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Grundlagen der Bilanzierung und Verbuchung von Finanzinstrumenten nach HGB in der Lindner Gruppe

Grundlagen der Bilanzierung und Verbuchung von Finanzinstrumenten nach HGB in der Lindner Gruppe
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Anna Stadler
  • Abgabedatum: September 2010
  • Umfang: 59 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Europäische Fachhochschule Rhein/Erft GmbH Deutschland
  • Bibliografie: ca. 56
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0755-6
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Stadler, Anna September 2010: Grundlagen der Bilanzierung und Verbuchung von Finanzinstrumenten nach HGB in der Lindner Gruppe, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Devisentermingeschäft, BilMoG, Finanzinstrument, HGB, Option

Bachelorarbeit von Anna Stadler

Einleitung:

Die deutsche Wirtschaft ist sehr stark exportorientiert und generiert ihre Stärke im weltweiten Ranking der Industrienationen aus dieser Tatsache. Deshalb muss jedes zukunftsorientierte Unternehmen prüfen, ob es internationale Geschäftsbeziehungen eingehen soll, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Neben der Chance einer Verbesserung der Rentabilität birgt allerdings eine starke Exportorientierung vergleichsweise ein erhöhtes Risiko gegenüber dem Inlandsgeschäft. Es liegt vor allem im Wechselkursrisiko, da aufgrund der Finanzkrise die Volatilität wichtiger Währungen, wie dem EURO, US-Dollar und japanischen Yen, zugenommen hat. Darüber hinaus sind die Entwicklungen dieser Währungen kaum prognostizierbar. Das Unternehmensergebnis von international tätigen Unternehmen wird von Wechselkursschwankungen stark beeinflusst. Deshalb verspüren Unternehmen in den letzten Jahren eine größere Notwendigkeit, das Währungsmanagement in das Tagesgeschäft einzubauen. Zur Absicherung sollte ein Gleichgewicht zwischen einem möglichst umfassenden Schutz und minimalen Kosten für die Absicherung gefunden werden. Das Treasury-Management , das sich unter anderem mit der Sicherung von Wechselkursrisiken beschäftigt, befasst sich außerdem mit den internen Anforderungen eines Unternehmens und muss sie mit den externen Marktveränderungen abstimmen. Dazu zählt z.B. die Analyse der Chancen und Risiken von derivativen Finanzinstrumenten. Darüber hinaus entscheidet das Treasury-Management schließlich welches Sicherungsinstrument am besten geeignet ist.

Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit:

Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, für die Lindner Gruppe einen Vorschlag zur optimalen Verbuchung und Bewertung von Finanzinstrumenten nach HGB i.d.F. des BilMoG zu eruieren. Das Cash- und Fremdwährungsmanagement der Lindner Gruppe wird zentral vom Group Treasury betreut, mit dem Ziel, die Risiken aus Wechselkursänderungen zu minimieren. Das Group Treasury ist Bestandteil der 2009 gegründeten Lindner Finanz GmbH, die zuständig für die Erbringung von Finanzdienstleistungen ist. Mit Tochtergesellschaften in mehr als 20 Ländern und der weiteren Internationalisierung sind Vertragsabschlüsse in Fremdwährung und die damit verbundenen Fremdwährungsrisiken zum Tagesgeschäft der Lindner Gruppe geworden. Primär werden in der Lindner Gruppe Devisentermingeschäfte mit Laufzeitoption zur Kursabsicherung verwendet. Zusätzlich finden die Instrumente Devisentermingeschäfte und unter bestimmten Voraussetzungen Plain Vanilla Optionen ihre Anwendung. Deshalb beschränkt sich diese Arbeit anfangs auf diese drei Sicherungsinstrumente. Kurssicherungen erfolgen bei der Lindner Gruppe projektbezogen zur Sicherung des Kalkulationskurses und nicht spekulativ. Durch konkrete Beispiele soll erarbeitet werden, wie die korrekte Bewertung und Verbuchung nach der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes von statten geht.

Die Lindner Gruppe wickelt fast 50 Prozent ihrer Geschäfte im Ausland ab, weshalb in dieser Arbeit die Sichtweise Lindner als Exporteur betrachtet wird. Im Fremdwährungsmanagement verwendet die Lindner Finanz GmbH zum Großteil die Währungen US-Dollar und Schweizer Franken. In den Fallbeispielen wird wegen des begrenzten Bearbeitungszeitraums nur die Währung US-Dollar verwendet.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich insgesamt in vier Kapitel. Im ersten Kapitel, der Einleitung, werden die Motivation, die Problemstellung und die Zielsetzung der Arbeit konkretisiert. Es erfolgt auch eine kurze Vorstellung der Lindner Gruppe.

