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Gestaltung von betrieblichen Anreizsystemen zur Förderung der Innovationsfähigkeit

Gestaltung von betrieblichen Anreizsystemen zur Förderung der Innovationsfähigkeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Michael Baumann
  • Abgabedatum: Juli 2001
  • Umfang: 96 Seiten
  • Dateigröße: 3,3 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Handelshochschule Leipzig (HHL) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4842-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4842-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4842-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Baumann, Michael Juli 2001: Gestaltung von betrieblichen Anreizsystemen zur Förderung der Innovationsfähigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Anreizkompatibilität, Wirtschaftlichkeit, Kommunikationsfähigkeit

Diplomarbeit von Michael Baumann

Einleitung:

Innovationen haben einen wichtigen Stellenwert im Wirtschaftsleben. Nicht selten entscheiden sie über langfristigen Erfolg oder Misserfolg. Ein Unternehmen, das heute am Markt führend ist, kann durch ein falsches Innovationsmanagement diesen Spitzenplatz leicht verspielen. Aus diesem Grund ist es wichtig die Innovationsfähigkeit zu fördern, sodass aus dem Unternehmen Innovationen hervorgehen, die sich am Markt durchsetzen können. Wie oben schon gezeigt wurde, kann der Unternehmer diese Aufgabe häufig nicht mehr adäquat wahrnehmen und wird sie somit auf die Mitarbeiter des Unternehmens übertragen.

Wie aber kann man den Mitarbeiter ermutigen, sich Gedanken über Innovationen zu machen, wenn dies nicht seiner ursprünglich zugedachten Aufgabe entspricht? Da dies nicht durch Zwangsmaßnahmen erreicht werden kann, müssen die Mitarbeiter entsprechend motiviert werden.

Dies kann ein Anreizsystem leisten, indem Motive angesprochen werden, die ein bestimmtes Verhalten bedingen. Ursächlich dafür ist eine Änderung der Präferenzabfolge, die durch Anreize ausgelöst wird. Ein Anreizsystem ist allerdings nur in der Lage die Innovationsfähigkeit zu fördern. Es hat jedoch nicht zwingend eine Auswirkung auf die tatsächliche Innovationstätigkeit eines Unternehmens. Dies hängt letztendlich von den Mitarbeitern ab, was auch der Begriff des Humankapitals zum Ausdruck bringt.

Das Ziel dieser Arbeit ist, ein betriebliches Anreizsystem so zu gestalten, dass es die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens fördert. Im speziellen soll dies für den Fall der X AG durchgeführt werden.

Es ist hinlänglich bekannt, dass durch ein Anreizsystem versucht wird, die von der Organisation vorgegebenen Ziele mit denen des Individuums in Einklang zu bringen. Dies geschieht i. d. R. durch eine Änderung der Motive und damit des Verhaltens bei den Mitarbeitern. Anreizsysteme lassen sich aber nur verstehen, wenn nachvollziehbar ist, wie es zu einer Zielidentität von Mitarbeiter- und Unternehmenszielen kommt. Von daher wird in dieser Arbeit nicht ein direkter Einstieg über die Anreizarten gewählt, sondern es wird einführend kurz auf das menschliche Verhalten eingegangen und wie dies determiniert ist. Dadurch lassen sich der Zusammenhang zwischen Anreiz und Verhaltensänderung und die darauf aufbauenden Anreizsysteme besser verstehen.

Eine Betrachtung aller betrieblichen Anreizsysteme kann diese Arbeit aufgrund der Vielzahl von verschiedenen Anreizen nicht leisten. Vielmehr beschränkt sie sich auf die Anreize, die langfristig wirken. Dies geschieht aus dem Grund, da Innovationen i. d. R. langfristigen Charakter haben und somit ein kurzfristiges Anreizsystem dem Ziel, die Innovationsfähigkeit zu fördern, nicht gerecht wird.

Der neue Aspekt dieser Arbeit ist die Ausrichtung auf die Hervorbringung von Innovationen und deren Implikationen. Besonderes Augenmerk wird daher auch den Personen zuteil, die durch die Innovationen betroffen sind. Dies geschieht, um Widerstände frühzeitig abzubauen oder gar nicht erst entstehen zu lassen und um die ganze Organisation auf die Generierung von Innovationen auszurichten.

Innovationen sind stets mit Risiko behaftet. Von daher soll diese Arbeit auch untersuchen, was mit demjenigen passiert, der eine ex-post als gescheitert einzustufende Innovation durchgeführt hat. Selbiger Mitarbeiter macht sich normalerweise auch schon im Voraus Gedanken darüber, was bei einem Fehlschlag geschieht.

