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Der Handel elektrischer Energie an Strombörsen

Aktuelle Fragen des Risikomanagements

Der Handel elektrischer Energie an Strombörsen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniel Meißner
  • Abgabedatum: August 1999
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 472,3 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Darmstadt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2134-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2134-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2134-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Meißner, Daniel August 1999: Der Handel elektrischer Energie an Strombörsen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Strömbörse, Stromhandel, Liberalisierung des Strommarktes, Risikomanagement, Strombörse

Diplomarbeit von Daniel Meißner

Einleitung:

Mit Inkrafttreten der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes im April 1998 wurde der deutsche Elektrizitätsmarkt in einem Schritt dereguliert. Seit diesem Termin können Industrie- und Privatkunden in Deutschland ihren Stromlieferanten selbst wählen. Die Liberalisierung der ehemals durch Gebietsmonopole geschützten Energiewirtschaft ist ein weltweiter Mit Inkrafttreten der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes im April 1998 wurde der deutsche Elektrizitätsmarkt in einem Schritt dereguliert. Seit diesem Termin können Industrie- und Privatkunden in Deutschland ihren Stromlieferanten selbst wählen. Die Liberalisierung der ehemals durch Gebietsmonopole geschützten Energiewirtschaft ist ein weltweiter Trend. Auf den deregulierten Märkten ist, zusätzlich zur Stromerzeugung und dem Stromtransport, ein neues Element der Elektrizitätswirtschaft entstanden: Der Handel mit Strom. Der freie Handel mit elektrischer Energie birgt sowohl Chancen als auch Risiken für die Marktteilnehmer, deren Planungssicherheit bezüglich Erlöse und Absatzvolumina sinkt.

Von etablierten Warenmärkten sind Organisationsformen bekannt, die einen mit geringen Transaktionskosten verbundenen, transparenten, schnellen und sicheren Handel ermöglichen. In den meisten Ländern mit liberalisiertem Elektrizitätsmarkt sind deshalb Strombörsen gegründet worden oder zumindest in Planung. In Deutschland wird z. Zt. an zwei Orten (Leipzig, Frankfurt/M.) versucht eine Strombörse zu etablieren.

Gang der Untersuchung:

Zur Einleitung der Arbeit wird die Entwicklung von Warenbörsen bis zur Entstehung von Strombörsen aufgezeigt. Dabei wird auch die Entwicklung von Strombörsen auf den liberalisierten Energiemärkten anderer Länder kurz beleuchtet.

