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Die Glotze lebt

Zur Situation des interaktiven Fernsehens in Deutschland

Die Glotze lebt
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ariane Schröfel
  • Abgabedatum: Juni 2004
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 1,2 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8597-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8597-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8597-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schröfel, Ariane Juni 2004: Die Glotze lebt, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: iTV, Interaktivität, Set-Top-Box, Sendetechnik, Internet

Diplomarbeit von Ariane Schröfel

Einleitung:

Interaktives Fernsehen gilt als die 3. Revolution in der Fernsehtechnik. Mit einer Kombination aus TV-Gerät und Heimcomputer soll der Zuschauer zum Nutzer werden. Aktivität statt Passivität: Während der Lieblingsfilm läuft werden Banküberweisungen getätigt und Emails geschrieben. Und wenn die Jacke des Hauptdarstellers zusagt, wird diese gleich Online bestellt – Das Fernsehgerät als Allround-Medium. Interaktives Fernsehen wird so zur neuen Form der Freizeitgestaltung und organisiert gleichzeitig das Leben neu. Welche Technik hinter iTV steckt, welche Möglichkeiten und neuen „Spielereien“ auf den Zuschauer von heute warten, zeigt diese Diplomarbeit.

Sowohl auf dem Feld der Fernsehproduktion, als auch bei Signalverbreitung und Empfang haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Neuerungen hervorgetan, die berechtigten Anlass zu der Frage geben, wie es mit der alten „Glotze“ weitergeht. Feststeht bereits zu diesem Zeitpunkt: Couch Potatoes wird es in Zukunft nicht mehr geben! An ihre Stelle sollen aktive Fernsehzuschauer treten, die nicht nur den Samstagskrimi quasi als eigener Regisseur mitgestalten, sondern nebenher auch diverse private oder geschäftliche Angelegenheiten über das Internet erledigen, für die bisher eigens hätte der Computer angeschaltet werden müssen – und das alles bequem vom Fernsehsessel aus.

Ziel dieser Arbeit soll es daher sein, das innovative System des „interaktiven Fernsehens“ vorzustellen. Um dies in angemessner Form vornehmen zu können, ist ein detaillierter Blick auf die zum Einsatz kommende Technik ebenso notwendig wie die Vorstellung der Anwendungsmöglichkeiten, die mittels interaktivem Fernsehen umgesetzt werden können.

„Ihr heutiger Fernsehapparat ist wahrscheinlich das dümmste Elektrogerät in ihremHaushalt“ – dieser, wenn auch etwas provokative Satz, scheint in der Vergangenheit durchaus seine Berechtigung gehabt zu haben. Doch bereits seit einigen Jahren verändert sich das passive Fernseh- hin zu einem aktiven Unterhaltungserlebnis. Hierzu zählen die, seit einigen Jahren beliebten Telefonspiele mit (attraktiven) Gewinnen, die den Zuschauer aus seiner Untätigkeit herausholen. Mit derartigen Mitmach-Elementen wurden erste Schritte hin zu einem interaktiven Fernsehkonsum unternommen.

Um aus dem TV-Gerät allerdings ein Allround-Unterhaltungsmedium werden zu lassen, sind weitere Neuerungen notwendig: Dank Digitalisierung und damit einhergehenden Kompressionsraten um das acht bis zehnfache sollen Qualitäten erhalten bleiben und bald unter bis zu 500 Kanälen ausgewählt werden können, darunter zunehmend sog. „Spartenkanäle“ wie beispielsweise der Anglerkanal und der Kochkanal, sowie multimediale Anwendungen und Dienste, wie etwa das Abfragen der aktuellsten Börsenkurse, E-mails und weiterführender Informationen zu diversen Themengebieten, die dem laufenden Programm direkt zugeordnet werden können.

Hiermit würde oft mühseliges Suchen in den Tafeln des Videotextes oder im Internet entfallen. Der Zuschauer soll hierbei zum Nutzer avancieren, dem neben rein textlichen Angeboten auch Grafiken und Bilder zur Verfügung gestellt werden können.

Die vorliegende Arbeit möchte einen Überblick geben, welche Voraussetzungen hierzulande geschaffen werden müssen, um interaktives Fernsehen in die deutschen Wohnzimmer zu bringen und so eine Verschmelzung von Internet und Fernsehen zu erreichen. Des weiteren sollen die umfassenden Anwendungsmöglichkeiten, die zukünftig neben dem reinen Fernseherlebnis stehen, dargelegt werden. Hierunter fällt zudem die Frage, ob der Fernsehapparat sämtliche Funktionen des Computers, und damit die Möglichkeiten des Internet, adaptieren oder lediglich als zusätzliches Medium mit Internetzugang im Wohnzimmer stehen wird. Um hierauf eine Antwort geben zu können, soll dargelegt werden, wie interaktiv das Fernseherlebnis der Zukunft wirklich sein kann.

