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Die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen und die Therapiemöglichkeiten bei Sexualstraftätern

Die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen und die Therapiemöglichkeiten bei Sexualstraftätern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sonja Sothmann
  • Abgabedatum: September 2000
  • Umfang: 114 Seiten
  • Dateigröße: 5,6 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2975-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2975-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2975-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sothmann, Sonja September 2000: Die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen und die Therapiemöglichkeiten bei Sexualstraftätern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Verursachungsmöglichkeiten

Diplomarbeit von Sonja Sothmann

Einleitung:

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Entstehung, Psychodynamik und Behandelbarkeit von Menschen mit sexuellen Perversionen, die Sexualstraftaten begangen haben, darzustellen.

Da zur heutigen Zeit nicht mehr davon ausgegangen werden kann, sexuell perverse Handlungen oder Phantasien grundsätzlich als pathogen zu betrachten, behandelt das erste Kapitel zunächst eine Begriffsklärung der sexuellen Perversionen in Abgrenzung zum gerade im DSM-IV neu etablierten Begriff der Paraphilien. Dadurch wird sich zeigen, dass es im letzten Jahrhundert eine Funktionsveränderung in bezug auf das sexuelle Begehren gegeben hat. Diese Funktionsänderung soll im Weiteren aus wissenschaftlicher Sicht für den Bereich der sexuellen Perversionen nachgezeichnet werden.

Gang der Untersuchung:

Im zweiten und dritten Teil der vorliegenden Arbeit wird zunächst die „normale“ frühkindliche Entwicklung dargestellt, zum einen aus triebdynamischer, zum anderen aus objektbeziehungstheoretischer Sicht. Beides sind psychoanalytische Theorieschulen, die unterschiedliche Aspekte in bezug auf die Genese sexueller Perversionen betont haben. Grundsätzlich lässt sich an dieser Stelle bereits vorausschicken, dass die Gemeinsamkeit der Menschen mit sexuellen Perversionen folgendermaßen umschrieben werden kann:

„... der Orgasmus [wird, d. V.] durch Einführen des Gliedes in die Scheide, der koitale Orgasmus, erschwert oder verunmöglicht ..., weil sie die weibliche Scheide und/oder die Frau als Sexualwesen und/oder die Frau ganz allgemein als allzu bedrohlich erleben“.

Die verschiedenen psychoanalytischen Theorieschulen betonen unterschiedliche Aspekte im Hinblick auf die Genese sexueller Perversionen, die jedoch nicht alle im Rahmen dieser Arbeit vorgestellt werden sollen. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf triebdynamischen, objektbeziehungstheoretischen sowie narzißtischen Positionen.

Im vierten Kapitel sollen dennoch neuere Publikationen, von Morgenthaler und Stoller, zur Funktion sexueller Perversionen beachtet werden.

Im fünften Teil werden die Erscheinungsformen sowie die Psychodynamik von Exhibitionismus und Pädophilie dargestellt.

Der sechste Teil gibt anschließend Auskunft über die bundesweite Häufigkeit von Sexualstraftaten in der BRD, um im Anschluss daran die institutionellen Therapiemöglichkeiten für verurteilte Sexualstraftäter vorzustellen. Den institutionellen Therapiemöglichkeiten sind dabei unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen immanent, die, wie es aufzuzeigen gilt, die konkret durchgeführte Therapie in den Institutionen des Straf- und Maßregelvollzugs mitbeeinflussen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang als Beispiele zum einen das „Gesetz zur Bekämpfung von Sexualdelikten und anderen gefährlichen Straftaten“, zum anderen die Einführung einer erweiterten Offenbarungspflicht für die im institutionellen Rahmen tätigen Therapeuten. Vor diesem Hintergrund soll anhand vorliegender psychodynamischer und verhaltenstherapeutischer Konzepte reflektiert werden, inwieweit diese für eine Anwendung und Durchführung, differenziert nach Straf-, Maßregelvollzug und ambulanter therapeutischer Versorgung, unter den neuen, gegebenen gesetzlichen Rahmenbedingungen geeignet sind.