Das zweite Kapitel vermittelt den theoretischen Hintergrund zu dieser Bachelorarbeit. Zunächst werden allgemeine Chancen und Risiken von Finanzinstrumenten dargestellt. Danach werden drei verschiedene Finanzinstrumente, DTG, DTG mit Laufzeitoption und Plain Vanilla Optionen, definiert und die jeweiligen Chancen und Risiken erläutert. Des Weiteren wird anhand eines Beispiels der Unterschied zwischen DTG und Plain Vanilla Option erklärt.

Mittelpunkt der Arbeit ist das dritte Kapitel mit der Erarbeitung der korrekten Bewertung und Verbuchung von praktischen Fallbeispielen aus der Lindner Gruppe. Einführend liefert eine Erläuterung der Änderungen bei der Bilanzierung von Finanzinstrumenten i.d.F. des BilMoG die notwendige Basis. Konkret werden die Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung, die Bildung von Bewertungseinheiten mit den Unterpunkten einer Erläuterung des Grundgeschäfts und des Sicherungsinstrumentes dargestellt. Des Weiteren folgen Erklärungen zu den Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten, den drei verschiedenen Arten von Bewertungseinheiten, der Bewertungsmethode, der Bilanzierung von Bewertungseinheiten i.S.d. § 254 HGB und schließlich der Dokumentation, Effektivität sowie den Berichtspflichten. Danach werden vier Fallbeispiele der Lindner AG aufgegriffen, für die Lösungsvorschläge hinsichtlich ihrer Bewertung und Verbuchung erarbeitet werden. Zuerst wird das DTG bei normaler Fälligkeit im Hinblick auf die Problematik, Bewertung und Verbuchung unterjährig und zum Jahresabschluss erörtert. Danach werden drei praktische Fälle des DTG mit Laufzeitoption analysiert und ebenfalls auf die gleichen Kriterien hin untersucht.

Im Fazit folgt eine Zusammenfassung der erarbeiteten Ergebnisse mit einer Empfehlung und Ausblick bezüglich der vorgestellten praktischen Fallbeispiele.

Inhaltsverzeichnis:

DANKSAGUNG III
INHALTSVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VII
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IX
1. EINLEITUNG 1
Motivation 1
Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 1
Gliederung der Arbeit 2
Vorstellung der Lindner Gruppe 3
2. DEFINITION VON FINANZINSTRUMENTEN 6
2.1 Devisentermingeschäft 8
2.1.1 Begriffsbestimmung 8
2.1.2 Ermittlung des Devisenterminkurses 9
2.1.3 Chancen (Vorteile) 10
2.1.4 Risiken (Nachteile) 10
2.2 Devisentermingeschäft mit Laufzeitoption 10
2.2.1 Begriffsbestimmung 10
2.2.1.1 Beispiel 1: Zahlungseingänge vor dem Stichtag 11
2.2.1.2 Beispiel 2: Zahlungseingänge bis zum Stichtag 11
2.2.2 Chancen (Vorteile) 12
2.2.3 Risiken (Nachteile) 12
2.3 Plain Vanilla Put Option 13
2.3.1 Begriffsbestimmung 13
2.3.1.1 Prämie 13
2.3.1.1.1 Innerer Wert 14
2.3.1.1.2 Zeitwert 14
2.3.2 Chancen (Vorteile) 15
2.3.3 Risiken (Nachteile) 15
2.4 Vergleich Devisentermingeschäft, Plain Vanilla Option und Kasse 16
2.4.1 Ausgangssituation 16
2.4.2 Vergleich bei verschiedenen Kassakursen am Fälligkeitstag 16
3. OPTIMALE VERBUCHUNG UND BEWERTUNG DER FINANZINSTRUMENTE NACH HGB I.D.F DES BILMOG IN DER LINDNER GRUPPE 19
3.1 Änderungen bei der Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach HGB i.d.F. des BilMoG 19
3.1.1 Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung 19
3.1.2 Bildung von Bewertungseinheiten (Hedge-Accounting) 20
3.1.2.1 Grundgeschäft 21
3.1.2.2 Sicherungsinstrumente 21
3.1.2.3 Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten 21
3.1.2.4 Die drei Arten von Bewertungseinheiten 22
3.1.2.4.1 Mikro-Hedge 23
3.1.2.4.2 Makro-Hedge 23
3.1.2.4.3 Portfolio-Hedge 23
3.1.2.5 Bewertungsmethoden 24
3.1.2.6 Bilanzierung von Bewertungseinheiten i.S.d. § 254 HGB 25
3.1.3 Dokumentation, Berichtspflichten und Effektivität 25
3.2 Fallbeispiele 27
3.2.1 Fallbeispiel 1: Devisentermingeschäft 28
3.2.1.1 Ausgangssituation 28
3.2.1.2 Problematik 28
3.2.1.3 Bewertung und Verbuchung unterjährig 28
3.2.1.4 Bewertung und Verbuchung zum Jahresabschluss 30
3.2.2 Fallbeispiel 2: Devisentermingeschäft mit Laufzeitoption zum Jahreswechsel 30
3.2.2.1 Ausgangssituation 30
3.2.2.2 Problematik 30
3.2.2.3 Bewertung und Verbuchung unterjährig 31
3.2.2.4 Bewertung und Verbuchung zum Jahresabschluss 32
3.2.3 Fallbeispiel 3: Devisentermingeschäft mit Laufzeitoption mit Teilabrufen während der Laufzeit 32
3.2.3.1 Ausgangssituation 32
3.2.3.2 Problematik 33
3.2.3.3 Bewertung und Verbuchung unterjährig 33
3.2.3.4 Bewertung und Verbuchung zum Jahresabschluss 35
3.2.4 Fallbeispiel 4: Devisentermingeschäft mit Laufzeitoption mit Zahlungen in der Lindner Gruppe 36
3.2.4.1 Ausgangssituation 36
3.2.4.2 Problematik 38
3.2.4.3 Bewertung und Verbuchung unterjährig 38
3.2.4.4 Bewertung und Verbuchung zum Jahresabschluss 40
4. FAZIT 41
GLOSSAR 42
ANHANGSVERZEICHNIS 43
QUELLENVERZEICHNIS 44
RECHTLICHE MATERIALIEN 47
INTERNETQUELLEN 48
BILDERQUELLEN 49
FIRMENINTERNE QUELLEN 49

