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Das Goethe-Institut Paris

Möglichkeiten und Ziele der Vermittlung deutscher Sprache und Kultur in Frankreich

Das Goethe-Institut Paris
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katharina Wieland
  • Abgabedatum: November 2000
  • Umfang: 231 Seiten
  • Dateigröße: 7,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-3191-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-3191-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-3191-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wieland, Katharina November 2000: Das Goethe-Institut Paris, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kulturinstitute, Deutsch als Fremdsprache, Kulturarbeit, Kulturwissenschaft

Diplomarbeit von Katharina Wieland

Einleitung:

Als im Sommer 1999 die deutschen Tageszeitungen über die finanziellen Kürzungen des Auswärtigen Amtes berichteten, war die auswärtige Kulturpolitik plötzlich wieder in aller Munde. Ihr Hauptvertreter, das Goethe-Institut, stand wie selten zuvor im Kreuzfeuer der Kritik und fand seine weltweite Arbeit in zahlreichen Artikeln präsentiert, analysiert oder verrissen. Den meisten kritischen Betrachtungen gemeinsam war allerdings die auf Verallgemeinerung bedachte Darstellung, die vor allem das Gesamtkonzept des Goethe-Instituts betraf.

Doch wie sieht dessen Arbeit eigentlich in Frankreich aus, im Nachbarland, wo die deutsche Sprache und Kultur seit jeher kritisch betrachtet, in vergangenen Jahrhunderten häufig gehasst und selten geschätzt wurden und erst in jüngster Zeit durch die Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen einen Aufschwung erlebten? Oder darf man eventuell sogar behaupten, dass die deutsch-französischen Beziehungen umgekehrt von der Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur durch Institutionen wie das Goethe-Institut profitiert haben?

Welche Aussichten bieten sich heutzutage angesichts der prekären Finanzlage der deutschen Mittlerorganisationen, allen voran das Goethe-Instituts, für die Aktivitäten und das Engagement in Frankreich? Wo lässt sich ein wirklicher Bedarf feststellen, wo können Schwerpunkte gesetzt werden?

Die folgende Arbeit konzentriert sich, nach einer Einführung in die allgemeine Konzeption und Zielsetzung des Goethe-Instituts und einer kurzen Analyse der Situation der deutschen Sprache im französischen Schulwesen, vornehmlich auf das Institut in Paris als größte Einrichtung in Frankreich, die zudem noch einen regionalen Koordinationsauftrag erfüllt.

Die Tätigkeitsfelder des Instituts in Sprach-, Informations- und Kulturvermittlung werden dargelegt und am Beispiel von Aktivitäten aus dem Jahr 1999 analysiert. Ein Vergleich mit anderen Kulturmittlerorganisationen, dem Inlandsinstitut in München und dem Institut français in der gleichen Stadt, vertieft die Darstellung.

Besondere Beachtung sollten anschließend die Kapitel zur Bedeutung der Arbeit des Goethe-Instituts Paris für die deutsch-französischen Beziehungen sowie zur intensiven Kooperation mit französischen Partnern finden. Die Ausgangsfrage wird mit einer Betrachtung zur Perspektive der Sprachförderung und der Kulturpolitik wieder aufgegriffen.

Vor dem Hintergrund der Materialfülle erscheint es notwendig, die beiden einleitenden Kapitel, welche die Arbeit des gesamten Goethe-Instituts und die Situation der deutschen Sprache in Frankreich thematisieren, nicht auf Vollständigkeit anzulegen. Ich erachte sie nichtsdestotrotz für gerechtfertigt, da sie dazu beitragen, Funktionsweise und Schwerpunktsetzung des Goethe-Instituts Paris besser nachvollziehen und angemessen beurteilen zu können.

Gleichzeitig möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass trotz umfassender Suche der Großteil der hier verarbeiteten Information aus Quellen des Goethe-Instituts selbst stammt. Dieses verfügt wie jedes wirtschaftlich funktionierende Unternehmen selbstverständlich über zahlreiche Publikationen zu eigenen Veranstaltungen sowie Werbematerialien, deren subjektiver Charakter sich gewiss nicht leugnen lässt. Beim Verfassen dieser Arbeit habe ich mich dennoch um eine möglichst objektive Darstellungsweise bemüht, wenngleich sich neben den sehr hilfreichen institutseigenen Publikationen nur sehr wenige weitere Quellen über das Goethe-Institut Paris und deutsche Sprach- und Kulturarbeit in Frankreich existieren.

