Gestaltungsmöglichkeiten erfolgreicher Neukundenakquisition
Ein branchenübergreifender Leitfaden als Basis für eine Ist-Analyse und Handlungsempfehlungen am Beispiel des Logistikdienstleisters Kühne+Nagel, Region Mitte
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Tobias Karnetzky
- Abgabedatum: Februar 2006
- Umfang: 131 Seiten
- Dateigröße: 4,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Duale Hochschule Baden-Württemberg Deutschland
- Bibliografie: ca. 94
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9930-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9930-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9930-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Karnetzky, Tobias Februar 2006: Gestaltungsmöglichkeiten erfolgreicher Neukundenakquisition, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Logistik, Direktmarketing, Customer Relationship Management, Marketing, Vertrieb
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Diplomarbeit von Tobias Karnetzky
Einleitung:
Das primäre Ziel der vorliegenden Arbeit liegt darin, einen branchenübergreifend anwendbaren Leitfaden und Handlungsanleitungen für die Neukundenakquisition zu entwickeln. Dieser soll – abhängig von der Phase des Marketing- und Vertriebsprozesses – die Tätigkeit sowohl von Marketingleitern (Marketingplanung), Vertriebsleitern (operative Planung), als auch dem Außen- und Innendienst (Durchführung der Akquisition) unterstützen. Zahlreiche praktische Checklisten, Schaubilder und Statistiken im Anhang der Arbeit unterstützen dieses Vorhaben.
Hierauf aufbauend ist es sekundäres Ziel der Arbeit, anhand der im Rahmen des Studiums von Fachliteratur und -magazinen gewonnenen Erkenntnisse über den Akquisitionsprozess die aktuelle Vorgehensweise in der Region Mitte (bestehend aus den Niederlassungen Koblenz, Frankfurt, Mannheim, Koblenz, Saarbrücken, Haiger, Kassel sowie einem Kontraktlogistikstandort in Groß-Gerau) des Logistikdienstleisters Kühne + Nagel zu untersuchen, um Stärken sowie evtl. vorhandene Schwachstellen darzustellen.
Durch weiterführende Handlungsempfehlungen soll ein möglicher Soll-Zustand entworfen und somit ein aktiver Beitrag zur Verbesserung des aktuellen Ist-Zustands der Marketing- und Vertriebsprozesse der Kühne+Nagel-Organisation (unter besonderer Berücksichtigung der Region Mitte) geleistet werden.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit ist in zwei wesentliche Teile gegliedert. Zu Beginn werden in Kapitel 2 die notwendigen Grundlagen für eine erfolgreiche Neukundenakquisition erläutert. Einführend wird die Neukundenakquisition im Rahmen des aufgabenorientierten Ansatzes in die Kernaufgaben des Marketing einer Unternehmung eingeordnet (Kapitel 2.1) und somit von den Kundenbindungsaktivitäten abgegrenzt. Um erfolgreich neue Kunden akquirieren zu können, bedarf es im Voraus der marktorientierten strategischen Planung (Kapitel 2.2.), die die umfassende Situationsanalyse zur Beurteilung der Position des Unternehmens am Markt und im Wettbewerb (Kapitel 2.2.1) sowie die strategische Unternehmensplanung (Kapitel 2.2.2) umfasst.
Diese beinhaltet die Notwendigkeit der Festlegung des Wettbewerbsverhaltens (Kapitel 2.2.2.1), um die Unternehmensleistung zu positionieren, die Festlegung der zu bearbeitenden Marktsegmente (2.2.2.2), die Festlegung des Kundennutzens (Kapitel 2.2.2.3) und nicht zuletzt den Strategieinhalt, der die Existenz des Vertriebs innerhalb der Marketingorganisation einer Unternehmung legitimiert. Im Zuge der Vertriebsstrukturplanung (Kapitel 2.3) ist die für den Akquisitionserfolg erforderliche, organisatorische Basis zu schaffen.
Der zweite Abschnitt beschreibt den auf die strategische Unternehmensplanung aufbauenden idealtypischen Prozess der Kundenakquisition.
In Kapitel 3 wird die Relevanz eines konsequenten Lead Management (Kapitel 3.1) diskutiert. Aufgezeigt werden Möglichkeiten, Kundenpotentiale im Rahmen der Generierung von Interessenten (Kapitel 3.1.3) zu identifizieren und im Zuge einer tiefergehenden Recherche (Kapitel 3.1.3.3) zu qualifizieren.
