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Gesellschaftliche Einflüsse und ihre Auswirkungen auf die Schule

Kindheit und Schule im Wandel

Gesellschaftliche Einflüsse und ihre Auswirkungen auf die Schule
Über dieses Buch
  • Art: Seminararbeit
  • Autor: Tina Wendt
  • Abgabedatum: Oktober 1999
  • Umfang: 81 Seiten
  • Dateigröße: 487,8 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2276-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2276-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2276-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wendt, Tina Oktober 1999: Gesellschaftliche Einflüsse und ihre Auswirkungen auf die Schule, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Schulpädagogik, Allg. Erziehungswissenschaft, Wandel der Kindheit, Gesellschaftswandel

Seminararbeit von Tina Wendt

Einleitung:

In der Reformpädagogik wird das derzeitige Konzept von Schule in immer neuen Ansätzen in Frage gestellt. Schule müsse sich vor allem deshalb ändern, weil sich die Lebens- und Lernwelten von Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren in einem radikalen Wandel befänden.

Aus diesem Grund soll der Gegenstand der vorliegenden Untersuchung die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Begründungszusammenhang von Schulreform und Kindheitswandel in der heutigen Zeit sein.

Ein realisitischer Einblick in unser gesellschaftliches Umfeld, in der die heutige Jugend aufwächst, ist der Ausgangspunkt dieser Arbeit.

Es wird zu belegen sein, warum und inwieweit sich die Lebens- und Lernwelten der Kinder und Jugendlichen gerade in den letzten Jahren stark verändert haben.

Im Kontext gegenwärtiger Erziehungshaltungen wird zunächst historisch abgehandelt, inwiefern sich ein Wertewandel in unserer Gesellschaft von den 60er Jahren bis heute vollzogen hat. In diesem Zusammenhang wird ebenfalls zu untersuchen sein, inwieweit sich damalige Familienstrukturen bis heute verändert, und sich dementsprechende Anpassungen in der elterlichen Erziehung entwickelt haben.

Darüber hinaus haben sich auch im Bereich der täglichen Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen Verschiebungen, vor allem im sozialen Verhalten und in der Freizeitgestaltung, ergeben, die nicht zuletzt Auswirkungen der Konsumgesellschaft sind. Ein wesentlicher Bereich der heutigen, kindlichen Erfahrungswelt wird insbesondere durch den zunehmenden Einfluß der Massenmedien bestimmt.

In verschiedenen, wissenschaftlichen Beiträgen wird in einem zweiten Teil zu untersuchen sein, inwiefern man auf die heutige Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen unserer Gesellschaft als LehrerIn pädagogisch-didaktisch eingehen und unterrichtsmethodisch handeln sollte.

In diesem Kontext werden u.a. auch die Vorbildfunktion des Lehrers, innovative Unterrichtsformen und die Rolle der Schlüsselqualifikationen zu erörtern sein.

In einem anschließenden dritten Teil werden die Grenzen pädagogisch-didaktischer Einflußnahme durch die Schule aufgezeigt, um einer möglichst realistischen Umsetzung von Unterricht nahezukommen, die sich gemäß gesellschaftlicher Veränderungen als eine Anpassung an die heutige Kindheit versteht und sich als angemessen erweist.

