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Going Public einer Fußball-Kapitalgesellschaft

Chancen und Risiken im europäischen Vergleich

Going Public einer Fußball-Kapitalgesellschaft
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Jan Claas Bringezu
  • Abgabedatum: April 2000
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 509,4 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4330-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4330-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4330-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Bringezu, Jan Claas April 2000: Going Public einer Fußball-Kapitalgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aktie, Fußball, Going Public, Kapitalmarkt, Sportvermarktung

Diplomarbeit von Jan Claas Bringezu

Einleitung:

So lautete die Überschrift eines Artikels, der sich mit dem Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund beschäftigt. Hiermit kündigt sich das an, was in anderen europäischen Ländern und vor allem in Großbritannien schon seit Jahren Gang und Gebe ist, nämlich die Börseneinführung und -notierung einer Fußball -Kapitalgesellschaft. In Deutschland ist eine solche Anpassung an den europäischen Trend erst seit dem 24.10.1998 möglich, an dem der Deutsche Fußball Bund (DFB) seine Statuten dahingehend änderte, dass an dem Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga auch Kapitalgesellschaften teilnehmen dürfen. Dieses sogenannte „Eckwertepapier“ macht es demnach möglich, dass u.a. Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien in den beiden Bundesligen spielberechtigt sind und somit auch der Börsengang eines Fußball-Clubs möglich wird.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im folgenden mit den Auswirkungen dieser Entscheidung durch den DFB. Zunächst werden die begrifflichen Grundlagen dargelegt, gefolgt von einer ausführlichen Charakterisierung des deutschen Fußball-Marktes sowie der anderen großen europäischen Märkte Italien, Spanien und England. Dem schließt sich ein kurzer historischer Abriss über erfolgte Börsengänge und über Fußballaktien an. Den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet anschließend die Darstellung der formellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen eines Börsengangs und der Durchführung eines potentiellen IPOs eines Fußballclubs in Deutschland incl. eines empirischen Überblicks über Börsenkandidaten in den Bundesligen und einer näheren Betrachtung des aktuellen Standes der Börsenpläne von Borussia Dortmund.

Dazu gehört auch die Gegenüberstellung von Chancen und Risiken, die ein Börsengang bzw. Fußballaktien für den Verein, für Anleger und für den Fußballsport und seine Anhänger mit sich bringen.

Der Abschluss wird von einer kurzen kritischen Würdigung und einem Ausblick über die Aussichten und die Bedeutung deutscher Fußball-AGs aufgrund der europäischen Erfahrungen gebildet.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abkürzungsverzeichnis IV
Abbildungsverzeichnis VI
1. Einleitung und Gang der Untersuchung 1
2. Begriffliche Grundlegung 2
2.1 Going Public 2
2.2 Fußball-Kapitalgesellschaft 2
3. Charakterisierung des Fußball-Marktes 2
3.1 Deutschland 3
3.1.1 Die Fußball-Bundesliga 3
3.1.2 Einnahmen der Bundesligavereine 4
3.1.2.1 Zuschauereinnahmen 4
3.1.2.2 Sponsoring 6
3.1.2.3 Merchandising 8
3.1.2.4 TV-Einnahmen 8
3.1.2.5 Bedeutung der Einnahmequellen 11
3.1.3 Wirtschaftliche Situation der Bundesligavereine 12
3.2. Europa 12
3.2.1 Die Ligen 13
3.2.2 Wirtschaftliche Situation 13
3.2.2.1 England 14
3.2.2.2 Spanien 16
3.2.2.3 Italien 17
3.3 Die europäischen Wettbewerbe 18
3.4 Zwischenfazit 20
4. Das Going Public eines Fußball-Clubs in Deutschland 21
4.1 Fußballaktien – ein historischer Abriss 21
4.2 Motive für ein Going Public 22
4.2.1 Eigenkapitalstärkung 22
4.2.2 Professionalisierung der Geschäftsführung 24
4.2.3 Image und Marketing 25
4.2.4 Drohender Entzug der Rechtsfähigkeit 26
4.3 Formelle Voraussetzungen für ein Going Public 27
4.3.1 Das DFB-Eckwertepapier 27
4.3.2 Wahl der börsenfähigen Rechtsform 29
4.3.3 Umwandlung 31
4.4 Börsenfähigkeit einer Fußball-Kapitalgesellschaft 32
4.5 Durchführung des Going Public 34
4.5.1 Die Wahl des Börsensegmentes 34
4.5.2 Emissionspreisfindung 36
4.5.2.1 Bewertungsansätze 37
4.5.2.2 Bookbuilding-Phase 39
4.5.3 Platzierungskonzepte 40
5. Börsenpläne deutscher Vereine 41
5.1 Umfrage 41
5.2 Borussia Dortmund 43
6. Erfahrungen aus Börsengängen europäischer Clubs 45
6.1 Tops 45
6.2 Flops 46
7. Chancen und Risiken im europäischen Vergleich 47
7.1 Die Anleger 48
7.2 Die Clubs 50
7.3 Der Sport 51
8. Fazit und Ausblick 54
Literaturverzeichnis 55
Anhang I 60
Anhang II 61
Erklärung 63

Automatisiert erstellter Textauszug:

rechte maximal 50 % minus 1 Stimmrecht betragen. Hiermit soll gewährleistet werden, dass der Einfluss des Muttervereins auf die Tochter bestehen bleibt und nicht umgangen werden kann, d.h. dass nur solche Kapitalgesellschaften die Lizenz für eine der beiden Bundesligen erhalten, bei denen der Mutterverein eine mehrheitliche Beteiligung besitzt.103 Allerdings sind von diesen Regelungen zwei Ausnahmen erlaubt. Wählt der Fußballverein als Rechtsform die KGaA, so wird seitens des DFB vorgeschrieben, dass der Mutterverein selbst der Komplementär sein muss. In diesem Fall ist ein hinreichender Einfluss der Mutter gewährleistet, so dass auch mehr als 50 % der Stimmrechte an Investoren vergeben werden, also bis zu 100 % der Aktien einer Fußball – KGaA können über die Börse verkauft werden.104 Die zweite Ausnahme tritt in Kraft, wenn ein Wirtschaftsunternehmen seit über 20 Jahren vor dem Stichtag 01.01.1999 den Fußballbereich eines Vereins “ununterbrochen und erheblich“105 gefördert hat. Die Tochtergesellschaft des Vereins erhält selbst dann die Lizenz vom DFB, wenn das Unternehmen die Mehrheit oder sogar 100 % an der Tochter besitzt. Diese Ausnahmeregelung besitzt den Namen „Lex Leverkusen“, da die Bayer AG schon seit Jahrzehnten den Fußball bei Bayer 04 Leverkusen fördert und eine Mehrheitsbeteiligung an der Lizenzspielerbereichs – GmbH hält. Auf diese Regelung bezieht sich z. Zt. auch der VfL Wolfsburg, der seinen Profibereich in eine GmbH überführen will, an der der langjährige Sponsor Volkswagen AG die Mehrheit halten soll. Darüber wird allerdings zur Zeit noch mit dem DFB gestritten, der in diesem Fall kein ausreichend langes Engagement des Volkswagen Konzerns sieht.106 Durch das Eckwertepapier ist der Weg frei für Fußball – Kapitalgesellschaften. Den Gang an die Börse können nur die AG und die KGaA gehen, so dass auf eine weiterführende Schilderung der GmbH verzichtet wird. [...]

4.3.1 Das DFB – Eckwertepapier Am 24.10.1998 verabschiedete der 36. DFB Bundestag einstimmig ein Papier, das die Statuten des DFB in bezug auf Satzung und Ordnung änderte, das sog. Eckwertepapier99. Ziel dieses Papiers war und ist es, den an dem Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga teilnehmenden Lizenzvereinen die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft zu ermöglichen, damit sich diese notwendige Finanzmittel am Kapitalmarkt besorgen können (in Form einer AG oder KGaA) oder Sponsoren und andere Interessierte organisatorisch (in Form einer GmbH) eingebunden werden können.100 Die für die Teilnahme am Spielbetrieb notwendige Lizenz des DFB, die jährlich neu anhand der finanziellen und wirtschaftlichen Daten der Clubs zu vergeben ist101, geht von dem Mutterverein auf den ausgegliederten Profispielerbereich über, damit dieser seine Gesellschaftsanteile überhaupt vermarkten kann. Andernfalls hätte der ausgegliederte Bereich keine wirtschaftliche Substanz vorzuweisen.102 Die neben der mit dem Eckwertepapier erlaubten Umwandlung in bzw. Ausgliederung von Fußball – Kapitalgesellschaften zweite wesentliche Bestimmung ist die Festlegung des Verhältnisses von Tochtergesellschaft zu Mutterverein. Der Mindestanteil der Stimmrechte des Muttervereins an der Tochtergesellschaft beträgt 50 % + 1 Stimmrecht. Das bedeutet, das maximal 50 % der Aktien minus 1 Aktie einer etwaigen Fußball – AG an die Börse gebracht werden dürfen. Bei einer GmbH darf der Fremdanteil der Stimm98 99 [...]

4.2.4. Drohender Entzug der Rechtsfähigkeit Aus juristischer Sicht spielt ein möglicher Entzug der Rechtsfähigkeit der Proficlubs eine Rolle und es wird daher empfohlen, eine Umwandlung in eine AG vorzunehmen. Hintergrund dieser Empfehlung ist der § 43 Abs. 2 BGB, wonach einem Verein, dessen Zweck nach der Satzung nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist, die Rechtsfähigkeit entzogen werden kann, wenn er einen solchen Zweck verfolgt. Da alle Bundesliga – Vereine zum Typus des unternehmerisch tätigen Vereins zu zählen sind und zumindest bei den Vereinen der 1. Liga die wirtschaftliche Betätigung den nichtwirtschaftlichen Hauptzweck dominiert, besteht im Prinzip die Möglichkeit, dass die Verwaltungsbehörden den Bundesligavereinen die Rechtsfähigkeit entziehen. Allerdings sind die Behörden bisher nicht derart eingeschritten und auch in Zukunft ist damit nicht zu rechen. 97 Da gemäß DFB – Eckwertepapier eine ausgegliederte Fußball – Kapitalgesellschaft die Tochter des ursprünglichen Vereins darstellt, würde sich an einem [...]

Arbeit zitieren:
Bringezu, Jan Claas April 2000: Going Public einer Fußball-Kapitalgesellschaft, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aktie, Fußball, Going Public, Kapitalmarkt, Sportvermarktung

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