Globalisierung von Musik am Beispiel Brasiliens
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Hanna Niklas
- Abgabedatum: Juni 2002
- Umfang: 116 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule St. Pölten Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5786-0
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5786-0 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5786-0 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Niklas, Hanna Juni 2002: Globalisierung von Musik am Beispiel Brasiliens, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kulturglobalisierung, Methoden der Globalisierung, Majors und Indies, World Music, Deutscher Musikmarkt
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Diplomarbeit von Hanna Niklas
Einleitung:
Globalisierung am Medienmarkt verläuft grundsätzlich verschieden von anderen Globalisierungsthematiken. Es handelt sich bei Musik um ein duales Gut, einerseits Wirtschafsgut mit zunehmend guter globaler Distribuierbarkeit (CD, mp3) und einem enormen wirtschaftlichen Potential, andererseits Kulturgut, das nicht losgelöst von der hervorbringenden Gesellschaft betrachtet werden kann.
Die brasilianische Musik als Untersuchungsobjekt für die Globalisierung bietet sich v.a. deshalb an, weil es sich bei Brasilien um einen der größten Musikmärkte weltweit handelt, dessen Produkte am Weltmarkt bekannt sind. Die brasilianische Musik konnte in den letzten Jahrzehnten zahlreiche internationale Erfolge feiern (Bossa Nova, Lambada). Allerdings ist die Position am Weltmarkt insgesamt gesehen schwach, die Gründe dafür werden in der Arbeit behandelt.
Um die Entwicklung ganzheitlich zu betrachten zu können, werden die einzelnen Musikstile und ihr Internationalisierungsprozess analysiert, es sind bestimmte Muster zu erkennen. In weiterer Folge konnten Methoden zur Globalisierung am Musikmarkt entwickelt werden.
Zur Veranschaulichung werden die Ergebnisse am Beispielmarkt Deutschland dargestellt. Dadurch wird ein zusätzlicher wirtschaftlicher Aspekt in diese an sich kulturtheoretische Thematik eingebracht, was den besonderen Wert dieser Diplomarbeit ausmacht.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 6 |
| 2. | GLOBALISIERUNGSPROZESS DES KULTURGUTES MUSIK | 10 |
| 2.1 | ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZUR GLOBALISIERUNG | 10 |
| 2.2 | GLOBALISIERUNG VON KULTUR | 11 |
| 2.3 | MUSIK UND GLOBALISIERUNG | 13 |
| 2.4 | GLOBALISIERUNG DER BRASILIANISCHEN KULTUR UND MUSIK | 20 |
| 3. | INTERNATIONALISIERTE BRASILIANISCHE MUSIK | 22 |
| 3.1 | ALLGEMEINE INFORMATION ZU BRASILIANISCHER MUSIK | 22 |
| 3.2 | DER MUSIKMARKT BRASILIENS | 23 |
| 3.3 | MÚSICA POPULAR BRASILEIRA (M.P.B.) | 25 |
| 3.4 | BRASILIANISCHE MUSIKSTILE MIT INTERNATIONALER BEDEUTUNG | 26 |
| Exkurs: Orfeu Negro | 34 | |
| 4. | GLOBALISIERUNGSPROZESS DER BRASILIANISCHEN MUSIK | 48 |
| 4.1 | CHRONOLOGISCHER ABLAUF DER GLOBALISIERUNG | 48 |
| 4.2 | METHODISCHER ABLAUF DER GLOBALISIERUNG | 53 |
| 4.2.1 | Internationale Kooperationen | 53 |
| Exkurs: Blackitude Brasileira | 55 | |
| 4.2.2 | (Musik)Sprachliche Anpassung | 56 |
| Exkurs: Rolle der Sprache bei der Rezeption von Musik | 59 | |
| 4.2.3 | „Brasilianisierung“ von internationalen Erfolgen | 61 |
| 4.2.4 | Staatliche Initiativen | 62 |
| 4.2.5 | Filme | 65 |
| 4.2.6 | Konzerte und Festivals | 67 |
| Exkurs: Montreux Jazz Festival | 68 | |
| 4.2.7 | Marketing | 70 |
| 4.2.8 | Verbreitung durch das Internet | 72 |
| 5. | ANALYSE DER GLOBALISIERUNG AUS SICHT DER BRASILIANISCHEN MUSIK | 74 |
| 6. | STRUKTUR DER GLOBALISIERUNG AM BEISPIELMARKT DEUTSCHLAND | 78 |
| 6.1 | BRASILIANISCHE MUSIK IN DEUTSCHLAND | 78 |
| 6.2 | AKTEURE | 80 |
| 6.2.1 | Majors | 81 |
| 6.2.2 | Kleinfirmen | 83 |
| 6.3 | VERTRIEBSWEGE | 84 |
| 6.3.1 | Traditioneller Vertrieb | 85 |
| 6.3.2 | Online Vertrieb | 86 |
| 6.4 | ABSATZFÖRDERNDE MAßNAHMEN | 87 |
| 6.4.1 | Redaktionelle Beiträge in den Medien | 88 |
| 6.4.2 | Rundfunk | 89 |
| Exkurs: Chartplatzierungen – Hörfunkplatzierung | 90 | |
| 6.4.3 | Musikvideos | 93 |
| 6.4.4 | Konzerte und Festivals | 94 |
