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Hässlichkeit in der Werbung

Wie man Hässlichkeit in Werbungen richtig einsetzt und mögliche negative Folgen vermeidet

Die Diplomarbeit wurde 2003 von der Fachhochschule Wien ausgezeichnet.
Hässlichkeit in der Werbung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Barbara Sutrich
  • Abgabedatum: April 2003
  • Umfang: 113 Seiten
  • Dateigröße: 6,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschul-Studiengänge Finanz-, Rechnungs- & Steuerwesen Marketing & Sales Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7859-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7859-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7859-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Diplomarbeit wurde 2003 von der Fachhochschule Wien ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Sutrich, Barbara April 2003: Hässlichkeit in der Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Marketing, Aufmerksamkeit, Schönheit, Wahrnehmung, Reiz

Diplomarbeit von Barbara Sutrich

Einleitung:

Diese Arbeit informiert über die Werbeform Hässlichkeit, insbesondere über die potenziellen Einsatzmöglichkeiten und Gefahren, die dadurch entstehen können, und kann somit als Nachschlagewerk für Werbeagenturen und Unternehmen fungieren. Die klare Darstellung der Komponenten, Zusammenhänge und möglichen weitreichenden positiven und negativen Wirkungen der Werbung mit Hässlichkeit soll mit dazu beitragen, mögliche Werbefehlentscheidungen zu vermeiden.

Diese Diplomarbeit beleuchtet die Hintergründe, die dazu führten, Werbung mit Hässlichkeit einzusetzen, bringt eine Beispielsammlung von internationalen sowie österreichischen Anzeigen, TV-Spots und Plakaten, erläutert die möglichen Gefahren und Probleme, die auftreten können, gibt Tipps zur gezielten praktischen Anwendung und kommentiert anhand einer aktuellen in Österreichlaufenden Werbekampagne wichtige Punkte, die beim Kreieren von Werbungen überlegt werdensollten, um Hässlichkeit zielgerecht einzusetzen.

Die Arbeit trifft die Aussage, dass Werbung, die Hässlichkeit dazu benutzt, erhöhte Aktivierung beim Konsumenten und dadurch gesteigerte Markenbekanntheit und höhere Kaufhäufigkeit zu erzielen, nur bedingt eingesetzt werden kann. Die Autorin vertritt die Meinung, dass es menschlichen Individuen nur bis zu einem gewissen – allenfalls nicht näher definierbaren, doch existenten – Grad möglich ist, sich hässlichen Erscheinungsformen zuzuwenden. Kommt es zur Überschreitung dieses annähernd feststellbaren Levels, sind laut Ansicht der Autorin Personen nicht mehr imstande, sich dieser Reizquelle auszusetzen. Diese Schwelle divergiert von Person zu Person und von Land zu Land und ist jene Obergrenze, deren Überschreiten die Aufnahme von Reizen, sei es aufgrund von Abwehrreaktionen, Abkehrung von der Reizquelle oder durch ihr implementierte negative Reaktionen, unmöglich macht.

Für die Autorin ist Werbung mit Hässlichkeit nur für bestimmte Produktgruppen von Vorteil. Sie behauptet, dass spezifische Erzeugnisse für den Einsatzhässlicher Werbung nicht geeignet sind und falscher Einsatz von Hässlichkeit in der Werbung weitreichende negative Folgen für das werbende Unternehmen nach sich ziehen kann. Die Autorin vertritt den Standpunkt, dass Werbung, die versucht, mit Hilfe von hässlichen Bildelementen die Aufmerksamkeit des Konsumenten auf sich zu ziehen, aufgrund des Informationsüberflusses in den nächsten Jahren in Österreich größere Bedeutung erlangen wird.

Gang der Untersuchung:

Nach der Definition der Begriffe „Werbung“, „Aufmerksamkeit“ und „Hässlichkeit“ zeigt die Autorin eine Fülle von nationalen und internationalen Werbebeispielen, in denen versucht wurde, die Aufmerksamkeit des Konsumenten mit dem Einsatz von Hässlichkeit auf sich zu ziehen. Anschließend listet die Autorin mögliche positive und negative Konsumentenreaktionen und daraus resultierende Folgen, die sich durch hässliche Werbung ergeben können, auf und erteilt schlussfolgernd Ratschläge zur gezielten Anwendung hässlicher Bildelemente in der Werbung.

Als Abschluss dokumentiert die Autorin eine ihrer Meinung nach gelungene hässliche Werbung und zeigt dem Leser anhand dieser die praktische Umsetzung der zuvor erörterten Empfehlungen. Die möglichen Gefahren und Probleme durch Werbung mit Hässlichkeit wie auch die Ratschläge zur praktischen Implementierung stützen sich zum einen auf literarische Grundlagen und zum anderen auf durchgeführte Interviews mit Experten aus der Werbebranche (Kreative diverser Werbeagenturen) sowie Experten aus der Psychologie (Psychologen, Werbepsychologen). Die Experten wurden gebeten, ihre Meinung und Erfahrung zu Aktivierung durch Hässlichkeit zuäußern sowie Anregungen für den richtigen Einsatz dieser Art der Werbung zu vermitteln.

