Global Corporate Citizenship
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Kleemann
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 103 Seiten
- Dateigröße: 5,8 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Kassel Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8971-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8971-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8971-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Kleemann, Martin Juni 2005: Global Corporate Citizenship, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Stakeholder, Globalisierung, Unternehmen, bürgerschaftliche Verantwortung, Responsibility
In den Warenkorb
48,00 €
Diplomarbeit von Martin Kleemann
Einleitung:
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema der Global Corporate Citizenship. Im Zentrum der Überlegungen steht die Frage, wie Unternehmen durch die freiwillige Übernahme einer bürgerschaftlichen Verantwortung erfolgreich wirtschaften, den sich wandelnden Anforderungen von Politik und Gesellschaft gerecht werden und dem kapitalistischen Wirtschaftsmodell in Zeiten einer energischen Globalisierungsdynamik die gewünschte Nachhaltigkeit und somit Existenzberechtigung verleihen können.
Der weltumspannende Handel ist natürlich kein neuzeitliches Phänomen. Allerdings beinhalten der rasante Anstieg länderübergreifender Güter-, Geld-, Informations- und Menschenströme sowie die hohe Geschwindigkeit, mit welcher sich vormals wirtschaftlich unbedeutende Staaten an das Wirtschaftssystem ankoppeln, ein enormes Konfliktpotenzial. Einem steigenden Lebensstandard auf der einen Seite stehen nicht selten soziale Ausbeutung und ökologisches Missmanagement gegenüber, welche in der Regel von Unternehmen getrieben und der Politik geduldet werden.
Die sich weltweit öffnenden Märkte erhöhen darüber hinaus zusehends den Konkurrenzdruck und unterspülen die etablierten Sozialsysteme. Im Gegensatz dazu wird seitens der Politik und der Gesellschaft aber auch gleichzeitig eine neue Balance zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Grundwerten gefordert. Die Unternehmen sollen in diesem Zuge aktiv an der Lösung der drängenden Probleme beteiligt werden.
Diese Widersprüche aufzulösen ist auch Teil der Global Corporate Citizenship-Diskussion. Die negativen Auswüchse des ungelenkten Kapitalismus sollen im Zaum gehalten und die Chancen einer globalisierten Wirtschaft so umfassend wie möglich genutzt werden. Die Ausarbeitung beschäftigt sich daher mit den Möglichkeiten, wie national und international operierende Unternehmen künftig ihre Rolle als verantwortungsbewusste Bürger verstehen, und somit zu einer umfassenden Wohlfahrtssteigerung beitragen können.
Gang der Untersuchung:
Zu Beginn dieser Arbeit wird eine Grundlage geschaffen, indem gängige Definitionen zum Thema Global Corporate Citizenship diskutiert und abgegrenzt werden. Darauf aufbauend werden der Begriff der „Stakeholder“ näher differenziert und einzelbetriebliche Effekte beleuchtet, welche durch eine erfolgreiche Implementierung einer Global Corporate Citizenship-Strategie entstehen können.
Im weiteren Verlauf werden der Bedeutungsgewinn von Unternehmen untersucht und eine Reihe von Instrumenten dargestellt, welche für die Umsetzung einer Global Corporate Citizenship-Strategie in Frage kommen. Die Arbeit von Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) sowie die Betrachtung einiger internationaler Standards und Rahmenbedingungen schließen den theoretischen Teil dieser ab.
