Gruppendiskussionen mit Mitarbeiterteams aus Kontakt- und Beratungsstellen zur subjektiven Sicht auf die Psychopharmakatherapie
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Anja Dömeland-Dunst
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 134 Seiten
- Dateigröße: 7,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5576-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5576-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5576-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dömeland-Dunst, Anja Mai 2001: Gruppendiskussionen mit Mitarbeiterteams aus Kontakt- und Beratungsstellen zur subjektiven Sicht auf die Psychopharmakatherapie, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Neuroleptika, Diskursbeschreibungen, Psychopharmaka, Psychosoziale Versorgung, Schizophrenie
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Diplomarbeit von Anja Dömeland-Dunst
Einleitung:
Die Idee zu der vorliegenden Diplomarbeit entstand während meines Praktikums in einer Einrichtung der psychosozialen Versorgung, da ich während der praktischen Tätigkeit den Eindruck gewann, dass Fragen zur Psychopharmakotherapie im Kontakt zu den Besuchern/Klienten/Patienten zwar häufig Thema waren, jedoch in den Teams selbst hierzu keine explizite Diskussion stattfindet und sporadisch geäußerte Meinungen zudem je nach Situation und Person schwankten.
Als ein Ergebnis meiner eigenen Praxiserfahrungen und Forschungsarbeit kann vorwegnehmend angemerkt werden, dass die Teams im Arbeitsalltag tatsächlich wiederholt mit den (Aus-)Wirkungen der Psychopharmakotherapie durch die Besucher der Einrichtung konfrontiert werden, sei es dass Besucher beispielsweise unter Nebenwirkungen leiden und darüber klagen, sei es dass die Teams mit psychotischem Verhalten konfrontiert werden, wenn Besucher ihre Medikamente absetzen. In den Teams stoßen Psychopharmaka auf eher wenig Gegenliebe und stellen die (zumindest) als ambivalent empfundene medizinische Seite der Versorgung chronisch psychisch kranker Menschen dar. Ambivalenz in der eigenen Haltung zur Psychopharmakotherapie im Arbeitsalltag wird bei den Teams dann deutlich, wenn zwar einerseits starke Sedierung und (als negativ erlebte) Persönlichkeitsveränderungen von Klienten auf Psychopharmaka attribuiert werden, andererseits jedoch das Absetzen der Medikamente durch Klienten – das ja etwaig gerade wegen dieser Beeinträchtigungen erfolgt -– kritisiert und abgelehnt wird, wenn dadurch die Arbeitsabläufe in der Einrichtung durch psychotische Verhaltensweisen zu stark beeinträchtigt werden.
Gang der Untersuchung:
Die Diplomarbeit ist in vier Teile gegliedert.
Im Theorieteil befasse ich mich mit Aspekten der Psychopharmakotherapie – schwerpunktmäßig der neuroleptischen Therapie –, wobei es um Fragen der Wirkweise der Medikamente, der Compliance und der Teilhabe von Betroffenen an der Behandlung geht.
Im Methodenteil begründe ich die Wahl der Methode, stelle mein Vorgehen dar und diskutiere u. a. auch Gütekriterien. Die Datenerhebung für den empirischen Teil der Arbeit erfolgte über Gruppendiskussionen, die ich anhand eines groben thematischen Leitfadens moderiert, auf Tonband aufgezeichnet und nach der Transkription im Rahmen einer rekonstruktiven Methodologie über die dokumentarische Methode ausgewertet hatte.
Die Ergebnisse werden einerseits über die Diskursbeschreibungen für beide Teams nebst Komparation der Diskursbeschreibungen dargestellt; zum anderen stelle ich auch Ergebnisse zu Einzelthemen dar, wobei ich die Anschaulichkeit der recht umfangreichen Ergebnisdarstellungen über die Anführung von Zitaten und Belegen aus den Originaltranskripten hergestellt habe.
Die abschließenden Diskussion nimmt u. a. einen Rückbezug der Ergebnisse auf den theoretischen Teil vor.
