Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Genogramme in der beratenden Tätigkeit

Beispiel der Herkunftsfamilien der Indexpatientin Frau X

Genogramme in der beratenden Tätigkeit
Über dieses Buch
  • Art: Studienarbeit
  • Autor: Stefanie Gast
  • Abgabedatum: September 2006
  • Umfang: 70 Seiten
  • Dateigröße: 407,0 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule Vechta Deutschland
  • Bibliografie: ca. 1
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1281-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Gast, Stefanie September 2006: Genogramme in der beratenden Tätigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Familienstruktur, Genogramm, Familienmuster, Beziehungsmuster, Beratung

Studienarbeit von Stefanie Gast

Einleitung:

In dieser Arbeit möchte ich über ein für Sozialarbeiter durchaus wichtiges Instrument, das Genogramm referieren. Ich möchte aufzeigen, inwiefern diese Methode in der Arbeit mit Familien von Bedeutung ist, wie es anzuwenden, zu analysieren und auszuwerten ist. Es soll deutlich werden, dass das Genogramm ein Mittel zum Zweck ist, der Weg zum Ziel sein kann und sowohl dem Therapeuten als auch der Familie eine Hilfe zur Bewältigung bestehender Probleme bei korrekter Anwendung sein kann. Aufgrund dessen halte ich es für sehr relevant, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Um sich ein fundiertes Urteil bilden zu können, werde ich nun erläutern, wie ich in dieser Arbeit vorgehen werde. Zunächst werde ich eine Einführung in die Arbeit mit Genogrammen geben, um zu verdeutlichen, was unter dem Begriff Genogramm zu verstehen ist und wozu es dient. Anschließend werde ich erläutern, wie Genogramme zu erstellen sind und was dabei zu beachten ist. Nachdem dieses geschehen ist, möchte ich erklären, wie die erstellten Genogramme zu interpretieren und zu analysieren sind. Im Anschluss daran werde ich noch kurz auf die Einsatzmöglichkeiten von Genogrammen im klinischen Bereich eingehen und einen kurzen Einblick in die Zukunft von Genogrammen geben. Um dann die Arbeit abzurunden und um zu zeigen, wie das zuvor theoretisch erworbene Wissen praktisch Anwendung findet, werde ich ein Fallbeispiel aus der Praxis darstellen.

Ziel dieser Arbeit ist es, ein Wissen darüber zu vermitteln, was Genogramme sind, wozu sie nützlich sind und wie sie anzuwenden sind. Weiterhin strebe ich an, dass diese Methode vermehrt genutzt wird. Ich möchte deutlich machen, wie hilfreich dieses Instrument ist.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 6
2. Einführung in die Arbeit mit Genogrammen 7
2.1 Der Ansatz der systemischen Familientheorie 8
2.2 Einschränkungen 10
3. Das Erstellen von Genogrammen 11
3.1. Das Zeichnen von Genogrammen 11
3.1.1 Graphische Darstellung der Familienstruktur 11
3.1.2 Dokumentation wichtiger Familieninformationen 12
3.1.3 Dokumentation von Familienbeziehungen 13
3.2 Komplexe Genogramme 13
3.3 Das Genogramm - Interview 14
3.3.1 Der „Rashomon - Effekt“ 15
3.3.2 Das „Informationsnetz“ 16
3.3.3 Das Ausgangsproblem und der unmittelbare Haushalt 16
3.3.4 Die aktuelle Situation 17
3.3.5 Der umfassendere Familienkontext 17
3.3.6 Das soziale Umfeld 18
3.3.7 Die Fakten 18
3.3.8 Die historische Perspektive 19
3.3.9 Innerfamiliäre Beziehungen und Rollen 20
3.3.10 Schwierige Fragen nach der individuellen Funktionalität 21
3.3.10.1 Physische und psychische Probleme 21
3.3.10.2 Probleme in Arbeit und Beruf 21
3.3.10.3 Drogen und Alkohol 21
3.3.10.4 Schwierigkeiten mit dem Gesetz 22
3.3.11 Prioritäten bei der Strukturierung gewonnener Informationen 22
4. Interpretation von Genogrammen 24
4.1 Kategorie 1: Familienstruktur 24
4.1.1 Haushaltszusammensetzung 24
4.1.1.1 Haushalt einer intakten Kernfamilie 24
4.1.1.2 Haushalt einer Familie mit einem allein erziehenden Elternteil 25
4.1.1.3 Stieffamilien 25
4.1.1.4 Dreigenerationenhaushalte 25
4.1.1.5 Haushalte, in denen auch Mitglieder der erweiterten Familie leben 26
4.1.2 Geschwisterkonstellation 26
4.1.2.1 Position in der Geschwisterreihe 26
4.1.2.2 Geschwisterreihe und Geschlecht 28
4.1.2.3 Altersunterschiede zwischen den Geschwistern 28
4.1.2.4 Andere Faktoren, die die Geschwisterkonstellation beeinflussen können 29
4.1.2.4.1 Der Zeitpunkt der Geburt der Kinder im Kontext der Familiengeschichte 29
4.1.2.4.2 Besondere Charakteristika eines Kindes 29
4.1.2.4.3 Elterliche „Programmierung“ eines Kindes 30
4.1.2.4.4 Einstellung der Eltern zu den traditionellen Geschlechterrollen 30
4.1.2.4.5 Geschwisterposition des Kindes im Verhältnis zur Geschwisterposition der Eltern 30
4.1.2.5 Ungewöhnliche Familienkonstellationen 31
4.2 Kategorie 2: Übergänge im familiären Lebenszyklus 31
4.3 Kategorie 3: Generationen übergreifende, repetitive Muster 33
4.3.1 Muster der Funktionalität bzw. Dysfunktionalität 33
4.3.2 Beziehungsmuster 34
4.3.3 Familienstruktur 34
4.4 Kategorie 4: Lebensereignisse und Funktionalität 35
4.4.1 Zusammentreffen wichtiger Ereignisse 35
4.4.2 Auswirkung von Veränderungen und traumatischen Erfahrungen in der Familiengeschichte 36
4.4.3 Jahrestagsreaktionen 36
4.4.4 Soziale, ökonomische und politische Ereignisse 37
4.5 Kategorie 5: Beziehungsmuster und Dreiecke 38
4.5.1 Beziehungsdreiecke 38
4.5.2 Eltern - Kind - Dreiecke 39
4.5.3 Verbreitete Paar - Dreiecke 40
4.5.4 Dreiecke in Scheidungs- und Stieffamilien 40
4.5.5 Beziehungsdreiecke in Familien mit Adoptiv- oder Pflegekindern 41
4.5.6 Generationen übergreifende Beziehungsdreiecke 42
4.5.7 Beziehungen außerhalb der Familie 42
4.6. Kategorie 6: Familiengleichgewicht bzw. -ungleichgewicht 43
4.6.1 Familienstruktur 43
4.6.2 Innerfamiliäre Rollen 44
4.6.3 Ebene und Stil der Funktionalität 44
4.6.4 Ressourcen 45
5. Klinische Einsatzmöglichkeiten von Genogrammen 46
5.1 Das Genogramm in der Familientherapie 46
5.1.1 Die Mobilisierung der gesamten Familie 46
5.1.2 Befreiung des Systems von Blockierungen 47
5.1.3 Klärung von Familienmustern 47
5.1.4 Normalisierung und Neuformulierung von Familienthemen 48
5.1.5 Andere Einsatzmöglichkeiten in der Familientherapie 48
5.2 Anwendung von Genogrammen in der Familienmedizin 49
5.2.1 Systemischorientierte Aufzeichnung von Krankengeschichten 49
5.2.2 Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient 50
5.2.3 Medizinische Überwachung und Präventivmedizin 50
6. Die Zukunft des Genogramms 52
6.1 Forschung über das Genogramm als klinisches Hilfsmittel 52
6.2 Forschung über Familien und Familienprozesse 53
6.3 Computergenerierte Genogramme 53
7. Schluss 55
8. Das Genogramm der Familie X 56
9. Die im Genogramm verwendeten Symbole und ihre Bedeutungen 57
10. Interpretation des Genogramms der Familie X 59
11. Zusammenfassung 69
12. Literaturverzeichnis 70
13. Eidesstattliche Erklärung 71

Textprobe:

Kapitel 4.1.2, Geschwisterkonstellation:

Die Rolle der Geschwisterkonstellation wird von vielfältigen Faktoren nachhaltig beeinflusst. In Stieffamilien z.B. erfährt die Geschwisterposition und Geschwisterrolle einen stetigen Wechsel.

Geschwisterbeziehungen sind häufig die Beziehungen, die im Leben am längsten bestehen.

Im nächsten Schritt sollen bestimmte Hypothesen über Geschwistermuster erläutert werden.

Position in der Geschwisterreihe:

Die Position in der Geschwisterreihe kann die gefühlsmäßige Position, die man in der Familie einnimmt und die Beziehungen zu Partnern und Kindern beeinflussen. So wird ein ältestes Kind Charaktereigenschaften wie Verantwortungsbewusstsein, Gewissenhaftigkeit und Fürsorglichkeit besitzen, während das jüngste Kind sorgloser leben wird. Ein ältestes Kind entwickelt ein Verantwortungsgefühl, da es sich für das Wohlergehen der Familie verantwortlich fühlt. Häufig ist auch zu beobachten, dass älteste Kinder ihre jüngeren Geschwister ablehnen. Grund dafür kann sein, dass sie die elterliche Liebe und Aufmerksamkeit mit der Geburt eines Geschwisters nicht mehr für sich allein beanspruchen können, sondern teilen müssen, außerdem lastet auf dem ältesten Kind häufig ein großer Erwartungsdruck. Z.B. leidet es unter dem Druck, sich durch bestimmte Leistungen beweisen zu müssen. Im Gegensatz dazu, wird das jüngste Kind zumeist von den anderen umsorgt, es wächst sorgenfreier auf und wird von der familiären Verantwortlichkeit kaum berührt, es zeigt sich allerdings häufig respektlos gegenüber autoritären Persönlichkeiten.

Charakteristisch für Einzelkinder ist, dass sie nach sozialer Unabhängigkeit streben, sie orientieren sich weniger an Gleichaltrigen, sondern verhalten sich in jungen Jahren schon wie Erwachsene. Zudem leiden sie häufig an Ängstlichkeit, die auf den stetigen Schutz der Eltern zurückzuführen ist. Sie befinden sich in ihren Eigenschaften zwischen denen ältester und jüngster Kinder. Da sie aber die völlige Aufmerksamkeit ihrer Eltern genossen, sind sie eher bei den typischen Charaktereigenschaften ältester Kinder anzusiedeln. Außerdem entsteht durch diese bedingungslose Aufmerksamkeit häufig eine lebenslange enge Bindung an die Eltern.

Interessant ist auch die Feststellung, dass die Position in der Geschwisterreihe auch Einfluss auf spätere Konflikte in der Ehe und Partnerschaft ausüben kann. So sollen einer These nach zu urteilen, beispielsweise Ehepaare größere Anpassungsprobleme aufweisen, die sich in der gleichen Geschwisterposition befinden. Dementsprechend haben Paare, die aus komplementären Geschwisterpositionen stammen und die in der Ehe die gewohnte Geschwisterkonstellation beibehalten, weniger Schwierigkeiten miteinander. Heiraten zwei älteste Kinder, kann es zu Machtkämpfen kommen, hier ist ein Mangel an komplementären Rollen zu verzeichnen. Im Gegensatz dazu kann es auch zu Kämpfen kommen, wenn zwei jüngste Kinder eine Ehe miteinander eingehen, dabei handelt es sich um Kämpfe um die kindliche Rolle, da beide von dem anderen die frühere elterliche Fürsorge erwarten. Heiratet ein jüngstes ein ältestes Kind, haben wir es mit ergänzenden Geschwisterpositionen zu tun, aber natürlich sind auch solche Ehepaare nicht vor Problemen bewahrt.

Ein Kind in der mittleren Geschwisterposition kann die Eigenschaften eines ältesten oder jüngsten Kindes besitzen, aber auch die Charakteristika beider verkörpern. Sollte dieses Kind nicht das einzige seines Geschlechts sein, ist es nicht selten der Fall, dass dieses Kind sich erst seine Rolle in der Familie erkämpfen muss. Es erfährt zwar nicht die Erwartungen, die an sein jüngstes oder ältestes Geschwister gestellt werden, aber dafür muss es sich die Beachtung erkämpfen.

Geschwisterreihe und Geschlecht:

Für die Interpretation von Geschwisterkonstellationen kommt auch dem Geschlecht eine besondere Bedeutung zu. Eine These besagt, dass die Gruppe der Geschwister die späteren Erfahrungen mit Gleichaltrigen nachhaltig beeinflusst. So wird eine Schwester, deren Geschwister alle weiblichen Geschlechts sind, mehr Erfahrungen mit Mädchen als mit Jungen sammeln. Umgekehrt gilt das gleiche für einen Jungen, der nur Brüder hat. Außerdem können sich solche Geschwisterkonstellationen auch auf spätere Ehekonflikte auswirken.

Altersunterschiede zwischen den Geschwistern:

Je geringer der Altersunterschied zwischen Geschwistern ist, desto mehr Lebenserfahrungen konnten sie gemeinsam machen. Dementsprechend gering fallen die geteilten Erfahrungen im Leben zweier Geschwister aus, wenn sie ein großer Altersunterschied trennt. Beträgt der Altersunterschied zwischen Geschwistern mehr als sechs Jahre, kann man sie aufgrund ihrer getrennt erlebten Phasen der Entwicklung als Einzelkinder ansehen.

In Familien mit vielen Kindern bilden sich häufig mehrere Subsysteme, es findet eine Unterteilung nach Geschlecht und Altersunterschied in der Geschwisterreihe statt.

Andere Faktoren, die die Geschwisterkonstellation beeinflussen können:

Besteht ein Wissen über die Bedeutung von Geschwisterkonstellationen, kann dieses sehr nützlich in der Familienberatung sein, denn es können so häufig bestimmte Rollen, die die Familienmitglieder eingenommen haben, begründet werden und außerdem können sie auf weitere zu untersuchende Aspekte hinweisen, sollten keine typischen Muster vorliegen.

Ein weiteres Phänomen ist, dass sich ältere Geschwister den jüngeren weniger bewusst sind als die jüngeren den älteren Geschwistern.

Nachfolgend sollen einige Faktoren benannt werden, die die Rolle von Geschwisterkonstellationen beeinflussen.

Der Zeitpunkt der Geburt der Kinder im Kontext der Familiengeschichte:

Findet die Geburt eines Kindes in Bezug auf die historische Entwicklung einer Familie zu einem kritischen Zeitpunkt statt, werden in dieses Kind häufig bestimmte Erwartungen gesetzt, die über die Rolle, welche eigentlich mit der jeweiligen Geschwisterposition verbunden ist, hinausgehen. Solche Erwartungen können dazu führen, dass die Charakteristika einer Geschwisterposition verstärkt werden oder die eigentliche Geschwisterrolle verändert wird. Bezugnehmend auf solche kritischen Zeitpunkte im Familienzyklus kann es sich z.B. um Todesfälle handeln.

Besondere Charakteristika eines Kindes:

Das erwartete Muster kann durch ein Kind mit besonderen Fertigkeiten verschoben werden. So kann es z.B. passieren, dass ein zweitältestes Kind die Rolle eines ältesten Kindes, aufgrund einer besonderen Fertigkeit oder einer Krankheit, übernimmt. Andererseits kann das älteste Kind aufgrund einer Krankheit oder anderer Schwierigkeiten die Rolle des Jüngsten übernehmen. Solche Informationen sind auch für die Erstellung eines Genogramms von Relevanz.

Arbeit zitieren:
Gast, Stefanie September 2006: Genogramme in der beratenden Tätigkeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Familienstruktur, Genogramm, Familienmuster, Beziehungsmuster, Beratung

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren