Gewinne oder Cash Flows als Basis von monetären Management-Anreizsystemen als Bestandteil wertorientierter Unternehmensführung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andreas Meyer
- Abgabedatum: April 2004
- Umfang: 132 Seiten
- Dateigröße: 2,9 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8182-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8182-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8182-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Meyer, Andreas April 2004: Gewinne oder Cash Flows als Basis von monetären Management-Anreizsystemen als Bestandteil wertorientierter Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: variable Vergütung, Wertmanagement, Managervergütung, Principal-Agent-Theorie, Kennzahlen
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Diplomarbeit von Andreas Meyer
Zusammenfassung:
Der Ausgangspunkt dieser Arbeit war die Feststellung, dass ein entsprechend ausgestaltetes Management-Anreizsystem ein wesentlicher Bestandteil wertorientierter Unternehmensführung ist. Dabei ergab sich insbesondere die Frage, wie die BMG eines solchen Systems ausgestaltet sein muss, um die Manager zu veranlassen, i.S.d. Eigentümer zu handeln. Für die Beurteilung der Managementleistung wurden im Rahmen der Untersuchungen ausschließlich die fundamentalen Daten des Rechnungswesens betrachtet. Dabei musste insbesondere geklärt werden, ob als Ausgangsbasis für eine anreizkompatible BMG eher periodisierte Gewinn- oder zahlungsorientierte Cash Flow-Größen zur Anwendung kommen sollten.
Im ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit wurde zunächst die Problemstellung erläutert sowie die weitere Vorgehensweise dargelegt.
Der zweite Abschnitt bildete die Grundlage der eigentlichen Untersuchung. Hier wurde zu Beginn der Unternehmenswert bzw. der Shareholder Value als relevante Zielgröße für das Management begründet.
Danach erfolgte die Vorstellung einiger theoretischer Modelle, insbesondere der Principal-Agent-Theorie. Denn diese begründen zum einen die Notwendigkeit von monetären Anreizsystemen und zum anderen geben sie die Rahmenbedingungen für die Ausgestaltung und Implementierung vor. Daraus konnten anschließend die Funktionen und Ziele einer Variabilisierung der Vergütung abgeleitet werden. Als Ergebnis dieser grundlegenden Betrachtungen wurden dann die Anforderungen und Gestaltungsmerkmale abgeleitet, die an Management-Anreizsysteme gestellt werden. An diesen orientierte sich die Entwicklung einer problemadäquaten BMG in den nachfolgenden Untersuchungen.
Das dritte Kapitel umfasste den Hauptteil der Arbeit. Hier erfolgte zunächst einführend die Darstellung der Ermittlung und des Informationsgehaltes von Gewinn- und Cash Flow-Größen. Daran anschließend wurden in Abschnitt 3.3 anhand von einzelnen Kritikpunkten an „traditionellen“ Performancemaßen geprüft, ob diese im einzelnen gerechtfertigt sind, dabei jeweils Unterschiede zwischen Gewinnen und Cash Flows bestehen, sie Einfluss auf die Vorteilhaftigkeit bei der Verwendung als Basis der BMG eines Management-Anreizsystems ausüben und bestehende Unzulänglichkeiten beseitigt werden können.
Im Ergebnis konnte gezeigt werden, dass sowohl Gewinne als auch Cash Flows teilweise schwerwiegende Mängel aufweisen und die Vorteilhaftigkeit z.T. je nach betrachtetem Kritikpunkt wechselt. Aus diesem Grund kann keine der beiden Größen für optimal als Basis für ein Management-Anreizsystem befunden werden, obgleich eine Tendenz zugunsten von Cash Flows festgestellt werden konnte. Deshalb wurde in Kapitel 3.4 eine Zwischengröße entwickelt, um in ihr die jeweiligen Vorteile beider Größen zu vereinen und durch verschiedenste anreizspezifische Korrekturen die bestehenden Unzulänglichkeiten zu beseitigen.
Des weiteren erfolgte die Darstellung eines Berechnungsschemas für das investierte Kapital entsprechend der Ermittlung des Periodenerfolges und der gewonnenen Erkenntnisse. Die auf das investierte Vermögen entfallenden durchschnittlichen Kapitalkosten wurden danach vom Periodenerfolg abgezogen, um den Wertbeitrag in Form einer Residualerfolgsgröße zu erhalten. Der so ermittelte Wertbeitrag einer Periode kann allerdings noch nicht als BMG des variablen Vergütungsbestandteils verwendet werden, da hierin nicht beeinflussbare externe Umwelteinflüsse enthalten sind. Deren Abgrenzung erfolgte in einem letzten Schritt durch den Vergleich der Unternehmensergebnisse mit denen der Wettbewerber. Erst durch diese Relativierung kann die eigentliche Managementleistung beurteilt werden und der überdurchschnittliche Wertbeitrag als BMG verwendet werden.
In einer abschließenden Beurteilung der gewonnenen Ergebnisse in Kapitel 3.5 konnte festgestellt werden, dass die entwickelte unternehmenswertorientierte BMG anreizkompatibel und praktikabel ist. Durch das zugrunde liegende Realisationsprinzip besitzt sie ferner den Vorteil der objektiven Messbarkeit und weitgehenden Manipulationsfreiheit der eingehenden Daten des Rechnungswesens. Aufgrund dieser periodischen Performancemessung besteht zwar kein direkter Bezug zum zukunftsorientierten Unternehmenswert.
Aber trotzdem werden sowohl die kurzfristigen operativen sowie die langfristigen strategischen Ziele durch die Kombination mit einem entsprechend ausgestalteten Bonusbank-System berücksichtigt. Diese werden dadurch in die Handlungen der Manager, die daraus resultierenden Erfolge und damit ihrer Vergütung einbezogen. Somit ist es möglich, die aktive Steuerung aller Werthebel zur Steigerung des Unternehmenswertes bzw. des Shareholder Value zu induzieren. Und damit werden die Interessen der Eigentümer und daneben auch aller anderen Stakeholder optimal verfolgt oder zumindest Anreize dafür gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Symbolverzeichnis | VIII | |
| 1. | Problemstellung und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 1.1 | Darstellung der Thematik und der Ziele | 1 |
| 1.2 | Aufbau und Abgrenzung der Arbeit | 3 |
| 2. | Grundlegende Betrachtungen | 6 |
| 2.1 | Wertorientierte Unternehmensführung und Shareholder Value | 6 |
| 2.2 | Theoretische Modelle als Grundlage von Anreizsystemen | 9 |
| 2.2.1 | Principal-Agent-Theorie | 10 |
| 2.2.2 | Motivations- und Verhaltenstheorien | 12 |
| 2.3 | Funktionen und Ziele von Anreizsystemen | 13 |
| 2.4 | Anforderungen an Anreizsysteme | 15 |
| 3. | Gewinne oder Cash Flows als Basis von Anreizsystemen | 17 |
| 3.1 | Ermittlung und Zusammensetzung | 17 |
| 3.1.1 | Gewinn | 17 |
| 3.1.2 | Cash Flow | 19 |
| 3.1.3 | Finanzierungstätigkeit und außerordentliche Ergebnisse | 24 |
| 3.2 | Informationsgehalt und Aussagen | 25 |
| 3.3 | Kritikpunkte an „traditionellen“ Kennzahlen | 28 |
| 3.3.1 | Einfluss von Rechnungslegungsnormen | 29 |
| 3.3.2 | Keine Berücksichtigung von Eigenkapitalkosten und Risiken | 35 |
| 3.3.3 | Verzerrung von Kennzahlen durch Abschreibungen | 40 |
| 3.3.4 | Vergangenheitsorientierung und mangelnde Zukunftsbetrachtung | 44 |
| 3.3.5 | Hemmung von betriebsnotwendigen langfristigen Investitionen | 49 |
| 3.3.6 | Manipulationsmöglichkeiten des Managements | 54 |
| 3.3.7 | Höhere Volatilität von Cash Flows im Vergleich zu Gewinnen | 57 |
| 3.3.8 | Mangelnde Berücksichtigung der Finanzierungsstruktur | 60 |
| 3.3.9 | Verzerrungen durch Steuereinflüsse | 62 |
| 3.3.10 | Keine Berücksichtigung des Kapitalbedarfs bei Wachstum | 65 |
| 3.3.11 | Abhängigkeit der Ergebnisse von Umwelteinflüssen | 68 |
| 3.3.12 | Verzerrung von Kennzahlen durch Leasing und Miete | 71 |
| 3.3.13 | Keine Berücksichtigung der Inflation | 73 |
| 3.3.14 | Verzerrung von Kennzahlen durch Goodwill-Ausweis | 76 |
| 3.3.15 | Einfluss der Dividendenpolitik | 77 |
| 3.3.16 | Ungenügende Korrelation mit dem Kapitalmarkt | 80 |
| 3.3.17 | Zusammenfassung | 84 |
| 3.4 | Entwicklung einer Bemessungsgrundlage für ein Anreizsystem | 87 |
| 3.5 | Abschließende Beurteilung der entwickelten Bemessungsgrundlage | 93 |
| 4. | Zusammenfassung und Ausblick | 97 |
| Anhang | 100 | |
| Literaturverzeichnis | 111 |
Der Bilanzgewinn und darauf basierende traditionellen Kennzahlen stellen aufgrund der Beeinflussbarkeit durch die Manager keinen objektiven Maßstab für die Beurteilung der Unternehmens- und Führungsleistungen dar.357 CF sind im Gegensatz zu buchhalterischen Gewinnen weitgehend unabhängig von der Ausübung von Wahlrechten in der Rechnungslegung und damit bilanzpolitischen Maßnahmen.358 Denn hier werden grds. nur Ein- und Auszahlungen erfasst, was beobachtbare Größen sind und nicht durch Abbildungsgestaltung manipuliert werden können. Das Abgrenzungskriterium des Zahlungszeitpunktes hat eine eindeutige Zuordnung von Geschäftsvorfällen zu einer Periode zur Folge, wodurch subjektive Bewertungselemente und die mit der Gewinnermittlung verbundene Bewertungswillkür eliminiert werden.359 Eine Ausnahme bilden die Steuerzahlungen, welche auf der Grundlage des Gewinns berechnet werden. Durch die bilanzielle Bewertung von Vorräten wird z.B. die Höhe des Gewinns und des CF beeinflusst, allerdings in entgegengesetzter Richtung.360 Denn bei steigenden Preisen führt die Lifo-Methode immer zu einem niedrigeren Gewinnausweis als die Fifo-Methode, weil die veräußerten oder verbrauchten Güter mit den höheren Anschaffungskosten der zuletzt erworbenen Güter bewertet werden.361 Niedrigere Gewinne bedeuten niedrigere Steuern, was allerdings zu einem höheren CF nach Steuern führt. Durch die Wahl des Verbrauchsfolgeverfahren ist es also möglich, den CF zu beeinflussen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass sich die wirtschaftlichen Verhältnisse durch die Steuerzahlungen auch tatsächlich ändern und nicht wie bei dem Gewinn nur rein buchhalterisch. [...]
Durch konkrete Sachverhaltsgestaltung (substanzielle Bilanzpolitik) ist es dem Management möglich, den Periodenerfolg zu beeinflussen.349 So können z.B. Ø Investitionen verzögert oder ganz unterlassen, Ø Ausgaben für Marketing, F&E, Fort- und Weiterbildung gesenkt, Ø der Verschuldungsgrad verringert und Ø Vermögensgegenstände veräußert werden, um das Periodenergebnis zu beschönigen. Unter der Annahme, dass die Aufwendungen auch in der jeweiligen Periode zu Auszahlungen führen, besteht diesbezüglich kein Unterschied zwischen Gewinnen und CF, da Ein- und Auszahlungen ebenfalls relativ leicht beeinflusst werden können.350 Allerdings wird dabei der Tatsache Rechnung getragen, das tatsächlich der Aufwand geringer ist und damit das Ergebnis verbessert wurde. Dass hierdurch möglicherweise negative Folgen für zukünftige Perioden entstehen, ist ein anderer Punkt.351 Anders ist allerdings die Sachlage bei der Ausnutzung von Ansatz- und Bewertungswahlrechten (formelle Bilanzpolitik), die insbesondere das deutsche Bilanzierungsrecht eröffnet.352 Hierdurch kann das Management erheblichen Einfluss auf die Höhe des Gewinns nehmen, ohne dass sich die ökonomischen Gegebenheiten geändert haben.353 Die Ausübung von Wahlrechten gleicht sich zwar meist zu einem späteren Zeitpunkt wieder aus, führt aber bei der Bewertung der jeweiligen Periode zu unerwünschten Verzerrungen. Durch die Auflösung stiller Reserven kann z.B. eine schlechte Ertragslage verschleiert werden.354 Oder Abschreibungen kann der Manager auf spätere Perioden verschieben, um einen finanziellen Vorteil bei einer Beteiligung am Gewinn zu erzielen. Denn dadurch steigt zwar nicht die Summe seiner Prämien unter der Annahme, dass der [...]
COPELAND, KOLLER und MURRIN weisen allerdings auf Probleme bei der Entscheidung über Aktivierung und Abschreibung in der Praxis hin.344 Dennoch betonen sie die Vorteilhaftigkeit dieser Verfahrensweise, insbesondere bei größeren jährlichen Schwankungen oder beträchtlichen Abweichungen ggü. Vergleichsunternehmen. GÜNTHER gibt außerdem zu bedenken, dass die Abschreibungen verursachungsgerecht und unabhängig von bilanziellen und steuerlichen Einflüssen ermittelt werden sollten.345 Hierbei können auch zur Vermeidung von Entscheidungsunsicherheiten und Manipulationen für jeden Bereich feste Nutzungsdauern festgelegt werden, da z.B. bei Aufwendungen für F&E und Marketing ohnehin keine zuverlässige Schätzung möglich sein dürfte.346 Die damit einhergehenden methodischen Ungenauigkeiten und der zusätzliche Berechnungsaufwand dürften durch ein genaueres Bild von der Leistung und dem besseren Vergleich mit anderen Unternehmen aufgewogen werden.347 Lediglich für den Fall, dass sich die Erträge aus früheren Investitionen in (immaterielle) VGG und die gegenwärtigen Aufwendungen ausgleichen oder diese keinen größeren Schwankungen unterliegen, kann von einer fiktiven Aktivierung und Abschreibung abgesehen werden.348 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832481827
Arbeit zitieren:
Meyer, Andreas April 2004: Gewinne oder Cash Flows als Basis von monetären Management-Anreizsystemen als Bestandteil wertorientierter Unternehmensführung, Hamburg: Diplomica Verlag
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variable Vergütung, Wertmanagement, Managervergütung, Principal-Agent-Theorie, Kennzahlen



