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Generationswechsel in Familienunternehmen

Fremdmanagement als Alternative?

Generationswechsel in Familienunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Mirjam Geiß
  • Abgabedatum: Dezember 2003
  • Umfang: 140 Seiten
  • Dateigröße: 703,8 KB
  • Note: 1,5
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Nürtingen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8051-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8051-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8051-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Geiß, Mirjam Dezember 2003: Generationswechsel in Familienunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Nachfolge, externe Nachfolge, fremdgeführt, Fremdmanager, Nachfolgerinnen

Diplomarbeit von Mirjam Geiß

Einleitung:

Marie und Paul leben in Stuttgart. Sie stehen jeden Morgen um 6 Uhr auf. Die Fliesen und das Waschbecken im Bad sind von Villeroy & Boch. Marie kauft ihre Drogerieartikel bei Müller, Paul geht lieber zu dm oder Schlecker. Sie schwört auf Kleidung von s. Oliver und Benetton, er liebt die Anzüge von C&A. Ihre Schuhe kaufen beide bei Deichmann.

Während Marie die Zeitung aus dem Briefkasten holt, gießt Paul den Tchibo Kaffee in einem Melitta Filter auf. Marie isst zum Frühstück eine Scheibe Brot vom Bäcker mit Zentis Marmelade, Paul einen Müller Knusperjoghurt. Er ist Fremdmanager in einem Familienunternehmen der Automobilzuliefererindustrie, Marie arbeitet in einem familiengeführten Bauunternehmen.

Nach der Arbeit kauft Marie bei Aldi und Plus ein, Paul fährt kurz bei Lidl vorbei. Zu Hause essen die beiden eine Dr. Oetker Fertigpizza. Dann legen sie sich aufs Sofa und schalten den Fernseher an, den sie bei Otto bestellt haben. Marie verspeist ein paar Haribo Goldbären, Paul eine Ritter Sport Schokolade.

Diese kleine Geschichte ließe sich beliebig ausbauen. Sie zeigt die überragende Bedeutung von Familienunternehmen für die deutsche Wirtschaft. Allerdings werden nur 67% der Familienunternehmen in die zweite Generation übertragen, lediglich 32% bleiben noch in der dritten Generation erhalten und in der vierten Generation sind es gerade noch 16 %. Vielfach scheitern die Übernahmen nicht an juristischen Hürden, sondern an den „weichen Faktoren“ wie z.B. familiären Streitigkeiten oder mangelnder Eignung des Nachfolgers.

Es stellt sich die Frage, ob in diesen Fällen eine Führung des Familienunternehmens durch einen Fremdmanager eine Möglichkeit zur langfristigen Erhaltung von Familienunternehmen darstellt. Ferner gilt es zu untersuchen, wie der passende Fremdmanager für jedes Familienunternehmen ausgewählt werden kann.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit beschäftigt sich sowohl mit den Chancen und Risiken der Nachfolge innerhalb der Familie als auch mit den Möglichkeiten des Fremdmanagements als Alternative zur familieninternen Nachfolge.

Da immer weniger geeignete Nachfolger aus der Familie rekrutiert werden können, liegt der Schwerpunkt auf dem Fremdmanagement. Viele Unternehmer sträuben sich jedoch gegen einen Fremdmanager und wählen nicht selten lieber einen weniger qualifizierten Nachfolger aus der Familie, was fast immer das Ende des Familienunternehmens bedeutet.

Vielfach sehen es Senioren, vor allem wenn es sich um die Gründerunternehmer handelt als ein persönliches Scheitern an, wenn sie die Führung des Unternehmens an einen Familienfremden abgeben müssen. Der Senior und meist auch die gesamte Familie wollen oft nicht wahrhaben, dass Führungsqualitäten nicht zwangsläufig vererbt werden und es keinen geeigneten Nachfolger aus der Familie gibt.

Somit stehen der Senior und die Familie einem Fremdmanager zunächst meist ablehnend gegenüber. Diese Haltung wird dadurch noch verstärkt, dass Fremdmanager häufig scheitern und das Unternehmen frühzeitig wieder verlassen. Deshalb wird in dieser Arbeit untersucht, warum Fremdmanager scheitern. Ein umfassendes Anforderungsprofil aus fachlichen und persönlichen Qualifikationen wird entwickelt.