Externe Einflussfaktoren werden nicht betrachtet. So könnte z. B. eine innovationsfreundliche Wirtschaftspolitik generell Innovationen in einem Land und somit auch in den Unternehmen begünstigen. Auch die Möglichkeit der Einbindung der verschiedenen Anreizsysteme in die Tarifverträge kann hier im Einzelnen nicht geprüft werden, da dies den Tarifparteien vorbehalten ist.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit ist in drei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt führt in die theoretischen Grundlagen ein. Hier werden die motivationalen Grundlagen von Anreizsystemen (2.) behandelt, auf denen aufbauend die Anreizarten (3.) mit den Unterpunkten der intrinsischen (3.1.) und extrinsischen Anreizen (3.2.) näher betrachtet werden. Die extrinsischen Anreize werden noch einmal nach dem Anreizobjekt in immaterielle (3.2.1.) und materielle (3.2.2.) untergliedert. Im nächsten Schritt werden Anforderungen an ein Anreizsystem (4.) entwickelt, das den drei Kriterien Anreizkompatibilität (4.1.), Kommunikationsfähigkeit (4.2.) und Wirtschaftlichkeit (4.3.) entspricht. Weiterhin müssen noch additionale Aspekte bei innovationsfähigkeitsfördernden Anreizsystemen (5.) betrachtet werden, wozu insbesondere die Behandlung des passiv Innovierenden (5.1.) und die Behandlung des aktiv Innovierenden beim Scheitern einer Innovation (5.2.) zählt.

Den zweiten Abschnitt bildet der praktische Teil, nämlich die Istanalyse der X AG (6.), in welchem besonderes Augenmerk auf die Ziele (6.1.), die Geschäftsfelder (6.2.) und das bestehende Anreizsystem der X AG (6.3.) gerichtet wird.

Aufbauend auf diesen beiden Abschnitten wird ein betriebliches Anreizsystem für die X AG entwickelt (7.). Der Konzeption der immateriellen Anreize (7.1.1.) mit einer anschließenden Überprüfung auf die Kriterien der Anreizkompatibilität, Kommunikationsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit (7.1.2.) folgt die Konzeption der materiellen Anreize (7.2.1.), der Bemessungsgrundlage (7.2.2.) und der Prämienfunktion (7.2.3.), die anschließend ebenfalls auf die o. g. Kriterien überprüft (7.2.4.) werden. An diese Ausführungen schließt sich die Festlegung der Behandlung des passiv Innovierenden (7.3.1.) und des aktiv Innovierenden beim Scheitern einer Innovation bei der X AG (7.3.2.) an. Die Arbeit schließt mit einem Resümee (8.).

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis V
1. Einführung und Problemstellung 2
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit 3
1.2 Abgrenzung des Themas 4
1.3 Definitionen 5
1.3.1 Anreizsystem 5
1.3.2 Innovationsfähigkeit 6
1.4 Aufbau der Arbeit 7
2. Motivationale Grundlagen von Anreizsystemen 10
3. Anreizarten 14
3.1 Intrinsische Anreize 15
3.2 Extrinsische Anreize 16
3.2.1 Immaterielle Anreize 17
3.2.1.1 Unternehmensweite Mitarbeiteranreize 19
3.2.1.2 Soziale Anreize 23
3.2.1.3 Personenbezogene Mitarbeiteranreize 26
3.2.2 Materielle Anreize 30
3.2.2.1 Betriebliches Vorschlagswesen 31
3.2.2.2 Marktindexierte Anreizsysteme 33
3.2.2.3 Leistungsbezogene Anreizsysteme 35
3.2.2.4 Management Accounting-Konzepte 36
3.2.2.5 Strategieorientierte Anreizsysteme 37
3.2.2.6 Duale Anreizsysteme 38
4. Anforderungen an ein Anreizsystem 39
4.1 Anreizkompatibilität 39
4.2 Kommunikationsfähigkeit 40
4.3 Wirtschaftlichkeit 40
5. Additionale Aspekte bei innovationsfähigkeitsfördernden Anreizsystemen 41
5.1 Behandlung des passiv Innovierenden 41
5.2 Behandlung des aktiv Innovierenden beim Scheitern einer Innovation 43
6. Die X AG 45
6.1 Ziele der X AG 45
6.2 Geschäftsfelder der X AG 46
6.2.1 Personal-Service-Agentur 47
6.2.2 Innovations Campus 47
6.2.3 Lieferanten Ansiedlung 48
6.2.4 Erlebnis Park 48
6.3 Bestehende Anreizsysteme der X AG 49
7. Entwicklung eines betrieblichen Anreizsystems für die X AG 51
7.1 Immaterielle Anreize bei der X AG 52
7.1.1 Sollkonzeption von immateriellen Anreizen 52
7.1.2 Überprüfung der immateriellen Anreize 55
7.1.2.1 Anreizkompatibilität 55
7.1.2.2 Kommunikationsfähigkeit 56
7.1.2.3 Wirtschaftlichkeit 56
7.2 Materielle Anreize bei der X AG 57
7.2.1 Sollkonzeption von materiellen Anreizen 57
7.2.2 Sollkonzeption einer Bemessungsgrundlage 62
7.2.3 Sollkonzeption einer Prämienfunktion 63
7.2.4 Überprüfung der materiellen Anreize 68
7.2.4.1 Anreizkompatibilität 68
7.2.4.2 Kommunikationsfähigkeit 69
7.2.4.3 Wirtschaftlichkeit 70
7.3 Additionale Aspekte des Anreizsystems der X AG 71
7.3.1 Behandlung des passiv Innovierenden bei der X AG 71
7.3.2 Behandlung des aktiv Innovierenden beim Scheitern der Innovation bei der X AG 71
8. Resümee 73
Anhang mit Anhangsverzeichnis 75
Literaturverzeichnis 92