In einem umfangreichen Praxisteil, welcher in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann AG erstellt wurde, wird die Philosophie dieses Unternehmens aufgezeigt und Möglichkeiten der Implementierung und Umsetzung von Global Corporate Citizenship dargestellt. Dabei wird besonderer Wert auf eine detaillierte Darstellung der entsprechenden Tätigkeitsfelder und die gewählten Maßnahmen gelegt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Aufbau der Arbeit | 5 |
| 3. | Definition | 6 |
| 3.1 | Entwicklung der Begrifflichkeiten | 6 |
| 3.2 | Corporate Citizenship | 7 |
| 4. | Die Stakeholder | 11 |
| 4.1 | Stakeholder-Engagement | 12 |
| 4.2 | Stakeholder-Analyse | 13 |
| 5. | Unternehmerische Effekte globaler Corporate Citizenship | 17 |
| 5.1 | Positive einzelbetriebliche Effekte | 17 |
| 5.1.1 | Reputationsaufbau/Imagegewinn | 17 |
| 5.1.2 | Arbeitnehmerbeschaffung | 19 |
| 5.1.3 | Arbeitnehmerentwicklung | 19 |
| 5.1.4 | Finanzielle Entwicklung | 21 |
| 5.1.5 | Begrenzung des Risikos | 21 |
| 5.1.6 | Ethische Fondsinvestments | 23 |
| 5.1.7 | Informationsgewinnung | 24 |
| 5.1.8 | Kommunikationskosten | 25 |
| 5.1.9 | Effektivität | 26 |
| 5.2 | Positive überbetriebliche Effekte | 26 |
| 5.2.1 | Schaffung und Stabilisierung von Absatzmärkten | 27 |
| 5.2.2 | Unternehmerfreundliches Klima | 28 |
| 6. | Das Spannungsfeld von Wirtschaft und Staat | 29 |
| 6.1 | Die Rolle des Staates | 31 |
| 6.2 | Neuer Partner Unternehmung? | 33 |
| 6.2.1 | Shareholder Value und Moral Capital | 35 |
| 6.3 | Unternehmerisches Engagement | 39 |
| 6.3.1 | Corporate Giving | 40 |
| 6.3.2 | Corporate Volunteering | 41 |
| 6.3.3 | Corporate Foundation | 41 |
| 6.3.4 | Stakeholder-Dialoge | 41 |
| 6.3.5 | Cause Related Marketing. | 42 |
| 6.3.5.1 | Praxisbeispiel: American Express | 44 |
| 6.3.6 | Public Private Partnerships | 45 |
| 6.3.6.1 | Praxisbeispiel: Ford | 47 |
| 7. | Die Arbeit der NGOs | 50 |
| 8. | Internationale Standards und Rahmenbedingungen | 53 |
| 8.1 | Der UN Global Compact | 54 |
| 8.2 | GRI Guidelines | 57 |
| 8.3 | AA 1000 | 57 |
| 8.4 | SA 8000 | 58 |
| 9. | Praxisbeispiel: Bertelsmann AG | 59 |
| 9.1 | Daten und Fakten zum Unternehmen Bertelsmann AG | 59 |
| 9.2 | Corporate Responsibility bei Bertelsmann | 61 |
| 9.3 | Corporate Responsibility in der Praxis | 63 |
| 9.3.1 | Mitarbeiter | 63 |
| 9.3.2 | Gesellschaft | 66 |
| 9.3.3 | Soziales Engagement | 66 |
| 9.3.4 | Kultur- und Bildungsprojekte | 68 |
| 9.3.5 | Lokales Engagement | 69 |
| 9.3.6 | Umwelt | 69 |
| 9.4 | Reinhard-Mohn-Fellowship | 71 |
| 9.5 | Die Bertelsmann Stiftung | 73 |
| 9.5.1 | Die Organisation | 73 |
| 9.5.2 | Arbeitsfelder und Projekte | 74 |
| 9.6 | Der ökonomische Output | 79 |
| 9.7 | Die Instrumente | 80 |
| 9.8 | Die Verantwortung der Medien | 82 |
| 9.9 | Die Zukunft | 83 |
| 10. | Schlusswort | 84 |
| 11. | Literaturverzeichnis | 89 |
| 12. | Online-Quellen | 97 |
| 13. | Abbildungsverzeichnis | 102 |
| 14. | Erklärung | 103 |
Um geläufigen Vorurteilen entgegenzuwirken, es würde sich bei Cause Related Marketing um eine „unzweckmäßige Vermengung unternehmerischer Handlungsmaximen mit wirtschaftsfremden Zielvorstellungen“ (Krzeminski/Neck, 1994, S. 12) handeln, kann folgendes Beispiel dienen: 6.3.5.1 Praxisbeispiel: American Express Im Jahr 1981 begann American Express mit der Entwicklung einer Kampagne zur Unterstützung von Fonds verschiedenster NGOs im Rahmen des San Francisco Arts Festival. Dabei wurden bei jeder Nutzung einer American Express-Kreditkarte in der näheren Umgebung des Events 2 Cent sowie für jeden Neuabschluss ein weiterer Geldbetrag gespendet. Ein signifikanter Anstieg des Gebrauchs der Kreditkarten sowie eine bessere Beziehung zu den Händlern wurden nachgewiesen. Was als kurze Kampagne geplant war übertraf alle Erwartungen und erwirtschaftete 108.000 US$ Spendengelder. Aufbauend auf diesem Erfolg unterstützte American Express zwischen 1981 und 1984 insgesamt 45 gemeinnützige Projekte, unter anderem das Projekt zur Restauration der Freiheitsstatue 1983. Flankiert von einer 4 Millionen US$ schweren Marketingkampagne, wurden die Kunden ermuntert, ihre Karte verstärkt einzusetzen. In diesem Fall wurden 1 Cent pro Nutzung sowie 1 US$ bei Neuabschluss in den Fonds eingezahlt. In der dreimonatigen Kampagne kamen 1.7 Millionen US$ für die Restauration der Freiheitsstatue zusammen. Die Nutzung der American ExpressKreditkarte stieg um 28%, die Zahl der Neuabschlüsse sogar um 45%. Seitdem betreibt das Unternehmen über 90 Programme in 17 verschiedenen Ländern, darunter das Programm „Charge against Hunger“ in Kooperation mit der Organisation Share Our Strength (SOS), welches sich um die Ernährung armer Bevölkerungsschichten in den USA bemüht. Auch hier konnten neben einem beträchtlichen Imagegewinn für SOS über 21 Millionen US$ an die Organisation weitergegeben werden. [...]
