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Gesundheitliche Probleme beim Sporttreiben bei Vorliegen einer Anorexia nervosa (athletica)

Gesundheitliche Probleme beim Sporttreiben bei Vorliegen einer Anorexia nervosa (athletica)
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Laetitia Hoffmann
  • Abgabedatum: Juli 2008
  • Umfang: 73 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
  • Bibliografie: ca. 68
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2517-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hoffmann, Laetitia Juli 2008: Gesundheitliche Probleme beim Sporttreiben bei Vorliegen einer Anorexia nervosa (athletica), Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Sportanorexie, anorexia athletica, Magersucht, Essstörung, Essverhalten

Staatsexamensarbeit von Laetitia Hoffmann

Die in der Arbeit erwähnte DVD ist nicht Bestandteil des eBooks.

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Problematik der Magersucht im Sport. Vorrangig soll Augenmerk auf mögliche Auslöser sowie auf gesundheitliche Folgen gelegt werden, welche sich aus dem Krankheitsbild der Anorexia nervosa allgemein und speziell für den Sportler in der Variante Anorexia athletica ergeben, selbst wenn diese Form noch nicht allgemein als Krankheit anerkannt ist. Dazu werden zunächst alle möglichen Formen von Essstörungen näher erläutert.

Damit man die Erkrankung Magersucht besser begreifen kann, ist anschließend die Ätiologie näher beschrieben, um denkbare Ursachen sowohl für Anorexia nervosa als auch für Anorexia athletica aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang werde ich auch einige Sportarten beispielhaft nennen, die nach den bisherigen Erfahrungen ein erhöhtes spezifisches Risikopotenzial zur Begünstigung einer Magersucht mit sich bringen. Neben der Beschreibung der allgemeinen Symptome einer Magersucht sowie deren Diagnosekriterien werde ich natürlich vor allem die speziellen gesundheitlichen Probleme der Anorexia bei Sportlerinnen und Sportlern aufgreifen. Dazu sind Vorbemerkungen über die Energiebilanz, über Zusammenhänge zwischen Körpergewicht und Leistung sowie zwischen Sport und Ernährung unerlässlich, denn die gesundheitlichen Folgen der Anorexia resultieren aus Störungen verschiedenster Organsysteme im menschlichen Körper. Ein gestörter Energiestoffwechsel, ein aus dem Gleichgewicht geratenes Hormonsystem, Mineralien- oder Vitaminmangel – all das kann unmittelbar einzeln oder multifaktoriell den Körper schwächen. Außer der körperlichen Symptomatik sind zweifellos die psychischen Begleiterkrankungen der Anorexie von elementarer Bedeutung für das seelische Wohl- bzw. Missempfinden des anorektischen Sportlers.

Weiterhin sollen in dieser Arbeit therapeutische Möglichkeiten und Präventionsansätze für AnorektikerInnen aufgezeigt werden.

Schließlich will ich die Frage stellen, ob es von Magersucht betroffenen Sportlerinnen und Sportlern grundsätzlich noch möglich ist, auf gesunde Art und Weise Sport zu treiben.

Inhaltsverzeichnis:

VORWORT II
INHALTSVERZEICHNIS IV
EINLEITUNG 1
1. FORMEN VON ESSSTÖRUNGEN 2
1.1 ANOREXIA NERVOSA 3
1.2 BULIMIA NERVOSA 4
1.3 BINGE EATINGDISORDER 5
1.4 ED-NOS (NICHT NÄHER BEZEICHNETE ESSSTÖRUNGEN) 5
1.5 ANOREXIA ATHLETICA 6
2. EPIDEMIOLOGIE 6
3. ÄTIOLOGIE DER ANOREXIA NERVOSA 8
3.1 PERSÖNLICHKEITSBEDINGTE FAKTOREN 8
3.1.1 CHARAKTERISTISCHE PERSÖNLICHKEITSMERKMALE 8
3.1.2 GESTÖRTES KÖRPERBILD UND NEGATIVES SELBSTWERTGEFÜHL 9
3.1.3 ANGST VOR KONTROLLVERLUST 9
3.1.4 PERSÖNLICHE BELASTUNGEN 9
3.2 SOZIOKULTURELLE FAKTOREN 10
3.2.1 NAHRUNGSÜBERFLUSS UND SCHLANKHEITSWAHN 10
3.2.2 SEXUALISIERUNG DER MEDIEN 11
3.2.3 STATUSSYMBOL - DER PERFEKTE KÖRPER 11
3.2.4 PRO-ANA- UND PRO-MIA-BEWEGUNG 12
3.3 BIOLOGISCHE FAKTOREN 13
3.3.1 VERÄNDERTE SÄTTIGUNGSREGULATION IN AUSNAHMESITUATIONEN 13
3.3.2 UNGÜNSTIGE GENETISCHE DISPOSITIONEN 13
3.3.3 VERÄNDERUNGEN IM SEROTONINERGEN SYSTEM 14
3.4 FAMILIÄRE FAKTOREN 15
3.5 WEITERE RISIKOFAKTOREN 16
3.5.1 SEXUELLER MISSBRAUCH 16
3.5.2 ADOLESZENZ 17
3.6 MULTIFAKTORELLES ÄTIOLOGIEMODELL 17
3.7 SPEZIELLE RISIKOFAKTOREN BEI SPORTLERN 18
3.7.1 SPORTLICHE ERFOLGEWICHTIGER ALSGESUNDHEIT 19
3.7.2 FALSCHELEISTUNGSERWARTUNGEN 19
3.7.3 GEWICHTHALTEN IN TRAININGSFREIEN PHASEN 20
3.7.4 GEWICHTSREDUKTION ZUR ÄSTHETISCHEN DARSTELLUNG 20
3.7.5 KALORIENMANGEL 20
3.7.6 TRAININGSBEGINN VOR DER PUBERTÄT 20
3.7.7 PSYCHISCH BELASTENDE EREIGNISSE 20
3.7.8 GEWICHTSREDUKTION AUF GRUND DER SPORTART 21
3.7.9 ROLLE DER TRAINER UND BETREUER 21
3.7.10 ABGLEITEN VON ANOREXIA ATHLETICA IN DIE ANOREXIA NERVOSA 21
4. SPORTARTEN MIT RISIKOPOTENZIAL 21
4.1 ÄSTHETISCHE SPORTARTEN 22
4.2 GEWICHTSABHÄNGIGE SPORTARTEN 22
4.3 AUSDAUER-SPORTARTEN 22
5. SYMPTOME DER ANOREXIA NERVOSA 23
5.1 KÖRPERLICHE SYMPTOME 23
5.2 SOZIALE UND PSYCHISCHE SYMPTOME 24
6. SYMPTOME DER ANOREXIA ATHLETICA 24
6.1 KÖRPERLICHE SYMPTOME 24
6.2 SOZIALE UND PSYCHISCHE SYMPTOME 24
7. DIAGNOSTIK BEI ANOREXIA 25
7.1 DIAGNOSTISCHE KRITERIEN FÜR DIE ANOREXIA NERVOSA 25
7.2 DIAGNOSE ANOREXIA ATHLETICA 26
8. VON DER ANOREXIA ATHLETICA ZUR ANOREXIA NERVOSA 28
9. VERGLEICH ANOREXIA NERVOSA - ANOREXIA ATHLETICA 29
10. GESUNDHEITLICHE AUSWIRKUNGEN 30
10.1 ZUSAMMENHÄNGE ZWISCHEN SPORT UND ERNÄHRUNG 30
10.2 GEWICHT UND LEISTUNGSFÄHIGKEIT 31
10.3 ENERGIEBILANZ UND NÄHRSTOFFE 31
10.4 KÖRPERLICHE FOLGEN DER ANOREXIA NERVOSA / ATHLETICA 32
10.4.1 PROBLEME IN FOLGE GESTÖRTEN ENERGIESTOFFWECHSELS 33
10.4.2 PROBLEME DURCH VITAMINMANGEL 38
10.4.3 PROBLEME DURCH MINERALIENMANGEL 40
10.4.4 PROBLEME WEGEN HORMONELLER STÖRUNGEN 43
10.5 PSYCHOSOMATISCHE FOLGEN 45
10.6 SPEZIFISCHE PROBLEME BEI SPORTLERINNEN UND SPORTLERN 46
10.6.1 ATHLETINNEN-TRIADE 46
10.6.1.1 Essstörung 47
10.6.1.2 Amenorrhöe 47
10.6.1.3 Osteoporose 48
10.6.2 STUNTING 49
10.6.3 LEISTUNGSMINDERUNG 49
11. THERAPIEANSÄTZE BEI ANOREXIA NERVOSA 50
11.1 ERNÄHRUNGSSCHULUNG 51
11.2 KOGNITIVE VERHALTENSTHERAPIE 51
11.3 SPORT UND THERAPIE 52
11.4 MEDIKAMENTÖSE BEHANDLUNG 52
12. PRÄVENTION BEI ANOREXIA ATHLETICA 53
13. AUSBLICK 53
14. QUELLENANGABEN 56
14.1 Literaturverzeichnis 56
14.2 Abbildungsverzeichnis 64
14.3 Tabellenverzeichnis 67