Zentraler Inhalt ist die Beschreibung der Risiken, die beim Handel mit elektrischer Energie an Strombörsen auftreten sowie die Darstellung wie diesen begegnet werden kann. Dabei werden die spezifischen Eigenschaften der Ware Elektrizität im Vergleich zu etablierten Warenmärkten hinsichtlich des Risikomanagements sowie der Risikomessung geschildert. Abschließend werden Instrumente zum Risikomanagement an Strombörsen vorgestellt und deren spezifische Eigenschaften erläutert.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Aufbau der Arbeit 1
1.3 Begriffsdefinitionen 2
1.3.1 Risiko 2
1.3.2 Risikomanagement 3
2. Strombörsen 6
2.1 Die Entwicklung von Waren- und Warenterminbörsen 6
2.1.1 Warenbörsen 6
2.1.2 Warenterminbörsen 7
2.2 Die Liberalisierung der Elektrizitätsmärkte in Europa 9
2.2.1 Strom als Ware 9
2.2.2 Strombörsen und wettbewerblicher Stromhandel 10
2.2.3. Marktteilnehmer des wettbewerblichen Stromhandels 10
2.2.3.1 Erzeuger 11
2.2.3.2 Händler 11
2.2.3.3 Broker 12
2.2.3.4 Kunden 12
2.2.4 Durchleitungsverfahren in Deutschland 12
2.3 Struktur des zukünftigen Strommarktes 15
2.3.1 OTC- bzw. Grundlastmarkt 15
2.3.2 Spotmarkt 15
2.3.3 Stromterminmarkt 16
2.3.4 Ausgleichsmarkt 16
2.4 Konsequenzen aus der Liberalisierung der Strommärkte 17
2.4.1 Konsequenzen aus der Liberalisierung ausländischer Strommärkte 17
2.4.1.1 Kalifornien 17
2.4.1.2 Norwegen, Schweden, Finnland 18
2.4.1.3 England und Wales 19
2.4.1.4 Niederlande 19
2.4.2 Liberalisierung der Elektrizitätswirtschaft in Deutschland 19
3. Risikomanagement an Warenbörsen 24
3.1 Risikoarten des Warenspot- und Warenterminhandels 24
3.1.1 Risiken der Marktform 24
3.1.1.1 Erfüllungsrisiko und Wiedereindeckungsrisiko 25
3.1.1.2 Liquiditätsrisiko aufgrund geringer Marktreife 25
3.1.2 Marktpreisrisiken 25
3.1.2.1 Zinsrisiko 26
3.1.2.2 Währungsrisiko 26
3.1.2.3 Warenpreisrisiko 26
3.1.3 Derivate Risiken 26
3.1.3.1 Basisrisiko 26
3.1.3.2 Informationsrisiko 27
3.1.3.3 Modellrisiko 27
3.1.3.4 Liquiditätsrisiko 27
3.1.4 Sonstige Risiken 28
3.1.4.1 Operative Risiken 28
3.1.4.2 Rechtliche, bilanzielle und steuerliche Risiken 28
3.2 Marktteilnehmer der Warenterminbörse 28
3.3 Risikomessung 30
3.3.1 Handelsportfolio 30
3.3.2 Sensitivitäten 31
3.3.3 Value-at-Risk 32
3.4 Instrumente des Risikomanagements 34
3.4.1 Futures 35
3.4.1.1 Hedging mit Futures 36
3.4.1.2 Bewertung von Futures 37
3.4.2 Optionen 38
3.4.2.1 Hedging mit Optionen 40
3.4.2.2 Bewertung von Optionen 40
3.4.3 Kombinierte Instrumente 43
4. Risikomanagement an Strombörsen 45
4.1 Risikoarten des Stromhandels 45
4.1.1 Risiken der Marktform 45
4.1.2 Marktpreisrisiko 46
4.1.2.1 Volumenrisiko 47
4.1.2.2 Wetterrisiko 47
4.1.2.3 Kundenrisiko 49
4.1.2.4 Brennstoffpreisrisiko 49
4.1.3 Derivate Risiken 49
4.1.3.1 Basisrisiko 49
4.1.3.2 Modellrisiko 51
4.1.3.3 Produktionsrisiko 52
4.1.4 Sonstige Risiken 52
4.1.4.1 Technisches Risiko 52
4.1.4.2 Durchleitungsrisiko 53
4.1.4.3 Investitionsrisiko 54
4.2 Marktteilnehmer an der Stromterminbörse 54
4.3 Risikomessung im Stromhandel 55
4.3.1 Portfolio im Stromhandel 55
4.3.2 Sensitivitäten 56
4.3.3 Value-at-Risk 56
4.3.4 Marginal-Energy-Price-Risk 57
4.4 Instrumente des Risikomanagements an der Strombörse 58
4.4.1 Strom-Futures 58
4.4.1.1 Hedging mit Strom-Futures 58
4.4.1.2 Bewertung von Strom-Futures 59
4.4.2 Optionen auf Strom-Futures 61
4.4.2.1 Hedging mit Optionen auf Strom-Futures 61
4.4.2.2 Bewertung von Optionen auf Strom-Futures 62
4.4.3 Kombinierte Instrumente im Stromhandel 63
4.6 Außerbörsliche Instrumente des Risikomanagements im Stromhandel 64
4.7 Anwendung von Risikomanagementinstrumenten im Stromhandel 66
5. Fazit 70
Quellenverzeichnis VII

