Grundlagen der Internet-Marktforschung
Theorie und empirische Befunde
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Matthias Rohe
- Abgabedatum: Dezember 2000
- Umfang: 158 Seiten
- Dateigröße: 1,8 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Dortmund Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4796-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4796-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4796-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Rohe, Matthias Dezember 2000: Grundlagen der Internet-Marktforschung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Online Marktforschung, Marktforschung, WWW-Befragungen
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Diplomarbeit von Matthias Rohe
Einleitung:
Selbst Lebensmittel aus dem Laden in der Nachbarschaft werden heute dem Kunden im virtuellen Laden im Internet zum Kauf angeboten. Waren es vor ein paar Jahren nur große Unternehmen, die sich einen eigenen Webauftritt leisten konnten, so ist es heute für jedermann leicht und preiswert, eine eigene Homepage zu realisieren. Zusätzliche Vertriebsmöglichkeiten lassen sich so erschließen. Wenn dieser Trend noch vor der Konkurrenz erkannt und realisiert wird, kann dies einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Konkurrenten bedeuten. Das hat die überwiegende Zahl deutscher Unternehmen bereits erkannt.
So leicht sich ein Internet-Auftritt verwirklichen läßt, so schwierig ist es, dessen Erfolg zu messen. Allein die Meßgröße des Return-on-Investments (ROI), also der finanziellen Auswirkungen, sagt noch wenig über den Erfolg eines Webangebotes aus. Beispiels-weise werden nur Kunden erfaßt, die tatsächlich über das Internet kaufen. Diejenigen, die sich erst informieren und dann direkt beim Händler kaufen, werden dagegen nicht erfaßt. Hier empfehlen sich Meßgrößen, die auch qualitative Kriterien, wie Kundenzufriedenheiten messen. Zur Einschätzung des Erfolgspotentials ist demzufolge eine intensive Marktforschung notwendig, die als Grundlage für die Marketingplanung dient. Gerade im Zeitalter der Informationstechnologie wachsen auch die Ansprüche an die Marktforschung, schnell und kostengünstig Daten aus möglichst großen Stichproben bei gleichbleibender Datenqualität zu liefern. Das Internet bietet hier eine extrem kostengünstige und schnelle Möglichkeit zur Erforschung quantitativer Daten, z.B. den zahlenmäßigen Verkehr auf einer Website, aber auch qualitative Informationen wie Urteile, Wünsche, Meinungen und die Zufriedenheit der Kunden, lassen sich leicht über das Internet erheben. Zugleich sollte aber beachtet werden, daß die erhobenen Daten nicht – bzw. nur für eine bestimmte Zielgruppe – repräsentativ sind.
Zum Internet haben heute in Deutschland mehr als zehn Millionen Menschen Zugang – und diese Zahl wurden in nur knapp fünf Jahren erreicht. Allein das Radio brauchte 38 Jahre, um diesen Level zu erlangen. Das Medium Fernsehen benötigte ca. 13 Jahre. Für das Jahr 2005 wird damit gerechnet, daß rund eine Milliarde Menschen weltweit Zugang zum Internet haben. Für den Marktforscher bedeute diese Zahlen einen immens großen Pool an möglichen Probanden, deren Verhalten es gilt im Netz und mit dem Netz zu untersuchen. Eine Umfrage im WWW zu starten ist heute mit keinen großem Problemen verbunden. Neben traditionellen Marktforschungsinstituten, wissenschaftlichen Forschern und dem Unternehmen selbst gibt es eine Reihe von spezialisierten Marktforschungsunternehmen, die sich der Erforschung der Internet-Nutzer, seiner Gewohnheiten und Wünsche mit und durch das Internet verschrieben haben.