Dieses Anforderungsprofil kann die Grundlage für eine erfolgreiche Auswahl des Fremdmanagers darstellen. Die Auswahl von Fremdmanagern ist besonders schwierig, da sich viele Anforderungen nicht durch ein einfaches Gespräch zwischen Senior und Fremdmanager abprüfen lassen. Daher soll in dieser Arbeit ferner der Frage nachgegangen werden, wie sich die Auswahl von Fremdmanagern noch verbessern lässt.

Die Arbeit beginnt mit der Definition der im folgenden wichtigen Begriffe. Zur Einführung wird zunächst auf die allgemeine Bedeutung von Familienunternehmen eingegangen. Nach einer Darstellung der Stärken und Schwächen von Familienunternehmen wird das Problem des Generationswechsels dargelegt.

Im zweiten Kapitel werden die verschiedenen Modelle der Nachfolge im Unternehmen vorgestellt. Die Nachfolgemodelle innerhalb der Familie werden ausführlicher untersucht als die Modelle zur vollständigen Übergabe an fremde Dritte. Denn die Schwierigkeiten, die sich aus den familieninternen Konstellationen ergeben, bewirken in vielen Fällen letztendlich, dass die Familie Eigentum und Führung trennt.

Von den Übergabemodellen, die zum vollständigen Ausstieg der Familie führen, werden daher lediglich zur Abrundung der Untersuchung mit der Stiftung, dem Börsengang und dem Verkauf die drei wichtigsten Modelle überblicksartig vorgestellt. Die Ursachen für eine Fremdgeschäftsführung werden eingehend erörtert und die Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt. An dieser Stelle wird auch auf die Einrichtung eines Beirats eingegangen, da häufig als Vorbereitung des Unternehmens auf eine Fremdgeschäftsführung zunächst ein Beirat eingerichtet wird. Wird das Familienunternehmen von einem Fremdmanager geführt, kommt dem Beirat vielfach eine vermittelnde Rolle zwischen den Interessen des Eigentümers und den Interessen des Fremdmanagers zu. Auch bei der Auswahl des Fremdmanagers kann der Beirat als Partner auftreten.

Im dritten Kapitel werden die Gründe, die zum Scheitern des Generationswechsels in Familienunternehmen führen können, detailliert untersucht. Das Kapitel ist untergliedert in allgemeine Gründe und spezielle Gründe für den familieninternen Nachfolger und für den Fremdmanager. Ein Anforderungsprofil für den Nachfolger wird in Kapitel vier ausgearbeitet . Neben den allgemeinen Anforderungen wird kurz auf spezielle Anforderungen für den Nachfolger aus der Familie eingegangen und spezielle Anforderungen an einen Fremdmanager ausführlich vorgestellt.

