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Handel von Elektrizität an Spot- und Terminmärkten

Handel von Elektrizität an Spot- und Terminmärkten
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jens Jürgen Schwarz
  • Abgabedatum: Januar 2000
  • Umfang: 98 Seiten
  • Dateigröße: 907,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2261-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2261-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2261-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schwarz, Jens Jürgen Januar 2000: Handel von Elektrizität an Spot- und Terminmärkten, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Liberalisierung, Stromhandel, Risikomanagement, Strombörse, Elektrizitätsderivate

Diplomarbeit von Jens Jürgen Schwarz

Einleitung:

Mit der Liberalisierung des Elektrizitätsmarktes in Deutschland wurde auch für Elektrizität das Grundprinzip der Marktwirtschaft, der Wettbewerb, zur bestimmenden Maxime. Es entwickelten und entwickeln sich ständig neue, verschiedenartigste Handelsformen bis hin zur Einrichtung institutionalisierter Strombörsen. Die vorliegende Diplomarbeit soll dem Leser einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen am liberalisierten deutschen Strommarkt mit dem Focus Stromhandel vermitteln.

Gang der Untersuchung:

In Kapitel 2 wird zunächst auf die Besonderheiten der Handelsware Strom eingegangen.

Kapitel 3 beschreibt den Liberalisierungsprozess in Deutschland. Mit dem Energiewirtschaftsgesetz wird die EU-Binnenmarktrichtlinie Elektrizität in nationales Recht umgesetzt. Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen Durchleitung und Netzbetrieb gesetzlich geregelt sind, sollen diese in Deutschland auf "freiwilliger" Basis durch die Verbändevereinbarung und den Grid Code sichergestellt werden.

In Kapitel 4 wird eine Einteilung von Stromhandelsgeschäfte und Stromhandels-märkten nach verschiedenen Kriterien vorgenommen.

Kapitel 5 behandelt die Preisbildung am Strommarkt. Aufgrund der Homogenität des Handelsgutes Elektrizität ist der Preis der dominierende Faktor im Wettbewerb.

In Kapitel 6 werden die an Strommärkten im Ausland am meisten verwendeten Elektrizitätsderivate vorgestellt. Besondere Bedeutung kommt dabei der Erläuterung der Anwendungsmöglichkeiten dieser zu.

Kapitel 7 beschreibt die wichtigsten Strompreis-Indizes in Europa. Diese haben als Hauptziel, im Elektrizitätsmarkt eine nur unzureichende Preistransparenz zu verbessern. Außerdem können Strompreis-Indizes Referenzpreise für Handelsgeschäfte liefern.

In Kapitel 8 schließlich wird der Handel an Strombörsen beschrieben. Zunächst wird die Bedeutung des Börsenhandels erörtert. Danach wird schwerpunktmäßig auf die Struktur und Organisation von (Strom-)Börsen eingegangen. Anschließend werden die zwei wichtigsten, für den Aufbau einer deutschen Strombörse oft als Vorbild betrachteten, bereits existierenden Börsen in Skandinavien und den Niederlanden, vorgestellt. Schließlich wird auf das Projekt zum Aufbau einer Strombörse in Deutschland eingegangen. Dabei werden die beiden konkurrierenden Initiativen zum Aufbau von Handelsplätzen in Frankfurt/Main und Leipzig beschrieben.

Kapitel 9 beschreibt das Risikomanagement in EVU. Den in liberalisierten Märkten neu entstehenden erheblichen Chancen zur Kostensenkung stehen viele Risiken gegenüber. Deshalb müssen EVU, die am Stromhandel teilnehmen, eine solide Risiko-management-Strategie entwickeln.