Abb. 6: CRM in Beziehung zum Marketing-Mix15 Cause Related Marketing kann auch übersetzt werden als Social Marketing, Charity Marketing, Strategic Philantrophy oder Responsible Marketing, beinhaltet aber wie der gesamte Global Corporate Citizenship-Gedanke die Fokussierung auf den unternehmerischen Zweck in Form von Gewinnmaximierung und positiver Entwicklung der Unternehmung. Im Fokus steht eine umfassende Stakeholderorientierung, um entsprechende Problemfelder herauszuarbeiten und ihnen mit geeigneten CRM-Maßnahmen zu begegnen. Wie in allen anderen bisher genannten Bereichen kommt auch hier Größen wie Transparenz, Respekt und Integrität eine wichtige Rolle zu, um die Partnerschaften auf eine vertrauensvolle Basis zu stellen (Adkins, 1999, 43 f.) Somit verlangt CRM nach einer strategischen und daher langfristigen Einbindung, um den gewünschten projektbezogenen sowie öffentlichkeitswirksamen Benefit zu erzielen (Pringle/Thompson, 2002, S. 102). Die Aktualität dieses Konzeptes verdeutlicht die Zunahme der Ausgaben USamerikanischer Firmen von 125 Millionen US$ in 1990 auf geschätzte 828 Millionen US$ in 2002 (Porter/Kramer, 2002, S. 5). [...]
Lösungsansätze.13 Dabei bekommen alle Parteien die Chance, ihre Positionen und Wünsche zu äußern, wobei klare Zieldefinitionen, Ernsthaftigkeit, Offenheit und Ehrlichkeit genauso gefragt sind wie Konsensbereitschaft innerhalb festgelegter Spielregeln im Rahmen einer unabhängigen Moderation.14 Daraus ergibt sich die Forderung nach einer weitergehenden Institutionalisierung dieser Dialoge, welche schlüssig und lösungsorientiert im Rahmen einer soliden „arguing/bargaining“Atmosphäre stattfinden. Dabei muss allen Parteien klar sein, dass nicht in jedem Fall eine gewünschte win/win-Situation zu realisieren sein wird, sondern sich im Fall fundamental gegensätzlicher Meinungen die Diskussion sogar weg vom eigentlichen Thema hin zu grundsätzlichen Fragen nach der Rolle der Unternehmen in der Gesellschaft entwickeln kann und sollte (Jeurissen, 2004, S. 95). 6.3.5 Cause Related Marketing Cause Related Marketing (CRM) kann charakterisiert werden als ergänzendes Tool zum klassischen Marketing (Anzeigenschaltung, Verkaufsförderung am POS, PR etc.), welches die Verbindung zu einem „Cause“, also zu gesellschaftlichen Hilfeleistungen in Bereichen wie Gesundheit, Ausbildung, Infrastruktur, Tier- und Umweltschutz usw. herstellt. Ein entsprechendes Programm kann dahin gehend entweder durch eine strategische Allianz mit entsprechenden Organisationen abgewickelt werden oder aus eigenem Antrieb erfolgen (Pringle/Thompson, 2002, S. 3). Definiert werden kann Cause Related Marketing als „ ... a commercial activity by which businesses and charities or causes form a partnership with each other to market an image, product or service for mutual benefit“ (Adkins, 1999, S. 10 f.). CRM soll helfen, dem Produkt einen Zusatznutzen zu verschaffen, um einen positiven Output für die Unternehmung, den Kunden sowie den „Cause“ zu erzielen. CRM sieht sich somit als integrierter Bestandteil des Marketing-Mix, welches auf die jeweils sinnvollen Tools zurückgreift und somit die Marke „ ... ihr Engagement für eine gemeinnützige Organisation oder einen guten Zweck aktiv als Teil der Markenkommunikation in der Verbraucheröffentlichkeit nutzen sollte“ (Pringle/Thompson, 2002, S. 101). [...]
In den Warenkorb
48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832489717
Arbeit zitieren:
Kleemann, Martin Juni 2005: Global Corporate Citizenship, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Stakeholder, Globalisierung, Unternehmen, bürgerschaftliche Verantwortung, Responsibility