Ergänzend werden hierbei die Aspekte einer Direktmarketingkampagne diskutiert. Um dem Außendienst erste Anhaltspunkte für eine dem wirtschaftlichen Potenzial entsprechende Kundenbearbeitung zu geben, sind in einem weiteren Schritt qualifizierte Sales Leads zu klassifizieren resp. zu bewerten (Kapitel 3.1.4).
Kapitel 4 widmet sich der Erschließung der vorangehend identifizierten Kundenpotentiale. Hierzu ist die Bedeutung eines Aktionsplanes für den Vertrieb zu erläutern (Kapitel 4.1). Im Rahmen von Kapitel 4.2 wird der idealtypische Akquisitionsprozess aufgezeigt. Um die Neukundenakquisition erfolgreich auszugestalten, sind verkaufsunterstützende Maßnahmen durchzuführen (Kapitel 4.3). Als Ausgangsbasis für einen erfolgreichen Verlauf einer sich noch im Aufbau befindlichen Geschäftsbeziehung ist der reibungslose Übergang von den Akquisitionsbemühungen in das operative Tagesgeschäft sicherzustellen (Kapitel 4.4). Zur Sicherstellung der Effizienz der vertrieblichen Aktivitäten ist ein Controlling der Neukundenakquisition unerlässlich (Kapitel 5).
In Kapitel 6 wird der Grad der Zielerreichung im Rahmen der vorliegenden Ausführungen untersucht. Weiterhin wird ein kurzer Ausblick auf die Bedeutung der Kundenbindung eröffnet, um die Relevanz einer nachhaltigen Kundenbeziehung als logische Konsequenz der Akquisitionsbemühungen zu verdeutlichen.
Aufbauend auf dem allgemeingültigen, theoretischen Fundament wird am Ende der Kapitel 3,4 bzw. 5 im Rahmen einer Ist-Analyse (Kapitel 2.4 ; 3.2 ; 4.5 ; 5.4) der aktuelle Status Quo des K+N-Verkaufs in der Region Mitte aufgenommen und im Zuge eines Abgleichs mit der im theoretischen Teil dargestellten, vorherrschenden Expertenmeinung auf seine Verbesserungswürdigkeit hin überprüft.
Anhand der identifizierten Schwachstellen (Lücken [Gaps] zwischen Ist-und Soll-Zustand) und in der aktuellen Konzeption des Verkaufs bei Kühne+Nagel nicht resp. unzureichend berücksichtigten Aspekten des Marketing- und Verkaufsmanagements werden, anknüpfend an die jeweiligen Ausführungen zur Ist-Analyse, Handlungsempfehlungen für einen eventuell herbeizuführenden Soll-Zustand (Kapitel 2.5; 3.3; 4.6; 5.5) erarbeitet. Diese umfassen sowohl die für die Lückenschließung notwendig erscheinenden Verbesserungsvorschläge, als auch weiterführende Handlungsempfehlungen in Form von möglichen Maßnahmen und Aktionen (auf Handlungsempfehlungen zum Verhalten im Rahmen des Akquisitionsprozesses [Kapitel 4.2] wird weitestgehend verzichtet, das sich die vertriebliche Vorgehensweise innerhalb der Kundengespräche kaum automatisieren lässt). Besonders berücksichtigt werden hierbei die Aspekte der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeit und Durchführbarkeit und andere sich evtl. auftuende Hürden sowie eigenständig entwickelte Denkansätze zur Verbesserung der Vertriebseffizienz bei Kühne + Nagel in der Region Mitte.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | II | |
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Inhaltsverzeichnis . | V | |
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 1.1 | Die Neukundenakquisition im Spannungsfeld eines liberalisierten Logistikmarktes | 1 |
| 1.2 | Ziel der Arbeit | 3 |
| 1.3 | Methodisches Vorgehen | 4 |
| 2. | GRUNDLAGEN | 8 |
| 2.1 | Konzept des aufgabenorientierten Ansatzes – Kernaufgaben des Marketing | 8 |
| 2.1.1 | Grundidee des aufgabenorientierten Ansatzes | 8 |
| 2.1.2 | Nutzen von Kundenpotentialen: Kundenakquisition und -bindung | 9 |
| 2.1.3 | Nutzen von Leistungsinnovation – und pflege | 11 |
| 2.2 | Marktorientierte strategische Planung - Wegbereiter des Akquisitionserfolgs | 12 |
| 2.2.1 | Informationsgrundlagen der strategischen Planung: Situationsanalyse und -diagnose | 12 |
| 2.2.1.1 | Elemente und Methoden der Situationsanalyse | 12 |
| 2.2.1.2 | Notwendigkeit einer systematischen Situationsanalyse für den Vertriebsprozess | 18 |
| 2.2.2 | Strategische Unternehmensplanung | 18 |
| 2.2.2.1 | Strategie-Stil: Festlegung des Wettbewerbsverhaltens | 18 |
| 2.2.2.1.1 | Differenzierung vom Wettbewerb | 18 |
| 2.2.2.1.2 | Kostenführerschaft | 23 |
| 2.2.2.1.3 | Konzentration auf Schwerpunkte (Fokussierung) | 24 |
| 2.2.2.2 | Strategie-Feld: Festlegung der zu bearbeitenden Marktsegmente | 25 |
| 2.2.2.3 | Strategie-Substanz: Festlegung des Kundennutzens | 27 |
| 2.2.2.3.1 | Outside-in-Perspektive: Identifikation latent vorhandener Kundenbedürfnisse | 27 |
| 2.2.2.3.2 | Inside-Out-Perspektive: Nutzung spezifischer Ressourcenausstattung | 29 |
| 2.2.2.3.3 | Synthese von Outside-In- und Inside-Out-Orientierung | 30 |
| 2.2.2.4 | Strategie-Inhalt: Zielsetzung für den Vertrieb | 30 |
| 2.3 | Planung der Vertriebsstruktur | 32 |
| 2.3.1 | Aufbauorganisation des Vertriebs | 32 |
| 2.3.1.1 | Formen der Aufbauorganisation | 32 |
| 2.3.1.2 | Aufbauorganisation Vertrieb & Marketing K+N Deutschland | 33 |
| 2.3.1.2.1 | Nationale Organisation | 33 |
| 2.3.1.2.2 | Regionale Organisation | 34 |
| 2.3.1.2.2.1 | Pro- und Contra-Argumentation | 34 |
| 2.3.1.2.2.2 | Vertriebsleitung | 35 |
| 2.3.1.2.2.3 | Außendienst (Front Ende /Front Office) | 37 |
| 2.3.1.2.2.4 | Innendienst (Back Office) | 39 |
| 2.4 | Ist-Analyse Teil I :Der aktuelle „Status Quo“ bei K+N, Region Mitte | 40 |
| 2.5 | Erarbeitung eines möglichen Sollzustands zu Teil I der Ist-Analyse | 42 |
| 3. | IDENTIFIZIERUNG, QUALIFIZIERUNG UND BEWERTUNG VON KUNDENPOTENTIALEN | 44 |
| 3.1 | Lead-Management | 44 |
| 3.1.1 | Definition des Lead Management | 44 |
| 3.1.2 | Relevanz der Prozessorientierung im Rahmen der Neukundenakquisition | 46 |
| 3.1.3 | Identifikation und Qualifizierung von Interessenten | 49 |
| 3.1.3.1 | Aktive Generierung von Interessenten (Prospects) | 49 |
| 3.1.3.2 | Aspekte der Adressrecherche | 50 |
| 3.1.3.3 | Kontaktaufnahme und Erstinformation –Aspekte der Kommunikationspolitik | 51 |
| 3.1.3.3.1 | Definition und Durchführung des Direktmarketing | 51 |
| 3.1.3.3.2 | Telefonmarketing | 53 |
| 3.1.3.3.3 | Adressiertes Mailing (Direct Mail) | 54 |
| 3.1.3.4 | Bedeutung des Empfehlungsmarketing | 56 |
| 3.1.4 | Methoden der Zielkundenqualifizierung | 58 |
| 3.1.4.1 | Portfoliomethode | 58 |
| 3.1.4.2 | Multifaktorelle Bewertung (Scoring) | 59 |
| 3.2 | Ist-Analyse Teil II :Der aktuelle „Status Quo“ bei K+N, Region Mitte | 62 |
| 3.3 | Erarbeitung eines möglichen Sollzustands zu Teil II der Ist –Analyse | 63 |
| 4. | ERSCHLIEßEN VON KUNDENPOTENTIALEN –INTERESSENTENKONVERSION | 66 |
| 4.1 | Ableiten von Maßnahmen zur strategischen Kundenbearbeitung – Der Aktionsplan | 66 |
| 4.2 | Exemplarisches Aufzeigen des Akquisitionsprozesses – Kontaktvertiefung | 67 |
| 4.2.1 | Besuchsvorbereitung | 67 |
| 4.2.2 | Akquisitionsgespräch | 69 |
| 4.2.2.1 | Der Kaufprozess des Kunden | 69 |
| 4.2.2.2 | Einstieg in die Verhandlung (Briefing) | 70 |
| 4.2.2.3 | Angebotsphase | 71 |
| 4.2.2.3.1 | Argumentationsphase | 71 |
| 4.2.2.3.2 | Einwandbehandlung | 72 |
| 4.2.2.4 | Abschlussphase (Closing) | 74 |
