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Geschäftsprozess

Reengineering als Grundlage für eine erfolgreiche Umsetzung von E-Commerce-Strategien

Geschäftsprozess
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christoph Duda
  • Abgabedatum: August 2001
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 781,3 KB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4653-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4653-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4653-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Duda, Christoph August 2001: Geschäftsprozess, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: E-Business, E-Commerce, Geschäftsprozesse, Business Reengineering

Diplomarbeit von Christoph Duda

Einleitung:

„Kaum eine technische Entwicklung der Neuzeit hat die Welt in kurzer Zeit derart stark verändert wie das Internet“. Mit einer rasanten Entwicklung ist es in den letzten Jahren weltweit zu einem der bedeutendsten Kommunikationsträger geworden. Gleichzeitig hat es eine zunehmend große Bedeutung als Geschäftsinstrument bekommen. Das Thema Electronic Commerce (EC) spielt in diesem Zusammenhang eine ganz zentrale Rolle.

Noch vor fünf Jahren stand die kommerzielle Nutzung des Internets ganz am Anfang. Durch den erfolgversprechenden Einsatz dieses Mediums ist dann vor allem in den USA eine Welle von Unternehmensneugründungen ausgelöst worden, was zu einem regelrechten „Hype“ in der New Economy geführt hat. Die damit verbundenen Entwicklungen der Aktienkurse waren mit traditionellen Maßstäben nicht mehr zu erklären. Die Potenziale des Electronic Commerce sind somit in erster Linie von diesen neu gegründeten Unternehmen – den so genannten Startups – erkannt worden. Dennoch hat sich derzeit nach der jüngsten Pleitewelle zahlreicher Internet-Startups eine gewisse Ernüchterung eingestellt. Allein im vergangenen Jahr mussten in den USA mehr als 200 Online-Unternehmen ihr Geschäft aufgeben. Offenbar hat sich nun gezeigt, dass längst nicht alle Startup- Unternehmen in der Lage sind, die hoch gesteckten Erwartungen zu erfüllen. Unausgereifte und nicht zukunftsfähige Geschäftsmodelle sind dabei als zentrale Problembereiche der EC-Anwendungen zu nennen.

Obwohl die große Euphorie in der Internetökonomie nun vorüber scheint, wird vielfach die Meinung vertreten, dass sich die Entwicklungen im Bereich ECommerce erst am Anfang befinden. Vieles spricht mittlerweile dafür, dass sich gerade die klassischen Industrie- und Handelsunternehmen der „Old Economy“ nun auch auf dem Gebiet der neuen Informations- und Kommunikations- (IuK)- Technologien durchsetzen werden. Gegenüber den Startups liegt der Vorteil dieser Unternehmen darin, dass sie bereits über bekannte Markennamen und einen festen Kundenstamm verfügen. Zudem besitzen sie eine ausgereifte Infrastruktur und haben auch die notwendige finanzielle Substanz, um eine verlustträchtige Anlaufphase zu überstehen.

Da in nahezu allen Branchen durch die Etablierung des Internets Da in nahezu allen Branchen durch die Etablierung des Internets mit tiefgreifenden Veränderungen zu rechnen ist, ist für viele der traditionellen Unternehmen die Durchführung eines E-Commerce-Projekts inzwischen auch zu einer absoluten Notwendigkeit geworden, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben. Durch Electronic Commerce ergeben sich für diese Unternehmen eine Vielzahl neuer Möglichkeiten mit ihren Nachfragern, Lieferanten und Partnern in Kontakt zu treten, Informationen auszutauschen und geschäftliche Transaktionen abzuwickeln. Aufgrund der sehr hohen Dynamik des Marktgeschehens wird den Unternehmen allerdings eine erhöhte Flexibilität abverlangt. Insofern wird eine erfolgreiche Umsetzung von EC-Strategien weitreichende Auswirkungen auf die Organisationsstruktur eines Unternehmens haben und umfassende Veränderungen und Erneuerungen erforderlich machen.

Problemstellung:

Die vorliegende Arbeit befasst sich im Kern mit der Fragestellung, welche Auswirkungen die Umsetzung von EC-Strategien auf die organisatorischen Strukturen etablierter Unternehmen haben muss. Zu erörtern ist dabei insbesondere, inwieweit der Einsatz von E-Commerce-Lösungen mit einer Neuorganisation der vorhandenen Geschäftsprozesse einhergehen sollte.

Während Internet-Startups ihre Strategien und Geschäftsmodelle „auf der grünen Wiese“ umsetzen können, werden etablierte Unternehmen durch die Einführung von EC-Technologien mit nachhaltigen Änderungen konfrontiert, die die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmens betreffen. Denn mit der Nutzung des Internets als Informations- und Kommunikationsmedium ist es allein nicht getan. Um die Potenziale des Electronic Commerce vollständig ausschöpfen zu können, reicht es nicht aus, lediglich eine Online-Präsenz bzw. einen Web-Server mit einer gut designten Internet-Seite einzurichten. Vielmehr muss seitens des Managements ein individuelles und innovatives Geschäftsmodell und eine ganzheitliche EC-Strategie für das Unternehmen formuliert werden.

Die zentrale Herausforderung liegt dabei in der Möglichkeit, eine elektronische Abwicklung von geschäftlichen Transaktionen zu realisieren. Das heißt, dass mit den neuen EC-Technologien einerseits zwischenbetriebliche Abläufe und andererseits Geschäftsprozesse auf der Schnittstelle zwischen Unternehmen und Kunden unterstützt werden können. Dazu ist es jedoch sehr wichtig, dass innerbetriebliche und unternehmensübergreifende Abläufe umfassend integriert und mit den eingeführten E-Commerce-Anwendungen abgestimmt werden. Insofern erscheint es problematisch, die vorhandenen Prozesse lediglich zu digitalisieren. Es kann nicht sinnvoll sein, die neuen technologischen bzw. strategischen Lösungen den alten Organisationsstrukturen aufzudrücken. Demzufolge ist es in vielen Bereichen offenbar angemessen, die organisatorischen Abläufe neu zu gestalten.

In der Betriebswirtschaftslehre ist die Neuorganisation von Geschäftsprozessen unter dem Schlagwort ‚Business Process Reengineering‘ (BPR) schon seit Mitte der 90er Jahre bekannt. Dieser Ansatz beschreibt die fundamentale Neugestaltung von Arbeitsabläufen durch eine konsequente Prozessorientierung. Entscheidend ist dabei das grundlegende und kritische Hinterfragen der bestehenden Arbeitsorganisation unter Berücksichtigung der Einsatzmöglichkeiten neuer Informationstechnologien. Vor dem Hintergrund der organisatorischen Anforderungen, die mit einem Einsatz von EC-Anwendungen einhergehen, ist daher zu beurteilen, inwiefern der Ansatz des Business Reengineering als konzeptionelle Grundlage für die Umsetzung von E-Commerce-Strategien eingesetzt werden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Abstract II
Inhaltsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungsverzeichnis VI
1. EINLEITUNG 1
1.1 AKTUELLER BEZUGSRAHMEN 1
1.2 PROBLEMSTELLUNG 3
1.3 ZIELSETZUNG UND VORGEHENSWEISE DER ARBEIT 4
2. GRUNDLAGEN DES ELECTRONIC COMMERCE 6
2.1 BEGRIFFLICHE ABGRENZUNG 6
2.2 TRANSAKTIONSPHASEN 7
2.2.1 Informationsphase 8
2.2.2 Vereinbarungsphase 8
2.2.3 Abwicklungsphase 8
2.3 ERSCHEINUNGSFORMEN DES ELECTRONIC COMMERCE 9
2.3.1 Business-to-Consumer 10
2.3.2 Business-to-Business 11
2.4 ELECTRONIC DATA INTERCHANGE 11
2.5 ENTWICKLUNG DES ELECTRONIC COMMERCE 13
2.5.1 Netzwerkeffekt des Internets und Kritische Masse 13
2.5.2 Umsatzprognosen 16
3. EINSATZFELDER UND NUTZENPOTENZIALE DES E-COMMERCE 17
3.1 ABSATZSEITE 18
3.1.1 Zusätzlicher Absatzkanal 18
3.1.2 One-to-One-Marketing 20
3.1.3 Mass Customization 22
3.1.4 Elektronischer Kundensupport 23
3.2 BESCHAFFUNGSSEITE 25
4. BUSINESS PROCESS REENGINEERING 29
4.1 GRUNDLAGEN DES BUSINESS PROCESS REENGINEERING 29
4.1.1 Infragestellung der vorhandenen Abläufe 29
4.1.2 Einsatz neuer Informationstechnologien 30
4.1.3 Prozessorientierung 32
4.2 VORGEHENSWEISE BEIM BPR 34
4.2.1 Konzeption und Modellierung 34
4.2.2 Anwendung und Umsetzung 35
4.2.3 Kontinuierliche Prozessoptimierung 35
4.3 ERFOLGSDETERMINANTEN BEIM BUSINESS REENGINEERING 36
4.4 INTERORGANISATORISCHES BUSINESS REENGINEERING 38
5. UMSETZUNG VON E-COMMERCE-STRATEGIEN AUF DER GRUNDLAGE DES BUSINESS PROCESS REENGINEERING 41
5.1 VORGEHENSMODELL FÜR DEN EINSATZ VON EC-STRATEGIEN 43
5.2 E-PROCUREMENT-LÖSUNG 46
5.2.1 Prozess-Ist-Analyse 46
5.2.2 Modellierung des Soll-Ablaufs 48
5.2.3 Restrukturierung 51
5.3 E-SALES-LÖSUNG 54
5.3.1 Prozess-Ist-Analyse 55
5.3.2 Modellierung des Soll-Ablaufs 56
5.3.3 Restrukturierung 60
5.4 E-SUPPLY-CHAIN-LÖSUNG 61
5.4.1 Prozess-Ist-Analyse 61
5.4.2 Modellierung des Soll-Ablaufs 62
5.4.3 Restrukturierung 65
6. ZUSAMMENFASSUNG 66
7. FAZIT 68
Literaturverzeichnis VII
Versicherung XV

Automatisiert erstellter Textauszug:

In der Anwendungs- und Umsetzungsphase stellt das effektive Projektmanagement einen ersten kritischen Erfolgsfaktor dar. Zumeist werden hier leicht verfügbare und entbehrliche Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, die oftmals nicht die nötige Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit für ein erfolgreiches Projektmanagement haben.129 Die Unternehmensleitung muss gewillt sein, die besten und fähigsten Mitarbeiter bereitzustellen, die den hohen Anforderungen gewachsen sind.130 Weiterhin ist die Konzentration auf die Kernprozesse des Unternehmens von elementarer Bedeutung. Es sind somit erst einmal die Prozesse zu identifizieren, die die wichtigste Rolle spielen, um dann an deren Verbesserungen zu arbeiten. Denn eine Verbesserung der wichtigsten Prozesse wirkt sich in überproportionalem Maße auf die Gesamtleistung des Unternehmens aus. [...]

Vor dem Hintergrund des in Kap. 4.2 verwendeten Phasenkonzepts, lassen sich in der Praxis zum einen phasenspezifische, zum anderen aber auch grundsätzliche, durchgängig feststellbare Problemfelder beobachten. Ein grundsätzliches Problem ist offenbar, dass Reengineeringmaßnahmen vielfach nicht konsequent und in der erforderliche Breite eingesetzt werden. Denn BPR zeigt gerade dort seine Wirkungsfähigkeit, wo eine grundlegende und übergreifende Restrukturierung in Angriff genommen wird.126 Ebenso ist von Anfang an die uneingeschränkte Unterstützung durch das Top-Management gefragt, damit einerseits der Überblick über das gesamte Unternehmen erhalten bleibt und andererseits Widerstände bei den Mitarbeitern überwunden werden können.127 Damit eng verbunden ist auch die nötige Kommunikation und Vertrauensbildung, denn die Mitarbeiter werden bei der Neugestaltung der Prozesse mit umfangreichen Veränderungen der bisherigen Arbeitsabläufe konfrontiert. [...]

Mit dem Einsatz neuer Informationstechnologien muss auch unmittelbar die Bereitschaft zu einem organisatorischen Wandel verbunden sein. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbsdrucks müssen sich Unternehmen ständig die Frage stellen, ob sie optimal an vorherrschende und sich ändernde Bedingungen des Umfeldes angepasst sind. Das Problem des Wandlungsmanagements besteht demnach darin, Wandlungsbedarfe als solche zu erkennen, sie zu akzeptieren und die notwendigen Schritte einzuleiten.108 Dazu müssen vor allem auch die Relevanz und Tragweite steter, kleiner Änderungen im Umfeld unserer Wirtschaft, Technik und Gesellschaft rechtzeitig erkannt werden, so dass auch marginale Veränderungen als potenzielle Gefahren oder Chancen interpretiert werden können.109 Darin steckt allerdings auch ein psychologisches Dilemma. Denn die Bereitschaft zum Wandel in einem relativ wenig veränderten Umfeld ist oftmals sehr gering, da es noch an dem erforderlichen Leidensdruck mangelt. Zu langes Warten kann jedoch auf der anderen Seite auch zu einer Krise führen und sogar existenzgefährdend werden. In dieser Hinsicht muss das BPR-Konzept und der damit einhergehende IT-Einsatz nicht als Antwort auf eine Krise verstanden werden, sondern als ein proaktiver Schritt in Richtung Zukunft.110 Vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Bereich E-Commerce wird letztlich auch die Bereitschaft zu einem technologischen und strukturellen Wandel von essentieller Bedeutung sein. [...]

Arbeit zitieren:
Duda, Christoph August 2001: Geschäftsprozess, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
E-Business, E-Commerce, Geschäftsprozesse, Business Reengineering

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