Grenzen und Möglichkeiten der Etablierung von Biokraftstoffen im Markt am Beispiel von SunFuel
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Sven Sieloff
- Abgabedatum: Juli 2004
- Umfang: 73 Seiten
- Dateigröße: 2,4 MB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9284-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9284-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9284-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sieloff, Sven Juli 2004: Grenzen und Möglichkeiten der Etablierung von Biokraftstoffen im Markt am Beispiel von SunFuel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Nachhaltigkeit, Mobilität, biogen, CHOREN-Verfahren, alternative Energie
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Diplomarbeit von Sven Sieloff
Einleitung:
In der heutigen Zeit lässt sich eine Tendenz aufzeigen, die immer weiter von den fossilen Rohstoffen zu den Alternativen geht. In Anlehnung dessen wird eine nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise gefordert, um der heutigen und zukünftigen Generation eine adäquate Lebensgrundlage zu bieten. Gerade in Bereichen, die besonders viel dazu beitragen, dass sich die Welt nicht nachhaltig entwickelt, wie z.B. der Verkehrs- und Mobilitätssektor, muss entscheidend gehandelt und geforscht werden, um Lösungen zu finden. Dabei spielt vor allem die Technologie eine herausragende Rolle, die einen Ausweg aus der prekären Lage finden kann. In dieser Arbeit soll am Beispiel von SunFuel eine neue Technologie vorgestellt werden, die ein entscheidender Einschnitt im Kraftstoffmarkt sein kann. SunFuel ist ein schadstoffarmer, CO2-neutraler Kraftstoff aus nachhaltig angebauter Biomasse, der die Reichweite des Erdöls strecken sowie die Umwelt nachhaltig entlasten kann. Entscheidend ist nun, wie sich die Marktbedingungen für Biokraftstoffe entwickeln.
Zur vorliegenden Arbeit gibt es aufgrund der Aktualität wenig bis gar keine Literatur, die sowohl den Biokraftstoffmarkt als auch die technologischen Möglichkeiten aufzeigen kann. Die vorherrschenden Marktbedingungen, wie eine Steuerbefreiung für Biokraftstoffe, sind in der zu findenden Literatur auch nur unzureichend abgebildet. Für diese Arbeit sind aktuelle Quellen herangezogen worden wie das Internet, Fernsehen, Zeitschriften und firmeneigene Quellen wie Broschüren und anderes Informationsmaterial. Besonders wichtig und hilfreich zur Erstellung der Arbeit waren persönliche Quellen, wie Emails und Telefoninterviews mit Personen von Shell, Volkswagen, Choren und der Bundesregierung.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Notwendigkeit aufzuzeigen, warum Biokraftstoffe sich zu einer Alternative gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen aus Erdöl entwickeln und SunFuel dabei eine besonders erfolgsversprechende Rolle einnehmen könnte. Dabei sind verschiedene Fragestellungen in Betracht zu ziehen. Zu fragen ist, welche Nachhaltigkeitsprobleme es im Mobilitäts- und Verkehrsbereich gibt und wie diese mit dem aktuellen Medienthema „Erdöl“ in Verbindung gebracht werden können. Des Weiteren stellt sich die Frage, was SunFuel ausmacht und welche besseren Möglichkeiten dieser Biokraftstoff im Vergleich zu anderen Alternativen verspricht. Gefragt werden muss darüber hinaus, welche Marktbedingungen existieren müssen, damit SunFuel eine echte Alternative zu herkömmlichem Erdöl werden kann.
Im ersten Abschnitt werden Nachhaltigkeitsdefizite allgemeiner Natur und speziell im Bereich der Mobilität und Verkehr vorgestellt. Es wird erläutert, worauf in diesem Sektor besonders Wert gelegt werden muss, um eine nachhaltige Entwicklung zu generieren.