In Kapitel 10 wird ein praktischer Anwendungsfall des Stromhandels beschrieben. Er verdeutlicht, dass auch Unternehmen, wie z.B. Kraftwerksbetreiber, die langfristige Lieferverträge abgeschlossen haben, durch die Teilnahme am Stromhandel nahezu risikofrei erhebliche Kostenvorteile erzielen können.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT I
ABBILDUNGSVERZEICHNIS II
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS III
INHALTSVERZEICHNIS IV
1. Einleitung 1
2. Die Besonderheiten der Ware Strom als Handelsobjekt 3
3. Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland 4
3.1. EU-Binnenmarktrichtlinie 5
3.2. Deutsche Energierechtsreform 5
3.2.1 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) 6
3.2.2 Verbändevereinbarung 8
3.2.3 Grid Code (Netz- und Systemregeln) 12
4. Stromhandelsgeschäfte und Stromhandelsmärkte 14
4.1. Arten von Stromhandelsgeschäften 14
4.1.1 Physische Geschäfte 14
4.1.2 Finanzgeschäfte 14
4.2. Arten von Stromhandelsmärkten 15
4.2.1 OTC-Market (bilateraler Markt) 15
4.2.2 Day-ahead-Market (Tages- oder Spotmarkt) 17
4.2.3 Hour-Ahead-Market (untertägiger Markt) 17
4.2.4 Balancing Market (Regelungsmarkt) 18
4.2.5 Settlement oder Imbalance Market (Abweichungsmarkt) 19
4.2.6 Futures Market (Terminmarkt) 20
5. Preisbildung am Strommarkt (Spotmarkt) 21
5.1. Der Angebotspreis am Spotmarkt 21
5.2. Der Nachfragepreis am Spotmarkt 23
5.3. Spotpreismodelle 24
6. Elektrizitätsderivate (Arten, Anwendung und Bewertung) 25
6.1. Forwards/Futures 26
6.2. Optionen 28
6.3. Swaps 31
6.4. Caps und Floors 32
7. Strompreis-Indizes in Europa 32
7.1. Swiss Electricity Price Index (SWEP) 33
7.2. Central European Power Index (CEPI) 34
7.3. Dow Jones Nordic Power Indexes 36
7.4. VIK Index 37
8. Strombörsen 38
8.1. Bedeutung des Börsenhandels 39
8.1.1 Preistransparenz 39
8.1.2 Transaktionssicherheit 40
8.1.3 Anonymität der Marktteilnehmer 40
8.2. Struktur und Organisation einer Strom- und Stromterminbörse 41
8.2.1 Börsenträger, Börsenrat, Börsenaufsicht 41
8.2.2 Börsenordnung, Geschäftsführung 43
8.2.3 Marktteilnehmer, zugelassene Unternehmen 43
8.2.4 Handelssysteme und Preisbildung 44
8.2.5 Clearing 46
8.3. Strombörsen weltweit 50
8.3.1 Nord Pool (Skandinavien) 50
8.3.2 APX (Amsterdam) 54
8.3.3 Weitere Strombörsen 56
8.4. Projekt Deutsche Strombörse 56
8.4.1 Gründung einer Strombörse EEX in Frankfurt 58
8.4.2 Gründung einer Strombörse LPX in Leipzig 60
8.5. NetStrom als Alternative zu Strombörsen 61
9. Risikomanagement in EVU 63
9.1. Risikoidentifikation 64
9.2. Risikoanalyse und -messung 65
9.3. Risikobegrenzung und Risikosteuerung 66
9.4. Value at Risk als Instrument der Risikomessung 69
9.4.1 Varianz/Kovarianz-Ansatz 71
9.4.2 Historische Simulation 71
9.4.3 Monte-Carlo-Simulation 73
10. Fall: Spotmärkte u. optimale Fahrweise von Kraftwerken 74
11. Ausblick 79
LITERATURVERZEICHNIS 80

Automatisiert erstellter Textauszug:

Anfang des 14. Jahrhunderts entstand im Hause einer Patrizierfamilie in der flämischen Stadt Brügge ein regelmäßiger Treffpunkt für internationale Handelsund Warenaustauschgeschäfte. Da die Familie aufgrund ihres Reichtums - das niederländische Wort für Geldbeutel ist „Beurs“ - „van der Beurse“ genannt wurde, erhielt fortan deren Haus den Namen „Beurse“. Diesem Beispiel folgend entstanden auch an anderen großen Handelspunkten institutionalisierte Handelsplätze, Börsen genannt.82 Der Name Börse kann jedoch aufgrund der zunehmenden Internationalisierung und der Fortschreitung der Elektronisierung des Börsenhandels nicht mehr nur als räumliches Zusammentreffen von Händlern bezeichnet werden.83 Für die Ware Elektrizität wurde erst sehr spät, nämlich Anfang der neunziger Jahre damit begonnen, Strombörsen zu schaffen, was hauptsächlich auf die physikalischen Besonderheiten des Stroms zurückzuführen ist. Erst im Jahre 1993 ging aus dem aus Stromerzeugern bestehenden norwegischen Power Pool die norwegische Strombörse Nord Pool ASA hervor. [...]

Der Index wurde von Dow Jones, Preussen Elektra und anderen Marktteilnehmern (Atel, MVV, Enron, Eastern, BKW FMB, TRAEDON, ELSAM, ELECTRALABEL, Stadtwerke Hannover AG, VASA Energy) entwickelt. CEPI besteht aus vier verschiedenen Einzelindizes, die sich durch den Zeitpunkt/Zeitraum der Lieferung und die Art der Lieferung (base = Grundlast oder peak = Spitzenlast) unterscheiden.78 Der Index wird täglich berechnet, indem die für den Folgetag bzw. für die Folgewoche getätigten Geschäfte (Preise und Mengen) bis 14:00 Uhr an Dow Jones gemeldet. Dow Jones berechnet aus den gelieferten Werten „die Indizes als mengengewichtete Mittelwerte der jeweiligen Geschäfte und veröffentlicht diese (...) regelmäßig um 15:00 Uhr im Rahmen seines [...]

Aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs auf dem europäischen Strommarkt haben sich die beiden traditionellen schweizerischen Konkurrenten Atel und EGL dazu entschieden, in Zusammenarbeit mit Dow Jones den SWEP zu veröffentlichen.72 Der SWEP wird seit dem 10. März 1998 täglich, ausschließlich für Werktage ohne gesetzliche Feiertage, unter anderem im Internet73, veröffentlicht und zeigt die Preise im kurzfristigen schweizerisch-europäischen Strom-Spothandel. Die Preise des SWEP sind reine Handelspreise, d.h. sie sind nicht mit Konsumenten- bzw. Endkundenpreisen vergleichbar, da keine Kosten für Durchleitung, Transformation auf niedrigere Spannungsstufen und sonstige Systemdienstleistungen enthalten sind. In kurzfristigen Spotgeschäften, die ausschließlich auf den beiden Höchstspannungsebenen 220 oder 380 kV stattfinden, werden in der Regel physische Lieferungen in einem Stundenraster für den kommenden Tag vereinbart. Da eine objektive Preisbildung ausreichend Liquidität am Markt voraussetzt, wird er SWEP für die besonders aussagekräftige Mittagsstunde von 11.00 – 12.00 Uhr berechnet.74 Dies geschieht dadurch, dass die Einheitspreise jeder Stunde auf die festgelegte Referenzstunde mit einer entsprechenden Formel von Dow Jones transformiert werden.75 „Atel und EGL erfassen die getätigten Geschäfte nach Menge und Preis und geben sie bis 18.00 Uhr des entsprechenden Werktages Dow Jones bekannt.“76 Inzwischen haben sich zu Atel und EGL zusätzliche Partner gesellt, deren Geschäfte in die Indexberechnung einfließen. Von den deutschen EVU liefern Preussen Elektra und MVV Mannheim zur Berechnung des SWEP Daten an Dow Jones. [...]

Arbeit zitieren:
Schwarz, Jens Jürgen Januar 2000: Handel von Elektrizität an Spot- und Terminmärkten, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Liberalisierung, Stromhandel, Risikomanagement, Strombörse, Elektrizitätsderivate

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