Textprobe:

Kapitel 4, Sportarten mit Risikopotenzial: Risikogruppen für die Entstehung einer Essstörung sind neben den in der ganzen Mode-, Show- und Werbebranche Beschäftigten eindeutig die Sportler und Sportlerinnen. Je nachdem aber, welche Sportart man betreibt, erhöht sich deutlich das Risiko, an einer Essstörung zu erkranken, begründet durch den Sport. Zu den Risikosportarten für Anorexia athletica - und damit auch für ein eventuelles Abgleiten in eine Anorexia nervosa - zählen folgende drei Hauptgruppen:

Kapitel 4.1, Ästhetische Sportarten: In ästhetischen Sportarten wie Ballett, Tanzen, Eiskunstlauf, Synchronschwimmen, Kunstturnen und rhythmische Sportgymnastik, in denen Athleten nach technischen und künstlerischen Werten beurteilt werden, befinden sie sich unter großem Druck, dünn zu sein. Viele Schiedsrichter sehen Schlankheit als wichtiges Kriterium an, wenn es darum geht, über die künstlerische Benotung zu entscheiden. Ein niedriges Körpergewicht ist zudem oft günstiger für den Bewegungsablauf. Zudem kommt es vor, dass Sportlerinnen glauben, eine höhere Wertung durch die Punktrichter zu erfahren, wenn sie einen schlanken Körper besitzen. Oft existiert diese Vorstellung massiv in den Köpfen der Sportlerinnen und Sportler.

Kapitel 4.2, Gewichtsabhängige Sportarten: Sportarten, bei denen es günstig ist, ein bestimmtes Gewicht einzuhalten, sind unter anderem Boxen, Ringen, Judo, Karate und Gewichtheben. Durch so genanntes „Gewichtmachen“ werden der Zucker-, Elektrolyt- oder Wasserhaushalt manipuliert, um an Gewicht zu verlieren und in einer niedrigeren Gewichtsklasse gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner kämpfen zu können. Aber auch bei Jockeys, im Rudern, Skispringen, Klettern und Hochsprung spielt das Gewicht eine wesentliche Rolle. Ein gestörtes Essverhalten kann sich hier leicht zu einer manifestierten Essstörung entwickeln.

Kapitel 4.3, Ausdauersportarten: In Ausdauersportarten bedeutet ein niedriges Gewicht - sprich niedriger Körperfettanteil - indirekt eine Verbesserung der Ausdauerleistung. Die Sauerstoffmenge in Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht pro Minute (ml/kg/min) ergibt die relative maximale Sauerstoffaufnahme. Je niedriger also das Körpergewicht bei gleicher maximaler Sauerstoffaufnahme, desto größer die relative maximale Sauerstoffaufnahme pro Kilo Körpergewicht und damit auch die Ausdauerleistung.

Zu den Ausdauersportarten zählen unter anderem Skilanglauf, Biathlon, Schwimmen, Langstreckenlauf, Radrennfahren, Marathon und Triathlon.

Kapitel 5, Symptome der Anorexia nervosa: Zu den Symptomen der Anorexia nervosa zählen körperliche Zeichen ebenso wie auch soziale und psychische Begleiterscheinungen.

Kapitel 5.1, Körperliche Symptome: Das wohl auffälligste Symptom der Anorexia nervosa ist der massive Gewichtsverlust in relativ kurzer Zeit. Das Gewicht liegt mindestens 15 % unterhalb des Normalgewichts, ohne durch eine organische Ursache begründbar zu sein. Durch den Gewichtsverlust wird auch der Bodymaßindex (BMI) verringert, der einen groben Anhaltspunkt für Über- oder Untergewicht des Betroffenen darstellt, ohne dass der Trainingszustand des Körpers berücksichtigt wird. Der BMI sollte aber einen Wert von 17,5 kg/m2 auf keinen Fall unterschreiten.

