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Geschichte und Funktion der DDR-Blockparteien CDU (Ost) und LDPD

Geschichte und Funktion der DDR-Blockparteien CDU (Ost) und LDPD
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Rüdiger Weiß
  • Abgabedatum: Juni 1996
  • Umfang: 155 Seiten
  • Dateigröße: 5,7 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Politik München (HfP) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0058-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0058-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0058-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Weiß, Rüdiger Juni 1996: Geschichte und Funktion der DDR-Blockparteien CDU (Ost) und LDPD, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: CDU, DDR, DDR-Parteien, FDP, Parteien

Diplomarbeit von Rüdiger Weiß

Zusammenfassung:

Bis zum politischen Umbruch in der DDR nahm die westdeutsche Öffentlichkeit kaum Notiz von den neben der SED bestehenden DDR-Blockparteien, nicht wenigen Bundesbürgern war sogar deren bloße Existenz unbekannt. Auch die Parteienforschung behandelte die"nichtkommunistischen" Parteien der DDR aufgrund der problematischen Quellenlage nur unzureichend, da der westlichen Forschung wesentliche Dokumente aus DDR-Archiven nicht zur Verfügung standen. Ferner waren alle DDR-Publikationen zu diesem Thema, darunter auch die eigenen Veröffentlichungen der Blockparteien zu ihrer Geschichte und zu ihrem Selbstverständnis, aufgrund einseitiger ideologischer Verzerrung nur bedingt hilfreich. So mußten bis zur Wende einige Fragen offen bleiben, die sich nun nach Öffnung der Archive zum Großteil klären lassen. Allerdings zeigen sowohl die tagespolitischen Auseinandersetzungen zum Thema als auch die Diskussionen in der zur Klärung der DDR-Vergangenheit eingesetzten Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages, daß auch nach heutigem Informationsstand einiges unterschiedlich interpretierbar bleibt.

Bislang nicht geklärte Fragen waren:

1. Welche Motive haben Menschen zum Eintritt in die Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) oder in die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) veranlaßt?

2. Welche politische Einstellung besaß die Masse der Parteimitglieder? Sammelten sich in den Blockparteien oppositionelle Kräfte, oder organisierten sich in ihnen politische Mitläufer? Oder trifft die Deutung v. Ditfurths zu, daß es den CDU-Mitgliedern ein inneres Bedürfnis war, die führende Rolle der SED anzuerkennen?

Eng mit dieser Frage zusammenhängend: Bestand eine Kluft zwischen den Parteiführungen und den einfachen Parteimitgliedern an der Basis?

3. Nahmen die Blockparteien neben der Transmission auch die Funktion einer partiellen Interessenvertretung ihrer Klientel wahr?

4. Waren die Blockparteien völlig fremdbestimmte Organisationen, oder konnten sie in Teilbereichen durchaus eigenständig Entscheidungen treffen?

Auch die Frage, ab welchem Zeitpunkt CDU und LDPD als gleichgeschaltete Satellitenparteien anzusehen sind, wird von einzelnen Autoren unterschiedlich gesehen. Zweifellos hatten beide bürgerlichen Parteien bereits vor ihrer offiziellen Anerkennung der führenden Rolle der SED (1952) ihre Eigenständigkeit eingebüßt, aber war die CDU tatsächlich schon nach der Absetzung Jakob Kaisers (Dezember 1947) und die LDPD nach dem Tod ihres Vorsitzenden Wilhelm Külz (April 1948) im wesentlichen gleichgeschaltet? Schließlich stellt sich die Frage, inwieweit die Blockparteien "Erfolge" bei der Durchführung der ihnen von der SED zugewiesenen Funktionen hatten.

Die Kapitel 2 bis 4 behandeln die Blockparteien von ihrer Gründung bis zum politischen Umbruch 1989. Die Frage nach dem Zeitpunkt der Gleichschaltung wird in Kapitel 2 beantwortet, Kapitel 3 untersucht, inwieweit eine "erfolgreiche" Wahrnehmung ihrer offiziellen Funktionen gegeben war. Die oben aufgeführten Fragen 1 - 5 werden in Kapitel 5 anhand der nun zugänglichen Quellen behandelt. Kapitel 6 schließlich untersucht die Rolle der Parteien während der politischen Umbruchphase in der DDR. Anhand einer Betrachtung des Umgangs des CDU-Landesverbandes Sachsen mit personellen "Altlasten", d.h. ehemaligen Funktionären der Blockpartei CDU, wird exemplarisch der Umgang der heutigen gesamtdeutschen Parteien mit diesem Problem dargestellt und die Frage nach einer möglichen Belastung der politischen Kultur aufgeworfen.

Neben SED, CDU und LDPD gab es in der DDR noch zwei weitere Blockparteien, die National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD) und die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD). Bei beiden handelte es sich um von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) initiierte Parteigründungen, welche CDU und LDPD schwächen sollten. Da sich aus der Behandlung dieser Parteien keine weitergehenden Erkenntnisse zum Thema 'Blockparteien' ableiten lassen, werden sie im Rahmen dieser Arbeit nur insoweit behandelt, als ihre Gründung für die Gleichschaltung von CDU und LDPD von Bedeutung war.

Inhaltsverzeichnis:

1 EINLEITUNG 1
1.1 Ideologische und historische Grundlagen der Blockpolitik 1
1.2 Forschungsstand 3
1.3 Problemstellung und Aufbau der Arbeit 5
2 ENTSTEHUNG UND TRANSFORMATION DES PARTEIENSYSTEMS IN DER SBZ/DDR 7
2.1 Parteigründungen und Blockbildung 7
2.2 Das Parteiensystem zwischen Kooperation und Konfrontation 11
2.2.1 Der Widerstand der CDU gegen die Bodenreform 11
2.2.2 Gründung der SED und deren Entwicklung bis Ende 1947 14
2.2.3 Die Gemeinde- und Landtagswahlen 1946 17
2.2.4 Die Parteien und die Volkskongreßbewegung 20
2.2.5 Das Scheitern gesamtdeutscher Parteiorganisationen der bürgerlichen Parteien 22
2.2.6 Exkurs: Entwicklung von Programmatik und Mitgliederstruktur der bürgerlichen Parteien (1945 - Mitte 1948) 25
2.3 Der Übergang zur Volksdemokratie 27
2.3.1 Gründung von NDPD und DBD 27
2.3.2 Umbau der SED zur "Partei neuen Typus" 30
2.3.3 Die bürgerlichen Parteien zwischen Opposition und Anpassungsbereitschaft 32
2.3.4 DDR-Gründung und totale Gleichschaltung 35
3 GESELLSCHAFTLICHE UND POLITISCHE FUNKTIONEN DER BLOCKPARTEIEN IM "SOZIALISTISCHEN MEHRPARTEIENSYSTEM" DER DDR 39
3.1 Transmissionsfunktion 39
3.2 Personelle und institutionelle Verankerung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft 44
3.3 Gesamtdeutsche Funktion 47
3.4 Außenpolitische Propaganda 51
4 SELBSTVERSTÄNDNIS UND PARTEIORGANISATION 54
4.1 Führungsanspruch der SED und Selbstverständnis der "nichtkommunistischen" Parteien 54
4.2 Organisatorischer Aufbau 58
4.3 Finanzen und Publikationsorgane 61
4.4 Mitgliederstruktur und Mitgliederentwicklung 63
4.5 Kaderarbeit und Schulung 67
5 NEUE ERKENNTNISSE ZU DEN BISHER OFFENEN FRAGEN IN DER PARTEIENFORSCHUNG 71
5.1 Motive für den Beitritt 71
5.2 Politische Einstellung der Mitglieder und Funktionäre 74
5.3 Interessenvertretung der eigenen Klientel 80
5.4 Einflußnahme der SED 83
6 BLOCKPARTEIEN UND WENDE - DAS REALSOZIALISTISCHE ERBE IM BUNDESDEUTSCHEN PARTEIENSYSTEM 86
6.1 Reformtendenzen vor der Wende 86
6.2 Entwicklung der Parteien während des politischen Umbruchs 89
6.3 "Vergangenheitsbewältigung" am Beispiel des CDU-Landesverbandes Sachsen 93
7 SCHLUSSBENERKUNGEN 99

Arbeit zitieren:
Weiß, Rüdiger Juni 1996: Geschichte und Funktion der DDR-Blockparteien CDU (Ost) und LDPD, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
CDU, DDR, DDR-Parteien, FDP, Parteien

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