Textprobe:

Kapitel 3.1.2.1, Grundgeschäft:

Nach § 254 Satz 1 HGB kommen als absicherungsfähige Grundgeschäfte nicht nur einzelne sondern auch mehrere Vermögensgegenstände (z.B.: Fremdwährungsforderungen aus Lieferung und Leistung), Schulden (z.B.: Verbindlichkeiten oder Schulden), schwebende Geschäfte (z.B. Liefer- bzw. Kaufverpflichtung zu einem festgelegten Preis) oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen (z.B. erwarteter Verkauf von Produkten oder Kauf von Rohstoffen) in Betracht. Die bisherige Bilanzierungspraxis für Bewertungseinheiten soll durch die neue Gesetzgebung nicht geändert, sondern lediglich verankert werden. Von großer Bedeutung ist, dass nicht das Grundgeschäft, sondern nur das Sicherungsgeschäft, bestehend aus einem Finanzinstrument, gesichert ist.

3.1.2.2, Sicherungsinstrumente:

Sicherungsinstrumente dienen zur Absicherung von Wechselkursschwankungen. Der Kreis der möglichen Sicherungsinstrumente beschränkt sich auf Finanzinstrumente. Klassische Sicherungsinstrumente sind die bereits erläuterten unbedingten Termingeschäfte wie DTG, DTG mit Laufzeitoption und die bedingten Termingeschäfte wie Optionen. Die Definition des Bergriffs ‘Finanzinstrument’ wird im HGB unterlassen. Es sind sowohl originäre als auch derivative Finanzinstrumente erlaubt, obwohl in der Praxis mehr Derivate eingesetzt werden. Nach IAS 39.72 können nur originäre Finanzinstrumente zur Absicherung von Fremdwährungsrisiken verwendet werden. Diese Einschränkung gibt es in § 254 Satz 1 HGB nicht. Einzelne Risiken, wie z.B. Zins-, Preisänderungs-, Ausfall- und Währungsrisiken sind absicherungsfähige Risiken.

3.1.2.3, Voraussetzungen zur Bildung von Bewertungseinheiten:

Das HGB gibt das Wahlrecht zur Bildung von Bewertungseinheiten, jedoch müssen im Falle der Bildung bestimmte Kriterien eingehalten werden. Bei der Verknüpfung von Grundgeschäft und Sicherungsinstrument ist stets der aktuelle Devisenkurs zu verwenden. Sollte das Sicherungsgeschäft erst zu einem späteren Zeitpunkt abgeschlossen worden sein, sind diese Ergebnisse in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Folgende Voraussetzungen müssen bei der Bildung von Bewertungseinheiten erfüllt sein:

Grund- und Sicherungsgeschäft sind nicht spekulativ abgeschlossen worden, sondern stehen in einem Nutzen- und Funktionszusammenhang, d.h. die Wertentwicklung der beiden soll eine hohe negative Korrelation, sprich Gegenläufigkeit, aufweisen.

Die Risiken bei Grundgeschäft und Sicherungsinstrument müssen vergleichbar sein.

Der Bilanzierende möchte die Absicherung über einen gewissen Zeitraum aufrechterhalten.

Die Absicherung muss im Anhang bzw. Lagebericht dokumentiert und somit überprüfbar sein.

Arbeit zitieren:
Stadler, Anna September 2010: Grundlagen der Bilanzierung und Verbuchung von Finanzinstrumenten nach HGB in der Lindner Gruppe, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Devisentermingeschäft, BilMoG, Finanzinstrument, HGB, Option

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