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Green Logistics – Konzepte und Erfolgsfaktoren zur Realisierung eines nachhaltig orientierten Supply Chain Managements

Green Logistics – Konzepte und Erfolgsfaktoren zur Realisierung eines nachhaltig orientierten Supply Chain Managements
Über dieses Buch
  • Art: MA-Thesis / Master
  • Autor: Erdal Semizoglu
  • Abgabedatum: November 2011
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 1,5 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Beuth Hochschule für Technik Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 142
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-2787-5
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Semizoglu, Erdal November 2011: Green Logistics – Konzepte und Erfolgsfaktoren zur Realisierung eines nachhaltig orientierten Supply Chain Managements, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nachhaltigkeit, Green Supply Chain, Emissionshandel, Reverse Logistics, RFID

MA-Thesis / Master von Erdal Semizoglu

Einleitung:

Das ökologische System auf der Erde gerät langsam aber sicher aus dem Gleichgewicht, und der Umweltschutz findet immer mehr Platz in den Medien und in der Politik. Ziel ist nicht nur die Hinweisung der Öffentlichkeit auf das Problem, sondern auch die Bestimmung von Verursachern und die Suche nach nachhaltigen Lösungswegen. Besonders große Angriffsfläche besitzen hierbei die Industriebranche und alle produzierenden Unternehmen entlang ihrer gesamten Supply Chain. Ein einfaches Umweltmanagementsystem ist dabei nicht mehr ausreichend, um den von den Medien und Politik erzeugten Druck abwehren zu können. Umwelt-, Klimaschutz und Nachhaltigkeit stehen in der direkten Beziehung mit dem Unternehmensimage und der Wettbewerbsfähigkeit. So achten immer mehr Kunden auf umweltfreundlich hergestellte Produkte und sind außerdem bereit, dafür einen Aufpreis zu zahlen. Neben diesen Aspekten werden auch neue Regelungen und Richtlinien, die Unternehmen zum Umdenken bewegen und außerdem zu einer grünen Umgestaltung der Supply Chain lenken.

Den Ausgangspunkt für die vorliegende Arbeit stellt die Definition des Begriffs ‘Nachhaltigkeit’ und die rechtlichen Rahmenbedingungen zum Thema Umweltschutz dar. Da der Anreiz für Unternehmen vor allem durch die Faktoren, wie Gewinnmaximierung, Imageaufbau und Kostenminimierung, verstärkt wird, soll der Schwerpunkt der Arbeit auf die Konzepte und auf deren Erfolgsfaktoren liegen. Alle weiteren Bestandteile bilden den Rahmen bzw. die Grundlage zur Realisierung eines nachhaltig orientierten Supply Chain Managements. Dabei wird in der vorliegenden Arbeit ein Fahrplan für Unternehmen entstehen, um die Handlungsmöglichkeiten zu veranschaulichen und relevante Handlungsfelder aufzudecken. Ziel ist es, auch weitere Gründe aufzuzeigen, weshalb es für die Unternehmen sinnvoll ist, ihre Supply Chain ökologisch umzugestalten.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden daher folgende Untersuchungen durchgeführt:

Inwiefern werden Unternehmen durch Gesetze zu green Supply Chain gelenkt?

Welche Konsequenzen haben die Richtlinien bezüglich strategischer und organisatorischer Veränderungen in Unternehmen?

Welche Vorteile werden bei Befolgung der rechtlichen Bestimmungen erzielt?

Zur Untersuchung dieser Fragestellungen wird im zweiten Kapitel ein Überblick über die europäische Energie– und Klimaschutzpolitik gegeben. Anschließend erfolgt eine nähere Untersuchung der Emissionshandelsrichtlinie 2003/87/EG. Darauf folgend werden die möglichen Konsequenzen der Richtlinien auf die Supply Chain von Unternehmen näher betrachtet.

Inhalt des 5. Kapitels ist das Green Supply Chain Management mit den dazugehörigen Treibern sowie die mit der Umgestaltung erzielbaren Vorteile. Darauf aufbauend wird im Kapitel 6 die Reverse Logistics mit den dazugehörigen rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Faktoren ausführlich beschrieben. Anschließend wird ein Fahrplan für die Anwendung der RFID–Technik erstellt und dabei die Nutzenpotenziale aufgedeckt. Abschließend wird die komplette Funktionsweise bezüglich der Nachhaltigkeit überprüft, bewertet und gegebenenfalls werden Verbesserungsbeispiele vorgeschlagen.

Gegenstand des 7. Kapitels ist das Lean Management und Lean Logistics. Hier werden die Ziele und die Gestaltungsprinzipien definiert und abschließend, ebenso wie in Kapitel 6, bezüglich der Nachhaltigkeit überprüft, bewertet und gegebenenfalls Verbesserungsbespiele vorgeschlagen.

Den Abschluss der Arbeit bilden eine Zusammenfassung sowie Resümee mit einem Ausblick in die Zukunft.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Supply Chain 3
2.1 Nachhaltigkeit - Sustainability 3
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Logistik 6
2.3 Überblick der Energie- und Klimaschutzpolitik in Europa 6
2.4 Externe Effekte durch die Gesetzgebung 7
2.5 Zusammenfassung der Rahmenbedingungen 8
3. Der Emissionshandel und der Beitrag zur Green Supply Chain Management 10
3.1 Das System des Europäischen Emissionshandels und die Auswirkungen auf Unternehmen 10
3.1.1 Die flexiblen Mechanismen (JI/CDM) und der Emissionshandel 11
3.1.2 Sanktionen im Rahmen des Europäischen Emissionshandelssystems 14
3.1.3 Änderungen und Erweiterungen vor der Phase III (2013–2020) 15
3.2 Emissionen als Umsatz– und Kostengrößen 16
3.3 Schlussfolgerung zur Schnittstelle zwischen Emissionshandel und Green Supply Chain 18
4. Konsequenzen der Gesetze auf die Supply Chain von Unternehmen 20
4.1 Konsequenzen auf die Supply Chain Strategie 20
4.2 Das traditionelle Supply Chain Management 21
5. Green Supply Chain Management 25
5.1 Bausteine einer wirksamen Supply Chain Strategie 32
5.1.1 Mission & Vision 32
5.1.2 Die erfolgreiche Verankerung der neuen Strategie 34
5.1.3 Carbon Accounting & Carbon Controlling 37
5.2 Treiber des grünen Supply Chain Managements 40
5.3 Anreize für Sustainable Supply Chain Management 40
5.4 Praxisbeispiele für eine Green Supply Chain 42
6. Reverse Logistics 43
6.1 Herausforderungen und Treiber der Reverse Logistics 44
6.1.1 Rechtliche Faktoren 45
6.1.2 Wirtschaftliche Faktoren 46
6.1.3 Gesellschaftliche Faktoren 47
6.2 RFID – Radio Frequency Identification 47
6.2.1 Funktionsweise und Komponenten von RFID–Systemen 47
6.2.2 Vergleich zwischen RFID und anderen Auto–ID–Systeme 48
6.3 Nutzenpotenziale von RFID in der Reverse Logistics 48
6.3.1 Logistische Funktionen von RFID 49
6.3.2 Nutzenpotenziale in den Aufgabenfeldern der Reverse Logistics 49
6.3.2.1 Entsorgungslogistik 49
6.3.2.2 Retourenlogistik 54
6.3.2.3 Behälterlogistik 56
6.4 Schlussbetrachtung, Überprüfung auf Nachhaltigkeit und Verbesserungsvorschläge 58
7. Lean Management 61
7.1 Ziele eines Lean Management Konzeptes 62
7.2 Lean Management in der Logistik 63
7.2.1 Gestaltungsprinzipien einer Schlanken Logistik 63
7.2.1.1 Synchronisationsprinzip 64
7.2.1.2 Taktprinzip 65
7.2.1.3 Flussprinzip 66
7.2.1.4 Pullprinzip 66
7.2.1.5 Standardprinzip 67
7.3 Methodenhaus der Lean Logistic 67
7.4 Stufen eines Lean Logitics Projektes 68
7.5 Schlussbetrachtung, Überprüfung auf Nachhaltigkeit und Verbesserungsvorschläge 69
8 Zusammenfassung und Ausblick 72
Quellenverzeichnis 74

Textprobe:

Kapitel 3., Der Emissionshandel und der Beitrag zur Green Supply Chain Management:

Zurzeit versuchen viele deutsche Unternehmen, ihre Prozesse ökologisch umzugestalten. Weltweit betrachtet sind deutsche Unternehmen auch Vorreiter bezüglich des grünen Supply Chain Managements. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass die grünen Aktivitäten ökonomisch akzeptabel sein müssen, ansonsten gelten sie nicht als nachhaltig. Deswegen dürfen die Unternehmen nicht nur aus ökologischen Gründen grüne Verfahren einführen, sondern die Aktivitäten müssen auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Analog dazu wird die Umsatz– und Kostenstelle betrachtet. Als Erstes werden die möglichen Kosten, die sich aus dem Europäischen Emissionshandelssystem ergeben, beschrieben. Im Anschluss wird dann verdeutlicht, welchen Einfluss die Emissionen oder die Emissionsminderung auf das Betriebsergebnis eines Unternehmens und demnach auch auf die Rentabilität haben.

3.1, Das System des Europäischen Emissionshandels und die Auswirkungen auf Unternehmen:

Die Emissionshandelsrichtlinie 2003/87/EG bildet die Rechtsgrundlage für den Europäischen Emissionshandel. Diese Richtlinie wurde in Deutschland mit dem Treibhausgas–Emissionshandelsgesetz (TEHG) umgesetzt. Das Ziel der Richtlinie ist es, Schadstoffemissionen bei möglichst geringen Kosten zu realisieren.

Von der aktuellen zweiten Phase des Europäischen Emissionshandelssystems (2008-2012) sind die Anlagen energieintensiver Branchen, wie Energie– und Wärmeerzeuger, Eisen– und Stahlwerke, Papier– und Zellstofffabriken, Ölraffinerien, Koksöfen und Zement– und Ziegelfabriken, betroffen. Die Allokation der Zertifikate erfolgt dabei fast vollständig kostenlos. In der ersten Phase (2005-2007) wurden knapp 95% der Zertifikate in Deutschland kostenlos ausgeteilt. In der jetzigen Phase hingegen 90%.

Das Kyoto–Protokoll legt als Reduktionsziel keinen festen Zeitpunkt fest, sondern in Artikel 3 eine Periode von 2008 bis 2012. Dies ist auch gleichzeitig die erste Verpflichtungsperiode, denn die erste Phase wird auch des Öfteren als Testphase für das System angesehen. In diesem Zeitraum muss das angestrebte Ziel jeweils im Durchschnitt erreicht sein. Dabei müssen die EU–Länder ihre Emissionen um 8% und die Industriestaaten insgesamt um 5% im Vergleich zum Basisjahr 1990 senken. Also erfolgt die Berechnung über historische Daten. Um die genannten Ziele erreichen zu können, wird versucht, die Treibhausgase zunächst direkt zu reduzieren. Hierbei gibt es generell zwei Möglichkeiten, die angestrebten Emissionsminderungsziele zu erreichen:

Steigerung der Energieeffizienz (z. B. durch neue Technologien und Modernisierungen der Anlagen), Erweiterung der erneuerbaren Energien.

3.1.1, Die flexiblen Mechanismen (JI/CDM) und der Emissionshandel:

Für die Realisierung der vorgegebenen Minderungsziele stellt das Kyoto–Protokoll die flexiblen Mechanismen Joint Implementation (JI), Clean Development Mechanism (CDM) und den Emissionshandel bereit.

Das Konzept des Joint Implementation erlaubt eine direkte Reduktion der Emissionen durch Klimaprojekte in anderen Industrie– oder Transformationsländern, die auch Emissionsreduktionen vornehmen müssen. Das bedeutet, dass der gastgebende Staat ebenso ein eigenes Emissionsminderungsziel besitzt. Die entstehenden Emissionsreduktionseinheiten (ERUs – Emission Reduction Units) werden den, an dem Projekt teilnehmenden, Staaten angerechnet. Somit werden dem gastgebenden Land die Einheiten (Assigned Amount Units – AAUs oder European Union Allowances – EUA) abgezogen und dem investierenden Staat gutgeschrieben. Als Gegenleistung erhält der gastgebende Staat zusätzliches Kapital und modernere Technologien. Diese JI–Projekte sind aber erst dann von Bedeutung, wenn die Maßnahmen im eigenen Land kostenintensiver sind. Das Projekt wird dadurch zur Win–Win–Situation für alle Teilnehmer. Sie ist jedoch nur auf die entwickelten Staaten beschränkt.

