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Gründe zur Human Capital Bewertung in österreichischen Unternehmen: Anspruch und Wirklichkeit

Gründe zur Human Capital Bewertung in österreichischen Unternehmen: Anspruch und Wirklichkeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Karim Ernst Karman
  • Abgabedatum: Juni 2006
  • Umfang: 140 Seiten
  • Dateigröße: 5,9 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschul-Studiengänge der Wiener Wirtschaft GmbH Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9772-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9772-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9772-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Karman, Karim Ernst Juni 2006: Gründe zur Human Capital Bewertung in österreichischen Unternehmen: Anspruch und Wirklichkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: immateriell, Wettbewerb, Shareholder Value, Personal, Humankapital

Diplomarbeit von Karim Ernst Karman

Einleitung:

Im Jahre 2004 ist der Ausdruck „Humankapital“ zum Unwort des Jahres gewählt worden. Das ist wenig plausibel. Zum Ersten ist das Wort keine Erscheinung des vorletzten Jahres; es ist schon seit längerem im Umlauf. Zum Anderen hat das Wort nur auf den ersten Blick die zynische Pointe einer Gleichsetzung von Mitarbeiter und Kapital.

Auf den zweiten Blick erkennt man, dass sich die Betrachtungsweise geändert hat: Auch Mitarbeiter lassen sich als Kapital ansehen. Das heißt aber nicht, dass Mitarbeiter wertneutral einem Produktionsfaktor gleichzusetzen sind, sondern sie sind besonders sorgsam und gezielt einzusetzen, weil erwartet wird, dass sich dieses (Human-)Kapital, wie Kapital an sich, verzinst.

„Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital.“ Doch nur wenige praktizieren, was sie propagieren – geschweige denn, dass sie wirklich daran glauben.

Dass diese Formulierung mittlerweile ein Klischee ist und hart an der Grenze der Realität liegt, wird auch vom Reengineering-Guru Michael Hammer mit den Worten „die größte Unternehmenslüge der Gegenwart“ bezeichnet.

Die Antwort auf Krisen heißt in den meisten Unternehmen Personalabbau – dadurch können die hohen Personalkosten eingespart werden. Dass damit aber die Basis der unternehmerischen Offensive und die Motivation der im Unternehmen verbliebenen Mitarbeiter gefährdet ist, wird nicht bedacht.

Aber gerade in einer solchen Situation, weiß Gerhard Kantusch aus der Praxis, ist es wichtig, die Leistungsträger im Unternehmen zu halten und darauf zu achten, dass der Mitbewerb diese nicht abwirbt. Die Kommunikation und die Fortführung bestehender Aus- und Weiterbildungsprogramme müssen aufrecht erhalten werden.

Weiters setzten immer mehr wissensintensive Unternehmen, wie zum Beispiel Google, in den vergangenen Jahren zu neuen Höhenflügen an und feiern spektakuläre Erfolge.

Problemstellung:

Die Ausgangslage ist gespalten. Auf der einen Seite wollen die Unternehmer mit allen Mitteln Einsparungspotentiale aufdecken, wie zum Beispiel durch Mehrarbeit durch den Einzelnen, Zukauf von Leistungen, Übertragung von Wertschöpfungsfunktionen auf den Kunden und mehr Personal abzubauen. Andererseits haben die Unternehmen erkannt, dass die Wettbewerbsfähigkeit intelligenter Unternehmen von ihrem Humankapital abhängt.

Aus diesen gegensätzlichen vorherrschenden Meinungen entsteht eine Lücke, die diese Arbeit aufzudecken versucht. Aus der oben genannten Problemstellung leiten sich folgende Forschungsfragen ab:

Welche Gründe haben österreichische Unternehmen, das Human Capital zu bewerten?

Welchen Nutzen haben diese Unternehmen davon?

