Gewinnverwendung in der kapitalistischen Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA)
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Markus Sauter
- Abgabedatum: Februar 2003
- Umfang: 85 Seiten
- Dateigröße: 691,9 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9849-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9849-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9849-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Sauter, Markus Februar 2003: Gewinnverwendung in der kapitalistischen Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA), Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: KGaA, Kommanditgesellschaft, Rechtsform, Ertragsbesteuerung, Teilsteuerrechnung
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Diplomarbeit von Markus Sauter
Einleitung:
Die Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) zählt aufgrund ihrer bisher geringen Verbreitung zu einer gesellschaftsrechtlichen Randerscheinung. Aufgrund der Entwicklung der vergangenen Jahre scheint sich dies zunehmend zu ändern. Lange Zeit blieb es rechtlich ungeklärt, ob neben einer natürlichen Person auch ein beschränkt haftendes Gebilde – etwa in Form einer Kapitalgesellschaft – die Komplementärstellung einer KGaA einnehmen darf oder nicht. Hierzu gab es kontroverse Literaturmeinungen, die für oder gegen die Zulässigkeit waren oder auch noch sind.
Nachdem der BGH in seiner richterlichen Entscheidung die Weichen für die Zulässigkeit einer Kapitalgesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter einer KGaA gestellt hat, ist nun von besonderer Bedeutung, welche Ausgestaltung eine kapitalistische KGaA annehmen sollte, um die steuerlichen Vorschriften in ihrem Sinne vorteilhaft zu nutzen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die steuerlichen Besonderheiten der kapitalistischen KGaA und ihrer Gesellschafter herauszustellen und im Rahmen einer Steuerbelastungsanalyse der Gewinnverwendungsmöglichkeiten entsprechende Handlungsalternativen aufzuzeigen.
In Kapitel 2 werden, nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Kommanditgesellschaft auf Aktien und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung, auf die gesellschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen, die ebenso für die kapitalistische KGaA gelten.
Aufbauend auf den Gegebenheiten des Gesellschaftsrechts werden in Kapitel 3 die Merkmale einer kapitalistischen KGaA dargelegt, wobei insbesondere die verschiedenen denkbaren Erscheinungsformen und die Vorteile einer kapitalistischen KGaA erläutert werden.
Daran anschließend behandelt Kapitel 4 die steuerliche Behandlung dieser Rechtsform in Bezug auf die Ertragsteuern. In diesem Zusammenhang werden auch die konkreten Besteuerungsmerkmale der relevanten Komplementäre herausgearbeitet.
Anhand der Teilsteuerrechnung wird in Kapitel 5, unter Verwendung der Erkenntnisse aus dem vorhergehenden Kapitel, ein steuerlicher Belastungsvergleich der Gewinnverwendungsmöglichkeiten innerhalb der kapitalistischen KGaA durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | VII | |
| Symbolverzeichnis | X | |
| 1. | Einführung | 1 |
| 2. | Rechtsform der Kommanditgesellschaft auf Aktien | 2 |
| 2.1 | Geschichtlicher Werdegang | 2 |
| 2.2 | Wirtschaftliche Bedeutung | 3 |
| 2.3 | Gesellschaftsrechtliche Gesichtspunkte der KGaA | 4 |
| 2.3.1 | Wesen | 4 |
| 2.3.2 | Gesellschafterstruktur | 5 |
| 2.3.2.1 | Persönlich haftender Gesellschafter | 5 |
| 2.3.2.2 | Kommanditaktionäre | 7 |
| 2.3.3 | Organstruktur | 7 |
