Gesundheitstourismus in Ungarn
Entwicklung und Tendenzen am Fallbeispiel des Kurortes Héviz
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Nora Viragh
- Abgabedatum: März 2005
- Umfang: 144 Seiten
- Dateigröße: 1,7 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8820-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8820-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8820-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Viragh, Nora März 2005: Gesundheitstourismus in Ungarn, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fremdenverkehr, Wellness, Marketing, Spa, Befragung
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Diplomarbeit von Nora Viragh
Einleitung:
Durch den Anstieg des durchschnittlichen Lebensalters in den Industrieländern kommt der Erhaltung und Wiederherstellung der Gesundheit bis ins hohe Alter eine immer größere Bedeutung zu. Die zunehmende Hektik im Arbeitsleben und im privaten Alltag führt dazu, dass die Gesundheit durch den Missklang von Körper und Seele gefährdet werden kann. Die Bedürfnisse stressgeplagter Menschen, etwas zur Erhaltung ihrer Gesundheit und Verbesserung ihres Wohlbefindens zu tun, wie auch die derjenigen, die ihre Gesundheit wiederherstellen möchten, können durch die Inanspruchnahme entsprechender Dienstleistungen sowohl am Wohnort als auch innerhalb bei einer Reise außerhalb des Wohnortes befriedigt werden. Werden diese Dienstleistungen in Verbindung mit einer Übernachtung an einem wohnortsfernen Ort genutzt, spricht man von Gesundheitstourismus, der sich in die Sparten Kur- und Wellnesstourismus aufteilen lässt.
Untersuchungsgegenstand dieser Diplomarbeit ist der Gesundheitstourismus in Ungarn am Fallbeispiel des Kurortes Héviz. Dort ist der Gesundheitstourismus eines der Tourismussegmente mit dem größten Wachstumspotenzial und die Entwicklung wird seit einigen Jahren durch massive staatliche Förderungen positiv beeinflusst. Ungarn hat weltweit eines der größten Heil- und Thermalwasservorkommen und die Badekultur sowie die Anwendungsmethoden von Heil- und Thermalwasser haben eine jahrhundertlange Tradition. Ungarn wurde ausgewählt, da ein persönlicher Bezug zum Land besteht (Geburtsland). Die Auswahl fiel auf Héviz als Fallbeispiel, da Héviz gemessen an den Besucherzahlen der bedeutendste Kurort im Land ist, was sich hauptsächlich mit der Einzigartigkeit des Thermalsees in Héviz begründen lässt.
Das Ziel dieser Diplomarbeit ist es, die historische Entwicklung, die aktuelle Situation und die Zukunftsperspektiven des Gesundheitstourismus in Ungarn am Beispiel des Kurortes Héviz aufzuzeigen. Anhand der Auswertung von Sekundärliteratur und Experteninterviews soll die historische und aktuelle Entwicklung auf der Angebotsseite dargestellt werden. Mit Hilfe der Ergebnisse einer empirischen Untersuchung auf Nachfragerseite soll anschließend verglichen werden, wie sich die Wünsche und Meinungen der Nachfragerseite mit den Angeboten decken, was die Anbieter für die Zukunft verbessern könnten und welche Pläne hierzu schon existieren.
Die Diplomarbeit wurde dafür in vier Hauptbereiche unterteilt.
Hierbei werden nach der Einleitung im ersten Hauptbereich (zweites Kapitel) zunächst die theoretischen Grundlagen erörtert. Da später bei der empirischen Untersuchung ausschließlich deutsche Touristen befragt werden, werden die theoretischen Grundlagen im Hinblick auf deutsche Gesundheitstouristen dargestellt. Dafür werden als erstes die Begriffe Tourismus, das Teilsegment Gesundheitstourismus und seine beiden Unterteilungen definiert. Des Weiteren werden gesundheitstouristische Zielgruppen analysiert und ein Überblick über historische und aktuelle Entwicklungen im Gesundheitstourismus gegeben. Anschließend werden die Möglichkeiten der Finanzierung von Kuren über die Leistungsträger beschrieben.