| 6.4.5 | Filmmusik | 95 |
| 6.4.6 | Werbung und ähnliche Maßnahmen | 96 |
| 6.4.7 | Internet | 97 |
| 6.5 | ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN | 97 |
| 7. | ZUSAMMENFASSUNG | 99 |
es die Musiker aus Brasilien, ihrem Musikstil Anerkennung und damit weltweiten Erfolg zu verschaffen. Auffallend bei dieser Zusammenarbeit ist, dass es oft Instrumentalisten waren, die Kooperationen eingingen. Für die Brasilianer war meist die schlechte Perspektive im eigenen Land Grund für das „musikalische Auswandern“. Die ausländischen Künstler suchten bei den Brasilianern zum einen Abwechslung von den bereits bekannten Kuba-Rhythmen204, ebenso waren die besonderen Fähigkeiten der Brasilianer an den Percussioninstrumenten als auch an der Gitarre ein Grund für ihr Engagement. Gerade Musiker mit Fähigkeiten an diesen Instrumenten schafften den Einstieg in den Weltmarkt über Kooperationen.205 Besonders positiv hat sich das Engagement der Brasilianer ausgewirkt, die schon seit längerem im Ausland arbeiteten und durch ihre bereits erworbene Position die Möglichkeit hatten, neue Musik, die aus Brasilien kam, in ihr Repertoire aufzunehmen und so bekannt zu machen. Insbesondere dem Bossa Nova kam diese Promotion durch „Auslandsbrasilianer“ zugute, allen voran Laurindo Almeida. Er war bereits 1947 als Gitarrist nach Amerika gekommen, als Ende der Fünfziger der Bossa Nova entstand, übernahm er den neuen Stil und schaffte mit seinem Album Viva Bossa Nova! einen kommerziellen Erfolg. Ein weiterer sehr erfolgreicher Auslandsbrasilianer war der Percussionist Paulinho da Costa, der u.a. mit Madonna, Michael Jackson, Barbara Streisand und Lionel Richie zusammengearbeitete.206 Einer der Amerikaner, die sehr gern mit den Brasilianern kooperiert, ist Paul Simon. Eine umfangreiche Auflistung von Kooperationen ist im Anhang auf S. 107 angeführt. Bossa Nova stellt bei der Darstellung der Bedeutung von Kooperationen mit Sicherheit einen Schwerpunkt dar, diese Globalisierungsmethode ist aber sehr weit verbreitet und wird entsprechend der üblichen Praxis in der Musikbranche [...]
Wenngleich der chronologische Ablauf des internationalen Bedeutungszuwachs brasilianischer Musik erste Aufschlüsse über den Verlauf und Tendenzen bietet, ist die Betrachtung in methodischen Kategorien ein wesentlicher Schritt zur Erfassung dieses Phänomens. Es werden die bereits genannten internationalen Erfolge genauer analysiert und abseits von zeitlichen oder stilistischen Abgrenzungen in einen Bezug gesetzt. Dabei muss betont werden, dass diese Methoden zur Globalisierung sich ergänzen und selten die Anwendung einer einzigen zum internationalen Erfolg führt. Aufbauend auf die Darstellung der jeweiligen Methoden im Bezug auf die brasilianische Musik wird eine Analyse durchgeführt, die jeweils die zwei Aspekte Wirtschaft und Kultur beleuchtet, die sich als zentral für die Globalisierung von Musik herausgestellt haben. [...]
Die Abbildung zeigt auf der x-Achse den zeitlichen Verlauf der globalen Musikindustrie, die y-Achse setzt die Stärke der brasilianischen Musik mit der dem globalen Musikmarktes in Beziehung. Dabei werden nur die unteren 5% der Skala betrachtet. Dieses Intervall ist realistisch für die Relevanz von World Music bzw. Latin Music.202 Betrachtet man den zeitlichen Verlauf, so stellt man fest, dass es bereits in den 40er Jahren einen starken Anstieg gibt. Dieser kann mit dem großen Erfolg von Carmen Miranda in Verbindung gebracht werden. Der deutlichste Erfolg war – wie auch aus allen bisherigen Betachtungen hervorgegangen ist – Bossa Nova. Diesem Welterfolg in den 60er Jahren folgen schwächere Jahre, die zwar vereinzelt internationale Beachtung aufweisen können, in Summe aber nur durch die Nachwirkungen des Bossa Nova Booms auf einem höheren Niveau gehalten [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832457860
Arbeit zitieren:
Niklas, Hanna Juni 2002: Globalisierung von Musik am Beispiel Brasiliens, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kulturglobalisierung, Methoden der Globalisierung, Majors und Indies, World Music, Deutscher Musikmarkt