Ausgehend vom Beispiel des Goethe-Instituts Paris untersucht diese Arbeit die Situation der deutschen Sprach- und Kulturarbeit in Frankreich. Am konkreten Beispiel werden die bisherige Tätigkeit des Instituts für sich genommen analysiert, die einzelnen Bereich zueinander in Bezug gesetzt und Konzept für die zukünftige Arbeit vor dem Hintergrund immer engerer Verknüpfung im europäischen Kontext aber auch angesichts großer finanzieller Schwierigkeiten entworfen. In dieser Hinsicht ist die Arbeit gleichzeitig auch als Spiegel der deutschen Sprach- und vor allem Kulturpolitik im Ausland anzusehen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 4
2. Das Goethe-Institut – Eine kurze Präsentation 5
2.1 Entstehungsgeschichte 5
2.2 Aufgaben und Ziele der Institutsarbeit im Wandel der Zeit 9
2.2.1 Die Spracharbeit 9
2.2.2 Die Kulturarbeit 12
2.3 Übersicht über die Institutsarbeit 1997/1998 15
2.4 Probleme und Herausforderungen in naher Zukunft 17
3. Deutschunterricht in Frankreich 21
3.1 Deutschunterricht in Schule und Hochschule 21
3.2 Relevante Faktoren zur Sprachenwahl 27
3.3 Deutsch in Frankreich: Ein aussterbendes Fach? 30
4. Das Goethe-Institut in Paris 33
4.1 Entstehungsgeschichte 33
4.2 Organisation und Aufgaben 34
4.2.1 Spracharbeit - Konzeption der Sprachkurse 35
4.2.1.1 Nachfrage, Teilnehmerprofil, Motivation und Resonanz 35
4.2.1.2 Unterrichtsmaterial, Unterricht und Lehrkörper 37
4.2.1.3 Finanzierung der Sprachkurse und Werbung 40
4.2.2 Kulturarbeit 41
4.2.2.1 Aufgabenfelder der Programmabteilung 41
4.2.2.2 Entwicklung des Kulturprogrammes 44
4.2.2.3 Werbung und Publikumsresonanz 46
4.2.2.4 Finanzierung der Kulturarbeit 47
4.2.2.5 Kultur – ein (zu) weites Feld? 48
4.2.3 Pädagogische Verbindungsarbeit 50
4.2.3.1 Informationsangebot für Deutschlehrer 50
4.2.3.2 Fortbildungsmöglichkeiten für Deutschlehrer 51
4.2.3.3 Entwicklung von Unterrichtsmaterial 53
4.2.3.4 Finanzierung, Nachfrage und Resonanz 54
4.2.3.5 Werbung für DaF 55
4.2.4 Bibliothek / Informationsstelle 56
4.2.4.1 Informationsangebot und Nutzung der Bibliothek 57
4.2.4.2 Bibliotheksarbeit als Spiegel der aktuellen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignisse in Deutschland 59
4.2.5 Koordination und Durchführung von bereichsübergreifender Arbeit 60
4.2.6 Das Goethe-Institut Paris als Koordinationsstelle der Region Frankreich 62
4.2.6.1 Koordination der Kulturarbeit 63
4.2.6.2 Zentrale Funktion der Pädagogischen Verbindungsstelle 64
4.3 Überblick über die Institutsarbeit 1999 65
4.3.1 Sprachkursangebot 65
4.3.1.1 Reguläre Kurse 66
4.3.1.2 Spezialkurse 68
4.3.1.3 Tandem-Projekt 69
4.3.2 Kulturprogramm 1999 70
4.3.2.1 Übersicht über das Kulturprogramm 71
4.3.2.2 Realisierung des Kulturprogramms am Beispiel zwei konkreter Veranstaltungen 72
4.3.3 Pädagogische Verbindungsarbeit 73
4.3.3.1 Fortbildungsangebote 73
4.3.3.2 Werbung 74
4.3.4 Bibliothek / Informationsstelle 76
4.3.4.1 Neuanschaffungen und Erweiterungen 75
4.3.4.2 Publikationen 77
4.3.5 Pressestelle 78
5. Das Goethe-Institut Paris im Vergleich 80
5.1 Goethe-Institute im In- und Ausland am Beispiel der Institute in Paris und München 80
5.1.1 Das Goethe-Institut München 81
5.1.2 Wesentliche Unterschiede zwischen beiden Instituten 82
5.2 Vermittlung französischer Sprache und Kultur in Deutschland am Beispiel der Instituts français 84
5.2.1 Das Institut français in München 85
5.2.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Arbeit beider Institute 86
6. Herausforderungen und Ziele in der Arbeit des Goethe-Instituts Paris 89
6.1 Bedeutung der Arbeit des Goethe-Instituts für das deutsch-französische Verhältnis 89
6.2 Probleme und Schwierigkeiten 91
6.2.1 Konkurrenz vor Ort 91
6.2.2 Finanzielle Situation der Goethe-Institute 93
6.2.3 Auswirkungen der Einsparungen auf die Arbeit in Paris bzw. Frankreich 94
6.3 Partner des Goethe-Instituts Paris 95
6.3.1 Zusammenarbeit mit dem französischen Staat 96
6.3.2 Zusammenarbeit mit dem Institut français 96
6.3.3 Sonstige Partner 97
6.4 Werbung für DaF 98
6.4.1 Erfolge der bisherigen Arbeit 98
6.4.2 Schwerpunkte zukünftiger Projekte 99
6.4.3 Unterstützung im Rahmen partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen 100
6.5 Zukunftsperspektiven 101
7. Schlussbemerkungen 104
Anhang 106