Das Konzept des Clean Development Mechanism ist mit dem JI identisch, unterscheidet sich jedoch bezüglich der Beteiligten und der Anrechnungsmodalitäten. Die CDM–Projekte sind weitaus kostengünstiger als die JI–Projekte, weshalb auch viele Industriestaaten CDM–Projekte bevorzugen. Der gastgebende Staat ist bei den CDM–Projekten kein Mitglied des Anhang–B und muss aus diesem Grund keine Emissionsreduzierungen vornehmen. Als einzige Teilnahmevoraussetzung für das gastgebende Land muss das Kyoto–Protokoll ratifiziert worden sein. Bei diesem Verfahren werden im Gegensatz zu dem JI dem gastgebenden Land keine Einheiten abgezogen. Der Grund hierfür ist, wie bereits erwähnt, dass Entwicklungsländer nicht zu Emissionsminderungen verpflichtet werden. Während der CDM–Projekte investieren Industriestaaten in Entwicklungsländern, um Emissionen einsparen zu können, und erhalten im Gegenzug zertifizierte Emissionsreduktionen (Certified Emission Reductions – CERs). Die erhaltenen CERs können dann im Inland angerechnet werden. Durch diese Arbeitsweise werden die Entwicklungsländer durch finanzielle und technologische Mittel unterstützt. Die lokale Umwelt wird dabei entlastet, die Luft wird reiner und die Wasserverschmutzung wird gehemmt. Wodurch auch die Gesundheit der Bevölkerung positiv beeinflusst wird. Außerdem können durch diese Projekte neue Arbeitsplätze in den betroffenen Ländern geschaffen werden.

Diese Mechanismen sollen für eine ökonomisch effiziente Erreichung der Stabilisierungs– und Reduktionsziele sorgen. Das JI und CDM sind projektbezogene Maßnahmen, und der Emissionshandel ist ein marktwirtschaftliches Instrument. Trotz vieler Kritiken wird den flexiblen Mechanismen ein erhebliches Potenzial zur Erreichung des Umweltziels zugesprochen. Die projektgebundenen Mechanismen (JI und CDM) wurden mit der Richtlinie 2004/101/EG in den europäischen Emissionshandel integriert. Darüber hinaus müssen diese Projekte im Gastland einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Aus diesem Grund sind auch Projekte, die Kernenergie beinhalten, nicht zugelassen.

Unternehmen, die mehr Zertifikate benötigen als ihnen zugeteilt wurden und keine Projekte durchführen möchten, können diese auf dem Markt zukaufen. Umgekehrt können die Unternehmen bei einer Überdeckung an Zertifikaten ihre Emissionsrechte am Markt verkaufen. Der Handel der Zertifikate, die nur in elektronischer Form vorhanden sind, erfolgt über Börsen, Makler oder direkt zwischen den Beteiligten (over the counter).

Einige der vielen Handelsplätze sind z.B.:

Leipzig: European Energy Exchange (EEX), Wien: Energy Exchange Austria (EXAA), London: European Climate Exchange (ECX).

Die Zertifikatspreise werden gemäß dem Marktprinzip durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Da die Staaten während der ersten Phase zu viele Zertifikate kostenlos ausgeteilt hatten, fiel der Preis eines Zertifikates von 30 EUR auf knapp 9 EUR. So kam es auch dazu, dass sich der Preis am Ende des Jahres 2007 gegen null näherte. Ein weiterer Grund dafür war auch, dass die Zertifikate in die nächste Periode nicht mitgenommen werden konnten. Das System des Europäischen Emissionshandels verfolgt den Gedanken, die Emissionen dort einzusparen, wo es auch am kostengünstigsten ist. Das heißt, dass Unternehmen die Investitionskosten für Reduktionsmaßnahmen mit den Zertifikatspreisen vergleichen, um eine günstigere Entscheidung zu treffen.

Arbeit zitieren:
Semizoglu, Erdal November 2011: Green Logistics – Konzepte und Erfolgsfaktoren zur Realisierung eines nachhaltig orientierten Supply Chain Managements, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nachhaltigkeit, Green Supply Chain, Emissionshandel, Reverse Logistics, RFID

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