| 2.3.3.1 | Persönlich haftender Gesellschafter | 8 |
| 2.3.3.2 | Hauptversammlung | 9 |
| 2.3.3.3 | Aufsichtsrat | 11 |
| 2.3.3.4 | Fakultative Organe | 13 |
| 2.3.4 | Mitbestimmung | 13 |
| 2.3.5 | Finanzverfassung | 14 |
| 2.3.5.1 | Kapital der KGaA | 14 |
| 2.3.5.2 | Gesellschafterdarlehen | 15 |
| 2.3.5.3 | Rechnungslegung und Gewinnverwendung | 16 |
| 3. | Rechtsform der kapitalistischen KGaA | 18 |
| 3.1 | Zulässigkeit | 18 |
| 3.2 | Erscheinungsformen | 19 |
| 3.3 | Vorteile der kapitalistischen KGaA | 21 |
| 3.3.1 | Haftungsbegrenzung | 21 |
| 3.3.2 | Unternehmensnachfolgesicherung | 21 |
| 3.3.3 | Beibehaltung der Unternehmenskontrolle | 22 |
| 3.4 | Mitbestimmungsrechtliche Aspekte der kapitalistischen KGaA | 22 |
| 4. | Ertragsbesteuerung der KGaA und ihrer Gesellschafter | 24 |
| 4.1 | Allgemeines | 24 |
| 4.2 | Ertragsbesteuerung der kapitalistischen KGaA | 24 |
| 4.2.1 | Körperschaftsteuer | 25 |
| 4.2.1.1 | Steuerpflicht und Bemessungsgrundlage | 25 |
| 4.2.1.2 | Ermittlung des zu versteuernden Einkommens | 26 |
| 4.2.1.2.1 | Betriebsausgaben | 26 |
| 4.2.1.2.2 | Abziehbare Aufwendungen | 27 |
| 4.2.1.2.3 | Nicht abziehbare Aufwendungen | 27 |
| 4.2.1.2.4 | Steuerfreie Einnahmen | 28 |
| 4.2.1.3 | Verdeckte Gewinnausschüttungen | 28 |
| 4.2.2 | Gewerbesteuer | 29 |
| 4.2.2.1 | Steuerpflicht und Bemessungsgrundlage | 30 |
| 4.2.2.2 | Hinzurechnungen | 30 |
| 4.2.2.2.1 | Gewinnanteile auf Sondereinlagen | 31 |
| 4.2.2.2.2 | Vergütungen für die Geschäftsführung | 31 |
| 4.2.2.2.3 | Vergütungen für die Hingabe von Darlehen bzw. für die Überlassung von Wirtschaftsgütern | 31 |
| 4.3 | Ertragsbesteuerung des persönlich haftenden Gesellschafters | 32 |
| 4.3.1 | Natürliche Person als persönlich haftender Gesellschafter | 33 |
| 4.3.1.1 | Steuerpflicht | 33 |
| 4.3.1.2 | Einkünfte aus Gewerbebetrieb | 33 |
| 4.3.1.3 | Ermittlung der Einkünfte | 34 |
| 4.3.1.3.1 | Gewinnanteile auf Anteile am Grundkapital | 34 |
| 4.3.1.3.2 | Steuerliche Behandlung einer Pensionszusage | 35 |
| 4.3.1.3.3 | Verlustbeteiligung | 35 |
| 4.3.1.3.4 | Pauschalierte Anrechnung der Gewerbesteuer | 36 |
| 4.3.2 | Kapitalgesellschaft als persönlich haftender Gesellschafter | 36 |
| 4.3.2.1 | Körperschaftsteuer | 37 |
| 4.3.2.1.1 | Gewinnanteile auf Sondereinlagen | 37 |
| 4.3.2.1.2 | Gewinnanteile auf Anteile am Grundkapital | 37 |
| 4.3.2.1.3 | Vergütungen für die Geschäftsführung | 38 |
| 4.3.2.1.4 | Vergütungen für die Hingabe von Darlehen bzw. für die Überlassung von Wirtschaftsgütern | 39 |
| 4.3.2.2 | Gewerbesteuer | 39 |
| 4.3.2.3 | Besteuerung auf der Ebene der Gesellschafter | 40 |
| 4.3.3 | Kapitalgesellschaft & Co. KG als persönlich haftender Gesellschafter | 41 |
| 4.3.3.1 | Steuerpflicht | 41 |
| 4.3.3.2 | Gewerbesteuer | 41 |
| 4.3.3.3 | Besteuerung auf der Ebene der Gesellschafter | 42 |
| 4.3.3.3.1 | Komplementär-GmbH | 43 |
| 4.3.3.3.2 | Kommanditisten | 44 |
| 4.4 | Besteuerung der Kommanditaktionäre | 44 |
| 4.5 | Zusammenfassung | 46 |
| 5. | Steuerlicher Belastungsvergleich der Gewinnverwendung innerhalb der kapitalistischen KGaA | 48 |
| 5.1 | Verwendete Steuerarten | 49 |
| 5.2 | Ermittlung der Steuerfaktoren | 50 |
| 5.3 | Zusammensetzung der Bemessungsgrundlagenteile | 51 |
| 5.3.1 | Basisgrößen | 52 |
| 5.3.1.1 | Reinertrag | 52 |
| 5.3.1.2 | Leistungsvergütungen | 52 |
| 5.3.1.3 | Ausschüttungen | 53 |
| 5.3.2 | Modifikationen | 53 |
| 5.3.3 | Freibeträge | 54 |
| 5.4 | Ermittlung der Multifaktoren | 55 |
| 5.4.1 | Ebene der KGaA | 56 |
| 5.4.2 | Ebene der Komplementäre bzw. Anteilseigner | 57 |