Im zweiten Teil der Diplomarbeit (drittes Kapitel) wird zunächst eine Übersicht über die gesamttouristische Situation in Ungarn gegeben, bevor speziell auf den Gesundheitstourismus im Land eingegangen wird. Hierbei werden zunächst die historische und die aktuelle Entwicklung sowie neue Sparten des Gesundheitstourismus in Ungarn aufgezeigt. Danach wird analysiert, welche Konkurrenzmärkte für den ungarischen Gesundheitstourismus existieren und welche Marketingstrategien zur Stärkung der Marktposition verfolgt werden.
Im dritten Teil der Arbeit (viertes Kapitel) werden diese Punkte am Beispiel des Kurortes Héviz nochmals ausführlich dargestellt. Hierfür wird zunächst eine Übersicht über den Kurort gegeben, bevor die Basis für die Anziehungskraft des Kurortes, der Thermalsee, beschrieben wird. Des Weiteren wird die historische Entwicklung der Stadt und des Fremdenverkehrs aufgezeigt und anschließend eine Beschreibung des heutigen touristischen Angebotes in Héviz gegeben, um daraus die Marketingstrategien für die Zukunft abzuleiten. Außerdem wird noch die regionale Zusammenarbeit mit anderen Kurorten beschrieben.
Der vierte Teil (fünftes Kapitel) beinhaltet die Analyse des touristischen Angebotes aus Sicht Nachfragerseite mit Hilfe einer empirischen Untersuchung unter deutschen Gästen in Héviz. Hierfür erfolgt zunächst die Beschreibung des Ziels sowie der Methodik der Befragung, bevor auf die Ergebnisse ausführlich eingegangen wird.
Im Fazit (sechstes Kapitel) werden die Ergebnisse dieser Diplomarbeit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Kontext | 1 |
| 1.1 | Einleitung | 1 |
| 1.2 | Zielsetzung und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 1.3 | Methodik | 3 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 4 |
| 2.1 | Definition Tourismus | 4 |
| 2.2 | DefinitionenGesundheitstourismus | 5 |
| 2.2.1 | Kurtourismus | 5 |
| 2.2.2 | Wellnesstourismus | 6 |
| 2.3 | Zielgruppenanalyse von Kur- und Wellnesstouristen | 8 |
| 2.4 | Entwicklung des Gesundheitstourismus | 10 |
| 2.4.1 | Historische Entwicklung | 10 |
| 2.4.2 | Wandel des Gesundheitstourismus/Aktuelle Trends | 11 |
| 2.5 | Bezuschussung von Kuren durch die gesetzlichen Krankenkassen | 12 |
| 3. | Gesundheitstourismus in Ungarn | 14 |
| 3.1 | Allgemeine Daten | 14 |
| 3.2 | Allgemeiner Tourismus in Ungarn | 15 |
| 3.2.1 | Internationaler Tourismus | 15 |
| 3.2.2 | Nationaler Tourismus | 17 |
| 3.2.3 | Bedeutung des Tourismus für die Wirtschaft | 19 |
| 3.3 | Gesundheitstourismus in Ungarn | 21 |
| 3.3.1 | Übersicht | 21 |
| 3.3.2 | Historische Entwicklung | 23 |
| 3.3.3 | Entwicklung seit 2001 | 24 |
| 3.3.4 | Neuere Sparten des Gesundheitstourismus in Ungarn | 28 |
| 3.3.5 | Konkurrenzmärkte im Gesundheitstourismus | 30 |
| 3.3.5.1 | Konkurrenten im Kurtourismus | 31 |
| 3.3.5.2 | Konkurrenten im Wellnesstourismus | 32 |
| 3.3.6 | Marketingstrategien im ungarischen Gesundheitstourismus | 33 |
| 3.3.7 | Zukunftsperspektiven | 36 |
| 4. | Fallbeispiel Héviz | 38 |
| 4.1 | Geographische Lage/Übersicht | 38 |
| 4.2 | Der See | 39 |
| 4.2.1 | Entstehung und heutige Form | 40 |
| 4.2.2 | Die Wassertemperatur und -ergiebigkeit | 41 |
| 4.2.3 | Die heilende Wirkung des Hévizer Sees und Schlammes | 42 |
| 4.3 | Die Entwicklung der Stadt und des Fremdenverkehrs | 45 |
| 4.3.1 | 7500 v. Chr. bis etwa Ende des 18. Jahrhunderts | 45 |
| 4.3.2 | Ausbau zum Heilbad, Blütezeit und Kriegsjahre 1795-1945 | 46 |
| 4.3.3 | Wiederaufbau und Sozialtourismus 1945-1988 | 49 |
| 4.3.4 | 1989 bis heute | 52 |
| 4.4 | Heutiges touristisches Angebot | 57 |
| 4.4.1 | Verkehrsinfrastruktur | 57 |
| 4.4.2 | Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe | 58 |
| 4.4.3 | Stadtbild | 59 |
| 4.4.4 | Gesundheitstouristische Dienstleistungen | 60 |
| 4.4.5 | Sonstige Dienstleistungen | 61 |
| 4.5 | Marketingstrategie | 62 |
| 4.5.1 | Ausgangssituation | 63 |
| 4.5.2 | Marketingplan | 64 |
| 4.6 | Regionale Zusammenarbeit – „European-Spa-World“ | 66 |
| 5. | Empirische Untersuchung | 68 |
| 5.1 | Ziel und Aufbau der Untersuchung | 68 |
| 5.2 | Methodik der Befragung | 69 |
| 5.3 | Auswertung | 71 |
| 5.3.1 | Demographische Daten | 71 |
| 5.3.2 | Beurteilung der Kur-/Wellnessangebote in Héviz | 73 |
| 5.3.3 | Allgemeines zum Aufenthalt | 82 |
| 6. | Fazit | 100 |
| 7. | Literatur | 104 |
| 8. | Anhang | I |
de/abwechslungsreiche Angebote) und der Qualität (z.B. der Qualifikation der Fachkräfte, Aktualität der Behandlungsmethoden/Anwendungen) zu erfahren, sollten die Befragten ihre Meinung auf einer sechsstufigen Skala von sehr zufrieden bis sehr unzufrieden ankreuzen. Hierbei war es auffällig, dass die Mehrheit der Gäste sowohl mit der Quantität als auch mit der Qualität sehr zufrieden war (59 bzw. 57 %). Auch der Anteil derer, die beide Sparten mit „zufrieden“ bewerteten, lag noch bei 32 bzw. 36 %. Die nächsten Kategorien wurden wenig oder gar nicht angekreuzt. So gab es bei „eher zufrieden“ nur 3 bzw. 2 % Prozent der Nennungen. In die negative Meinungssparte unter „eher unzufrieden“ entfielen nur noch die Stimmen von zwei bzw. 1 % der Befragten, die Kategorien „unzufrieden“ oder „sehr unzufrieden“ wurden gar nicht genannt. Als Grund für die Unzufriedenheit wurden zur Quantität folgende Meinungen geäußert: „Die Eintrittspreise im Seebad sind zu teuer, es gibt dort nicht genug Liegen und auch keinen Ruheraum” (Frau, über 70 Jahre) Die gestiegenen Eintrittspreise bemängelten im zweiten Kapitel unter Frage zwei, in der allgemein nach der Preisentwicklung aus Sicht der Gäste gefragt wurde, auch andere [...]