Als Fazit dieser Arbeit sollen zusammenfassend Antworten auf die Frage gefunden werden, wie Schule letztendlich gestaltet werden muß, um ihrem gesellschaftlichen Zweck und ihre eigentliche, traditionelle Aufgabe, Kultur zu vermitteln, nachkommen zu können.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 4
1. Gesellschaftliche Einflüsse 5
1.1 Wertewandel - Werteverfall? 6
1.1.1 Entwicklung seit den 60er Jahren 6
1.1.2 Sitte und Moralerziehung 9
1.1.3 Erziehungschancen heute 10
1.2 Das Leben in der Familie 11
1.2.1 Familienstrukturen 11
1.2.2 Die elterliche Verwöhnung 12
1.2.3 Auswirkungen von antiautoritärer Erziehung 14
1.3 Kulturaneignung durch Medien 17
1.3.1 Fernsehen und Video 17
1.3.2 Lernen am Computer - die Bedeutung der PC-Spiele 19
1.3.3 Heutiges Leseverhalten 20
1.4 Freizeitgestaltung 22
1.4.1 Isoliertes Leben - von der "Wohninsel" zur "Schulinsel" 22
1.4.2 Die Privatisierung des sozialen Umfelds 24
1.5 Das Leben in der Konsum- und Leistungsgesellschaft 25
1.5.1 Spaltung von Gesellschaft - Armut in Deutschland 25
1.5.2 Die Anforderungen in der Leistungsgesellschaft 27
1.5.3 Ursachen für die Gewalt von Jugendlichen 29
1.5.4 Zukunftsperspektiven 32
1.6 Idole und Vorbilder im Wandel 34
1.6.1 Die Bedeutung von Vorbildern in der Pubertät 34
1.6.2 Alte Muster - Neue Namen: Die Jugendgeneration im ausgehenden 20. Jahrhundert 37
1.7 Zusammenfassung der gesellschaftlichen Einflüsse 38
2. Pädagogisch-didaktische Antworten 40
2.1 Pädagogisch-didaktische Antwort auf den Wertewandel 41
2.2 Pädagogisch-didaktische Antwort auf die Veränderungen in den familiären Erziehungsinhalten 43
2.3 Pädagogisch-didaktische Antwort auf die massenmedialen Einflüsse 47
2.4 Pädagogisch-didaktische Beiträge zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung 50
2.5 Die Vorbildfunktion des Lehrers 52
2.6 Methodische Antworten zur Unterrichtsdurchführung: Innovative Unterrichtsformen 55
2.7 Die Rolle der Schlüsselqualifikationen 60
2.8 Zusammenfassung der pädagogisch-didaktischen Antworten auf die gesellschaftlichen Veränderungen 63
3. Die Grenzen pädagogischer Einflußnahme durch die Schule 64
4. Fazit 66
5. Literaturverzeichnis 67

Automatisiert erstellter Textauszug:

Drittens können Jugendliche auch gewalttätig handeln, um sich zwar individuell durchzusetzen, dafür aber zerstörerische Folgen für die Unversehrtheit der Personen und sozialverträgliches Zusammenleben riskieren. Gerade die Lebenssituationen armer Menschen, insbesondere in Ghettos, zeigen heutzutage, wie überfüllte Wohnungen, schlechte sanitäre Verhältnisse, chronische Geldknappheit, gefährdete Gesundheit und Stigmatisierung durch die Umwelt zu familiärer und alltäglicher Gewalt führen.75 Vor allem die Schwächeren unter den Armen, Kinder, Frauen und ältere Menschen, sind von diesen Alltagsaggressionen betroffen. An dieser Stelle wird deutlich, daß Gewalt nicht nur unter Jugendlichen vorzufinden ist, sondern auch häufig in sozialschwachen Familien. In diesem Kontext ist u. a. auch die Kindesmißhandlung zu erwähnen, die heute ein vielfach diskutiertes Thema ist und nicht mehr nur in armen Familien auftritt. An diesen Beispielen wird ersichtlich, daß Armut zwar das Klima der Gewalt fördert, die Gewaltakte selbst jedoch keine geplanten und zielgerichteten, sondern eher aus der Not geborenen Akte sind, die zum Ausbruch kommen. Bezüglich allgemein angewendeter Gewalt von Jugendlichen sei abschließend noch einmal erwähnt, daß man in einer Befragung 13-17jähriger SchülerInnen nach einem ihrerseits abweichenden Verhalten herausfand, daß an oberster Stelle durchschnittlich etwa 29,2 % von ihnen schon mal jemanden in den letzten 12 Monaten absichtlich geschlagen oder verprügelt haben.76 [...]

