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Geschlechtsrollenstereotype in der Personalauswahl

Eine quasi-experimentelle Studie

Geschlechtsrollenstereotype in der Personalauswahl
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Aleksandra Kuzmanovic
  • Abgabedatum: September 2004
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 3,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8478-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8478-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8478-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kuzmanovic, Aleksandra September 2004: Geschlechtsrollenstereotype in der Personalauswahl, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: think male, Führung, think manager, glass ceiling, Frauen

Diplomarbeit von Aleksandra Kuzmanovic

Problemstellung:

In der modernen Berufswelt scheinen Frauen auf den ersten Blick nicht mehr diskriminiert zu werden - sie sind formal gleichgestellt und verfügen über dieselben beruflichen und führungsrelevanten Qualifikationen wie Männer. Doch der Schein trügt: Obwohl ähnlich viele Frauen wie Männer berufstätig sind, ist der Anteil an weiblichen Führungskräften - vor allem in Spitzenpositionen - im Vergleich zu männlichen sehr gering. Warum haben Frauen auf dem Arbeitsmarkt einen Sonderstatus? Weshalb kommt es in den attraktiven Berufssparten zu Diskriminierung? Verschiedene Aspekte werden in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen als Ursachen für die Marginalität von Frauen in Führungspositionen diskutiert: historisch-kulturelle, ökonomisch-wirtschaftspolitische, personalpolitische und sozialpsychologische.

Die vorliegende Arbeit betrachtet diese Problematik aus einer sozialpsychologischen Perspektive, indem sie die geschlechtsstereotype Wahrnehmung von Führung als Erklärungsansatz heranzieht. Nach diesem Ansatz werden gleich qualifizierte Frauen bezüglich ihrer Führungsqualitäten anders wahrgenommen als Männer, weil das typische Bild einer erfolgreichen Führungskraft stärker mit dem männlichen als mit dem weiblichen Geschlechtsstereotyp assoziiert ist (think-manager-think-male-Phänomen). Mit Hilfe dieses Erklärungsmusters soll hier die Frage untersucht werden, welche Bedeutung Geschlechtsrollenstereotypen bei der Personalauswahl und -beurteilung von Führungskräften zukommt, d.h. inwieweit sie im Bezug auf Führung angewandt werden. Die Aktivierung der Stereotype wird in der vorliegenden Studie erzeugt durch das biologische Geschlecht von Personen, ihre äußere maskuline oder feminine Erscheinung und ihre maskulinen oder femininen Hobbys. Die Hobbys sollen hierbei als cues für Persönlichkeit und Temperament dienen. Konkret soll also beleuchtet werden, inwieweit das Geschlecht, die äußere Erscheinung und die Hobbys, die unabhängig vom Geschlecht einer sich bewerbenden Person entweder als „typisch maskulin“ oder „typisch feminin“ gelten, der Umwelt als Hinweisreize für Führungsqualifikation dienen.