Ich hoffe, dass meine Arbeit einen Beitrag leisten kann, dass die mit Psychopharmaka in der einen oder anderen Form befassten professionellen Helfer (erneut) über ihre eigene Haltung und ihren Umgang mit Medikamenten nachdenken, was dann ggf. neugierig auf die Erfahrungen und Sichtweisen von Kollegen und von betroffenen Patienten und Klienten macht und den Austausch zu der Thematik voranbringen und fördern kann.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Einführung | 2 |
| B. | Theoretischer Teil | 3 |
| B.I | Einige Vorstellungen zu (schizophrenen) Psychosen | 3 |
| B.II | Grundzüge der neuroleptischen Behandlung | 6 |
| B.II.1 | Einführung | 6 |
| B.II.2 | Einsatzgebiet und Wirkweise von Neuroleptika | 7 |
| B.II.3 | Nebenwirkungen neuroleptischer Medikamente | 8 |
| B.II.4 | Neuroleptika in der Langzeitbehandlung | 9 |
| B.II.5 | Neuroleptische Medikation aus der Sicht der Patienten | 11 |
| B.II.6 | Bewertung und Kritik der neuroleptischen Therapie | 12 |
| B.II.7 | Fazit | 15 |
| B.III | (Non-)Compliance mit der Psychopharmakotherapie | 15 |
| B.III.1 | Definitionsversuche von (Non-)Compliance | 16 |
| B.III.2 | Diagnose und Messung von Compliance | 18 |
| B.III.3 | Einflussfaktoren auf die Compliance | 19 |
| B.III.4 | Maßnahmen zur Erhöhung der Compliance | 22 |
| B.III.5 | Kritische Sicht auf Compliance | 25 |
| B.III.6 | Fazit | 27 |
| B.IV | Neue Modelle zum Umgang zwischen Mitarbeitern im Gesundheitsbereich und Nutzern am Beispiel der Arzt-Patient-Beziehung | 28 |
| B.IV.1 | Einführung | 28 |
| B.IV.2 | Aufklärung und Information | 29 |
| B.IV.3 | Neue Modelle zur Arzt-Patient-Interaktion | 32 |
| B.IV.4 | Fazit | 37 |
| C. | Methodischer Teil | 39 |
| C.I | Die Datenerhebung über Gruppendiskussionen | 39 |
| C.I.1 | Theoretische Grundlagen des Gruppendiskussionsverfahrens | 40 |
| C.I.1.a | Einführung | 40 |
| C.I.1.b | Vor- und Nachteile des Verfahrens | 42 |
| C.I.1.c | Beispiele für theoretische Fundierungsversuche: Die Arbeiten des Instituts für Sozialforschung und die Konzeptionen von Nießen und Mangold | 43 |
| C.I.1.d | Der Ansatz der dokumentarischen Methode | 45 |
| C.I.2 | Konzeption und praktische Durchführung der Gruppendiskussionen | 46 |
| C.I.2.a | Die Stichprobe | 46 |
| C.I.2.b | Der Diskussionsleitfaden | 49 |
| C.I.2.c | Der Grundreiz, die thematische Lenkung und die Rolle als Diskussionsleiterin | 50 |
| C.I.2.d | Weitere Anmerkungen zur praktischen Durchführung der Diskussionen | 52 |
| C.II | Die Datenauswertung | 54 |
| C.II.1 | Zur Transkription | 54 |
| C.II.2 | Grundlagen der Datenauswertung | 55 |
| C.II.2.a | Grounded Theory | 56 |
| C.II.2.b | Interpretation nach der dokumentarischen Methode | 57 |
| C.III | Bewertung der Methodik und des Forschungsprozesses/Gütekriterien | 65 |
| D. | Die Ergebnisse | 66 |
| D.I | Diskursbeschreibungen | 66 |
| D.I.1 | Diskursbeschreibung für das Team D | 66 |
| D.I.2 | Diskursbeschreibung für das Team L | 74 |
| D.I.3 | Komparation der Diskurse | 81 |
| D.II | Einzelthemen | 97 |
| D.II.1 | Subjektive Sicht der Teams auf Psychopharmaka | 85 |
| D.II.2 | Umgang mit Klienten, die Medikamente absetzen und/oder psychotisch werden | 88 |
| D.II.3 | Subjektive Sicht auf die medikationsbezogene Selbstbestimmung der Klienten | 92 |
| D.II.4 | Formen der medikationsbezogenen Zusammenarbeit | 95 |
| D.III | Diskussion der Ergebnisse | 111 |
| ANHANG | ||
| 1. | Interpretationsbeispiel für eine reflektierende Interpretation | |
| 2. | Grundreiz - Fallbeispiel | G |
| LITERATUR | IX |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832455767
Arbeit zitieren:
Dömeland-Dunst, Anja Mai 2001: Gruppendiskussionen mit Mitarbeiterteams aus Kontakt- und Beratungsstellen zur subjektiven Sicht auf die Psychopharmakatherapie, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Neuroleptika, Diskursbeschreibungen, Psychopharmaka, Psychosoziale Versorgung, Schizophrenie