In einem abschließenden Resümee sollen die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit in einer Kurzdarstellung zusammengefasst und eventuell daraus sich ergebende Forderungen in bezug auf die Therapie bei Sexualstraftätern formuliert werden.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung 6
1. Sexuelle Perversionen 8
1.1 Sexuelle Perversionen oder Paraphilien? 8
1.2 Sexuelle Perversionen im Spiegel der Gesellschaft 10
Vorwort 4
1. Sexuelle Perversionen als Untersuchungsgegenstand der Sexualwissenschaft 11
2. Die psychosexuelle Entwicklung des Menschen, die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen 15
2.1 Grundlegende Annahmen Freuds: der Triebbegriff und das Instanzenmodell der Persönlichkeit 16
2.2 Die Libidoentwicklung 18
2.3 Die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen aus triebdynamischer Sicht 24
3. Die Entwicklung der Objektbeziehungen, die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen aus Objektbeziehungstheoretischer Sicht 28
3.1 Die neuere psychoanalytische Entwicklungspsychologie und die Bedeutung der Objektbeziehungen 28
3.2 Mahlers Ausführungen zur Theorie der Symbiose, Loslösung und Individuation 30
3.3 Die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen aus objektbeziehungstheoretischer Sicht 37
4. Neuere Erklärungsansätze zur Funktion sexueller Perversionen: Beiträge von Morgenthaler und Stoller 41
5. Erscheinungsformen und Psychodynamik ausgewählter sexueller Perversionen 45
5.1 Exhibitionismus 45
5.2 Pädophilie als eine Form des Kindesmißbrauchs 47
6. Statistische Daten zur Häufigkeit von Sexualstraftätern 51
6.1 Die Polizeiliche Kriminalstatistik 52
6.2 Die Strafverfolgungsstatistik des Statistischen Bundesamtes 54
7. Therapiemöglichkeiten bei Sexualstraftätern 56
7.1 Der Regelstrafvollzug und die Sozialtherapeutischen Abteilungen 56
7.2 Der Maßregelvollzug (MRV) 59
7.3 Ausgewählte Aspekte zur Therapie unter institutionellen Bedingungen 62
7.3.1 Die Therapiemotivation 63
7.3.2 Schweigepflicht versus Offenbarungspflicht 66
7.4 Die Klientel der Sexualstraftäter 70
7.4.1 Die Intensität der sexuellen Perversion 72
7.4.2 Die Ich-Nähe der sexuell perversen Symptome 73
7.4.3 Formen intrapsychischer Auseinandersetzung mit der sexuellen Perversion 74
8. Diskussion verschiedener Therapiekonzepte unter ausgewählten Gesichtspunkten 76
8.1 Tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie 77
8.1.1 Anwendungsmöglichkeiten tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapie bei Sexualstraftätern im institutionellen und ambulanten Rahmen 79
8.1.2 Darstellung psychodynamischer Konzepte in der Sexualstraftäterbehandlung unter ausgewählten Aspekten 83
8.2 Verhaltenstherapeutische Verfahren 87
8.2.1 Anwendungsmöglichkeiten verhaltenstherapeutischer Verfahren in der Sexualstraftäterbehandlung im institutionellen und ambulanten Rahmen 90
8.2.2 Darstellung verhaltenstherapeutischer Konzepte in der Sexualstraftäterbehandlung unter ausgewählten Aspekten 91
9. Schlussbemerkung 96
Tabellen- und Übersichtsverzeichnis 100
Abkürzungsverzeichnis 101
Literatur 102
Erklärung zur Urheberschaft der Arbeit 110

Arbeit zitieren:
Sothmann, Sonja September 2000: Die Genese und Psychodynamik sexueller Perversionen und die Therapiemöglichkeiten bei Sexualstraftätern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Verursachungsmöglichkeiten

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