Durch zwei Elemente soll die vorliegende Arbeit den gegenwärtigen Stand der Forschung ergänzen: Im Gegensatz zu vielen anderen Studien zu dieser Thematik, die neben dem Geschlecht der Stimulusperson nur eine Quelle für Maskulinität bzw. Femininität verwenden, kommen hier zwei zum Einsatz. Ein weiterer wichtiger Aspekt der hier verwendeten Methodik ist, daß die wesentlichen Informationen zur Beurteilung der Stimuluspersonen (Bild und Hobby im Lebenslauf) in der Realität schon im ersten Screening vorliegen. Hingegen kommen die in vielen anderen Arbeiten zur Einschätzung angewandten cues erst zum Tragen, wenn man die Person kennenlernt.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 5
2. DIE SITUATION VON FRAUEN IN FÜHRUNGSPOSITIONEN 7
3. THEORIE 10
3.1 Die gläserne Decke 10
3.2 Geschlechtsstereotype 12
3.2.1 Inhalte und Struktur von Geschlechtsstereotypen 12
3.2.2 Aktivierung von Geschlechtsstereotypen 14
3.3 Geschlechtsstereotype Segregation des Arbeitsmarktes 15
3.4 Geschlechtsstereotype Wahrnehmung von Führung 16
3.4.1 Think-manager-think-male-Phänomen 16
3.4.2 Lack-of-fit-Modell 17
3.4.3 Role-congruity-Theorie 18
4. PRÄZISIERUNG DER HYPOTHESEN 20
5. METHODEN 23
5.1 Übersicht und Untersuchungsdesign 23
5.2 Voruntersuchungen und Stimulusmaterial 24
5.2.1 Expertenbefragung zum Umgang mit Bewerbungsunterlagen in der Praxis 24
5.2.2 Voruntersuchung Hobbys 26
5.2.3 Voruntersuchung Bilder 28
5.2.4 Vortest 29
5.3 Stichprobe 32
5.4 Untersuchungsablauf 32
5.5 Operationalisierung der Variablen 33
5.5.1 Unabhängige Variablen 33
5.5.2 Abhängige Variablen 34
5.6 Manipulation Check und Kontrollvariablen 34
5.7 Datenanalyse 35
6. ERGEBNISSE 37
6.1 Stichprobe 37
6.2 Überprüfung der Manipulation feminin/maskulin 37
6.3 Zuschreibung von Führungseignung 40
6.4 Zuschreibung von Führungskompetenz 42
6.5 Zuschreibung von Führungspotential 44
6.6 Überblick über die Führungsqualitäten 47
6.7 Zuschreibung von maskulinen und femininen Eigenschaften 50
6.8 Einflußfaktoren für Erfolg in Führungspositionen 51
6.9 Kontrolle der Variablen „Sympathie“ und „Attraktivität“ 53
7. DISKUSSION 55
7.1 Diskussion der Ergebnisse 55
7.2 Bedeutung für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen 59
7.3 Einschränkungen der Ergebnisse und zukünftige Forschung 59
7.4 Schluß 61
7.5 Zusammenfassung 62
LITERATURVERZEICHNIS 64
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 70
TABELLENVERZEICHNIS 71
ANHANG 72
Anhang A: Stimulusmaterial der Voruntersuchungen 73
Anhang B: Stimulusmaterial der Hauptuntersuchung 81
Anhang C: CD-ROM Rohdaten 90

Automatisiert erstellter Textauszug:

Stimuluspersonengeschlecht, äußere Erscheinung und Hobbys der Stimulusperson auf die abhängigen Variablen Führungseignung, -kompetenz und –potential wurde mit jeweils einer vierfaktoriellen univariaten Varianzanalyse überprüft. Auf die Überprüfung der Normalverteilung der Variablen kann bei einer Stichprobe größer 30 Versuchspersonen nach Backhaus (2003) verzichtet werden. Ergaben sich im Levene-Test nichthomogene Varianzen, wurde trotzdem eine Varianzanalyse durchgeführt, jedoch mußte dabei das Ergebnis konservativer interpretiert werden. Im Falle von signifikanten Interaktionen wurden zusätzliche t-Tests berechnet. Zur statistischen Kontrolle, der als relevant angesehenen Variablen wurde die Kovarianzanalyse verwendet, wobei die zu kontrollierenden Variablen als Kovariaten eingesetzt wurden. Kreuztabellen Für die Untersuchung der Gleichheit von Häufigkeitsverteilungen von kategorialen Variablen wurden Kreuztabellen erzeugt und mit dem Pearson Chi-Quadrat-Test auf Signifikanz überprüft (2-seitig, p≤0,05). Multiple hierarchische Regression Für die Untersuchung des Einflusses der unabhängigen Variablen und den erhobenen Eigenschaftsvariablen auf die Führungsqualitätsvariablen Eignung, Kompetenz und Potential wurde die multiple Regressionsanalyse mit der stepwise Methode verwendet. Bei dieser Methode werden die Eingangsvariablen einzeln nacheinander in die Regressionsgleichung einbezogen, wobei jeweils diejenige Variable ausgewählt wird, die zu Beginn die höchste Korrelation mit der abhängigen Variablen und im Weiteren die höchste partielle Korrelation aufweist. Dabei wurden die Normalverteiltheit der Residuen und die Multikollinearität der unabhängigen Variablen als Voraussetzung überprüft. [...]

