Globalisierung und Individualisierung
Probleme soziologischer Globalisierungstheorien bei Ulrich Beck und Anthony Giddens
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Wiebke Dierks
- Abgabedatum: August 2003
- Umfang: 117 Seiten
- Dateigröße: 993,4 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7453-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7453-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7453-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dierks, Wiebke August 2003: Globalisierung und Individualisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Globalisierungsdiskurs, Modernisierungstendenzen, Bürgerarbeit, Subpolitik, life politics
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Magisterarbeit von Wiebke Dierks
Einleitung:
Die aktuelle empirische Sozialforschung vermittelt den Eindruck, dass wir gegenwärtig in einer Zeit des beschleunigten sozialen Wandels leben: Sozialstrukturen unterliegen Veränderungen, tradierte Normen und Werte verlieren ihre Gültigkeit, Geschlechterrollen brechen auf und sowohl familiale als auch außerfamiliale Lebensformen stehen in einer immer vernetzteren Welt zur Diskussion.
Die in dieser Arbeit problematisierten gesellschaftlichen Modelle der »Globalisierung« und »Individualisierung« dienen zur Beschreibung, Erfassung und Erklärung dieses Wandels.
Anhand dieser viel diskutierten Konzepte soll im Rahmen der Gesellschaftstheorien des englischen Sozialwissenschaftlers Anthony Giddens und des deutschen Soziologen Ulrich Beck der Fragestellung nachgegangen werden, in welchen Zusammenhang diese an sich widersprüchlichen Entwicklungen stehen und welche Bedeutung sie für das Individuum haben.
Gang der Untersuchung:
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf Globalisierungsprozessen. Das bedeutet, dass sich ein wesentlicher Teil mit der Auseinandersetzung der Globalisierung im sozialwissenschaftlichen Diskurs beschäftigt und Individualisierungstheorien als bekannt vorausgesetzt werden.
Im ersten Teil folgt eine Annäherung an den Begriff der Globalisierung durch die Bestimmung der Ursachen und Voraussetzungen, der historischen Bestimmtheit sowie eine Darstellung der Ideologisierung.
Unter der Berücksichtigung des Erkenntnisinteresses der Sozialwissenschaften in der Auseinandersetzung mit diesem Phänomen, werden mehrere Globalisierungskonzeptionen dargestellt, bevor konkurrierende Positionen über Globalisierungstendenzen im sozialwissenschaftlichen Diskurs anhand von vier idealtypischen Thesen veranschaulicht werden. Diesen wird innerhalb dieser Arbeit viel Aufmerksamkeit gewidmet. Da ohne eine ausführliche Darstellung der unterschiedlichen Argumentationen und Perspektiven auf Globalisierungstendenzen kaum eine gemeinsame Dimensionen extrahiert werden kann, die für die zu vergleichenden Ansätze von Ulrich Beck und Anthony Giddens als reliables Kriterium der angestrebten Kritik zu verwenden wäre.
Im zweiten Teil werden die Gesellschaftstheorien von Ulrich Beck und Anthony Giddens zum Thema »Globalisierung« und »Individualisierung« dargestellt.
Beide Sozialwissenschaftler entwerfen Konzeptionen, die in mehrere Subsysteme unterteilt sind. Becks Erkenntnisinteresse wird von der Fragestellung geleitet, wie es möglich ist, Globalisierung politisch zu gestalten ohne diese überhaupt in Frage zu stellen. Ihn interessiert nicht, was Globalisierung ist, sein Augenmerk liegt auf ihrer Deutung. Eingebettet in das Theorem der »reflexiven Modernisierung« beschreibt Beck den gesellschaftlichen Wandel aufgrund von Globalisierung- und Individualisierungstendenzen. Sein individualisierungstheoretischer Ansatz ist ebenfalls in unterschiedliche analytische Dimensionen unterteilt und wird grundsätzlich als Folge der Modernisierung und als Erweiterung von Lebenschancen definiert.
Im dritten und letzten Teil dieser Arbeit werden zunächst die Gesellschaftstheorien von Ulrich Beck und Anthony Giddens zusammengefasst und in den Zusammenhang von Modernisierungstheorien gestellt. Anschließend werden ihre Antworten auf Globalisierungs- und Individualisierungsprozesse dargelegt. Ziel des dritten Teils ist es, sichtbar zu machen, welche Korrespondenz zwischen Individualisierung, Globalisierung und ihren politischen Ansichten bestehen.
Schließlich soll anhand des Werks „Der Flexible Mensch“ von Richard Sennett aufgezeigt werden, was in Becks und Giddens Gesellschaftsanalysen unbeachtet bleibt. Aufgedeckt werden soll, wie die strategischen Größen der Schnelligkeit, der Beschleunigung der Finanzmärkte oder Wirtschaft und ihre Ausweitung als Orientierungsgrößen und Handlungsmaximen in der Politik und auf das soziale Handeln wirken.