Mit Internet-Marktforschung, bzw. als Synonym Online-Marktforschung, wird im folgenden also die Datenerhebung im und mit Hilfe des Internet und seiner verschiedenen Dienste bezeichnet. Innerhalb der klassischen Marktforschung gewinnt die Online-/Internet-Marktforschung kontinuierlich an Bedeutung. Für das Jahr 1999 war ein Gesamtvolumen der klassischen Marktforschung von 2,58 Milliarden Mark - d.h. eine Steigerung von zehn Prozent zum Vorjahr - zu verzeichnen. Optimistische Schätzungen gehen davon aus, daß der Anteil der Online-Erhebungen im Marktforschungsbudget bis zum Jahr 2005 von derzeit ca. zwei Prozent auf zehn bis zwanzig Prozent steigen wird. Diese Entwicklung liegt im allgemeinen Internet-Boom begründet, denn die Online-Marktforschungsinstrumente sind im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, auf welchen Internet-Dienst sie sich stützen. Die größte Rolle spielt hier das WWW mit einer Anzahl von mehr als zwei Milliarden statischen Seiten - und es wächst täglich um weitere sieben Millionen.
Die Vorteile des Internet erfordern ein Umdenken innerhalb der Marktforschung. Das Netz ermöglicht verschiedenste Methoden der Datenerhebung zu weitaus geringeren Kosten als über herkömmliche Verfahren durchzuführen.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 1.1 | Die Aktuelle Situation der Online-Marktforschung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung der Arbeit | 3 |
| 2. | Grundlagen der Online-Marktforschung | 6 |
| 2.1 | Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes | 6 |
| 2.2 | Erhebungsobjekte | 17 |
| 2.3 | Ökonomische Bedeutung | 19 |
| 2.4 | Rechtliche und ethische Aspekte der Online-Marktforschung | 24 |
| 2.5 | Entwicklungspfad der Online-Marktforschung | 27 |
| 2.6 | Der Markt der Online-Marktforschung | 29 |
| 3. | Sekundärmarktforschung im Internet | 31 |
| 3.1 | Suchdienste | 34 |
| 3.2 | WWW-Kataloge | 39 |
| 3.3 | Spezielle Suchsysteme | 41 |
| 3.4 | Intelligent Agents | 45 |
| 3.5 | Zusammenfassung und Ausblick | 47 |
| 4. | Primärmarktforschung im Internet | 50 |
| 4.1 | Beobachtung im Internet | 52 |
| 4.2 | Internet-Befragung | 60 |
| 4.3 | Online-Panel | 81 |
| 4.4 | Experimente im WWW | 84 |
| 4.5 | Online-Interviews | 92 |
| 4.6 | Zusammenfassung und Ausblick | 93 |
| 5. | Durchführung einer Internet-Befragung | 98 |
| 5.1 | Grundanforderungen an eine Befragung im Internet | 99 |
| 5.2 | Umfragedurchführung | 101 |
| 5.3 | Umfrageauswertung | 114 |
| 5.4 | Ergebnispräsentation | 115 |
| Literaturverzeichnis | 117 | |
| Anhang | 131 | |
| A. | Einstiegspunkte zur Sekundärmarktforschung im Internet | 131 |
| B. | Kundenzufriedenheitsanalyse als E-Mail-Befragung | 134 |
| C. | Kundenzufriedenheitsanalyse als WWW-Befragung | 135 |
der User zu registrieren und zu analysieren. Wie sieht es aber mit dem qualitativen Urteil der User aus, der Kundenzufriedenheit, Akzeptanz des Online-Angebotes u.a.186 Hier bietet sich der Einsatz des Internets als Übertragungsmedium an, wodurch ein schnelles, kostengünstiges und zuverlässiges Feedback der Kunden erreicht wird.187 Befragungen im Internet sind eine Weiterentwicklung der „Computerbefragung“.188 Diese computer-unterstützte unpersönliche Befragung, das sog. „Computerized SelfAdministered Questionaires (CSAQ)“, wird gänzlich ohne Interviewer durchgeführt, d.h. der Proband liest die Fragen selber und gibt die Antworten eigenständig in den Computer ein. Dies kann entweder in einem Labor, an einem bestimmten anderen Ort (z.B. Point-of-Sale, auf Messen o.ä.) oder eben von zu Hause aus mittels postalisch zugesandter Diskette (sog. Disk-by-Mail) oder Internet erfolgen.189 Im folgenden wird auf diese Befragungsart bzw. seiner Ausprägung als Internet-Befragung eingegangen. Als „Internet-Befragung“ werden Fragebögen bezeichnet, • die auf dem Server eines Forschungsinstitutes oder eines Providers online ausgefüllt werden, • • die vom Server heruntergeladen und per E-Mail zurückgesandt werden oder die mittels E-Mail den Probanden zugeschickt und auf gleiche Weise zurückgesandt werden. 190 [...]