Es ist die Zielsetzung der Arbeit, die Gründe darzustellen, warum österreichische Unternehmen eine Human Capital Bewertung durchzuführen und welche Vorteile und Nachteile den Unternehmen dadurch erwachsen könnten. Weiters werden die wichtigsten Methoden zur Bewertung von Human Capital aufzeigt:

- Darstellung der Gründe österreichischer Unternehmen, eine Human Capital Bewertung durchzuführen.

- Vorteile und Nachteile, die Unternehmen durch die Einführung einer Wissensbewertung haben.

- Darstellung der wichtigsten Methoden zur Bewertung von Human Capital.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit beruht auf dem qualitativen Forschungsparadigma, deshalb stehen nicht das Aufstellen und Überprüfen von Hypothesen im Vordergrund, sondern die Deskription und die Exploration. Zentrale Form der Datenerhebung ist die Dokumentenanalyse, die durch zahlreiche Interviews ergänzt wird.

Das erste Kapitel der Arbeit bildet die Basis für die Problemstellung und beschäftigt sich mit der Ausgangslage, der Darstellung der Wissenslücke, den Forschungsfragen und der Zielsetzung der Arbeit.

Im zweiten Kapitel wird die Abgrenzung zentraler Begriffe wie die des Wissens, der immateriellen Vermögenswerte und des Humankapitals dargestellt. Weiters wird hier noch auf die geschichtlichen Entwicklung des Humankapitals eingegangen.

Kapitel drei beschreibt die Wissensbewertung allgemein und deren Auswirkungen sowie die Kernfragen: „Was ist eine Wissensbilanz überhaupt?“, „Was sind die Ziele von Wissensbilanzen?“, „Welche Indikatoren kann es in einer Wissensbilanz geben?“.

Im vierten Kapitel werden die möglichen Problemfelder, die bei den wichtigsten Methoden zur Messung des Human Capital auftreten können, besprochen und deren Vor- und Nachteile aufgezeigt.

Inhalt des fünften Kapitels ist die Darlegung der Untersuchungsmethode und des methodischen Steckbriefs.

Die Ergebnisse der interviewten Firmen, samt einer kurzen Vorstellung der Firmen und der Interviewpartner werden im sechsten Kapitel präsentiert und eine Reflexion der Forschungsfragen durchgeführt.