Aufbau der Arbeit:

Das erste Kapitel gibt einen Einblick in die Problemstellung, die daraus abgeleitete Zielsetzung Das erste Kapitel gibt einen Einblick in die Problemstellung, die daraus abgeleitete Zielsetzung sowie die Forschungsfragestellung dieser Arbeit. Das zweite Kapitel der Diplomarbeit befasst sich mit der Definition des Werbebegriffes, zählt kurz alle relevanten Werbemittel und Werbeträger auf und gibt einen Überblick über den Zustand des internationalen sowie des österreichischen Werbemarktes.

Das dritte Kapitel über aktivierende Prozesse erläutert die Gründe für Reizüberflutung und die daraus resultierende aggressivere Art, die Aufmerksamkeit des Konsumenten zu erhaschen. Im vierten Kapitel lernt der Leser die philosophische Definition des Hässlichkeitsbegriffes kennen und sieht internationale wie auch österreichische Werbesujets, in denen Hässlichkeit als Aufmerksamkeitsfaktor fungiert.

Der empirische Teil der Arbeit in Kapitel fünf zeigt die Methodik der Befragung sowie die Auswertung der Expertengespräche, beantwortet die Forschungsfragen basierend auf den theoretischen Grundlagen und den Ergebnissen der Expertengespräche, gibt Hinweise zur praktischen Anwendung und erörtert die zielgerichtete Implementierung dieser Ratschläge anhand einer aktuellen in Österreich laufenden Werbekampagne. Im Anhang befindet sich der Interviewerleitfaden, der zur Durchführung der Expertengespräche verwendet wurde.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Methodik 3
1.4 Aufbau der Arbeit 4
2. Werbung 6
2.1 Definition des Werbebegriffes 6
2.2 Funktion der Werbung 7
2.3 Erscheinungsformen der Werbung 8
2.4 Werbeträger 10
2.5 Werbemittel 10
2.6 Der Werbemarkt in Zahlen 11
2.6.1 Der internationale Werbemarkt 11
2.6.2 Der österreichische Werbemarkt 13
3. Aufmerksamkeitserregung 17
3.1 Wahrnehmung und Aufmerksamkeit 17
3.2 Aktivierende Prozesse 19
3.3 Die AIDA-Formel 20
3.4 Die drei Arten der Reizwirkung 20
3.5 Die Lambda-Hypothese 22
3.6 Imagery-Wirkung von Bildern 23
3.7 Aktivierungstechniken 25
3.8 Reizüberflutung 27
3.9 Neue Werbewege zur Aufmerksamkeitserregung 29
4. Hässlichkeit 33
4.1 Hässlichkeit als Gegenteil von Schönheit 33
4.2 Definition der Hässlichkeit 37
4.3 Eignung hässlicher Bilder als Aufmerksamkeitserreger in der Werbung 41
4.4 Hässlichkeit in der Werbung - eine Beispielsammlung 45
4.4.1 Deathbed 45
4.4.2 Tough Clothes 46
4.4.3 No Brains 47
4.4.4 Dog Licence 49
4.4.5 Skin Care 50
4.4.6 Low-life 51
4.4.7 Spoilt Bitches 52
4.4.8 Rwanda-Burundi/Russia-Chechenya/Indonesia-Timor 53
4.4.9 What is Life? 55
4.4.10 Passfoto-Galerie 56
4.4.11 Food for Life 58
4.4.12 Keep smiling 59
4.4.13 Eheleben 60
4.4.14 Don't drink & drive 61
5. Empirischer Teil
5.1 Methodik 63
5.2 Auswertung der Expertengespräche 66
5.3 Beantwortung der Forschungsfragestellung und Konklusion 87
5.3.1 Annahme 1 88
5.3.2 Annahme 2 88
5.3.3 Annahme 3 89
5.3.4 Annahme 4 89
5.3.5 Konklusion 90
5.4 Fallstudie „Drink + Drive = Death“ 91
5.4.1 Auswahlkriterien 92
5.4.2 Problemstellung 92
5.4.3 Auftraggeber und ausführende Agentur 93
5.4.4 Zielgruppe 93
5.4.5 Kommunikationsziele 93
5.4.6 Kreative Implementierung 93
5.4.7 Handlung und bildhafte Darstellung 94
5.4.8 Analyse 96
Literaturverzeichnis 99

Automatisiert erstellter Textauszug:

und ein hervorstehendes Kinn als die wichtigsten Indikatoren dafür ansieht, ob eine Frau eher als schön oder vorwiegend als hässlich einzustufen ist. Bei den Männern definiert Schopenhauer das Alter zwischen dreißig und fünfunddreißig als das geeignetste, und zwar aus dem Grund, weil die Zeugungskraft des männlichen Geschlechts während dieser Jahre am größten ist. Weiters sind breite Schultern, schmale Hüften, gerade Beine, Muskelkraft und Bartwuchs die Hauptkriterien, um beim weiblichen Geschlecht Anklang zu finden. Schopenhauer spricht von diesen Einflussfaktoren als den von Mann und Frau vor allem als instinktiv wahrgenommenen, da Frauen gesunde Kinder zur Welt bringen und ihre Schönheit an das Ungeborene weitergeben sollen und Männer ihre Familie ernähren und beschützen müssen. Obwohl man in der heutigen Zeit gewisse Korrekturen, wie Verschiebung der Altersgrenze nach oben, vornehmen kann, so haben nach Meinung der Autorin [...]

Definitionen an, wenn er sich auf die menschliche Evolutionspsychologie stützt und fünf Kriterien festlegt, die seiner Ansicht nach Mindestanforderungen an Frauen darstellen, um beim männlichen Geschlecht als schön zu gelten: Jugend, Gesundheit, ein gut gewachsenes Skelett, die Fülle des Fleisches und ein schönes Gesicht. Nach Meinung Schopenhauers liege das ideale Alter einer Frau, um von Männern anziehend gefunden zu werden, zwischen achtzehn und achtundzwanzig, wobei er den biologischen Menstruationszyklus der Frau als wesentliches Kriterium nennt. Zum Thema Gesundheit schreibt Schopenhauer, dass chronische Krankheiten abstoßend wirken – allein aufgrund der Tatsache, dass diese sich auf das Ungeborene übertragen könnten. Einen gut gewachsenen Knochenbau sieht Schopenhauer als die Grundlage des Gattungstypus und zählt Missverhältnisse des Skeletts, wie verkürzte und gestauchte Verformtheiten, zu irreparablen, abstoßenden Mängeln. Das vierte Kriterium, das eine Frau erfüllen muss, um instinktiv die Blicke vieler Männer auf sich zu ziehen, ist, dass sie weder zu dürr und ausgemergelt ist noch eine zu üppige Leibesfülle aufweist. Große Magerkeit sind ein Indikator dafür, dass auch der Fötus im Mutterleib zu wenig Nahrung bekommt, und übermäßig dicke Frauen weisen eine höhere Unfruchtbarkeitsrate auf. Das fünfte und letzte Schönheitsattribut ist ein schönes Gesicht, wobei [...]

wesentlichen Erfolgsfaktor für eine höhere Aufmerksamkeitserregung und stellen die Behauptung auf, dass die Kreativität in der Werbung mehr zum Erfolg einer Werbekampagne beitragen kann als die Höhe des Werbebudgets. Die beiden Marketingexperten meinen, dass jede Werbebotschaft nur dann absatzfördernd wirken kann, wenn sie aufgrund einer gelungenen kreativen Gestaltung Beachtung findet, und halten die Wirkung einer Werbebotschaft nicht nur für davon abhängig, was sie beinhaltet, sondern auch davon, wie sie gestaltet ist. Die Gestaltung der Werbung kann in Produktfeldern, in denen alle Marken ähnlich sind, wie Waschmittel, Zigaretten, Bier und Kaffee, entscheidend für den Erfolg des Produktes sein. Kotler/Bliemel vermuten, dass emotionale Werbung aufgrund der heutigen Informationsflut in den meisten Produktmärkten tendenziell effektiver ist als rein rationale Werbebotschaften, die konkrete Produkteigenschaften oder bestimmte Produktnutzen in den Vordergrund stellen. Kotler/Bliemel nennen formale Gestaltungselemente, wie Größe, Farbgebung und bildliche Darstellung, als wesentliche Einflussgrößen für den Werbeerfolg und behaupten, dass z. B. großformatige Anzeigen stärkere Beachtung finden als kleinformatige, vierfarbige höhere Aufmerksamkeit erzielen als Schwarzweißabbildungen und halten vor allem Bilder für das wichtigste Gestaltungselement einer Anzeige. Fundiertere Untersuchungen der Werbebranche zu Anzeigen, die überdurchschnittliche Beachtungs- und Erinnerungswerte erzielten, ergaben tendenziell Folgendes: Neuheit (neues Produkt oder neue Verwendung), „story appeal“ (ansprechende Geschichte, die Aufmerksamkeit weckt), Illustration von „vorher und nachher“, Anwendungsdemonstration, Darstellung einer Problemlösung sowie Einsatz von Symbolfiguren, die als personifizierte Repräsentanten der [...]

Arbeit zitieren:
Sutrich, Barbara April 2003: Hässlichkeit in der Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Marketing, Aufmerksamkeit, Schönheit, Wahrnehmung, Reiz

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