Im letzten Kapitel wird der Frage nachgegangen, ob das Scheitern eines Fremdmanagers durch die richtige Personalauswahl verhindert werden kann. Dazu werden zunächst die in der Literatur vorgestellten Auswahlmethoden dargelegt. Ein Auswahlprozess für die Rekrutierung eines Fremdmanagers wurde ausgearbeitet. Ferner wird untersucht, ob Fremdmanager, die zu der jeweiligen Unternehmenssituation passen, mehr Erfolg haben könnten als konventionell ausgewählte Führungskräfte. In diesem Rahmen werden bestimmte Führungstypen entwickelt, die zu den jeweiligen Unternehmenssituationen bestmöglich passen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINFÜHRUNG UND SITUATION DER FAMILIENUNTERNEHMEN 1
1.1 Einleitung 1
1.2 Problemstellung und Zielsetzung 2
1.3 Gang der Untersuchung 3
1.4 Definition Familie 4
1.5 Definition Familienunternehmen 4
1.6 Definition Fremdmanager 6
1.7 Allgemeine Bedeutung von Familienunternehmen 6
1.8 Das Erfolgsrezept von Familienunternehmen 8
1.9 Wunde Punkte von Familienunternehmen 9
1.10 Generationswechsel als Achillesferse für Familien -unternehmen 11
2. WELCHE NACHFOLGEMODELLE GIBT ES? 13
2.1 NACHFOLGEMODELLE INNERHALB DER FAMILIE 13
2.1.1 Nachfolge durch ein Kind 13
2.1.2 Geschwister als Nachfolger 15
2.1.3 Schwiegersöhne 16
2.1.4 Cousinen/Cousins 17
2.1.5 Stämme 18
2.2 Vollständige Übergabe des Unternehmens an fremde Dritte 19
2.2.1 Stiftung 19
2.2.2 Börsengang 19
2.2.3 Verkauf 20
2.3 Fremdmanagement als Mittelweg 22
2.3.1 Gründe für eine Fremdgeschäftsführung 22
2.3.1.1 Überblick 22
2.3.1.2 Kein (geeigneter) Nachfolger vorhanden 22
2.3.1.3 Kein Interesse der nächsten Generation 23
2.3.1.4 Zu viele Nachfolger aus der Familie 24
2.3.1.5 Neue Impulse durch Fremdmanager 25
2.3.1.6 Interimsmanagement 27
2.3.2 Gestaltung einer Fremdgeschäftsführung 28
2.3.2.1 Gemischtes Management 28
2.3.2.1.1 Nicht gleichrangige Geschäftsführung 28
2.3.2.1.2 Gleichrangige Geschäftsführung 29
2.3.2.2 Reines Fremdmanagement 30
2.4 Einrichtung eines Beirats 30
2.4.1 Allgemeines 30
2.4.2 Aufgaben 31
2.4.3 Zusammensetzung 33
3. WARUM KANN DIE NACHFOLGE IM FAMILIENUNTERNEHMEN SCHEITERN? 35
3.1 Konfliktpotentiale und Fehler beim Generationswechsel 35
3.1.1 Fehler auf Seiten des Übergebers 35
3.1.2 Fehler auf Seiten des Übernehmers 37
3.2 Spezielle Gründe für das Scheitern eines Nachfolgers aus der Familie 39
3.2.1 Erziehung des Nachfolgers 39
3.2.2 Mangelnde Vorbereitung des Nachfolgers 40
3.2.3 Veränderte Rollen nach der Übergabe 41
3.2.4 Familienstreitigkeiten 42
3.3 Spezielle Gründe für das Scheitern von Fremdmanagern 43
3.3.1 Das Beispiel Villeroy & Boch 43
3.3.2 Erwartungen des Fremdmanagers erfüllen sich nicht 45
3.3.3 Verhältnis zum Übergeber 46
3.3.4 Zusammenarbeit mit der Familie 49
3.3.5 Besonderheiten von Familienunternehmen 50
3.3.6 Mangelnde Kompetenz und Erfahrung des Fremdmanagers 51
4. WIE KANN DIE NACHFOLGE IM FAMILIENUNTERNEHMEN GELINGEN? 52
4.1 Anforderungen an den Senior 52
4.1.1 Planung der Nachfolge 52
4.1.2 Rückzug aus dem Unternehmen 53
4.1.3 Einarbeitung des Nachfolgers 56
4.2 Anforderungen an den Nachfolger 58
4.2.1 Fachliche Anforderungen 58
4.2.1.1 Überblick 58
4.2.1.2 Ausbildung 58
4.2.1.3 Berufserfahrung 61
4.2.1.4 Führungserfahrung 62
4.2.2 Persönliche Anforderungen 64
4.2.2.1 Allgemeines 64
4.2.2.2 Grundlegende unternehmerische Eigenschaften 65
4.2.2.3 Kreatives Denken und Handeln 66
4.2.2.4 Veränderungsbereitschaft 68
4.2.2.5 Kommunikationsfähigkeit 68
4.2.3 Spezielle Anforderungen an einen Nachfolger aus der Familie 69
4.2.3.1 Bewahren der Entscheidungsfreiheit 70
4.2.3.2 Umgang mit Erwartungen 71
4.2.3.3 Traditionsbewusstsein und neue Ideen 72
4.2.3.4 Vater – Sohn Beziehung 73
4.2.3.5 Töchter als Nachfolgerinnen 73
4.2.4 Spezielle Anforderungen an einen Fremdmanager 75
4.2.4.1 Allgemeines 75
4.2.4.2 Besonderheiten von Familienunternehmen 76
4.2.4.3 Die Zusammenarbeit mit dem Eigentümer und der Familie 77
4.2.4.4 Suche nach geeigneten Kandidaten 81
5. KANN DAS SCHEITERN EINES FREMDMANAGERS DURCH DIE RICHTIGE PERSONALAUSWAHL VERHINDERT WERDEN? 85
5.1 Klassischer Ansatz 85
5.1.1 Auswahlmethoden 86
5.1.2 Auswahlprozess 87
5.1.2.1 Überblick 87
5.1.2.2 Phase 1 89
5.1.2.3 Phase 2 89
5.1.2.4 Phase 3 90
5.1.2.5 Phase 4 91
5.1.2.6 Phase 5 92
5.1.2.7 Vor- und Nachteile dieses Auswahlprozesses 93
5.2 Ein neuer Weg zur Auswahl von Fremdmanagern? 94
5.2.1 Das Modell von Schultzendorff 95
5.2.2 Der Lebenszyklus eines Familienunternehmens 98
5.2.2.1 Allgemeines 98
5.2.2.2 Pionierphase 98
5.2.2.3 Wachstumsphase 100
5.2.2.4 Reifephase 103
5.2.2.5 Wendephase 106
5.2.2.6 Das Ende eines Familienunternehmens 107
5.2.3 Welcher Fremdmanager passt zu welcher Phase? 108
5.2.3.1 Modelle zur Kategorisierung von Führungstypen 108
5.2.3.2 Der Gepard 113
5.2.3.3 Der Löwe 114
5.2.3.4 Der Ozelot 115
5.2.3.5 Der Leopard 116
5.2.3.6 Der Puma 117
5.2.3.7 Die Hyäne 118
5.2.4 Zusammenfassung 118
6. Fazit 119
LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS 121