Weiterführend aus den Problemen der Nachhaltigkeit zeigt der folgende Abschnitt in einem aktuellen Rahmen die Entwicklungen und Grenzen auf dem Erdölmarkt auf, wodurch die Möglichkeiten der Alternativen gesteigert werden. Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit der Beschreibung von SunFuel als Biokraftstoff, sowohl das technische Verfahren als auch die Vor- und Nachteile werden erläutert. Im darauf folgenden Abschnitt werden die Grenzen und Möglichkeiten von potenziellen Konkurrenzprodukten wie Biodiesel, Bioethanol, Erdgas (inkl. Gas-to-Liquids) und Wasserstoff im Vergleich zu SunFuel aufgezeigt. Im letzten Abschnitt werden dann die Marktbedingungen erläutert, die mitentscheiden, ob und wie erfolgreich SunFuel werden kann. Wesentliche Punkte sind dabei die Steuerbefreiung und die Kooperationen mit finanzstarken Investoren.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Nachhaltigkeitsprobleme im Mobilitäts- und Verkehrsbereich | 3 |
| 2.1 | Definitionen von „Nachhaltigkeit“ | 3 |
| 2.1.1 | Intra- und intergenerative Gerechtigkeit | 4 |
| 2.2.2 | Globale Orientierung | 5 |
| 2.3 | Nachhaltigkeitsdefizite | 6 |
| 2.4 | Mobilität und Verkehr | 10 |
| 2.5 | Nachhaltige Entwicklung – Konsistenz, Effizienz und Suffizienz | 14 |
| 2.6 | Markteinführung nachhaltiger Technik | 16 |
| 3. | Notwendigkeit zur Umorientierung in der Energiepolitik | 18 |
| 3.1 | Gründe für den Rohölpreisanstieg | 18 |
| 3.2 | Reichweite der Erdölreserven | 20 |
| 3.3 | Importabhängigkeit vom instabilen Nahen Osten | 22 |
| 3.4 | Konsequenzen für den Verkehr | 25 |
| 4. | Der Biokraftstoff SunFuel | 27 |
| 4.1 | Ausgangsstoffe | 27 |
| 4.2 | Das technische Verfahren | 28 |
| 4.2.1 | Die Firma Choren | 28 |
| 4.2.2 | Die Funktionsweise des Carbo-Vâ-Verfahrens | 28 |
| 4.3 | Der Stand der Technik | 30 |
| 4.4 | Vorteile von SunFuel | 31 |
| 4.4.1 | CO2- neutral und umweltschonend | 31 |
| 4.4.2 | Die Eigenschaft als Designerkraftstoff | 33 |
| 4.4.3 | Unbegrenztes Biomassepotenzial | 34 |
| 4.5 | Nachteile von SunFuel | 37 |
| 4.5.1 | Kosten | 37 |
| 4.5.2 | Transportproblem | 37 |
| 5. | Vorstellung von alternativen Kraftstoffen und Vergleichmit SunFuel | 39 |
| 5.1 | Biodiesel | 39 |
| 5.2 | Bioethanol | 41 |
| 5.3 | Erdgas | 42 |
| 5.4 | Wasserstoff | 46 |
| 5.5 | Vergleich der Kraftstoffe mit SunFuel | 47 |
| 6. | Marktbedingungen für SunFuel | 50 |
| 6.1 | Steuerbefreiung | 50 |
| 6.2 | Förderung eines Biomassemarktes | 53 |
| 6.3 | Kooperationen und strategische Allianzen | 54 |
| 6.4 | Geeignetes Marketingkonzept | 56 |
| 7. | Zusammenfassung und Diskussion | 59 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 62 |
Kapitel 4: Der Biokraftstoff SunFuel® Den Automobilkonzernen Volkswagen und Daimler Chrysler wurde 2003 zu Testzwecken jeweils 12.000 Liter des Sundiesels, wie er bei Choren genannt wird, geliefert. Damit begann die unmittelbare Erprobung an den Fahrzeugen und Motoren. Den Namen SunFuel hat sich Volkswagen werbewirksam schützen lassen, Daimler Chrysler nennt diesen Sprit BioTrol, eine Kombination aus „Bio“ für „Biomass“ und „Trol“ für „Petrol“. Nach Choren-Angaben ist für das Jahr 2006 eine größere Anlage mit einem Volumen von 20.000 Tonnen Diesel pro Jahr geplant.91 2008 soll der Startschuss für eine erheblich größere Anlage fallen. Von 2006 bis 2007 soll diese geplant werden. Wenn alle Genehmigungen und Konzeptionen abgeschlossen sind, beginnt der Bau der Anlage 2008 mit einem Produktionsvolumen von 100.000 Tonnen pro Jahr. Zur eigentlichen Markteinführung von SunFuel dauert es nach Angaben von Choren, Volkswagen und der Bundesregierung noch ca. bis 2010. Die Kosten der großen Anlage beziffern sich auf gigantische 250.000.000 Euro. Laut Choren steht das Finanzierungskonzept bereits, u.a. mit Hilfe von Pensionsfonds und einem regen Interesse von Industrieseite her, die die nötigen Investitionen leisten wollen.92 [...]
Die Entwicklung des Verfahrens begann 1994. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich SunFuel immer noch in der Entwicklungsphase. Die im sächsischen Freiberg von Choren betriebene Anlage existiert noch im Pilotmaßstab. Das Carbo-V-Verfahren wurde erfolgreich über einen Zeitraum von 3 Jahren für unterschiedliche Einsatzstoffe mit insgesamt 5.000 Betriebsstunden erprobt.89 In den Jahren 2000 und 2001 erfolgten öffentliche Demonstrationsfahrten, bei denen naturbelassenes Holz, geschredderte Bahnschwellen, Trockenstabilat aus der Müllaufbereitung und Kohle in der Pilotanlage eingesetzt wurden. Die Konfiguration der Anlage erlaubte es, den Versuchsbetrieb übergangslos von einem Einsatzstoff auf einen anderen umzuschalten. Damit konnte eindrucksvoll demonstriert werden, dass das Carbo-V®-Verfahren die Möglichkeit bietet, eine breite Basis an Einsatzstoffen mit dem gleichen Anlagenkonzept zu verarbeiten.90 Durch den Einsatz von regenerativ eingesetztem Wasserstoff ließe sich der Output verdoppeln. Dies will der Geschäftsführer von Choren mit Hilfe von Windrädern und Solartechnik erreichen. [...]
Kapitel 4: Der Biokraftstoff SunFuel® Endotherme Flugstromvergasung In der dritten Stufe wird der Biokoks aus dem NTV in den Carbo-V-Reaktor unterhalb der Brennkammer eingeblasen und reagiert dort mit dem Gas aus der Brennkammer. Dabei sinkt die Temperatur durch endotherme85 Reaktionen in Sekunden von mehr als 1.300 °C auf ca. 800 °C.86 Das Ergebnis des Carbo-V-Verfahrens ist ein teerfreies Synthesegas, welches nun durch die Fischer-Tropsch-Synthese in einen flüssigen Kraftstoff, hier Diesel, umgewandelt wird. Die Fischer-Tropsch-Synthese ist ein sehr altes Verfahren, wird aber immer noch heutzutage zur Kraftstoffsynthese verwendet. Es wurde im Jahre 1925 von den deutschen Chemikern Franz Fischer und Hans Tropsch entwickelt. Das Synthesegas wird mit Hilfe von Katalysatoren87 bei einem Druck von 25 bar und einer Temperatur von 250° C in flüssige Kohlenwasserstoffe umgeformt.88 Die flüssigen Kohlenwasserstoffe dienen dann als Vorlage für den herzustellenden flüssigen Dieselkraftstoff. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832492847
Arbeit zitieren:
Sieloff, Sven Juli 2004: Grenzen und Möglichkeiten der Etablierung von Biokraftstoffen im Markt am Beispiel von SunFuel, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Nachhaltigkeit, Mobilität, biogen, CHOREN-Verfahren, alternative Energie