durch die bereits in Kap. 1.1.1. erläuterten Individualisierungsschübe gekennzeichnet sind. So wird davon ausgegangen, daß der Individualisierungsprozeß zunehmend in der Gefahr steht, die Balance zu verlieren. Aus der „Wir”- Dominanz in der zurückliegenden traditionellen Gesellschaft mit intensiven Bindungen, großen Zwängen und offener Gewaltsamkeit und damit nur äußerer Integration entstehe immer mehr eine „Ich”- Dominanz, von der keineswegs erhofft werden kann, daß dadurch geradewegs Gewaltfreiheit gefördert wird.73 Diese Entwicklung kann einen emotionalen Konflikt hervorrufen, in dem einerseits das Verlangen nach Gefühlswärme und affektiver Bejahung anderer Personen existiert, und anderseits das Unvermögen vorherrscht, spontane Gefühlswärme überhaupt zu geben. Gerade emotionale Komponenten wie Orientierungslosigkeit, Zukunftsangst, niedriges Selbstwertgefühl und Handlungsunsicherheit, die durch die heutigen Individualisierungsmöglichkeiten negativ hervorgerufen werden können, bilden eine günstige Voraussetzung für Aggressionen und Gewalt, da sie oftmals als letzter Ausweg oder auch einfachste Form zur Wiederherstellung der inneren Balance gesehen werden. Zur Bearbeitung von möglichen Problemen im Individualisierungsprozeß, also zur „Plazierung” zwecks Aufstieg, Sicherung von Statuspositionen und im Kampf um Anerkennung, stehen den Jugendlichen vielfältige Vorgehensweisen offen: 74 Erstens können sie sich auf sozialverträgliche Weise höheren Leistungsanforderungen anpassen, um den tatsächlichen Anforderungen aktiv zu begegnen, und um auf diese Weise eine Lebensorientierung zu erfahren. Zweitens kann man Geschehnisse passiv hinnehmen und sie im Sinne eines ausweichenden Verhaltens apathisch auf sich einwirken lassen. [...]

Recht stark ist in den Forschungen zur Gewalt im Jugendalter der Bereich der persönlichkeits- und bewältigungsanalytischen Erklärungen etabliert. Allen voran steht der Konflikt mit autoritären Verhaltensweisen, mit denen Jugendliche in Berührung kommen. Unter dem Autoritatismuskonzept werden eine Reihe abweichender Verhaltensweisen, wie z. B. in Form von Aggressivität, Unterwürfigkeit, Konformität, Rigidität und Vorurteile, als Ausdruck einer zugrunde liegenden Persönlichkeitsstruktur verstanden.70 Diesbezüglich sind in der sozial- und entwicklungspsychologischen Forschung Erklärungen für gewalttätiges Verhalten zu finden, die sich auf individuelle Problemlagen, biographische Belastungen und Bewältigungsmuster beziehen.71 Gewalt bietet für Jugendliche ein Medium, mit dem sich ultimativ Überund Unterordnungsverhältnisse in einer Gruppe herstellen lassen. Sie vermittelt Erlebnisse sozialer Zusammengehörigkeit, Körperlichkeit, von Risiko und Teilnahme in einer anonymen und immer komplexer werdenden Gesellschaft. Gewaltsame Interaktionen entstehen durch verschiedene Absichten, zum einen, um Aggressivität abzubauen, zum anderen, um nach Spannung und Orientierung zu suchen, die oftmals durch ein symbolisches Feindbild (politisch rechts/links) vermittelt sind.72 Die Ursachen für gewalttätiges Verhalten sind in diesem Zusammenhang wieder auf die strukturellen Veränderungen in unserer Gesellschaft zurückzuführen, die vor allem [...]

Arbeit zitieren:
Wendt, Tina Oktober 1999: Gesellschaftliche Einflüsse und ihre Auswirkungen auf die Schule, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Schulpädagogik, Allg. Erziehungswissenschaft, Wandel der Kindheit, Gesellschaftswandel

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