Beobachtung in Newsgroups und Mailinglisten Die Beobachtung in Newsgroups und Mailinglisten in einer biotischen Situation bietet eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, eine große Anzahl von Internet-Nutzern zu erforschen und aus deren Verhalten Marketing-unterstützende Daten zu erheben. Es gibt zu den verschiedensten Themen Newsgroups und Mailinglisten, unter anderem auch solche, in denen sich die Mitglieder über bestimmte Produkte, Trends und Entwicklungen unterhalten und Erfahrungen, Probleme, Symptome u.a. austauschen.183 Eine laufende Beobachtung einer dieser Diskussionen kann eine sinnvolle Unterstützung der Marketingentscheidung eines Unternehmens darstellen.184 Zur Unterstützung der Suche nach einer speziellen Newsgroup oder Mailingliste bieten sich die bereits in Kapitel 3.4. erwähnten Dienste an. Gegliederte und detaillierte Diskussionen über Produkte und Dienstleistungen sind im Internet z.B. unter der URL: http://www.deja.com zu finden.185 [...]
sollen. Bei einer Anfrage eines Users aus solch einem internen Netz wird nicht dessen IP-Adresse registriert, sondern die des Firewall-Rechners.176 Für eine Verfälschung der Daten sorgt auch die Cache-Technik. Um die Ladegeschwindigkeit zu erhöhen, werden besuchte Seiten durch den Browser in den temporären Speicher des Client-PC (Cache) zwischen-gespeichert. Bei wiederholtem Aufruf der Seite wird diese dann aus dem Zwischenspeicher geladen und deshalb nicht als Visit beim Webserver registriert. Das gleiche Problem tritt bei einem Internet-Zugang über Proxy-Server177 auf, die auch über einen Cache-Speicher verfügen. Die angeführte Cache- und Proxy-Problematik läßt die Besucherzahlen wesentlich geringer ausfallen als sie tatsächlich sind.178 Bei der Verwendung von Proxy-Servern wird zusätzlich die eindeutige Identifizierung der User erschwert, da der Provider die IP-Adressen für die Nutzer dynamisch vergibt, d.h. bei jedem Aufruf erhält der User eine andere IP-Adresse.179 Zur Verfälschung der Zugriffshäufigkeiten führt auch die Verwendung der in Kapitel 3 beschriebenen Agent- und Robotersysteme, die laufend das WWW nach Informationen durchsuchen und hierdurch auf den Webservern des Anbieters einen Eintrag in die Logdatei erzeugen. Zugriffshäufigkeiten können hierdurch fälschlicherweise höher ausfallen.180 Die o. g. Meßgrößen sagen nur wenig über die Nutzer selbst aus. Teilweise ist es sogar, aufgrund der beschriebenen Cache- und Proxy-Problematiken, unmöglich, spezifische Informationen über den User zu bekommen. Hier setzt die Datenerhebung über nutzerbasierte Meßgrößen an, die den Nutzer eindeutig identifizieren kann. Ein mögliches Verfahren ist, daß User, die ein bestimmtes Webangebot nutzen wollen, bei jedem Zugang ein Kenn- und Paßwort eingeben. Dies ermöglicht ein eindeutiges Zuordnen des Nutzerverhaltens. Voraussetzung hierfür ist eine vorherige Registrierung und Zustimmung des Users zur Speicherung und Auswertung seiner Daten.181 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832447960
Arbeit zitieren:
Rohe, Matthias Dezember 2000: Grundlagen der Internet-Marktforschung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Online Marktforschung, Marktforschung, WWW-Befragungen