Gang der Untersuchung:

Die Arbeit gliedert sich in vier Teile. Der Einleitung folgt die genaue Darstellung des Untersuchungsobjekts „interaktives Fernsehen“. Hier finden sich nicht nur alle relevanten Definitionen, sondern auch die technischen Voraussetzungen, die für die Schaffung eines interaktiven Fernsehangebots notwendig sind. Sie beinhalten unter anderem die notwendigen Standardisierungen, Sende- und Empfangstechniken. Besonderes Augenmerk wird auf die Decoderbox, die sog. Set-Top-Box, gelegt, da sie im hier untersuchten Gebiet als essentielles Gerät für den Fernsehgenuss dient. Abschließend wird in diesem Kapitel die Funktionsweise des iTV näher erläutert und auch auf einige Schwachpunkte der neuen Technik hingewiesen.

Das dritte Kapitel soll einen detaillierteren Überblick über die Zukunft des Fernsehensgeben. Das Augenmerk soll hier zunächst auf zwei Geschäftsmodelle großer Fernsehsender gerichtet und gefragt werden, wie die Zuschauerbindung innerhalb dieser Umsetzungen genau erreicht werden soll. Ausgewählte Verwendungsmöglichkeiten werden in diesem Abschnitt ebenso betrachtet, wie das Navigations-Tool in diesem Bereich, der Electronic-Program-Guide, der im interaktiven Fernsehen die herkömmlichen Fernsehzeitschriften ersetzen soll. Abschließend soll hier ein Blick auf die derzeitige Entwicklungs- beziehungsweise Umsetzungssituation im Untersuchungsgebiet geworfen werden.

Im abschließenden Kapitel soll ein persönliches Fazit zum Thema „interaktives Fernsehen“ gezogen werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
1.1 Fernsehnutzung und Sehdauer 5
1.2 Ziel und Abgrenzung des Themas 6
1.3 Aufbau der Arbeit 8
2. UNTERSUCHUNGSOBJEKT "INTERAKTIVES FERNSEHEN" - EINE THEORETISCHE BESCHREIBUNG 9
2.1 Begriffliche Definitionen 9
2.1.1 Interaktivität 9
2.1.2 Interaktives Fernsehen 12
2.1.3 Konvergenz 14
2.1.4 Multimedia 16
2.1.5 Medien und Neue Medien 17
2.2 Rahmenbedingungen für das interaktive Fernsehen 18
2.2.1 Veränderte technische Rahmenbedingungen 19
2.2.2 Veränderte ökonomische Rahmenbedingungen 20
2.2.3 Veränderte medienrechtliche und politische Bedingungen 21
2.3 iTV - Technische Grundlagen 23
2.3.1 Derzeitige technische Gegebenheiten in Deutschland 23
2.3.1.1 Das TV-Kabel 24
2.3.1.2 Der Satellitenempfang 25
2.3.1.3 Der terrestrische Empfang 25
2.3.1.4 Online Bereich 25
2.3.1.5 Entwicklung der TV-Empfangsarten 26
2.3.2 Notwendige Standardisierungen 26
2.3.2.1 Die internationalen Gremien 27
2.3.2.2 Das Europäische DVB-Projekt und DVB-MHP 28
2.3.3 Sendetechnik 31
2.3.3.1 Inhalteproduktion 32
2.3.3.2 Datenpakete und ihre Aufbereitung 33
2.3.3.3 Übertragungsstandards und Übertragungsverfahren 39
2.3.3.4 Digitale Medien zur Signalübertragung und deren Rückkanalfähigkeit 41
2.3.4 Empfängertechnik 48
2.3.4.1 Die Set-Top-Box 49
2.3.4.2 Digitale Ausgabemedien und Zusatzgeräte für interaktives Fernsehen 51
2.3.4.3 Betriebssystem und Middleware von OpenTV und der MHP-Standard 53
2.4 Konvergenzprozess zwischen Internet und Fernsehen 58
2.5 Zu erwartende Probleme der neuen Fernsehwelt 61
2.5.1 Schwierige Handhabung der Geräte 61
2.5.2 Definition der Zielgruppe 62
2.5.2.1 Die kritische Masse 63
2.5.2.2 Netzeffekte 63
2.5.2.3 Nutzen führt zu Markterfolg 64
2.5.3 Preisbildung und Zahlungsbereitschaft für iTV 66
2.5.3.1 Preisbildung auf Anbieterseite 66
2.5.3.2 Zahlungsbereitschaft auf Kundenseite 68
2.5.4 Sicherheit innerhalb des Systems 69
2.5.4.1 Sicheres Bezahlen 69
2.4.4.2 Jugendschutz 70
3. DIE ZUKUNFT DES FERNSEHENS 73
3.1 Anwendungsbereiche des interaktiven Fernsehens und Navigation innerhalb des Systems 73
3.1.1 Video-on-Demand und weitere on-Demand-Dienste 74
3.1.2 Home-Services am Beispiel Home-Shopping 75
3.1.3 E-Lerning 77
3.1.4 Kommunikationsdienste 77
3.1.5 Navigation innerhalb des iTV 78
3.2 iTV-Geschäftsmodelle und Zuschauerbindung durch Interaktivität 80
3.2.1 ZDF.Vision 80
3.2.2 RTL Television Interaktiv 85
3.2.3 Zuschauerbindung durch Interaktivität 86
3.3 Aktuelle Situation und Zukunft des interaktiven Fernsehens in Deutschland 89
3.3.1 Aktuelle Situation des iTV 89
3.3.2 Zukunftsprognose für das interaktive Fernsehen in Deutschland 91
4. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT 95
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 98
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 101
QUELLENVERZEICHNIS 103