enthalten ist und sie zusätzlich kein Geld dafür ausgeben möchte. Aber auch von den Gästen, die nicht zur Heilung von Krankheitsbeschwerden nach Héviz reisten sondern nur ihr allgemeines Wohlbefinden durch die Nutzung von Wellnessangeboten verbessern möchten, gaben 84 % an, dass sie den Thermalsee besuchen. Auch Massagen wurden von 78 % der Befragten in Anspruch genommen, diese können sowohl von heilender Bedeutung sein, als auch „nur“ der Entspannung dienen, hierbei wurde aber nicht näher nachgefragt. Häufig sind Massagen auch in Gesamtpaketen der Hotelangebote enthalten. Weitere gesundheitstouristische Dienstleistungen, wie Packungen oder sonstige Therapien (z.B. Elektro- oder Physiotherapie), wurden von 48 bzw. 34 % der Befragten genannt. Diese Behandlungen haben in Héviz eine lange Tradition, und der Hévizer Seeschlamm ist für seine heilende Wirkung bekannt, so ist es nicht verwunderlich, dass ein Teil der Befragten auch diese Angebote nutzt. Die Frage nach der Nutzung des Bäderbereichs der Unterkunft (z.B. Thermalbecken, Whirlpool) gaben 39 % der befragten Personen mit „ja“ an. So sind in allen größeren Hotels umfangreiche Badebereiche zu finden. Hierunter fallen auch Schwimmbecken mit Thermalwasser aus der Seequelle, weswegen auch einige der Befragten angaben, sie nutzten den Thermalsee selber gar nicht, da sie das heilende Wasser des Sees auch im Hotel genießen könnten. Schönheitsbehandlungen, wie z.B. ein Friseur- oder Manikürebesuch, nutzten 34 % der Befragten. Von der Gruppe derer, die bestehende Krankheiten behandeln lassen möchten, gaben sogar 42 % der Gäste an, sie nutzen die oben genannten Schönheitsbehandlungen. Den Besuch einer Zahnarztpraxis gaben die fünf Besucher an, die in der ersten Frage auch das Reisemotiv „zahnärztliche Behandlung“ nannten. Lediglich 4 % der Befragten gaben an, keine Kur-/oder Wellnessdienstleistungen zu nutzen. Dies waren z.B. die Personen, die aus beruflichen Gründen nach Héviz gereist waren. Die Nutzung von Kneippschen Behandlungen und Fitnessräumen wurde nur drei beziehungsweise zweimal genannt. Sportliche Betätigung während des Aufenthalts in Héviz scheint für die Mehrzahl der Befragten somit offensichtlich nicht von großer Bedeutung zu sein. Obwohl unter „sonstiges“ auch die Nennung der im Fragebogen nicht aufgeführten gesundheitstouristischen Dienstleistungen möglich war, hat keiner der Befragten etwas hier genannt. Dies lässt vermuten, dass die gegebenen Antwortmöglichkeiten das Spektrum der von den Befragten genutzten gesundheitstouristischen Dienstleistungen abdeckten. [...]
Quelle: eigene Erhebung September 2004 Die Frage nach der Nutzung von Kur-/Wellnessangeboten ist eng mit den Reisemotiven verknüpft, bei dieser Frage sollte jedoch näher erörtert werden, welche gesundheitstouristischen Dienstleistungen von den Gästen am ehesten genutzt werden. Hier waren wie bei der ersten Frage auch Mehrfachnennungen möglich. So gaben 79 % aller Befragten an, sie nutzen in Héviz den Thermalsee. So erhoffen sich von den 52 Personen mit Krankheitsbeschwerden 83 % eine Linderung ihrer Leiden durch das Baden im Thermalsee. Von denen, die den See gar nicht nutzten, nannte eine Person als Grund zu hohe Eintrittspreise. Eine andere Person gab an, dass es nicht im Kurpaket [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832488208
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Viragh, Nora März 2005: Gesundheitstourismus in Ungarn, Hamburg: Diplomica Verlag
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Fremdenverkehr, Wellness, Marketing, Spa, Befragung



