquisitionswährung bei einer Übernahme je nach unterschiedlicher Situation für ihn am besten geeignet ist. Hierfür werden das Cash Offer und das Share Offer auf folgende Kriterien untersucht: allgemeine Betrachtung, bilanzielle und steuerliche Auswirkungen sowie auftretende Kosten der Übernahme, da sich daraus ihre einzelnen Vor- und Nachteile ableiten lassen. Problematisch ist, dass nicht alle Kriterien einer Akquisitionswährung vorteilhaft für das Käuferunternehmen sind. Daher müssen alle Vor- und Nachteile sorgfältig analysiert und gegeneinander abgewogen werden um zu entscheiden, welche Akquisitionswährung insgesamt vorteilhaft ist.

Im Folgenden wird unter dem Begriff „Übernahme“ nur eine freundliche Firmenübernahme verstanden, da dies das Grundmodell für Firmenübernahmen darstellt, aus dem alle anderen Übernahmeformen ableitbar sind. Außerdem werden nur Übernahmen betrachtet, bei denen beide beteiligten Unternehmen börsennotiert sind und auf die das in Deutschland geltende Recht angewendet wird um die ökonomische Betrachtung und nicht juristische Schwierigkeiten in den Mittelpunkt der Arbeit zu stellen. Weiterhin wird davon ausgegangen, dass das zu kaufende Unternehmen Gewinne erzielt, um somit die steuerlichen Auswirkungen und die auftretenden Kosten besser betrachten zu können.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 2 – Grundlagen – wird zuerst der Oberbegriff M&A erklärt und anhand von Zahlen das weltweite sowie speziell das deutsche M&A Volumen in den letzten Jahren dargestellt. Danach werden mehrere Möglichkeiten zum Erwerb eines Unternehmens, insbesondere der Asset Deal und Share Deal, vorgestellt, da sie die Wahl der Akquisitionswährung beeinflussen und sich auch unterschiedlich auf deren einzelnen Kriterien auswirken. Es folgt eine kurze Erläuterung der unterschiedlichen Akquisitionswährungen. Dabei wird anhand von Zahlen und Daten eine in den letzten Jahren starke Veränderung bei der anteiligen Verwendung der in der Praxis am gebräuchlichsten Akquisitionswährungen, dem Cash Offer und dem Share Offer, verdeutlicht.

Das Kapitel 3 – Darstellung ausgewählter Akquisitionswährungen – dient als Grundlage für konkrete Handlungsempfehlungen bzgl. der Wahl der geeigneten Akquisitionswährung. Dabei werden für die beiden gebräuchlichsten Akquisitionswährungen, dem Cash Offer und Share Offer, die verschiedenen Vor- und Nachteile, die Bilanzierungsmethoden der Übernahme, die steuerlichen Auswirkungen der Transaktionen und die durch die Transaktion entstehenden Kosten ausführlichst untersucht, um ein Zwischenfazit für die jeweilige Zahlungsart ziehen zu können. Außerdem wird noch das in der Praxis nicht sehr verbreitete kombinierte Bar- und Aktienangebot kurz erläutert.

In Kapitel 4 – Handlungsempfehlungen – werden aufbauend auf die vorangestellten Untersuchungen konkrete Handlungsempfehlungen für den Käufer in Bezug auf die Wahl der Akquisitionswährung gegeben. Dabei werden folgende unterschiedliche Situationen dargestellt, die bei der Frage nach der geeigneten Akquisitionswährung eintreten können:

Wahl der Akquisitionswährung bei schneller und flexibler Durchführung der Übernahme Wahl der Akquisitionswährung in Abhängigkeit des allgemeinen Börsenklimas Wahl der Akquisitionswährung unter dem Aspekt niedriger Übernahmekosten Für die einzelnen Situationen werden Modelle entwickelt, die teilweise die in Kapitel 3 beschriebenen Kriterien des Cash Offers und des Share Offers gewichten. Dem Käuferunternehmen wird dadurch eine konkrete Akquisitionswährung empfohlen, die je nach dargestellter Situation für ihn am besten geeignet ist, eine Übernahme erfolgreich zu finanzieren.

Das Kapitel 5 – Ausblick – bietet abschließend einen Ausblick über mögliche zukünftige Entwicklungen und Chancen der verschiedenen Zahlungsarten.

Inhaltsverzeichnis:

Gliederung II
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VII
1. Problemstellung und Vorgehensweise 1
2. Grundlagen 4
2.1 Einführung Mergers & Acquisitions (M&A) 4
2.2 Möglichkeiten zum Erwerb eines Unternehmens 5
2.2.1 Asset Deal 6
2.2.2 Share Deal 7
2.3 Mögliche Akquisitionswährungen 8
2.3.1 Unternehmenserwerb durch Cash Offer 8
2.3.2 Unternehmenserwerb durch Share Offer 9
2.3.3 Sonstige Zahlungsarten 10
3. Darstellung ausgewählter Akquisitionswährungen 11
3.1 Entscheidungsparameter zur Wahl der Akquisitionswährung 11
3.1.1 Verfügbarkeit der Zahlungsart 11
3.1.2 Attraktivität für das Target 12
3.1.3 Auswirkungen auf den Kapitalmarkt und eigene Aktionäre 12
3.2 Cash Offer 13
3.2.1 Voraussetzungen für die Verwendung des Cash Offer 13
3.2.2 Allgemeine Vor- und Nachteile für die beteiligten Parteien 14
3.2.3 Varianten der Bilanzierung - Purchase of assets-Methode 16
3.2.4 Steuerliche Betrachtung 18
3.2.5 Kostenstruktur 22
3.2.6 Fazit 24
3.3 Share Offer 25
3.3.1 Erforderliche Voraussetzungen für den Käufer 25
3.3.2 Gesellschaftsrechtliche Maßnahmen zur praktische Umsetzung der erforderlichen Voraussetzungen 25
3.3.3 Bedeutung des Umtauschverhältnisses 27
3.3.4 Allgemeine Vor- und Nachteile für beide Parteien 30
3.3.5 Rechnungslegungsstandards - Pooling of interests Methode 32
3.3.6 Steuerliche Sichtweise 35
3.3.7 Kosten für das Käuferunternehmen 38
3.3.8 Fazit 39
3.4 Kombiniertes Bar- und Aktienangebot 40
3.4.1 Grundlegende Darstellung 40
3.4.2 Würdigung 41
4. Handlungsempfehlungen 42
4.1 Wahl der Akquisitionswährung bei schneller und flexibler Durchführung der Übernahme 42
4.2 Wahl der Akquisitionswährung in Abhängigkeit des allgemeinen Börsenklimas 45
4.3 Wahl der Akquisitionswährung unter dem Aspekt niedriger Übernahmekosten 50
4.4 Zusammenfassung der Handlungsempfehlungen 54
5. Ausblick 56
Anhang VIII
Literaturverzeichnis XVII
Eidesstattliche Erklärung XXIII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Im folgenden werden nur die Vor- und Nachteile angeführt, die keinem der speziellen Kap. 3.3.3 und 3.3.5 – 3.3.7 zuzuordnen sind. Im Anhang findet sich in den Abb. 12 und 14 – 16 eine tabellarische Kurzübersicht aller Vor- und Nachteilen des Share Offers. Der wichtigste Vorteil des Share Offers für den Käufer ergibt sich aus einer im Verhältnis zum Target hohen Bewertung der Käuferaktien, die sich in dessen Marktkapitalisierung ausdrückt. Damit kann er eine hohe Prämie bezahlen und der Anteilstausch und damit die Übernahme wird für die Aktionäre eines niedriger bewerteten Targets attraktiver.155 Negativ wirkt sich die Verwendung des Share Offers auf den Kapitalmarkt aus. Aufgrund asymmetrischer Informationsverteilungen signalisiert das Käufermanagement dem Kapitalmarkt, dass es die eigene Aktie für wertvoller als Barmittel erachtet und somit den eigenen Aktienkurs für überbewertet hält.156 Franks/Harris/Titman zeigen mit ihren Untersuchungen, dass als Reaktion auf die Veröffentlichung einer mit einem Share Offer bezahlten Übernahme der Aktienkurs des Käufers normalerweise sinken wird.157 Einschränkend muss erwähnt werden, dass das Share Offer meistens nur bei steigenden Börsenkursen zur Anwendung kommt,158 da für die hohe Bewertung der Käuferaktie neben der Geschäftsentwicklung des Käufers auch ein allgemeines positives Börsenklima Voraussetzung ist. Besonders für Start-up-Unternehmen und noch nicht ertragsstarken Technologieunternehmen ist die Aktie als Akquisitionswährung vorteilhaft.159 Der Grund dafür ist, dass ihre Aktien häufig wegen der in sie gesteckten zukünftigen positiven Erwartungen seitens des Kapitalmarktes hoch bewertet sind und sie oftmals Schwierigkeiten haben günstige Kredite für ein Cash Offer zu bekommen.160 Durch den Anteilstausch sind die früheren Targetaktionäre weiterhin an ihrem alten Unternehmen über die erhaltenen Käuferaktien beteiligt161 und tragen deshalb je nach Umtauschverhältnis einen bestimmten Anteil der mit der Übernahme [...]

Bei einem festgelegten Kaufpreis von 100 Mio. € und einem Aktienkurs des Käufers i.H.v. 50 € am Verhandlungstag würde das Target vom Käufer 2 Mio. Käuferaktien erhalten und dessen Aktionäre wären dadurch nach der Übernahme mit 25% am Käufer beteiligt. Sinkt nun der Aktienkurs des Käufers auf 40 € am Umtauschtag, dann muss er 2,5 Mio. eigene Aktien abgeben und dies führt zu einer starken Veränderung der Besitzverhältnisse an seinem Unternehmen. So hält er nach der Übernahme nur noch 43,75% und das Target 31,25% der Aktien an seinem Unternehmen. Diese Verwässerung der Eigentumsverhältnisse führt dann auch zu einer Gewinnverwässerung in Form von niedrigeren Dividendenzahlungen an die Altaktionäre des Käufers,153 da sie aufgrund der zurückgegangenen Besitzanteile prozentual weniger am Jahresüberschuss des Käufers beteiligt sind.154 Möchten sie jedoch auch nach der Übernahme mit den ursprünglichen 50% am Käufer beteiligt sein, dann müssten die Altaktionäre zusätzlich 500.000 Käuferaktien an der Börse erwerben, was mit hohen Kosten verbunden wäre. Aus diesem Beispiel wird ersichtlich, dass der Käufer bei dieser Form des Umtauschverhältnisses das Risiko im Bezug auf die notwendige Anzahl der Aktien beim Share Offer und die Veränderung der Besitzverhältnisse an seinem Unternehmen nach der Übernahme alleine trägt. Eventuelle Kursrückgänge der Käuferaktie sind für die Targetaktionäre unrelevant, da sie dafür mehr Aktien bekommen und der Kaufpreis deshalb für sie unverändert bleibt. Bei Betrachtung beider Umtauschmöglichkeiten ist festzustellen, dass dem Kapitalmarkt seitens des Käufers unterschiedliche Signale bzgl. der Erwartung an seine Aktienkursentwicklung gegeben werden. Des Weiteren kann der Kaufpreis je nach Verfahrenswahl differieren, weil das Risiko bzgl. der Kaufpreishöhe und der Besitzverhältnisse am Käufer nach der Übernahme unterschiedlich verteilt ist. [...]

der weiteren Aktienkursentwicklung des Käufers im voraus fest. Die Verwendung einer fixen Anzahl von Aktien zeigt, dass der Käufer seine eigenen Aktien für überbewertet hält, denn bei sinkenden Kursen würde sich der Kaufpreis verringern, was wiederum in seinem Interesse wäre. Bei der gegenteiligen Möglichkeit bezahlt der Käufer dem Target einen festen Kaufpreis und die Zahl der dafür benötigten Aktien wird erst am Umtauschtag anhand seines aktuellen Aktienkurses festgestellt. Dies wird auch als flexibles Umtauschverhältnis mit fixiertem Gegenwert bezeichnet.151 Die Zahl der Aktien die die Targetaktionäre erhalten und die damit verbundenen Besitzansprüche beider Parteien nach der Übernahme am Käufer sind während den Verhandlungen noch nicht feststellbar, da sie nun vom aktuellen Aktienkurs des Käufers am Umtauschtag abhängen.152 Bei diesem Verfahren signalisiert der Käufer, dass er einen steigenden Aktienkurs seines Unternehmens erwartet, da er weniger eigene Aktien aufgrund seines damit sinkenden Besitzanspruchs abgeben möchte. Die Targetaktionäre gehen keinerlei Risiko bzgl. der Kaufpreishöhe ein und werden deshalb normalerweise einen etwas niedrigeren Kaufpreis als bei der Bezahlung mit fixer Aktienzahl akzeptieren. Das in Abb. 13 dargestellte Beispiel zeigt mögliche Veränderungen bzgl. der Aktienzahl und der Besitzverhältnisse am Käufer nach der Übernahme bei einem flexiblen Umtauschverhältnis mit fixiertem Gegenwert. [...]

Arbeit zitieren:
Huber, Andreas März 2002: Handlungsempfehlungen für Käuferunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Übernahmefinanzierung, Asset Deal, Share Deal, Akquisitionswährung, Barangebot

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