Automatisiert erstellter Textauszug:

End Geräte im 16:9-Format118 über Zusatzfunktionen, die noch mehr Informationspotential zulassen und eine verbesserte Bildqualität liefern, d. h. auch aus einer äußerst seitlichen Sitzposition wird ein guter Fernsehgenuss geboten. Mit diesem Bildformat entfallen darüber hinaus die (störenden) schwarzen Balken am oberen und unteren Bildschirmrand, wie sie bei sog. „Blockbustern“, die für die Ausstrahlung auf Kinoleinwänden gedreht wurden, auftreten. „Ziel der Entwicklung ist es, ein Flachdisplay herzustellen, das die Nachteile der Bildröhre eliminiert und deren Bildqualität beibehält“119. Derzeit konzentriert sich die Forschung auf die Entwicklung von Flachbildschirmen und diversen Projektionstechniken. Entwicklungsstand, die jeweiligen Vor- und Nachteile und eine Wertung der Zukunftsaussichten fassen die folgenden beiden Abbildungen zusammen: [...]

teile für den Nutzer: Zu diesen gehören die Bedienungsfreundlichkeit in einer gewohnten Umgang, Reduktion von Kosten und benutzerfreundliche Installation. Eingabe- und Steuerungsmedien der Set-Top-Box Als Eingabemedium kommt beispielsweise eine herkömmliche Fernbedienung in Frage. Diese unterscheidet sich von der Bekannten für den Fernseher lediglich dahingehend, dass auf ihr zusätzliche Knöpfe, zur Auslösung diverser Funktionen untergebracht sind. Allerdings dürfte hierbei die Eingabe von Texten für die Versendung von Emails oder das Ausfüllen von Online-Banküberweisungen schwer fallen. Deshalb ist auch eine Tastatur, wie sie vom PC her bekannt ist, als Eingabe- und Steuerungsmedium denkbar. Via Infrarot-Verbindung würde ein lästiges Kabel entfallen. Obwohl mit dieser die Texteingabe wesentlich einfacher funktioniert, wirkt sie, ob ihrer Größe, störend. Denkbar ist auch der Aufruf von Funktionen über eine Maus, wie sie ebenfalls vom Computer her bekannt ist. Auch hier kann über Infrarot-Schnittstellen und Optical-View eine einfache und schnelle Interaktion erfolgen, ohne auf Kabel oder Untergrund achten zu müssen. Doch auch hier würde sich, ähnlich wie bei der Fernbedienung die Texteingabe schwierig und zeitraubend gestalten. Als weitere Eingabemedien sind aber durchaus auch ein Touch-Screen oder der Datenhandschuh denkbar, deren Anwendung allerdings einiger Gewöhnung bedürfen wird. 2.3.4.2. Digitale Ausgabemedien und Zusatzgeräte für interaktives Fernsehen117 Der Digitalisierungsprozess endet im heimischen Wohnzimmer, wo in den kommenden Jahren neue Endgeräte Einzug finden werden. Solange Set-Top-Boxen allerdings digitale in analoge Signale umwandeln, wird es nicht notwendig, sofort ein neues Fernsehgerät anzuschaffen. Dennoch ein Blick auf die neuesten Entwicklungen: Neue Displaytechniken Flach und schick hängt der neue Fernseher an der Wand. Längst ist dies kein Traum mehr, allerdings bisher eine teure Freude. Da die Flachdisplaytechnik wegen ihrer Großbilddarstellung insbesondere auch für die Projektion multimedialer Inhalte geeignet ist, wird sie langfristig die alten Röhrengeräte ablösen. Schon heute verfügen High- [...]

Zur Decodierung von verschlüsselten Programmen ist die STB mit einem sog. Conditional-Access-Decoder ausgestattet. Nur mittels einer Smart-Card ist es dem Zuschauer möglich, die Inhalte mit Hilfe des sog. Descramblers zu entschlüsseln, um sie sich auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen. Auf diesem sind beispielsweise Zugangsdaten und Passwörter gespeichert, die den eindeutig Nutzer identifizieren. Die Entschlüsselung kann aber auch telefonisch oder per Internet erfolgen, sofern in die STB ein Modem integriert ist. Solange allerdings der Rückkanal nicht anderes realisiert wurde, nimmt die STB weiterhin über die Telefonleitung Kontakt zum Inhalteanbieter auf, um ein individuelles Programmbouquet zusammenzustellen und so für ein erweitertes Informationsangebot zu sorgen. Obwohl angestrebt ist hier ein aktiver Eingriff in Filmhandlungen (noch) nicht möglich. [...]

Arbeit zitieren:
Schröfel, Ariane Juni 2004: Die Glotze lebt, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
iTV, Interaktivität, Set-Top-Box, Sendetechnik, Internet

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