| 4.2.2.4.1 | Abschlussvorschlag (Proposal) | 74 |
| 4.2.2.4.2 | Nachfassen (Follow Up) | 76 |
| 4.3 | Verkaufsunterstützende Maßnahmen | 77 |
| 4.4 | Implementierung von Neugeschäft in die operativen Abläufe | 78 |
| 4.5 | Ist-Analyse Teil III: Der aktuelle „Status Quo“ bei K+N, Region Mitte | 79 |
| 4.6 | Erarbeitung eines möglichen Sollzustands zu Teil III der Ist-Analyse | 84 |
| 5. | CONTROLLING DER NEUKUNDENAKQUISITION | 86 |
| 5.1 | Notwendigkeit eines Controlling | 86 |
| 5.2 | Der Verkaufstrichter (Sales Pipeline) als Erfolgsindikator | 88 |
| 5.3 | Bedeutung der Lost-Order-Analyse | 90 |
| 5.4 | Ist-Analyse Teil IV: Der aktuelle „Status Quo“ bei K+N, Region Mitte | 90 |
| 5.5 | Erarbeitung eines möglichen Sollzustands zu Teil IV der Ist –Analyse | 91 |
| 6. | FAZIT UND AUSBLICK | 92 |
| QUELLENVERZEICHNIS | 97 | |
| TABELLEN UND ABBILDUNGEN | 105 | |
| EHRENWÖRTLICHE ERKLÄRUNG | 126 |
Kapitel 2.2.1.2 Notwendigkeit einer systematischen Situationsanalyse für den Vertriebsprozess:
Anhand der Wettbewerbsanalyse können die künftigen Aktionen und Reaktionen der Wettbewerber besser abgeschätzt und in die eigene strategische Unternehmensplanung integriert werden. Dies gilt insbesondere für die Konzeption von Marketingaktionen und evtl. hieraus resultierende Vertriebsmaßnahmen im Rahmen der Neukundenakquisition.
Aufbauend auf der Stärken-Schwächen-Analyse kann im Zuge der Akquisitionsbemühungen die Verkaufsargumentation erfolgen. Die Stärken der eigenen Dienstleistung sind hierbei gezielt einzusetzen, um auf eine positive Kaufentscheidung einzuwirken. Gleichzeitig können systematisch Maßnahmen zur Beseitigung der im Vergleich zum Wettbewerb identifizierten Schwächen ergriffen werden, um somit die eigene Wettbewerbsposition zu stärken.
Die Ermittlung der Chancen und Risiken im Unternehmensumfeld fungiert als Indikator für eine dem ermittelten Marktpotential entsprechende Umsatzplanung. Somit wird eine unrealistische Zielvorgabe vermieden. Darüber hinaus können neue Potenziale identifiziert und deren Erschließung durch verstärkte Vertriebsaktivitäten in Erwägung gezogen werden. Ist der aktuelle Status Quo des eigenen Unternehmens hinreichend analysiert worden, gilt es nun, die strategische Unternehmensplanung vorzunehmen, um basierend auf den Stärken des Unternehmens das Wettbewerbsverhalten festzulegen, den Kundennutzen herauszustellen und sich in lukrativen Marktsegmenten zu positionieren.
Kapitel 2.2.2 Strategische Unternehmensplanung:
Ziel der Differenzierung vom Wettbewerb ist es, bei den für den Kunden relevanten Produkt- bzw. Dienstleistungsmerkmalen einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern zu erlangen. Nebenbedingung ist hierbei, dass eine annähernde Preisparität im Vergleich zu den Wettbewerbern besteht.
Dannenberg identifiziert im Zuge der Präferenzstrategie drei Faktoren, die sich für den Aufbau von Differenzierungsmerkmalen verantwortlich zeigen: ist der Markterfolg in dem Alleinstellungsmerkmal (bessere Qualität, höhere Leistungsbandbreite) einer Dienstleistung begründet, liegt eine Produkt- resp. Dienstleistungspräferenz vor. Wird der Markterfolg nicht mehr durch die primär angebotenen Dienstleistungen, sondern durch ein Bündel von Primär- und Nebenleistungen begründet, spricht man von Unternehmenspräferenz.
Drittens wird auf die Bedeutung der Personenpräferenz hingewiesen, bei der die Kaufentscheidung primär durch das Verhalten der Mitarbeiter zugunsten des Unternehmens beeinflusst wird.
