Grenzen und neue Möglichkeiten der Fälschungskennung bei Zeichnungen, Aquarellen, Graphiken und anderen Arbeiten auf Papier
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Georg Dietz
- Abgabedatum: November 2002
- Umfang: 132 Seiten
- Dateigröße: 12,5 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Vrije Universiteit Amsterdam Niederlande
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6912-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6912-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6912-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietz, Georg November 2002: Grenzen und neue Möglichkeiten der Fälschungskennung bei Zeichnungen, Aquarellen, Graphiken und anderen Arbeiten auf Papier, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fälschungsnachweis, Echtheitsuntersuchung, Papieraltersbestimmung, FFT-Papierstrukturuntersuchung, Dalí
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Diplomarbeit von Georg Dietz
Zusammenfassung:
Im Rahmen der an der Fakultät Letteren der Vrijen Universiteit Amsterdam vorgelegten Diplomarbeit werden an Beispielen bekannter Künstler wie Salvatore Dalí, Alexej von Jawlensky, Lovis Corinth, Rembrandt van Rijn, Rogier van der Weyden, Johannes Vermeer und anderen die ‘Grenzen und neuen Möglichkeiten der Fälschungserkennung bei Zeichnungen, Aquarellen, Graphiken und anderen Arbeiten auf Papier’ untersucht. Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen auf diesem Gebiet tätigen Organisationen (Bundeskriminalamt und Koninklijke Bibliotheek Den Haag) erwies sich dabei für alle Beteiligten als sehr fruchtbar. Ebenso wird in dieser Arbeit der Bezug zu einigen großen Fälschern der Vergangenheit, wie Han van Meegeren, Eric Hebborn oder etwa Konrad Kujau (Hitlertagebücher) hergestellt. Der Autor kommt nach einer kritischen Analyse zu dem Schluss, dass derzeit besonders bei abstrakter Kunst die Möglichkeiten der Kunstgeschichte (Stilkritik, Maltechnikuntersuchungen, Motivvergleiche) für die Erkennung von Fälschungen bei weitem nicht ausreichend sind. Gleiches gilt für die naturwissenschaftlich-technischen Untersuchungsmethoden (wie beispielsweise die chemisch-physikalische Altersbestimmung, Papierfaserstoffanalysen, UV-Fluoreszenzuntersuchung, Infrarotreflektographie und –spektralanalyse, Röntgenfotographie und -fluoreszenzanalyse) insbesondere, wenn mit Bleistift, Kohle, Aquarell, etc. auf Papier gearbeitet wurde. Ein Großteil dieser Methoden ist zudem mit inakzeptablen Probeentnahmen verbunden. Stattdessen sollte den Papiersturkturen durch Wasserzeichenvergleiche, Steg-Zähl-Methode zum Vergleich der Kettdrahtabstände oder der Fast Fourier Transformation (FFT) bei Markierungen in industriell hergestelltem Papier mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. So können mit letzterer scheinbar ‚markierungslose’ Papiere miteinander verglichen oder aber deren Produktionszeiträume eingeschränkt und so bedingt ‚datiert’ werden.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 5 | |
| Einleitung | 7 | |
| Möglichkeiten und Grenzen der kunstgeschichtlichen Stilanalyse | 13 | |
| Bildanalyse und Stilkritik | 21 | |
| Farbauftrag und Strichrichtung | 31 | |
| Anachronismen und der Kontext des Gesamtœuvres | 38 | |
| Alters- und Gebrauchsspuren | 45 | |
| Werkverzeichnis | 47 | |
| Signatur | 52 | |
| Naturwissenschaftlich-technische Untersuchungsmethoden | 61 | |
| Retuschen | 63 | |
| Malmittelbestimmung | 70 | |
| Malprozessuntersuchung | 79 | |
| Papierbestandteilanalyse | 83 | |
| Papier und dessen Strukturmerkmale | 87 | |
| Wasserzeichenkunde | 88 | |
| Steg-Zähl-Methode | 98 | |
| Fast Fourier Transformation – eine neue Untersuchungsmethode | 102 | |
| Schlussbemerkung | 112 | |
| Bibliographie | 116 | |
| Abbildungsverzeichnis | 123 | |
| Abkürzungsverzeichnis | 130 |
Für den Durchbruch der FFT-Analyse von Papieren, welche derzeit u.a. bei Untersuchungen zur Markierungsminimierung von Papierproduzenten verwendet werden, sorgte ein 1988 in Das Papier erschienener Artikel ‚Geometrie und Intensität von Siebmarkierungen’ von Hermann Praast. Diesem folgte dann 1994 seine Dissertation zur Analyse von Sieb- und Filzmarkierungen mittels FFT. 177 Die Arbeitsweise der FFT-Untersuchung lässt sich zunächst in fünf Arbeitsschritte unterteilen: [1] An mehreren unbeschriebenen Stellen wird das zu untersuchende Papier mit einem handelsüblichen Durchlichtscanner gescannt (Abbildung 61). Das Messfeld hatte hier eine Größe von 2,5 x 2,5 cm. Die zu untersuchenden Strukturen liegen im Wellenlängenbereich von 0-1 mm. [2] Die Durchlichtaufnahmen, auch Ortsbilder genannt, wurden in den Frequenzraum übertragen und auf diese Weise ein Powerspektrum erstellt (Abbildung 62). [3] Die zehn intensivsten Markierungen sind erkannt worden (Abbildung 63). In der Regel ist es so, dass nicht immer gleiche Punkte mit gleicher Intensität markieren. Eine Ursache dafür ist die zum Beispiel schon erwähnte Wolkigkeit. Daher ist es erforderlich, an mehreren Stellen zu messen, um so auf statistische Mittelwerte zu kommen. [4] Die erkannten regelmäßigen Strukturen (Frequenzbereich) werden in den Ortsbereich transformiert (Abbildung 64). Dabei ergibt sich ein Bild, welches der Oberfläche des verwendeten Siebes entsprechen könnte. Die eigentliche FFT-Untersuchung ist damit zwar abgeschlossen, kann aber für andere Frequenzbereiche wiederholt werden. [...]
Feinpapiere damit hergestellt wurden, sollten noch Jahre vergehen. 174 Nach Meinung von W. Schmidt fanden Schweißnähte sogar erst in den 30er Jahren bei Papiermaschinensieben ihre erstmalige Verwendung. 175 Da Theo van Doesburg allerdings schon 1931 starb, ist seine Urheberschaft bei T 23 wenig authentisch. H. Porck und A.Kardinaal, als beauftragte Gutachter, nahmen aufgrund der Siebstruktur ein Produktionsdatum des Papieres schon zwischen 1930 bis 1940 an. 176 Ihre Argumentation ist schlüssig und fundiert. Jedoch bedarf es in der Zukunft technischer Untersuchungsverfahren, die einerseits noch mehr Markierungen sichtbar und andererseits diese deutlicher (in Sieb, Filz, Egoutteur, etc.) differenzierbar machen. Bei einer solchen Problemstellung bieten sich Analysen mittels Fast Fourier Transformationen (FFT) an. Der FFT liegt die Feststellung des Franzosen Baron Joseph de Fourier (17681830) zu Grunde, die besagt, dass sich jeder regelmäßig wiederkehrende Punkt oder Struktur durch eine Reihe trigonometrischer Funktionen darstellen lässt. Demnach können alle regelmäßig bzw. periodisch wiederkehrenden Punkte/Markierungen, mittels Sinus Cosinus-Funktionen beschrieben werden. Das bedeutet für den Fall der Papierstrukturen, dass alle Strukturen, also auch die von Sieben, Filzen, Egoutteuren etc., in ihrer Gesamtheit erfasst werden (Abbildung 58). Alle unregelmäßigen bzw. stochastischen Punkte (Abbildung 59), z.B. Wolkigkeit, werden bei der Transformation des Durchlichtbildes vom Ortsbereich in den Frequenzbereich eliminiert. Anschließend werden alle regelmäßigen Punkte (Abbildung 60) der Frequenzdarstellung wieder in den Ortsraum zurück transformiert. Dabei wird eine gewebeartige Musterpatrone rekonstruiert (graphische Darstellung), die der regelmäßigen Struktur im Papier des jeweils untersuchten Frequenzbereichs entspricht (Abbildung 56 und 57). [...]
Fast Fourier Transformation - eine neue Untersuchungsmethode Um zum einen die Chancen, die sich mit der Fast Fourier Transformation (FFT) bieten können, aber andererseits auch ihre Grenzen deutlich zu machen, soll deren Grundlage und Arbeitsweise erläutert werden. Dazu dienen Abbildungen, die einige Strukturen erkennen lassen. Zunächst möchte ich aber ein konkretes Beispiel der Echtheitsfragestellung in der Kunstgeschichte aufgreifen. Im Zusammenhang mit dem schon erwähnten Theo van Doesburg zugeschriebenen Objekt T 23, wurden H. Porck (Restaurator und Papierhistoriker an der Koninklijke Bibliotheek Den Haag) und A.Kardinaal mit den Papierunter-suchungen beauftragt. Sie beschränkten sich dabei auf die optische Begutachtung, da daraus schon maßgebliche Schlussfolgerungen zu ziehen waren. Es zeigte sich, dass T 23 auf einem Papier gemalt ist, welches eine für diese Zeit unge-wöhnliche und von der Leinwandbindung verschiedene Papiermaschinenen-siebstruktur aufwies 173 (Abbildung 56). Bis zum Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts kamen praktisch aber nur leinwandbindig gewebte Siebe zum Einsatz. Es waren noch keine geeigneten Verfahren entwickelt, um Siebe anderer Bindungsarten an den Enden miteinander zu verschweißen bzw. sie endlos zu weben. Ein Verschweißen war frühestens mit einem 1927 patentierten Verfahren möglich. In der Folgezeit wurden auf Dreiköpersieben zunächst markierungsunempfindlichere Zeitungsdruckpapiere hergestellt (Abbildung 57). Bevor auch mittelfeine Druck- und Schreibpapiere und später schließlich auch [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832469122
Arbeit zitieren:
Dietz, Georg November 2002: Grenzen und neue Möglichkeiten der Fälschungskennung bei Zeichnungen, Aquarellen, Graphiken und anderen Arbeiten auf Papier, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Fälschungsnachweis, Echtheitsuntersuchung, Papieraltersbestimmung, FFT-Papierstrukturuntersuchung, Dalí