Automatisiert erstellter Textauszug:

Missverständnissen oder Gerüchten vorgebeugt, was nicht zuletzt zu einer Verbesserung des Betriebsklimas führen kann.326 Die Mitarbeiter sind durch den Generationswechsel bereits verunsichert und reagieren häufig auf Veränderungen zunächst skeptisch. Es ist wichtig, das der Nachfolger auf seinen Mitarbeiter eingeht und ihnen den Nutzen der Veränderungen vermittelt. Der Nachfolger sollte außerdem mit der Fähigkeit zuhören zu können ausgestattet sein. Besonders in der Phase des Übergangs machen sich die Mitarbeiter Sorgen um den Fortbestand des Unternehmens. Ist der neue Chef in dieser Zeit offen für die Sorgen seiner Mitarbeiter kann ein Vertrauensverhältnis entstehen, das für die künftige Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist. Auch der Nachfolger muss die Bereitschaft haben seinen Mitarbeitern zu vertrauen und sie in wichtige Entscheidungen miteinbeziehen. [...]

Stahlunternehmen, ein. Er übernahm bald die Zuständigkeit für eine Hütte, die hohe Verluste schreib und von der Muttergesellschaft so schnell wie möglich verkauft werden sollte. Großmann nahm das nicht hin und begann mit kleineren Modernisierungen. Doch der Konzern wollte die Hütte im Dezember 1992 endgültig loswerden, gegen den Willen von Jürgen Grossmann. Für den symbolischen Betrag von zwei DM kaufte er die Hütte und machte sich selbständig. Er modernisierte sie von Grund auf und motivierte die Mitarbeiter. Allen Unkenrufen zum Trotz war die Hütte in wenigen Monaten in der Gewinnzone. Seitdem hat Jürgen Großmann 30 weitere Betriebe vor dem Untergang bewahrt und bekommt fast täglich marode Unternehmen zum Kauf angeboten. Für die Zukunft hat er noch mehrere Visionen und Konzepte in der Tasche. Seinen Mitarbeitern zeigt Jürgen Großmann zum Beispiel durch regelmäßige Barbecuefeste oder dem Verleih seines Mercedes, wenn ein Mitarbeiter heiratet, dass er sie schätzt und ohne sie nicht so weit gekommen wäre.321 [...]

Da in einem Unternehmen selten alles ohne Probleme seinen Gang geht, muss der Nachfolger in jedem Fall mit Ausdauer und Konfliktfähigkeit ausgestattet sein. Weder darf er bei den ersten Schwierigkeiten gleich aufgeben noch darf er Konflikten aus dem Weg gehen. Stellt sich der Übernehmer den Konflikten und versucht er sie zu lösen, indem er nicht zu viel und nicht zu wenig nachgibt, wird er das Unternehmen trotz gelegentlicher Schwierigkeiten ohne weiteres mit Erfolg führen können.312 Mit zukunftsorientiertem Denken sowie ziel- und planmäßigem Handeln wird der Übernehmer das Unternehmen durch gute und schlechte Zeiten souverän hindurchführen.313 Ferner ist die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen für einen Übernehmer von großer Bedeutung.314 [...]

Arbeit zitieren:
Geiß, Mirjam Dezember 2003: Generationswechsel in Familienunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Nachfolge, externe Nachfolge, fremdgeführt, Fremdmanager, Nachfolgerinnen

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