Nachfolgend wird die Operationalisierung der abhängigen Variablen geschildert. Zur Erfassung wurde ein vom Lebenslauf und den AC-Ergebnissen getrennter Fragebogen verwendet. Alle Items waren auf siebenstufigen Skalen (1=überhaupt nicht bis 7=sehr) zu beantworten. Die Versuchspersonen schätzten die Stimulusperson hinsichtlich folgender Führungsqualitäten ein: Führungseignung („Wie geeignet scheint Ihnen die Person für die gefragte Position allgemein?“) Führungskompetenz („Für wie ausgeprägt halten Sie die Führungskompetenz der Person?“) Potential für weitere Führungsaufgaben („Glauben Sie, diese Person hat Potential für weitere Führungsaufgaben?“) Zusätzlich sollten die Versuchspersonen die Stimuluspersonen bezüglich der stereotyp maskulinen (dominant, unabhängig, rational, selbstsicher, leistungsorientiert, konkurrenzfreudig) und der stereotyp femininen (emotional, einfühlsam, nachgiebig, kooperativ) Eigenschaften beurteilen. 5.6 Manipulation Check und Kontrollvariablen Zu Kontrollzwecken wurden zusätzlich folgende Variablen erfaßt: Manipulation Check: Um überprüfen zu können, ob die Manipulation der Faktoren äußere Erscheinung der Stimulusperson (typisch maskulin vs. typisch feminin) und Hobbys der Stimulusperson (typisch maskulin vs. typisch feminin) erfolgreich war, wurden die Versuchspersonen gebeten, die Stimulusperson bezüglich ihrer Maskulinität und Femininität einzuschätzen. Dies erfolgte wiederum auf siebenstufigen Skalen, wobei der Wert 1 „überhaupt nicht“ und der Wert 7 „sehr“ bedeutete. Kontrollvariablen Attraktivität und Sympathie: Als Kontrollvariablen wurde wiederum auf siebenstufigen Skalen (1= „überhaupt nicht“ und 7=„sehr“) erfaßt, wie attraktiv bzw. wie sympathisch die Stimulusperson wahrgenommen wurde. [...]

Es folgt die Beschreibung der Operationalisierung der unabhängigen Variablen. Hierbei handelt es sich um drei experimentelle Faktoren (Geschlecht, äußere Erscheinung und Hobbys der Stimulusperson) und einen quasi-experimentellen Faktor (Geschlecht der Versuchsperson). Geschlecht der Stimulusperson (männlich vs. weiblich): Das Geschlecht der Stimulusperson wurde variiert, indem entweder Männer- oder Frauenbilder vorgelegt wurden, die als Stefan Möller bzw. Stefanie Möller bezeichnet wurden. Dementsprechend wurden die Berufsbezeichnungen Einzelhandelskaufmann vs. Einzelhandelskauffrau und Diplom-Kaufmann vs. Diplom-Kauffrau in den Lebensläufen verwendet. Äußere Erscheinung der Stimulusperson (typisch maskulin vs. typisch feminin): Wie bereits in Abschnitt 5.2.3 und 5.2.4 geschildert, wurden die Bilder mittels Voruntersuchungen sorgfältig ausgesucht. Es kamen jeweils zwei typisch maskuline und zwei typisch feminine Bilder von Männern und Frauen, also insgesamt acht, zum Einsatz. Hobbys der Stimulusperson (typisch maskulin vs. typisch feminin): Abschnitt 5.2.2 und 5.2.4 beschreiben, daß auch die Auswahl der Hobbys mit Bedacht erfolgte. So umfaßte die Bedingung typisch maskulin die Hobbys Karate, Motorrad fahren, Musik hören und Freunde treffen und die Bedingung typisch feminin die Hobbys Jazzdance, Reiten, Musik hören und Freunde treffen. Geschlecht der Versuchsperson (männlich vs. weiblich): Das Geschlecht der Versuchsperson wurde zu Kontrollzwecken als unabhängige Variable miterhoben. Alle experimentellen Bedingungen waren je zur Hälfte mit Männern und Frauen besetzt. [...]

Arbeit zitieren:
Kuzmanovic, Aleksandra September 2004: Geschlechtsrollenstereotype in der Personalauswahl, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
think male, Führung, think manager, glass ceiling, Frauen

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