Automatisiert erstellter Textauszug:

In Zusammenarbeit mit dem Ministère de l'Education nationale veranstaltet das GoetheInsitut Paris auf der Basis eines Kooperationsvertrages jährlich mehrere Fortbildungsseminare für französische Multiplikatoren an Instituten in Deutschland. Die meist über Stipendien finanzierten Kurse sind bisher nur für Lehrende aus dem Primar- und Sekundarbereich offen und widmen sich unterschiedlichsten Themenkomplexen wie Sprache, Landeskunde, Geschichte, Didaktik etc. Es besteht die Überlegung, das vorhandene Angebot für Lehrer der sections européennes, der bilingualen Zweige an französischen Gymnasien, zu spezifizieren sowie die Fortbildungsveranstaltungen für junge Hochschullehrer, denen oft eine hinreichende pädagogische Vorbereitung fehlt, zu öffnen. Eine nicht zu unterschätzende Zielgruppe der Fortbildungsveranstaltungen sind die Lehrer der GI selbst, die, gerade als Ortskräfte, häufig auch noch in anderen Bereichen außerhalb der Erwachsenenbildung tätig sind. Neben den Fernstudien und einschlägigen Seminaren, an denen ihnen die Teilnahme frei steht, sind für sie, sowohl aus der Zuhörer- als teilweise auch aus der Referentenperspektive die alle zwei Jahre stattfindenden Deutschlehrertage in Paris von Interesse. Hier werden neue Entwicklungen in der Unterrichtspraxis, didaktische und pädagogische Konzepte, interkulturelle Lernansätze etc. in Vorträgen und Diskussion aufbereitet und neues Unterrichtsmaterial präsentiert. [...]

