Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Gratifkationsleistungen der dem Mensch/Puppe-Genre zuordnenbaren von 1968-1994 gesendeten Fernsehsendungen Arminio Rothsteins im Kinderprogramm des ORF

Fokus-Gruppengespräche ehemaliger RezipientInnen von “Toby und Tobias“ sowie “Clown Habakuks Puppenzirkus“

Gratifkationsleistungen der dem Mensch/Puppe-Genre zuordnenbaren von 1968-1994 gesendeten Fernsehsendungen Arminio Rothsteins im Kinderprogramm des ORF
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Link
  • Abgabedatum: Oktober 2000
  • Umfang: 168 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4630-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4630-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4630-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Link, Michael Oktober 2000: Gratifkationsleistungen der dem Mensch/Puppe-Genre zuordnenbaren von 1968-1994 gesendeten Fernsehsendungen Arminio Rothsteins im Kinderprogramm des ORF, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nutzenansatz, Kinderfernsehen, Medienpädagogik, Rothstein, Gratifikationsforschung

Diplomarbeit von Michael Link

Einleitung:

Von 1968 bis 1994 war der Wiener AHS-Professor Arminio Rothstein für das Kinderfernsehen in Österreich tätig. Im Zuge dessen erfand, schrieb und leitete er Sendungen, deren Figuren zum Großteil Puppen (Marionetten und Handpuppen) waren. Diese baute er ausschließlich selbst. Berühmtheit erlangte Arminio Rothstein, der 1994 67jährig verstarb, vor allem in der Figur des Clowns Habakuk, die in der Interaktion mit seinen Puppen den Sendungen einen unverwechselbaren Charakter verlieh: Rothstein variierte das Genre Puppensendung mit der Hinzufügung eines clownesken Realdarstellers und führte überdies generell das „Mensch/Puppe-Prinzip“ im österreichischen Kinderfernsehen ein.

Die primäre Intention der vorliegenden Diplomarbeit liegt darin, wesentliche auf die Sendungsinhalte bezogenen Faktoren der Popularität der Fernsehsendungen Rothsteins herauszuarbeiten. Das Forschungsziel beinhaltet auch die Frage nach den Faktoren der jahrzehntelangen Fernsehpräsenz der Sendungen Arminio Rothsteins. Dabei sind insofern primär deren inhaltliche Aspekte von Interesse, als davon ausgegangen wird, dass vor allem im Inhalt einer Fernsehsendung Kriterien für den Erfolg dieser Sendung liegen. Hier spielt einerseits die Qualität einer Fernsehsendung, welcher dieser seitens der ProgrammacherInnen beigemessen wird, eine Rolle, andererseits jedoch vor allem die Popularität der Sendung bei ihrem Fernsehpublikum, die beispielsweise in der - etwa durch Teletest-Daten - messbaren Akzeptanz durch die ZuseherInnen ihren Ausdruck findet.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden zwei dem qualitativen sozialwissenschaftlichen Forschungsspektrum zuordenbare Methoden angewandt: Neben der Methode der Expertenbefragung wurde die Fokus-Gruppendiskussion gewählt. Es wurden drei mündliche, wenig standardisierte Leitfaden-Befragungen durchgeführt.

Infolge der explorativen Studie werden Hypothesen generiert, welche weiteren, repräsentativen Studien zur Rezeption von Sendungen im Kinderprogramm zugrunde liegen können. Die zentrale Intention derartiger Forschungsprojekte könnte darin liegen, populäre Sendungen für Kinder zwischen drei und zehn Jahren zu schaffen, welche einem hohen pädagogischen Anspruch gerecht werden.

Die vorliegende Arbeit soll darüber hinaus am Beispiel der Sendungen Rothsteins einen kleinen Beitrag dazu leisten, unter „pädagogisch anspruchsvollem, populärem Kinderprogramm“ keinen Widerspruch in sich zu sehen, sondern ein reales Ziel des Kinderfernsehens, sämtliche Gruppen - Pädagogen, Eltern, Programmmacher, doch vor allen Dingen die Kinder als rezipierende Zielgruppe - zufrieden zu stellen.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT 1
1. EINLEITUNG 3
2. ZUR PERSON ARMINIO ROTHSTEIN 8
3. KINDERFERNSEHEN ALS QUALITÄTSFERNSEHEN 14
3.1 Zum Begriff Kinderfernsehen 14
3.2 Überlegungen zum Begriff Qualitätsfernsehen 15
4. THEORIEANSÄTZE UND FORSCHUNGSSTAND ZUR REZEPTION VON FERNSEHSENDUNGEN DURCH KINDER 21
4.1 Vorüberlegungen 21
4.2 Theorieansätze zur Nutzung von Massenmedien 24
4.2.1 Zum Rezeptionsprozess von Kindern 24
4.2.1.1 Wie Kinder Fernsehsendungen wahrnehmen: Fernsehen als Erlebnis 24
4.2.1.2 Elemente des kindlichen Rezeptionsprozesses aus der Sicht der handlungstheoretisch orientierten Medienrezeptionstheorie 26
4.2.2 Der Uses and Gratifications Approach 29
4.2.3 Der Nutzenansatz 30
4.3 Primäre Gratifikationen von Kindern infolge der Rezeption von Fernsehsendungen 32
4.3.1 Die Gratifikationsforschung zum Mediengebrauch von Kindern 32
4.3.2 Rekreative Gratifikationen 35
4.3.3 Orientierungshilfe infolge der Identifikation der RezipientInnen mit den ProtagonistInnen 40
5. FORSCHUNGSLEITENDE FRAGEN 47
6. DIE GENRES PUPPEN- UND CLOWNSENDUNGEN 50
6.1 Allgemeines 50
6.2 Clowns in Fernsehsendungen 51
6.3 Puppen in Fernsehsendungen 53
6.3.1 Allgemeines 53
6.3.2 Die Handpuppe 54
6.3.2.1 Der Kasperl 55
6.3.3 Die Marionette 57
6.3.4 Erzieherische Puppensendungen 58
6.3.5 Die Bedeutung von Puppensendungen in der Geschichte des österreichischen Kinderfernsehens 61
7. DIE SENDUNGEN ARMINIO ROTHSTEINS IM KINDERPROGRAMM 70
7.1 Zum Inhalt der Sendungen Arminio Rothsteins 70
7.1.1 „Toby und Tobias“ 70
7.1.2 „Clown Habakuks Puppenzirkus“ 72
7.2 Angebot und Nutzung der Fernsehsendungen Arminio Rothsteins 73
8. FOKUS-GRUPPENDISKUSSIONEN 80
8.1 Allgemeines zu Gruppendiskussionen 80
8.2 Die Fokus-Gruppendiskussion als sozialwissenschaftliche Methode 81
8.3 Fokus-Gruppendiskussionen über die Sendungen Arminio Rothsteins als zentrale Thematik 85
9. AUSWERTUNG 89
9.1 Fokus-Gruppe 1 89
9.2 Fokus-Gruppe 2 99
9.3 Fokus-Gruppe 3 109
10. RESÜMEE 116
10.1 Beantwortung der forschungsleitenden Fragen 116
10.2 Zusammenfassung der Ergebnisse 124
10.3 Hypothesengenerierung 127
11. SCHLUSSBEMERKUNGEN 128
LITERATURVERZEICHNIS 131
ANHANG
Anhang I: Leitfaden für die Fokus-Gruppen
Anhang II: Titel und Ausstrahlungstermine der Sendungen Arminio Rothsteins ab 1974
Anhang III: Transkript der Expertenbefragung mit Christine Rothstein

Automatisiert erstellter Textauszug:

Der Vorteil der Fokus-Gruppendiskussion liegt vor allem in der Tatsache, daß sie wie die Gruppendiskussion im allgemeinen - bei “relativ niedrigen Kosten eine Vielzahl von Informationen liefert“.383 Diese Vielzahl an der durch die FokusGruppendiskussion erhebbarer Daten resultiert aus der großen Möglichkeit der ehrlichen und engagierten Darlegung der Meinung bezogen auf die zu diskutierende Thematik. Die offene Meinungsdarlegung wiederum läßt sich auf essentielle gruppendynamische Prozesse zurückführen. Diese implizieren nämlich die Unmittelbarkeit der Reaktionen anderer DiskussionsteilnehmerInnen. BefürworterInnen der Fokus-Gruppendiskussion argumentieren, daß diese - im Gegensatz zu isolierte Meinungsformulierungen intendierenden Einzelinterviews - eine relative Nähe von Meinungsäußerungen zu den realen, individuellen Erfahrungen der GruppenmitgliederInnen ermöglicht.384 [...]

Unter der Gruppendiskussion im sozialwissenschaftlichen Verständnis nach ATTESLANDER (1995) ist “die vom Forscher beobachtete, von ihm höchstens durch Fragen beeinflußte freie Interaktion der Gruppenmitglieder zu einem gestellten Thema“377 zu verstehen. Der amerikanische Soziologe Robert Merton gilt als der Pionier der FokusGruppenforschung, wobei Merton auf Forschungsprojekte von Paul Lazarsfeld und Frank Stanton im Zusammenhang mit Hörerreaktionen verweist, in denen bereits focus-groups angewandt wurden.378 In den siebziger Jahren wurde der Einsatz von Gruppendiskussionen im Rahmen von focus groups - vorerst in der angloamerikanischen Marketing-Forschung - intensiviert. Erst in den achtziger Jahren setzte sich diese Methode auch in anderen Forschungsbereichen, inbesondere in der Erziehungs-, Medien-, Gesundheits- und Survey-Forschung, aber auch in der angewandten politischen Forschung durch.379 Hingegen sind die praktischen Anwendungsgebiete der Fokus-Gruppendiskussionen im deutschsprachigen Raum - entgegen ihren potentiellen Anwendungsmöglichkeiten - nach wie vor sehr beschränkt. Überdies wurde sie ebenso wie die Gruppendiskussion im allgemeinen wissenschaftlich bzw. methodisch-theoretisch noch nicht befriedigend ausgearbeitet.380 Die Fokus-Gruppendiskussion stellt eine Sonderform der Gruppendiskussion dar. Sie kann folgendermaßen charakterisiert werden: Die TeilnehmerInnen einer Fokus-Gruppe diskutieren unter Laborbedingungen über ein bestimmtes, vorgegebenes Thema. Die Gruppendiskussion ist insofern fokussiert, als allen DiskussionsteilnehmerInnen eine spezifische Erfahrung - etwa die Rezeption einer Fernsehsendung - im Hinblick auf das zu diskutierende Thema gemein ist. Infolgedessen besteht die Intention der Fokus-Gruppendiskussion nicht in einem weitestgehenden Konsens zwischen den TeilnehmerInnen, sondern in der Eruierung verschiedener Meinungen sowie Themenfacetten, welche infolge des Gruppenge377 378 379 380 [...]

Generell stellt die Gruppendiskussion als sozialwissenschaftliche Methode eine zwar durchaus häufig praktizierte Erhebungstechnik dar, ist jedoch - etwa verglichen mit dem qualitativen Interview - methodisch-theoretisch noch nicht befriedigend ausgearbeitet worden. Dabei ist jedoch festzuhalten, daß es sich bei der Gruppendiskussion um eine noch relativ junge Methode372 qualitativer Sozialforschung handelt.373 Die Gruppendiskussion ist allgemein als ein “Gespräch einer Gruppe zu einem bestimmten Thema unter Laborbedingungen“ zu verstehen.374 Dabei wird die ermittelnde von der vermittelnden Gruppendiskussion differenziert, wobei die vermittelnde Gruppendiskussion der Inszenierung von Gruppenprozessen dient. Die ermittelnde Gruppendiskussion intendiert demgegenüber die “Erlangung von Informationen über die inhaltlichen Ergebnisse oder die gruppenprozessuale Generierung dieser Ergebnisse“.375 Sie stellt den Regelfall der Gruppendiskussion in der sozialwissenschaftlichen Anwendung dar. Die Gruppendiskussion strebt im übrigen als eine dem qualitativen Paradigma zuordenbare Datenerhebungsmethode keine Repräsentativität376, sondern vielmehr die Generierung von Forschungshypothesen an. [...]

Arbeit zitieren:
Link, Michael Oktober 2000: Gratifkationsleistungen der dem Mensch/Puppe-Genre zuordnenbaren von 1968-1994 gesendeten Fernsehsendungen Arminio Rothsteins im Kinderprogramm des ORF, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nutzenansatz, Kinderfernsehen, Medienpädagogik, Rothstein, Gratifikationsforschung

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren