Geschäftsmodelle im Internet
- Art: Studienarbeit
- Autor: Björn Heede
- Abgabedatum: Januar 2001
- Umfang: 36 Seiten
- Dateigröße: 1,5 MB
- Institution / Hochschule: Berufsakademie Ravensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4130-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4130-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4130-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Heede, Björn Januar 2001: Geschäftsmodelle im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: E-Commerce, Erlösquellen, Geschäftsmodelle, Internet, E-Business
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Studienarbeit von Björn Heede
Einleitung:
„Noch steckt das Internet im Ruf eines Groschengrabes: Man steckt viel hinein, doch kommt nur wenig wieder heraus.“ Kein Unternehmen will den Anschluss an die Erfolg verheißende Internet-Welt verpassen. Doch für viele zahlen sich die hohen Investitionen nicht aus. Vera Streibel bringt es in einem Artikel für die Financial Times Deutschland auf den Punkt: „Alle wollen E-Commerce, doch nur wenige sind erfolgreich.“ Die Gründe für den Aktivismus sind schnell gefunden: „Wer heute als Vorstand (...) keine ausgefeilte IT-Strategie präsentiert, gerät schnell in Verdacht, Unterlasser statt Unternehmer zu sein und die Zeichen der Zeit zu verkennen.“ Gleichzeitig war das Erfolgsrezept für Firmengründungen einfach: „Man nehme eine junge Internetfirma, etwas Wagniskapital und ein paar smarte Marketing-Experten. Man würze mit einer ordentlichen Portion Verlusten und unwahrscheinlichen Wachstumsprognosen - fertig war die Erfolgsstory (...).“Dabei verfolgen die Firmen im E-Business - egal ob Startup oder Old-Economy Unternehmen - meist das selbe Ziel: Möglichst schnell Marktanteile erobern. Dabei wird oft vergessen, „die Entwicklungsschritte ins E-Business sowie das spezifische Geschäftsmodell gezielt zu steuern.“ Die Nachlässigkeit rächt sich jetzt: So haben im letzen Jahr „laut einer aktuellen Studie 210 US-Internetfirmen Konkurs angemeldet. Mehr als die Hälfte davon entfielen auf die letzten drei Monate.“ 1,5 Milliarden US-Dollar an Wagniskapital lösten sich somit in Luft auf. Rund drei Viertel der Zusammenbrüche entfielen auf Firmen, die sich mit ihrem Angebot an Konsumenten richteten. Etwa die Hälfte der Firmen waren reine E-Commerce Unternehmen.
Bedenkt man, dass ein Geschäftsmodell im eigentlichen Sinn ein Weg ist, der es einer Firma ermöglicht zu überleben - und das heißt Einnahmen zu erzielen, verwundert es vor diesem Hintergrund nicht, dass Geschäftsmodelle vielleicht der am meisten diskutierte und der am wenigsten verstandene Aspekt des Internets ist. Durch E-Commerce entstehen neue Geschäftsmodelle. Soviel ist sicher, aber durch das Internet werden auch bestehende Modelle neu erfunden.
Doch welche Geschäftsmodelle gibt es eigentlich im Internet und wie können diese Einnahmen erzielen, um zu überleben? Hier setzt diese Arbeit an. Sie soll einen Überblick über die verschiedenen Geschäftsmodelle und die potentiellen Einnahmequellen geben.
Gang der Untersuchung:
In der Literatur werden Geschäftsmodelle verschieden klassifiziert und theoretisch sind sehr viele Geschäftsmodelle denkbar. „Presently, there is no single, comprehensive and cogent taxonomy of web-business models one can point to.” Aus diesem Grund gibt diese Arbeit zunächst einen Überblick über die verschiedenen Systematisierungsansätze für Geschäftsmodelle im Internet, um so eine möglichst umfassende Übersicht über die verschiedenen Geschäftsmodelle zu geben. Anschließend wird anhand der verschiedenen Abgrenzungskriterien (z.B. Haupteinnahmequelle, Art der Handelspartner etc.) der unterschiedlichen Ansätze ein mehrdimensionales Systematisierungssystem entworfen, das eine sehr genaue Beschreibung eines Geschäftsmodelles ermöglicht.
Das vierte Kapitel befasst sich mit den verschiedenen Erlösquellen von Firmen im E-Business Umfeld. Zuerst werden elementare Erlösquellen genannt und definiert. Anschließend wird anhand eines Fallbeispiels gezeigt, wie sich die elementaren Erlösquellen konkretisieren lassen. Die Arbeit endet mit einem Ausblick.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Inhaltsverzeichnis | II |
| B. | Abbildungsverzeichnis | III |
| C. | Tabellenverzeichnis | III |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Problemstellung und Zielsetzung | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Grundlegende Begriffe und deren Verwendung in dieser Arbeit | 3 |
| 2.1 | Geschäftsmodell | 3 |
| 2.2 | E-Commerce und E-Business | 4 |
| 2.3 | E-Business Models und Geschäftsmodelle im Internet | 4 |
| 2.4 | Site, Website, Internetauftritt und Internetangebot | 4 |
| 2.5 | Erlösquellen | 4 |
| 3. | Systematisierungsansätze von Geschäftsmodellen im Internet | 5 |
| 3.1 | Modell nach Applegate und Collura | 5 |
| 3.1.1 | Erste Dimension: Rolle im Value Chain | 5 |
| 3.1.2 | Zweite Dimension: Digital Business oder Infrastructure Provider | 5 |
| 3.1.3 | Übersicht E-Business Modelle nach Applegate und Collura | 6 |
| 3.2 | Modell nach Kevin Werbach | 6 |
| 3.3 | Modell nach der Europäischen Kommission | 8 |
| 3.4 | Modell nach Morgan Stanley Dean Witter | 10 |
| 3.5 | Modell nach Jaclyn Easton | 11 |
| 3.6 | Unterscheidung nach Geschäftspartnern | 13 |
| 3.6.1 | Business-to-Business (B2B) | 14 |
| 3.6.2 | Business-to-Consumer (B2C) | 14 |
| 3.6.3 | Consumer-to-Consumer (C2C) | 14 |
| 3.7 | Modell nach Forrester Research, Inc. | 15 |
| 3.8 | Zusammenfassung | 16 |
| 3.8.1 | Vorgehensweise | 16 |
| 3.8.2 | Kriterien zur Sytematisierung | 17 |
| 4. | Potentielle Erlösquellen für Unternehmen im Internet | 18 |
| 4.1 | Zweistufige Erlösentscheidung | 18 |
| 4.2 | Elementare Erlösquellen nach Applegate und Collura | 18 |
| 4.2.1 | Verkaufserlöse (Commerce Revenue) | 19 |
| 4.2.2 | Erlöse durch den Inhalt (Content Revenues) | 19 |
| 4.2.3 | Erlöse aufgrund der Community (Community Revenues) | 20 |
| 4.2.4 | Infrastructure Revenues | 20 |
| 4.3 | Fallstudie sky7home | 21 |
| 4.3.1 | Die sky7home Lösung | 21 |
| 4.3.2 | Erlösquellen | 21 |
| 5. | Zusammenfassung und Ausblick | 24 |
| D. | Anhang | V |
| E. | Literatur- und Quellenverzeichnis | VI |
| F. | Ehrenwörtliche Erklärung | IX |
„Diese Beschreibungen grundlegender Geschäftsmodelle des Internets sind natürlich idealtypisch. In der Realität kann (und sollte) es hier Überschneidungen geben. Eine Subscription-Site kann Einnahmen auch durch Werbe-Einnahmen generieren ebenso wie eine Content-Site durch geschickte Cross-Promotion und Kooperationen Produkte wie z.B. Merchandise-Artikel zum Verkauf anbieten kann.“44 Auch Franz Josef Ebel (Redaktionsleiter Handelsblatt Interaktiv) unterscheidet zwischen diesen drei möglichen Geschäftsmodellen und hält fest, dass es kein generelles Erfolgsrezept gibt. Für alle drei Geschäftsmodelle nennt er das Handelsblatt als Beispiel: Zum einen gibt es einen für den Leser kostenlosen Bereich, zum anderen gibt es einen kostenpflichtigen Bereich mit zusätzlichen Informationen und Services. Über die Kooperation mit Direktbanken und Reisebüros werden zudem Einnahmen durch Transaktionen erzielt. 45 [...]
Die Investment-Firma Morgan Stanley Dean Witter unterscheidet elf verschiedene Internet-SubSectors: 40 • Internet Portals: Mit Internet Portals bezeichnet Morgan Stanley Dean Witter Webseiten, die ihren Usern ein weites Spektrum an verschiedenen Serviceleistungen wie zum Beispiel Suchmaschinen, News, Aktienkurse oder Email anbieten. Zu Internet Portal Firmen gehören beispielsweise America Online (AOL) oder Yahoo!. Internet Vertical Portals: Internet Vertical Portals bieten den Usern Inhalte und Services zu bestimmten Industrien oder Zielgruppen. Sie versuchen die spezifischen Interessen des Users in bestimmten Themengebieten, wie zum Beispiel Gesundheit, Technologie, Musik, Sport oder Frauen, zu bedienen. Beispiele für Internet Vertical Portals sind TMP, ZDNet oder MP3.com. Internet Commerce: E-Commerce Firmen nutzen das Internet, um Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen. Dabei profitieren sie von der weltweiten Präsens des Internets, da sie so mehr potentielle Kunden erreichen können als mit einer realen Niederlassung. Beispiele hierfür sind eBay und Amazon.com. Internet Direct Marketing & Advertising Services: Firmen dieses Bereiches unterstützen andere Unternehmen ihre Marke aufzubauen oder ihre Produkte und Dienstleistungen mit Hilfe des Webs zu vekaufen, indem sie eine bessere Zielgruppenansprache durch beispielsweise Bannerwerbung, Sponsoring oder Email-Werbung ermöglichen. Hierzu zählen beispielsweise Firmen wie DoubleClick, NaviSite oder 24/7 Media. Internet/B2B Software: Hierunter versteht Morgan Stanley Dean Witter Softwarehersteller, die Software entwickeln, welche die Erstellung einer Internetpräsenz bis hin zur Automatisierung von Geschäftsprozessen mit Hilfe des Internets ermöglicht. Darunter fallen beispielsweise Web-Design Firmen und Hersteller von ProcurementSoftware. Anbieter von InternetSoftware sind beispielsweise Ariba, Tibco oder Commerce One. Internet Consulting & Application Services: Internet Consultants und Application Service Providers (ASPs) unterstützen Firmen bei der Entwicklung und Durchführung ihrer Internetstrategie, indem sie sowohl technische Lösungen als auch strategische Beratung, Web-Design, Markenaufbau, Technologie und Software Hosting anbieten. Beispiele für solche Firmen sind Scient und Sapient. Internet Infrastructure Services: Firmen dieser Gruppe betreiben die Infrastuktur des Internets. Beispiele sind Exodus, Terra Networks und PSINet. Internet Infrastructure: Internet Infrastructure Firmen entwickeln Software und Hardware, die erforderlich ist, um das Internet zu betreiben, wie zum Beispiel Routers, [...]
Theoretisch ist eine sehr große Anzahl verschiedener Geschäftsmodelle denkbar. Allerdings lässt sich - laut Timmers - feststellen, dass in der Praxis nur einige wenige umgesetzt werden. Er gibt elf besonders häufige Beispiele für Geschäftsmodelle bzw. für Verallgemeinerungen spezieller Geschäftsmodelle: • E-Shop: Mit E-Shop bezeichnet Timmers die Webpräsenz eines Unternehmens oder eines Geschäftes. In einer ersten Stufe promoten E-Shops die Firma, ihre Produkte und Dienstleistungen. Immer häufiger werden auch Kauf- und Bezahlmöglichkeiten integriert. E-Procurement: Hierunter versteht Timmers das elektronische Anbieten und die elektonische Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen. Der Nutzen liegt in niedrigeren Prozesskosten und einer größeren Auswahl an Zulieferern, was wiederum günstigere Einkaufspreise erwarten lässt. Für den Verkäufer liegt der Nutzen in zusätzlichen Möglichkeiten zum Anbieten seiner Dienstleistungen und ebenfalls bei der Senkung von Prozesskosten. E-Auction: Internetauktionen ermöglichen es, wie bei traditionellen Auktionen, eine Leistung oder ein Produkt zu ersteigern. E-Mall: Eine E-Mall ist in ihrer reinen Form eine Sammlung von e-Shops, die gewöhnlich unter einer gemeinsamen Dachmarke auftreten. Teilweise werden E-Malls beispielsweise durch eine einheitliche Bezahlungsmethode aufgewertet. Third Party Marketplace: Ein gemeinsamer Distributionskanal und Transaktions-Hilfe für mehrere Unternehmen, der von einem unabhängigen Dritten betrieben wird. Virtual Communities: Der Nutzen virtueller Gemeinschaften stammt von den Mitgliedern, die Informationen in das von der Betreiberfirma geschaffene Umfeld stellen. Virtuelle Gemeinschaften können auch ein zusätzlicher Nutzen von beispielsweise E-Shops sein und so die Kundenbindung erhöhen. Value Chain Service Provider: Value Chain Service Provider sind auf eine bestimmte Funktion in der Wertschöpfungskette spezialisiert – beispielsweise auf elektronische Bezahlung oder Logistik. Value Chain Integrators: Value Chain Integrators konzentrieren sich auf die Integration mehrerer Stufen der Wertschöpfungskette. Sie verfügen über das Potential, den Informationsfluss zwischen den verschiedenen Stufen zu verwerten. Collaboration Platforms: Collaboration Plattforms Anbieter betreiben entweder eine Plattform oder verkaufen die Tools, um die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen (beispielsweise bei der Produktentwicklung) zu erleichtern. Information Brokerage: Unter Information Brokerage versteht Timmers eine ganze Reihe neuer Informations Services, die der großen Menge verfügbarer Daten im Netz oder integrierten Geschäftsvorgängen einen Wert hinzufügen. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832441302
Arbeit zitieren:
Heede, Björn Januar 2001: Geschäftsmodelle im Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
E-Commerce, Erlösquellen, Geschäftsmodelle, Internet, E-Business