4.2.3.2 Fortbildungsmöglichkeiten für Deutschlehrer Die PV des GI hat sich in den letzten Jahren immer weiter in das französische Fort- und Weiterbildungsnetz integriert und ihre Mitarbeiter werden landesweit von Parnterninstitutionen und den Académies eingeladen, Seminare durchzuführen. Diese werden auf die entsprechenden Bedürfnisse der jeweiligen Teilnehmer, nach Schultyp, Region, Sprachenfolge etc. abgestimmt, um den Lehrern, als oft einzigen Vermittlern deutschlandbezogener Informationen für ihre Schüler, didaktisch-pädagogische Entwicklungen sowie aktuelle Deutschlandinformation weiterzugeben. Bei über 100 Veranstaltungen jährlich ist es unmöglich, alle von den Mitarbeitern der PV in Paris durchführen zu lassen; entsprechend halten lokale oder regionale Organisationen im Zuständigkeitsbereich und in Zusammenarbeit mit einzelnen GI oder mehreren im Verbund regionale Seminare für Fortbilder ab. Diese ‚Fortbildung für Fortbilder‘ soll neue Themenschwerpunkte wie kooperative Lernformen, interkulturelles Lernen, moderne Landeskunde vermitteln und den Fortbildern Strukturen und Anleitungen geben, um die Seminarteilnehmer einerseits stärker in das Seminargeschehen einzubinden, sie andererseits aber auch zum Transfer des Seminarinhalts in ihren Unterricht anzuhalten. Besonders in Frankreich ist das klassische Referentenmodell, der Vortrag mit sporadischer Beteiligung der Fortzubildenden, bei solchen Seminaren immer noch vorherrschend; dies führt leicht dazu, dass nur über eigene Unterrichtserfahrungen berichtet wird, innovative Themen, aktuelle Entwicklungen und spezielle Anfragen der Teilnehmer dagegen weniger Beachtung finden. Neben der Fortbildung ist das GI Paris auch im Ausbildungsbereich tätig. Es wendet sich hierbei gezielt an junge und angehende Deutschlehrer, d. h. Deutschassistenten an französischen Schulen, für die zu Schuljahresbeginn in Paris Informationsabende und Seminare angeboten werden, und Studierende der IUFM. Aufgrund der Schließungen und Reduzierungen im Personalbereich an einigen GI in Frankreich ist man in den letzten Jahren dazu übergegangen, Deutschkurse und entsprechende Prüfungen an Partnerinstitute zu vergeben, vor allem in Städten, in denen das GI nicht oder nicht mehr präsent ist. Hier eröffnet sich nun ein neues Tätigkeitsfeld für die PV, da die Lehrenden dieser Institutionen, aus dem Hochschulbereich, staatlicher oder privater Natur, nicht mit den Prüfungen des GI vertraut sind. Mehrmals jährlich finden dementsprechend Prüferschulungen statt, nach deren Durchführung den einzelnen Zentren eine Prüferlizenz ausgestellt wird. [...]

4.2.3.1 Informationsangebot für Deutschlehrer Die Mediathek im GI Paris, welche direkt der Pädagogischen Verbindungsstelle zugeordnet und allen Interessenten frei zugänglich ist, bietet eine Vielzahl von Unterrichtsmaterialien für alle Klassen- und Schulstufen an. Dazu gehören Lehrwerke, Video- und Audiomaterial, didaktisch aufbereitete Texte und Literatur, Spiele für den Deutschunterricht, aber auch Material für Spezialkurse, z. B. im Bereich Wirtschaft und Handel. Für die Lehrerfortbildung stehen die Fernstudienbriefe des GI, weitere didaktische und pädagogische Literatur sowie Berichte und Fachzeitschriften zum Thema Deutsch als Fremdsprache zur Verfügung. Die vorhandenen Materialien können entweder vor Ort konsultiert, gegen Nachweis der jeweiligen Schule oder Hochschule ausgeliehen oder auch bestellt werden. Die Mediathek ist täglich mit einem Mitarbeiter der PV besetzt, der für Fragen und persönliche Beratungsgespräche bereit steht. Angesichts der fortschreitenden Entwicklung ständig neuer Materialien und den steigenden Ansprüchen der Zielgruppen, die viele Angebote der PV bereits kennen und wahrnehmen, ist zunehmend eine immer flexiblere Fachkompetenz seitens der Mitarbeiter gefragt. Dies gilt sowohl für individuelle Beratung als auch für die Erarbeitung neuer Themen und methodisch-didaktischen Materialien, da häufig einfach Zeit, Personal und Finanzen dazu fehlen. Daher konzentriert sich die Beratung und Entwicklung immer stärker auf das Primar- und Sekundarschulwesen, da auf anderen Gebieten weitere deutsche Mittlerorganisationen, wie der DAAD, existieren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass im Hochschulsektor oder in der Erwachsenenbildung tätige Lehrer sich nicht an das GI wenden könnten. Ihnen steht, genauso wie anderen Lehrenden und Lernenden, das vom Referat Forschung und Entwicklung in München entworfene und vor Ort ergänzte Internetangebot offen; hier finden sich Online-Kurse, Datenbanken, interessante links für Lehrer, Bestellbögen für Unterrichtsmaterialien, Beschreibungen der Fortbildungsseminare in Frankreich und Deutschland und, wie im PV-Programm selbst auch, eine Kleinanzeigenrubrik, in der Schulen oder einzelne Schulklassen Sprachaustauschpartner finden können. [...]

Arbeit zitieren:
Wieland, Katharina November 2000: Das Goethe-Institut Paris, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kulturinstitute, Deutsch als Fremdsprache, Kulturarbeit, Kulturwissenschaft

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