Abschließend werden die Gesellschaftsentwürfe reflektiert und deren Relevanz und Verführungscharakter trotz erheblicher Defizite dargestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | 5 | |
| I. | GLOBALISIERUNG | 6 |
| 1. | Einleitung | 6 |
| 2. | Annäherung an den Globalisierungsbegriff | 8 |
| 2.1 | Die Definition von „global“ | 9 |
| 2.2 | Die Ideologisierung des Globalisierungsbegriffs | 10 |
| 2.3 | Historische Bestimmtheit von Globalisierung | 12 |
| 2.4 | Ursachen und Voraussetzung von Globalisierung | 14 |
| 3. | Globalisierung im sozialwissenschaftlichen Diskurs | 16 |
| 3.1 | Das Erkenntnisinteresse der Sozialwissenschaften in der Auseinandersetzung mit der Globalisierung | 16 |
| 3.2 | Schwerpunktbezogene Globalisierungskonzeptionen | 17 |
| 3.3 | Mehrdimensionale Globalisierungskonzeptionen als Gesamtprozess | 22 |
| 4. | Der Globalisierungsdiskurs | 24 |
| 4.1 | These I: Die Verwendung des neuen Begriffs 'Globalisierung' ist legitim | 24 |
| 4.1.1 | Deregulierung der Finanzmärkte und die Globalisierung der Wirtschaft | 24 |
| 4.1.2 | Das ‚heimatlose' globale Unternehmen | 28 |
| 4.2 | These II: Der Globalisierungsdiskurs ist empirisch nicht belegt | 32 |
| 4.2.1 | Das Lokalitätsargument | 32 |
| 4.2.2 | Das Triadisierungsargument | 33 |
| 4.2.3 | Das Quantitäts- und Qualitätsargument | 34 |
| 4.2.4 | Das Politisierungsargument | 34 |
| 4.3 | These III: Die Glokalisierungsthese | 35 |
| 4.4 | These IV: Die konstruktivistische These | 36 |
| 4.5 | Resümee | 38 |
| II. | GLOBALISIERUNGSTHEORIEN VON ANTHONY GIDDENS UND ULRICH BECK | 39 |
| 1. | Globalisierung als Gesellschaftstheorie bei Anthony Giddens | 39 |
| 1.1 | Die wirtschaftliche Dimension | 42 |
| 1.2 | Die politische Dimension | 43 |
| 1.3 | Die militärische Dimension | 43 |
| 1.4 | Die industrielle Dimension | 44 |
| 1.5 | Die Dialektik der Globalisierung | 44 |
| 2. | Globalisierung als Gesellschaftstheorie bei Ulrich Beck | 53 |
| 2.1 | Der Globalismus | 56 |
| 2.2 | Die Globalität | 57 |
| 2.3 | Die Globalisierung | 59 |
| 3. | „Individualisierung“ - Eine Form der Vergesellschaftung in der modernen „industriellen Risikogesellschaft“ | 60 |
| 3.1 | Theoretische Einbettung des zeitdiagnostischen Individualisierungstheorems Ulrich Becks in die sozialwissenschaftliche Diskussion | 62 |
| 3.2 | Modernisierungstheoretische Analysen und Individualisierung | 64 |
| 4. | Analytische Dimensionen von Individualisierung | 66 |
| 4.1 | Freisetzungsdimension | 66 |
| 4.1.1 | Bastelbiographie | 67 |
| 4.1.2 | Freisetzung aus Geschlechtslagen und Familie oder die „vollmobile Single-Gesellschaft“ | 68 |
| 4.1.3 | Individualisierung und Partnerschaft | 69 |
| 4.2 | Entzauberungsdimension | 69 |
| 4.3 | Reintegrationsdimension | 70 |
| III. | KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN GESELLSCHAFTS- DIAGNOSEN VON ULRICH BECK UND ANTHONY GIDDENS | 71 |
| 1. | Die Bedeutung der Gesellschaftstheorien von Beck und Giddens | 71 |
| 1.1 | Das Modernisierungsverständnis von Beck | 71 |
| 1.2 | Das Modernisierungsverständnis von Giddens | 72 |
| 2. | Politische Antworten auf Individualisierungs- und Globalisierungstendenzen | 74 |
| 2.1 | Systemwandel des Politischenin der „Risikogesellschaft“ | 74 |
| 2.1.1 | Subpolitik | 75 |
| 2.1.2 | Life politics | 76 |
| 2.2 | Becks Antworten auf Globalisierung | 78 |
| 2.2.1 | Zehn Antworten auf Globalisierung | 78 |
| 2.2.2 | Ein Bündnis für Bürgerarbeit | 79 |
| 2.3 | Subpolitik als Schnittpunkt von Globalisierungs- und Individualisierungstendenzen | 81 |
| 3. | Globalisierung bei Ulrich Beck und Anthony Giddens | 82 |
| 3.1 | Kritische Auseinandersetzung mit der Globalisierungstheorie von Anthony Giddens | 83 |
| 3.1.1 | Modernisierungs- oder Globalisierungstendenzen? | 84 |
| 3.1.2 | Kritik an Giddens Vier-Dimensionen-Modell | 86 |
| 3.2 | Kritische Auseinsandersetzung mit der Globalisierungstheorie von Ulrich Beck | 88 |
| 3.2.1 | Der Globalismus | 89 |
| 3.2.2 | Die Globalität | 91 |
| 3.2.3 | Die Globalisierung | 93 |
| 4. | Die Illusion der Freiheit | 94 |
| 4.1 | Wider die Bürgerarbeit | 94 |
| 4.2 | Wider die Subpolitik | 97 |
| 4.3 | Wider die Bürgergesellschaft der Freien und Gleichen | 98 |
| 4.4 | ‚Mehr' Freiheit durch Neoliberalismus und Individualisierung | 100 |
| 4.4.1 | Ökonomische Handlungsmaxime in Politik und Bildung | 100 |
| 4.4.2 | „Der Flexible Mensch“ | 102 |
| 5. | Fazit | 104 |
| Literaturverzeichnis | 108 | |
| Eidesstattliche Erklärung | 117 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832474539
Arbeit zitieren:
Dierks, Wiebke August 2003: Globalisierung und Individualisierung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Globalisierungsdiskurs, Modernisierungstendenzen, Bürgerarbeit, Subpolitik, life politics