Automatisiert erstellter Textauszug:

Die Personal-Service-Agentur besteht aus drei Säulen. Erstens der Personalvermittlung, bei der u. a. Stellenprofile erstellt, Stellenanzeigen geschaltet, Bewerbungsunterlagen gesichtet und Auswahlgespräche geführt werden. Die zweite Säule bildet der Bereich Qualifizierung und Training. Hierbei kommt der Personal-Service-Agentur die Kooperation mit Bildungsträgern und die Kenntnis über Fördermöglichkeiten zugute. Den dritten und momentan größten Bereich bildet die Zeitarbeit. Dabei übernimmt die Personal-Service-Agentur die Arbeitgeberpflichten und überlässt dem Auftraggeber gegen Bezahlung der geleisteten Arbeit temporär Personal. Dadurch können Unternehmen ihren Personalbedarf bei Urlaub, Krankheit oder Auftragsspitzen flexibel regulieren. Darüber hinaus können Arbeitslose und Arbeitssuchende durch diesen Prozess zurück in ein festes Arbeitsverhältnis geführt werden.136 [...]

Innovationen können sehr unterschiedlich sein. Jedoch verbindet sie alle eine Gemeinsamkeit: Zur Bewältigung der innovatorischen Herausforderung stellt das Verhalten der involvierten Personen eine zentrale Erfolgsdeterminante dar.123 Aus diesem Grund ist es erforderlich, sich mit dem passiv Innovierenden auseinander zu setzen. Innovationsprozesse lösen bei den beteiligten Personen abhängig vom Grad der Neuartigkeit ein mehr oder minder hohes Maß an subjektiver Betroffenheit und ein Gefühl der Desorientiertheit aus, die auf Klärung der Situation drängt. Des Weiteren weist der Innovationsprozess i. d. R. ein hohes intra- und interpersonales Konfliktpotential auf, was z. B. ein Konflikt in der Prognose und Bewertung möglicher Handlungsalternativen oder divergierende Ansichten verschiedener Personen im Bereich der Ziele oder der zu wählenden Mittel sein können. Darüber hinaus fehlen habituelle Verhaltensweisen, was zu Unsicherheit der betroffenen Personen in der Innovationssituation führt.124 [...]

Beim Deferred Compensation System sollen die Arbeitnehmer an bestimmten operativen Erfolgskriterien beteiligt werden. Aufgrund eines erreichten Ziels kommt es am Ende des Basisjahres zur Bildung eines Bonusfonds. Diese Bonusfondsanteile werden dann durch verschiedene Berechnungsverfahren auf die Arbeitnehmer aufgeteilt. Dabei kommt es zu einer sofortigen Teilausschüttung, der Rest wird auf die verbleibenden Laufzeitjahre abgegrenzt. Die abgegrenzten Fondsanteile können sich sowohl positiv, als auch negativ entwickeln. Dies hängt von der Bewertungsbasis ab, durch die die Fondsanteile bewertet und sukzessive ausgezahlt werden. Wird jedes Jahr ein solcher Fonds aufgelegt, kann es zur Überlappung von verschiedenen Plänen kommen, die zu einer kontinuierlichen Anreizwirkung beitragen sollen.111 [...]

Arbeit zitieren:
Baumann, Michael Juli 2001: Gestaltung von betrieblichen Anreizsystemen zur Förderung der Innovationsfähigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Anreizkompatibilität, Wirtschaftlichkeit, Kommunikationsfähigkeit

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