Der Körperfettanteil sinkt bei einer Anorexie auf einen sehr niedrigen Wert. Der Körperfettanteil nimmt normalerweise während der Pubertät bei Mädchen zu. Bei Frauen sollte der optimale Körperfettanteil für eine langfristige Leistungsfähigkeit zwischen 19% und 22%, bei Männern zwischen 11% und 17% liegen – niedrige Werte, die Sportler anstreben. Eine Wachstumsverzögerung mit fehlender Geschlechtsentwicklung kann Ausdruck einer Anorexia nervosa sein. Bei jungen Mädchen kommt es verspätet zur Menarche, bei Frauen kann die Regelblutung auf Grund der hormonellen Veränderungen ganz ausbleiben. Auch ein verändertes Blutbild mit erhöhten Blutfettwerten oder verändertem Hormonspiegel sind Anzeichen für eine vorliegende Anorexia nervosa. Betroffene klagen häufig über Magen/Darm-Beschwerden und andere Erkrankungen, die Ausdruck eines schwachen Immunsystems sind. Ebenso wurden Elektrolytstörungen bei Anorexiepatienten symptomatisch erfasst. Ferner können chronische Müdigkeit und Blutarmut Symptome einer Anorexia nervosa sein.

Kapitel 5.2, Soziale und psychische Symptome: Betroffene neigen dazu sich zu isolieren. Sie treten den sozialen Rückzug an, sind oft unruhig und aggressiv und haben nur noch wenig Kontakt zu Gleichaltrigen. Extremer Ehrgeiz zeichnet sie aus und bringt sie dazu, sogar heimlich zu trainieren. Dies kann bei der sportlichen Betätigung zwanghafte Züge annehmen. Sie verweigern viele Speisen sowie gemeinsames Essen, nicht aber gemeinsames Kochen. Neben den sozialen Phobien entwickeln Anorektiker vor allem eine Gewichtsphobie. Sie fühlen sich trotz ihres massiven Untergewichts immer noch zu dick. Es liegt eine konzeptionelle Störung des eigenen Körperbilds, eine Körperschemastörung, vor. Ebenso entwickelt sich eine Figurzentriertheit bei den Betroffenen.

Kapitel 6, Symptome der Anorexia athletica: Obwohl die Anorexia athletica nicht als psychische Erkrankung anerkannt ist, so weist sie doch Symptome auf, die stark an Anorexia nervosa erinnern.

Kapitel 6.1, Körperliche Symptome: Auch hier kommt es zu einer starken Abnahme des Körpergewichts und des Körperfettanteils, ohne dass eine bestehende organische Erkrankung vorliegen würde. Die verminderte Nahrungsaufnahme wird zum zentralen Leitsymptom. Gleichfalls treten Menstruationsstörungen sowie Magen-Darm-Beschwerden auf. Charakteristisch ist, dass trotz der niedrigen Energiezufuhr von den Betroffenen bewusst exzessiv Sport getrieben wird.

Kapitel 6.2, Soziale und psychische Symptome: Sport-Anorektiker entwickeln ebenso wie „normale“ Anorexia-nervosa-Betroffene eine übertriebene Angst vor Übergewicht und gleichzeitig den vehementen Wunsch nach Schlankheit. Sie unterscheiden sich jedoch dadurch, dass sie nicht an einer Körperschemastörung leiden, um die maximale Leistungsfähigkeit ihres Körpers herauszuholen, denn dünn sein ist nicht das Ziel, nur das Mittel.

Kapitel 7, Diagnostik bei Anorexia: Zur Diagnose Magersucht werden sowohl körperliche als auch psychische Symptome herangezogen. In der Regel ist die Diagnose bei Beachtung der Symptomatik, des Lebensalters und des Geschlechts recht einfach zu stellen. Notwendigerweise muss allerdings zunächst eine organische Erkrankung ausgeschlossen werden, die den Gewichtsverlust erklären würde. Differentialdiagnosen wären Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, zwei chronische Darmerkrankungen, die ebenfalls zu einem erheblichen Gewichtsverlust führen können.

Arbeit zitieren:
Hoffmann, Laetitia Juli 2008: Gesundheitliche Probleme beim Sporttreiben bei Vorliegen einer Anorexia nervosa (athletica), Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Sportanorexie, anorexia athletica, Magersucht, Essstörung, Essverhalten

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