Theorie und Empirie werden im siebenten Kapitel zusammengefasst, und gegenübergestellt. Weiters werden in diesem Kapitel Ansatzpunkte für weitere Forschungen aufgezeigt. Dieses Kapitel ist somit die Schlussbetrachtung und zeigt die ausgearbeiteten Aspekte auf.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
I. THEORETISCHER TEIL 8
1. Einleitung 8
1.1 Problemstellung/Ausgangslage 9
1.2 Forschungsfragen 9
1.3 Zielsetzung der Arbeit 10
1.4 Methodik und Aufbau der Arbeit 10
2. Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen 12
2.1 Der Begriff „Wissen“ 12
2.1.1 Halbwertszeit des Wissens 12
2.1.2 Arten von Wissen 13
2.1.3 Paradigmenwechsel 14
2.1.4 Bausteine des Wissens 15
2.1.5 Die organisationale Wissensbasis 18
2.1.6 Wissen als strategischer Wettbewerbsfaktor 19
2.1.7 Wissensorientierte Unternehmensführung 21
2.1.8 Das Wissensunternehmen 24
2.2 Der Begriff „immaterielle Vermögenswerte“ 24
2.2.1 Wertetreiber 25
2.3 Der Begriff „Humankapital“ 27
2.3.1 Historische Entwicklung des Humankapitals 31
2.3.2 Adressaten des Humankapitals 35
2.3.3 Der vierte Produktionsfaktor 36
2.3.4 Humankapital als Wettbewerbsfaktor und Standortentscheidung 37
2.3.5 Humankapital und Beschäftigung 38
2.3.6 Human Capital aus Sicht des Unternehmens und Strategie 39
2.3.7 Einfluss des Humankapitals auf den Shareholder Value 42
2.3.8 Humankapital und Basel II 44
2.3.9 Investition in Humankapital und Absicherung erwarteter Erträge 48
3. Wissensbilanzierung 50
3.1 Wissensmanagement 50
3.2 Wissensbilanz 52
3.3 Ziele von Wissensbilanzen 61
4. Messmethoden des Human Capital 64
4.1 Marktwertorientierte Ansätze 64
4.1.1 Markt-/Buchwert-Relation 64
4.1.2 Markt-/Buchwert-Differenz 65
4.1.3 Tobin´s q 65
4.2 Accounting-orientierte Ansätze 66
4.2.1 Accounting For The Future (AFTF) 66
4.2.2 Human Resource Accounting (HRA) 67
4.2.3 Lernzeitbasierte Wissensbilanz 67
4.3 Indikatorbasierte Ansätze 67
4.3.1 Skandia Navigator 68
4.3.2 Balanced Scorecard (BSC) 69
4.3.3 Kennzahlenbasierte Wissensbilanz 70
4.4 Value Added Ansätze 70
4.4.1 Market Value Added (MVA) 71
4.4.2 Human Economic Value Added (HEVA) 71
4.4.3 Total Value Creation (TVC) 72
4.5 Ertragsorientierte Ansätze 72
4.5.1 Calculated Intangible Value (CIV) 72
4.5.2 Human Capital Pricing Model (HCPM) 73
4.5.3 ROI of Human Capital (HCROI) 73
II. Exkurs: Wissensbilanz Universitäten 74
III. EMPIRISCHER TEIL 76
5. Untersuchungsmethode 76
5.1 Erhebungsmethode, methodischer Steckbrief 77
5.1.1 Qualitative Forschung 78
5.1.2 Probandenauswahl 79
5.1.3 Leitfadeninterview 80
5.1.4 Interview 80
5.1.5 Aufbereitung 81
6. Ergebnisse 82
6.1 Interviewpartner 101
6.1.1 Europäische Reiseversicherung AG 101
6.1.2 Alcatel Austria AG 101
6.1.3 AMS Österreich, öffentliches Unternehmen auf eigener gesetzlicher Grundlage 102
6.1.4 Andritz AG 103
6.1.5 Post AG 104
6.1.6 VAMED-KMB Krankenhausmanagement & BetriebsführungsgmbH 104
6.1.7 KA Sanatorium Hera, Unternehmen der KFA Versicherung 105
6.1.8 Raiffeisen Leasing GmbH 105
6.1.9 Österreichische Nationalbank 106
6.1.10 Fachhochschule des bfi Wien Gesellschaft m.b.H. 106
6.1.11 Borealis AG 107
6.1.12 ARC - Austrian Research Centers GmbH 108
6.1.13 Hewlett-Packard AG 108
6.1.14 Österreichischer Genossenschaftsverband (Schulze-Delitzsch) 109
6.2 Reflexion der Forschungsfragen 110
7. Abschließende Diskussion 113
7.1 Erkenntnisse aus Literatur und empirischer Forschung 113
7.2 Ansatzpunkte für weitere Forschung 114
7.3 Schlussbetrachtung 115
8. Anhang 117
8.1 Interviewleitfaden 117
8.2 Wissensbilanzen Beispiele 122
8.2.1 Beispiel: Österreichische Nationalbank - OeNB 2004 122
8.2.2 Beispiel: Fachhochschule des bfi Wien Gesellschaft m.b.H. 2004 126
8.2.3 Beispiel: Austrian Research Centers - ARC 2004 128
9. Quellenverzeichnis 131
9.1 Bücher 131
9.2 e-Book 135
9.3 Zeitschriften 136
9.4 Internet 136
9.5 Vorträge 137
10. Abbildungsverzeichnis 138
10.1 Grafiken 138
10.2 Tabellen 140

Automatisiert erstellter Textauszug:

Da sich die Auswahl von Firmen mit Wissensbewertung sehr schwierig gestaltete bzw. keine Informationen verfügbar waren, habe ich im Vorfeld in einem Excel Sheet über 350 Firmen und deren Ansprechpartner für Wissensbewertung samt deren Emailadressen recherchiert. Diese wurden per Mail angeschrieben, ob sie Wissensbewertung in ihrem Unternehmen durchführen und ob sie Interesse an einem Interview hätten. Bei einigen fehlte die Bereitschaft, manchmal war keine Zeit oder das anfängliche geglaubte Wissen und die Erfahrung zu dem Thema waren doch zu gering. Besonderes Augenmerk bei der Probandenauswahl wurde auf die Vielfalt der Branchen und auf unterschiedliche Zugänge von Firmen zu diesem Thema gelegt. Den verbleibenden Interviewpartnern wurde zur Vorbereitung cirka ein Monat vorher Folgendes per Mail zugesandt: • • • • Vorstellung des Interviewers, kurze Einführung in das Thema, der Interviewleitfaden und ein Inhaltsverzeichnis der Diplomarbeit. [...]

5.1.1. Qualitative Forschung Die Vorgehensweise ist in sieben zentrale Punkte gegliedert: 1. Theoretische Vorarbeit: Es wurde die Problemstellung überlegt, eine theoretische Vorüberlegung zur Eingrenzung des Themas vorgenommen und auf die Aufstellung einer Hypothese verzichtet. 2. Methode: Der Strukturierungsgrad variiert, ist aber deutlich geringer als bei einem quanitativen Forschungsparadigma, Dokumentenanalyse, Interviews, Beobachtung und Inhaltsanalyse stehen im Vordergrund. 3. Anspruch der Methode: Prinzip der Offenheit, Orientierung am Subjekt, Verstehen von Handlungsmotiven und komplexen Handlungszusammenhängen, Alltagsnähe, explorativ/einzelfallbezogen statt repräsentativ. 4. Durchführung: Einheit von Forscher und Datenerheber, möglichst in alltäglichen Lebenssituationen, gegenseitig ergänzend und flexibel 5. Stichprobe: Bewusste, nicht zufallsgesteuerte Auswahl, geringe Zahl (weniger als 100) 6. Datenauswertung: Interpretation von qualitativen Daten, keine metrischen Variablen 7. Erkenntnisziel: Deskription und Identifikation regelmäßiger Bedeutungs- und Handlungsmuster mit einer gewissen kollektiven Verbindlichkeit.1 [...]

Auf den folgenden Seiten sind die Ergebnisse der Interviews, die im Zeitraum von Februar bis März 2006 stattgefunden haben. Die Befragung wurde mit Hilfe eines vorbereiteten und vorformulierten Interviewleitfadens gestaltet1. Es stand den Interviewpartnern frei, ob und wie detailliert sie auf die gestellten Fragen eingingen. Dadurch war es ihnen möglich, die Besonderheiten in ihrem Unternehmen bzw. die Schwerpunkte aus ihrer Sicht hervorzuheben. Die Interviews dauerten jeweils zwischen 29 und 80 Minuten. Die Antworten wurden, wenn genehmigt, mit einem Voice-Recorder dokumentiert und dann in schriftlicher Form festgehalten. Bei der Auswahl der Interviewten wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass die befragten Personen sich mit der Thematik der Wissensbewertung auseinander gesetzt haben bzw. deren Unternehmen sogar Wissensbilanzen erstellen oder erstellen wollen. Dadurch ist gewährleistet, dass die befragten Personen einen Überblick über Wissensbewertung und die damit verbundenen Themen haben. Der Interviewleitfaden ist im Wortlaut in Kapitel 8 Anhang Punkt 8.1 Interviewleitfaden dokumentiert. [...]

Arbeit zitieren:
Karman, Karim Ernst Juni 2006: Gründe zur Human Capital Bewertung in österreichischen Unternehmen: Anspruch und Wirklichkeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
immateriell, Wettbewerb, Shareholder Value, Personal, Humankapital

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