Die IKB Deutsche Industriebank sieht Individualisierung und flexible Leistungserbringung als erfolgsentscheidenden Faktor im Zuge einer Differenzierungsstrategie. So bieten insbesondere das Prozess- und Supply-Chain-Management (SCM) im Rahmen des Outsourcing der Industrieunternehmen ein hohes Wachstumspotential. Voraussetzung hierfür ist ein enger Kontakt zum Kunden, der die Basis für das Wissen um die individuellen Anforderungen seitens des Kunden bildet.
Als weiteres Instrument zur Interessentengewinnung ist die Teilnahme an den branchenspezifischen Messen zu nennen. Zu erfassen sind hierbei neben den relevanten Daten der Interessenten wie Branchenzugehörigkeit, potentieller Bedarf etc. (siehe Abbildung 19 auf Seite 107) auch I n formationen über den Wettbewerb.225 Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass potenzielle Interessenten unter Umständen dennoch aus strategischen Gründen vernachlässigt werden sollten, wenn sie sich nicht den vorhandenen Zielgruppen zuordnen lassen. Zeitgleich jedoch ist ergänzend die gewählte Zielgruppenorientierung periodisch zu überprüfen, um bei bisher nicht berücksichtigten Kundenpotentialen eine Angleichung der Zielgruppendefinition vorzunehmen.226 Im Rahmen eines Follow Up sind aussichtreiche Kontakte zeitnah zu kontaktieren, um dem Informationsbedarf gerecht zu werden und das signalisierte Interesse zu verifizieren.227 3.1.3.2 Aspekte der Adressrecherche Um die unternehmenseigene Datenbank mit sog. Grunddaten von potentiellen Neukunden anreichern zu können, stehen diverse Adressquellen zur Auswahl. Neben Auszügen aus dem Handelsregister können Informationen aus (Online-)Telefonbüchern, Branchenverzeichnissen (Gelbe Seiten) und von Industrie- und Handelskammern hinzugezogen werden. Weiterhin denkbar sind die Nutzung von sog. Webkatalogen, in denen Informationen in Form von Ober- (z.B. Wirtschaft) und Unterverzeichnissen (z.B. B2BàIndustriebedarf) vorgehalten werden, sowie der Einsatz von Suchmaschinen. Ergänzend ist auf klassische Printmedien (DVZ, Handelsblatt, FAZ) zurückzugreifen. [...]
Nur anhand eines durch Ausbau-Vertriebsprozesse ermöglichtes, aktives Wachstum lässt sich der nicht zu verhindernde Verlust von bestehenden Kunden kompensieren.221 3.1.3 Identifikation und Qualifizierung von Interessenten 3.1.3.1 Aktive Generierung von Interessenten (Prospects) Hauptziel im Rahmen der Neukundenakquisition ist es, einen potentiellen Interessenten zu einem Stammkunden zu entwickeln, von dem ein vorausschaubarer Jahresumsatz erwartet werden kann.222 Um dies zu realisieren, ist der Kunde entlang der sog. Loyalitätsleiter223 abhängig von seinem aktuellen Status mit den entsprechenden Betreuungsmaßnahmen zu versehen. Ausgangspunkt dieser Leiter sind potentielle Interessenten, die im Zuge des Akquisitionsprozesses identifiziert und kontaktiert werden müssen, um sie anhand adäquater Maßnahmen auf eine weitere Stufe der in Abbildung 20 auf Seite 108 abgebildeten Leiter zu führen. [...]
Ergänzend hierzu kann die Koordination von Marketing– und Vertriebsaktivitäten nur dann effektiv sein, wenn es gelingt, die Unterstützungsmaßnahmen des Marketings genau auf die zu definierenden Phasen des Vertriebsprozesses abzustimmen. Ein weiterer Vorteil in der Definition von Prozessen liegt darin, dass die einzelnen Prozesse anhand von Kennzahlen durchleuchtet werden können und somit das Aufspüren von Gründen für das Verfehlen einer Zielsetzung erleichtert wird. Somit können Ansatzpunkte für eine effizientere Gestaltung der betroffenen Prozesse ausfindig gemacht werden.218 Diese geben u.a. Aufschluss über den möglichen I n halt eines Verkäufertrainings bzw. Coachings, in denen gezielt an der Eliminierung der im Verkaufsprozess aufgetretenen Schwächen gearbeitet wird. Weiterhin genannt werden können die Erleichterung einer bedarfsgerechten Planung der Personalressourcen, die anhand eines gewünschten Outputs zur strategischen Zielerreichung den notwendigen Input aufzeigt. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832499303
Arbeit zitieren:
Karnetzky, Tobias Februar 2006: Gestaltungsmöglichkeiten erfolgreicher Neukundenakquisition, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Logistik, Direktmarketing, Customer Relationship Management, Marketing, Vertrieb