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als einen Perfect Hedge bezeichnet man einen Hedge bei dem sich die Gewinne und Verluste auf den einzelnen Positionen vollständig kompensieren. Infolge der Standardisierung der Future-Kontrakte an Börsen bezüglich Laufzeit, Fälligkeitsdatum, Qualität und Liefermodalitäten ist ein Perfect Hedge für ein physisches Geschäft schwer zu erzielen.168 3.4.1.2 Bewertung von Futures Die Preisbildung von Futures basiert auf dem Arbitrage-Konzept: Zwei im Gewinn- und Verlustverhalten gleiche Instrumente müssen auch gleich teuer sein. Der Preisunterschied zwischen dem sofortigen Kauf des Underlyings und dem darauf basierenden Future beruht auf der Zeitdifferenz. Um die beiden Instrumente vergleichen zu können, muß demnach der Zeitunterschied diskontiert werden.169 Entscheidend für die Bewertung eines Futures ist daher der aktuelle Spotpreis des zugrundeliegenden Basisgutes (Underlying). Die Differenz zwischen dem Preis des Futures und dem Spotpreis des Basisgutes bezeichnet man als Basis (Kapitel 3.1.3.1). Die Höhe der Basis und das Vorzeichen hängen von den Haltekosten (Cost-of-Carry) bei physischem Erwerb des Basisgutes ab. Bei Commodity-Futures haben die Haltekosten des Underlyings den größten Einfluß auf die Vorzeichen und die Höhe der Basis.170 Wichtige Komponenten der Haltekosten sind:171 [...]

Der Short-Hedge besteht aus dem Verkauf eines oder mehrerer Future-Kontrakte gegen eine bestehende Kassa-(Long)-Position, also dem Besitz von Waren. Er stellt eine Absicherung gegen fallende Kurse dar und wird zur Sicherung des zukünftigen Verkaufspreises eingesetzt. Der Long-Hedge dagegen besteht aus dem Kauf eines oder mehrerer Future-Kontrakte gegen eine Kassa-(Short)-Position, also für einen zukünftig geplanten Kauf. Er stellt eine Absicherung gegen steigende Kurse dar und wird zur Sicherung des zukünftigen Einkaufspreises eingesetzt. Das Einnehmen solcher Gegenpositionen am Markt birgt nicht nur Vorteile, denn es wird nicht nur das Preisrisiko gehedgt, sondern auch Chancen, die sich aus einer Veränderung des Spotmarktpreises ergeben würden (günstigerer Einkaufskurs oder höherer [...]

Wertverlust ist der entsprechende Betrag auf das Margin Account einzuzahlen. Die Gegenpartei hat das Recht, den Betrag als Gewinn dem Konto zu entnehmen. Kann eine Partei ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, so wird der Kontrakt durch die Clearingstelle liquidiert.163 Um zu verhindern, daß beide Parteien täglich Zahlungen leisten müssen, sind die Vertragspartner beim Abschluß des Geschäfts mit der Clearingstelle zu einer bestimmten Sicherheitsleistung verpflichtet, der sogenannten Initial Margin. Eventuell auftretende Verluste werden mit dem Kontostand verrechnet, fällt dieser unter eine bestimmte Höhe, so besteht die Verpflichtung zum Nachschuß.164 Die Clearingstelle garantiert mit dem Margin System die Vertragserfüllung, d.h. sie eliminiert das Erfüllungsrisiko, das bei bilateralen Verträgen immer eine Gefahr darstellt.165 Das in Kapitel 3.1.3.4 beschriebene Liquiditätsrisiko für die Vertragsparteien entsteht allerdings neu. 3.4.1.1 Hedging mit Futures Die Absicherung einer offenen Position mit Future-Kontrakten bezeichnet man als Hedging mit Futures. Die Grundidee eines Hedges ist es, zu einer bestehenden KassaPosition eine Gegenposition am Futures-Markt aufzubauen. Man unterscheidet zwei Grundtypen von Hedges:166 [...]

Arbeit zitieren:
Meißner, Daniel August 1999: Der Handel elektrischer Energie an Strombörsen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Strömbörse, Stromhandel, Liberalisierung des Strommarktes, Risikomanagement, Strombörse

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