| 5.4.2.1 | Natürliche Person als Komplementär | 57 |
| 5.4.2.2 | GmbH als Komplementär | 59 |
| 5.4.2.3 | GmbH & Co. KG als Komplementär | 61 |
| 5.5 | Teilsteuersätze | 64 |
| 5.6 | Zusammenfassung | 65 |
| 6. | Abschließende Würdigung | 66 |
| Anhang | 67 | |
| Verzeichnis der Gesetze und Verwaltungsanweisungen | 68 | |
| Rechtsprechungsverzeichnis | 71 | |
| Literaturverzeichnis | 72 |
Ist bei einer KGaA der alleinige Komplementär eine Kapitalgesellschaft, so führt diese Rechtslage nach Ansicht von RAISER87 zu Wertungswidersprüchen. Er begründet dies dadurch, dass einerseits die Schmälerung der Mitbestimmung in einer KGaA mit der persönlichen und unbeschränkten Haftung natürlicher Personen gerechtfertigt wird und andererseits diese Art der Rechtsformausgestaltung eine der strengeren Mitbestimmung unterworfenen AG dazu einlädt, dies mit einer Umwandlung in eine kapitalistische KGaA zu umgehen. Dennoch sieht RAISER darin keine unzulässige Umgehung des Mitbestimmungsrechts, da der BGH in seiner Entscheidung diese Rechtsformkonstellation ausdrücklich zugelassen hat.88 Nach verbreiteter Auffassung im Schrifttum ist aber die Aufrechterhaltung der Mitbestimmungsprivilegien dann nicht mehr statthaft, wenn die unbeschränkte Haftung einer natürlichen Person als Komplementär durch Zwischenschaltung etwa einer Komplementär-GmbH ausgeschlossen wird. Mangels persönlicher Haftung einer natürlichen Person fehle der weitgehenden Befreiung der KGaA vom Mitbestimmungsgesetz demnach die materielle Berechtigung.89 Außerdem wird disku- [...]
Wird bei einer KGaA ein beschränkt haftendes Gebilde als Komplementär eingesetzt, gibt es für den bisherigen persönlich haftenden Gesellschafter weiterhin die Möglichkeit, seine Leitungsmacht beizubehalten. Dies kann dadurch erreicht werden, indem er Allein- oder Mehrheitsgesellschafter der eingesetzten Gesellschaft wird. Über diese maßgebliche Gesellschafterstellung ist der Unternehmer ebenso in der Lage die KGaA zu leiten, da ihm diese Gesellschafterposition den alleinigen oder zumindest dominierenden Einfluss auf die Geschäftsführung und Vertretung der Komplementär-Gesellschaft und somit auf die Geschäftsführung und Vertretung der kapitalistischen KGaA selbst sichert.86 Auch für den Unternehmer, der mit einer kapitalistischen KGaA den Weg an die Börse sucht, ist somit aufgrund seiner maßgeblichen Position in der KomplementärKapitalgesellschaft sichergestellt, dass die der Kapitalgesellschaft zustehende Geschäftsführungs- und Vertretungsbefugnis in der Weise ausgeübt wird, die er für richtig empfindet. [...]
Während der Tod des Komplementärs einer klassischen KGaA zur Auflösung der KGaA, zur Umwandlung in eine AG, zur Suche nach einem familienfremden Komplementär oder zur verfrühten erbrechtlichen Übernahme durch möglicherweise unmündige oder unerfahrene Erben führen kann, besteht dieses Nachfolgeproblem in einer kapitalistisch geprägten KGaA nicht. Hier kann der Komplementär, z.B. in der Gestalt einer GmbH & Co. KG, im Gegensatz zu einer natürlichen Person, nicht wegfallen. Aufgrund der Beständigkeit einer Kapitalgesellschaft gilt dies beispielsweise auch für eine GmbH oder eine AG als Komplementär der KGaA. Somit kann festgehalten werden, dass ein beschränkt haftendes Gebilde als persönlich haftender Gesellschafter einer KGaA diese von dem persönlichen Schicksal einer natürlichen Person lösen und für eine hinreichende Nachfolgesicherung Sorge tragen kann.85 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832498498
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