Gesellschaftliche Entwicklungen, Wertewandel und ihre Auswirkungen auf die Arbeit
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Harald Michael Jauschnig
- Abgabedatum: Mai 1998
- Umfang: 203 Seiten
- Dateigröße: 850,9 KB
- Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
- ISBN (eBook): 978-3-8324-5114-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-5114-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-5114-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Jauschnig, Harald Michael Mai 1998: Gesellschaftliche Entwicklungen, Wertewandel und ihre Auswirkungen auf die Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Arbeitsanforderungen, Arbeitseinstellungswandel, Arbeitsmotivationskontext, Arbeitsperspektiven, Zukunft der Arbeit
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Diplomarbeit von Harald Michael Jauschnig
Einleitung:
Zu den brennendsten Themen unserer Zeit gehört die Frage nach der Zukunft der Arbeit. Die Auslöser sind: Hochbeschäftigung bei gleichzeitiger Massenarbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum ohne entsprechendem Beschäftigungswachstum (jobless growth), rasanter Anstieg der Aktienkurse und Konzerngewinne, mehr Teilzeit-Arbeit (Mc Jobs) und weniger Vollzeit-Arbeit, zunehmende Technisierung und Rationalisierung, Verschärfung des internationalen Wettbewerbs (Outsourcing), steigende Lohnkosten und mehr Dienstleistung.
Doch die Krise birgt enorme Chancen. Wir müssen nur Wege finden, um auf die krassen Veränderungen antworten zu können. Die Devise der Zukunft lautet: „Weniger Masse - mehr Klasse“. Das Produkt der Zukunft ist nicht mehr das Endprodukt, sondern die Kenntnis über und das Service rund um das Endprodukt. Auf globalisierten Märkten können Produkte in anderen Ländern (lohn)kostengünstiger erzeugt werden. Das „Knowledge“ hingegen ist nicht leicht transferierbar. Nur eine permanent lernbereite Wissensgesellschaft kann sich der Herausforderung der Zukunft der Arbeit stellen.
Die Zukunft der Arbeit spaltet die (Arbeits-)Gesellschaft in 4 Lager.
• den High-Skill-Worker: der privilegierte Vollzeitbeschäftigte.
• den absteigenden Angestellten: der fremdgesteuerte „klassische“ Angestellte.
• den sozialen Couch-Potatoe: derjenige, der den Einstieg in die Zukunft der Arbeit nicht schafft.
• den neuen Selbständigen bzw. Portfolioarbeiter: ihm gehört die Zukunft der Arbeit.
Die Zukunft der Arbeit ist die Dienstleistungsarbeit. Vorwiegend aber, der Informations- und Kommunikationssektor und der „Helfende Sektor“. Daneben wird sich wahrscheinlich auch ein - nicht unbedingt monetisierter - Informeller Sektor herausbilden.
Die Zukunft der Arbeit ist wertorientiert. Die Unternehmen der Zukunft müssen, um erfolgreich zu sein, auf den Einstellungswandel reagieren und wissen, daß sich die Ansprüche an die Arbeit ausgeweitet haben. Die Menschen wollen - egal in welchem Sektor und wie privilegiert sie auch sind - autonomer und vor allem zeitsouveräner leben. Zur personellen Anreizpolitik der Zukunft gehören die:
• Geld-Arbeit.
• die Spaß-Arbeit.
• die Zeit-Arbeit.
• die Sinn-Arbeit.
• die Status-Arbeit.
Die Zukunft der Arbeit ist arbeitsmarktpolitisch brisant. Eine ausgeklügelte Lebensarbeitszeitpolitik - täglich gleich viel (oder gar länger), wöchentlich und jährlich weniger, über den Lebenszyklus mit Unterbrechungen gestreckt länger, aber insgesamt deutlich weniger arbeiten - könnte uns aus der Beschäftigungslosenkrise herausmanövrieren.
Die Zukunft der Arbeit wird uns ständig zwingen, uns neu auf Situationen einstellen zu müssen. Die Zukunft der Arbeit wird m.E. die große Herausforderung und gleichzeitig aber auch Belastung jedes einzelnen im eingehenden 21. Jhdt. sein.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Vorwort1 | |
| II. | Einleitung | 2 |
| A. | Problemstellung | 4 |
| B. | Vorgehensweise | 5 |
| C. | Arbeitsstrukturierung | 7 |
| D. | Überblick-Themenabgrenzung | 9 |
| III. | Gesellschaftlicher-, wirtschaftlicher- und technologischer Kontext der Arbeitsmotivation | 10 |
| A. | Einflussfaktoren | 11 |
| 1. | Ölkrise | 11 |
| 2. | Gereifter Wohlfahrtsstaat | 11 |
| 3. | Bildungsexpansion | 11 |
| 4. | Steigende Arbeitsmarktrisiken bei gleichzeitig höherer Beschäftigtenzahl | 13 |
| 5. | Zunahme der Langzeitarbeitslosigkeit | 15 |
| 6. | Alters-Arbeitslosigkeit | 16 |
| 7. | Arbeitslosigkeit (be)trifft alle | 18 |
| 8. | Zunehmende Technisierung und Rationalisierung | 19 |
| 9. | Entkopplung der Arbeits- von der Lebenswelt | 21 |
| 10. | Güterfülle | 21 |
| 11. | Steigender Frauenanteil in Arbeit und Bildung | 22 |
| 12. | Boomender IV. Sektor | 24 |
| 13. | Anstieg des informellen Sektors | 26 |
| 14. | Mehr ausländische Beschäftigte | 28 |
| 15. | Internationale Arbeitsteilung | 29 |
| 16. | Deutsche Einigung | 29 |
| 17. | Ältere Arbeitnehmer | 30 |
| 18. | Höherqualifizierter- aber schrumpfender Nachwuchs | 30 |
| 19. | Eheschließungen gehen zurück, Zahl der Scheidungen nimmt zu | 31 |
| 20. | Zunahme an Singlehaushalten | 31 |
| 21. | Deutliche Geburtenüberschüsse in Österreich | 32 |
| 22. | Sinkendes Haushaltseinkommen in Familien | 33 |
| 23. | Die Doppelverdienerhaushalte werden immer wohlhabender | 34 |
| 24. | Verringerung der Inflation | 35 |
| 25. | Fallende Wochen-/Lebensarbeitszeit und gleichzeitige Zeitnot | 35 |
| 26. | Ausdehnung der Teilzeitarbeit | 36 |
| 27. | Steigende Lohn(neben)kosten | 38 |
| 28. | Konsumneigung steigt | 39 |
| 29. | Jugend-Kriminalität bleibt konstant, aber weiterhin relativ hoch | 40 |
| B. | Zusammenfassung | 42 |
| IV. | Arbeit – Perspektiven | 45 |
| A. | Rückzug des Staates und sonstiger Institutionen - Indizien und Abschwächungstaktik | 45 |
| 1. | Macht der Konzerne - Konsequenzen für Staat und Gesellschaft | 45 |
| 2. | Technologie und Arbeit | 50 |
| 3. | Akademiker und Arbeitsmarktchancen | 51 |
| 4. | Verschleierungstaktik | 52 |
| B. | Ein Gesellschaftlicher Trend: Lebensbasteln | 53 |
| C. | Die Zukunft der „Traditionellen Arbeit“ | 56 |
| 1. | Kurzfristiger Wandel | 56 |
| 2. | Mittel- bis längerfristiger Wandel | 69 |
| D. | Der „Dritte Sektor“ | 63 |
| E. | Die neuen Anforderungen an Unternehmen, Institutionen und Staat | 66 |
| F. | Zusammenfassung | 67 |
| V. | Begriffsklärungen | 70 |
| A. | Arbeit | 70 |
| B. | Werte und Wandel | 73 |
| C. | Einstellung zur Arbeit | 77 |
| D. | Arbeitsmoral | 78 |
| E. | Arbeitsmotivation | 79 |
| F. | Arbeitszufriedenheit | 79 |
| 1. | (Aus)Wirkungen/Konsequenzen der Arbeits(un)zufriedenheit | 82 |
| 1.1 | Commitment | 82 |
| 1.2 | (Arbeits)Leistung | 82 |
| 1.3 | Organisationales Verhalten | 84 |
| 1.4 | Absentismus und Tardiness (Promptness) | 85 |
| 1.5 | Fluktuation | 88 |
| 1.6 | Streß (Burnout) | 90 |
| 1.7 | Geistiges und körperliches Wohlbefinden | 91 |
| 1.8 | Konterproduktivität | 93 |
| 1.9 | Lebenszufriedenheit | 95 |
| 2. | Zusammenfassung | 96 |
| VI. | Arbeitswandel – Einstellungswandel | 98 |
| A. | Einleitung - Analysierte Studien und Bewertungsprobleme des Wertewandels | 98 |
| B. | Werttypenverteilung in den arbeitenden Schichten | 102 |
| C. | Lebensziele und Lebensorientierung | 103 |
| D. | Attitüden | 110 |
| 1. | Hypothesen | 110 |
| 2. | Einstellung zu Arbeit und Beruf | 111 |
| 2.1 | Autonomie | 116 |
| 2.2 | Arbeitsinhalte | 117 |
| 2.3 | Arbeitsleistung | 120 |
| 3. | Situation am Arbeitsplatz, Mitbestimmung, Vorgesetzte, Führung, Betriebsklima | 125 |
| 4. | Arbeitspräferenz – Freizeitpräferenz | 127 |
| 5. | Entlohnung | 133 |
| 6. | Arbeitszufriedenheit als Rückmeldegröße | 138 |
| 7. | Die Träger des Wertewandels | 139 |
| 8. | Interpretation der Ergebnisse und Hypothesenbildung | 144 |
| E. | Zusammenfassung | 146 |
| VII. | Die neuen Anforderungen an die Arbeit | 150 |
| A. | Geld-Arbeit | 150 |
| B. | Spaß-Arbeit | 152 |
| C. | Zeit-Arbeit | 153 |
| D. | Sinn-Arbeit | 158 |
| E. | Status-Arbeit | 158 |
| F. | Zusammenfassung | 159 |
| VIII. | Makroökonomischer Exkurs: Zeitpolitik – Arbeitspolitik | 163 |
| A. | Flexible Arbeitszeit und Arbeitsmarkt | 163 |
| B. | Arbeitszeitverkürzung kann Arbeit schaffen | 165 |
| C. | Zusammenfassung | 169 |
| IX. | Fazit | 171 |
| X. | Anhang | 180 |
| A. | Werttypen nach Schmidtchen | 180 |
| B. | Konstitutionsmerkmale der fünf Werttypen nach Klages | 181 |
| XI. | Literaturverzeichnis | 183 |
| A. | Anonyma | 193 |
| XII. | Tabellenverzeichnis | 196 |
| XIII. | Verzeichnis der Grafiken | 197 |
ihre Arbeit präzise und schnell erledigen können, sind zufriedener. Es ist demnach anzunehmen, daß die Arbeitszufriedenheit durch die Arbeitsleistung beeinflußt wird. Dieser Zusammenhang könnte durch Belohnungen, die den Mitarbeitern für gute Leistungen in Aussicht gestellt werden, erklärt werden (Spector 1997, S. 56). "Rather it seems that job performance might lead to job satisfaction when job performance leads to rewards" (Spector 1997, S. 57). Je mehr die eigenen Fähigkeiten den Arbeitsplatzanforderungen entsprechen, desto größer das Leistungspotential. Je kleiner die Kluft zwischen den Bedürfnissen und der in Aussicht gestellten Befriedigung seitens der Unternehmung, desto größer die Arbeitszufriedenheit bzw. das Organizational Commitment (Wanous 1980, S. 11). Die soeben vorgestellten, doch sehr unterschiedlichen, Ergebnisse legen die Vermutung nahe, "(...) that broader categories of behavior, rather than specific behavioral items, are most likely to be predictable from measures of satisfaction. (...) much more research needs to be done" (Locke/Henne 1986, S. 23). 1.3 Organisationales Verhalten [...]
"(...) a happy employee should be a productive employee" (Spector 1997, S. 55). Experimente zeigten, daß der Zusammenhang wesentlich geringer (mittlere Korrelation81 von 0,25) ausfällt als erwartet (Spector 1997, S. 56). Aus Untersuchungen in der BRD ist hervorgegangen, daß mit geringer Zufriedenheit die Leistung sogar ansteigen kann, also sogar gelegentlich zwischen Arbeitszufriedenheit und Leistung überhaupt kein Zusammenhang besteht (Rosenstiel 1996, S. 80). Forschungen widerlegten die Zufriedenheits-Leistungs-Wirkung und die Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungstheorie82 unterstützt eher die umgekehrte Vermutung nämlich, daß hoher Arbeitseinsatz - unter "geeigneten" Bedingungen - zu hoher Arbeitszufriedenheit führen kann. " (...) people who perform better like their jobs better because of the rewards that are often associated with good performance" (Spector 1997, S. 56). Es zeigte sich tatsächlich, daß ein leistungskongruenter Lohn die Mitarbeiter zufriedener macht (Spector 1997, S. 56). Eine jüngere Untersuchung hingegen - um die Verwirrung perfekt zu machen - kam zu dem Ergebnis, daß sich der Zufriedenheits-Leistungs Zusammenhang als wesentlich größer darstellt als das frühere Messungen zeigten. Es läßt sich vorerst einmal feststellen: "(...) even though satisfaction was unlikely to lead to higher performance, dissatisfaction could result in lower performance" (Locke/Henne 1986, S. 22). Je mehr die Arbeitsplatzanforderungen den Fähigkeiten der Mitarbeiter entsprachen bzw. vice versa, desto zufriedener waren sie83. Und Menschen die [...]
Je zufriedener die Arbeitnehmer (je geringer die Abweichung im Soll-IstVergleich in der subjektiven Arbeitseinschätzung), desto ausgeprägter ist das "sich verpflichtet fühlen" gegenüber der Organisation, so wird postuliert. Die Autoren vermerken aber, daß der direkte Zusammenhang bei weitem noch nicht zufriedenstellend bestätigt wurde (Griffin/Bateman 1986, S. 177ff.). "(...) research into satisfaction and commitment needs to be broadened" (Griffin/Bateman 1986, S. 180). "Organizational Commitment": "(...) may be defined as the relative strength of an individual`s identification with and involvement in an organization" (Griffin/Bateman 1986, S. 167). Zufriedene Arbeitnehmer sollten (Griffin/Bateman 1986, S. 167): • • • den Wunsch haben in der Organisation zu verbleiben80, an die Werte und Ziele der Organisation glauben und diese verinnerlichen, bereit sein sich im Sinne der Organisation anzustrengen, also Leistungsbereitschaft dokumentieren. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832451141
Arbeit zitieren:
Jauschnig, Harald Michael Mai 1998: Gesellschaftliche Entwicklungen, Wertewandel und ihre Auswirkungen auf die Arbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Arbeitsanforderungen, Arbeitseinstellungswandel, Arbeitsmotivationskontext, Arbeitsperspektiven, Zukunft der Arbeit



