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Die Generation 50plus

Eine Zielgruppe und ihre Bedürfnisse

Die Generation 50plus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Stefan Trattner
  • Abgabedatum: März 2004
  • Umfang: 145 Seiten
  • Dateigröße: 8,3 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Wirtschaftsuniversität Wien Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7898-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7898-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7898-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Trattner, Stefan März 2004: Die Generation 50plus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Senioren, Rentner, Marketing, Segmentierung, Marktsegment

Diplomarbeit von Stefan Trattner

Einleitung:

Geht man in einer der reichen Industrienationen der Erde in Pension, so geschieht das in einem Alter von etwa 65 Jahren und man hat noch weitere 15-20 Jahre zu leben. Vor hundert Jahren wäre man in diesem Alter durchschnittlich bereits seit langem tot gewesen, lag doch in Österreich die Lebenserwartung eines Mannes im Jahr 1900 bei 40,6 Jahren, doch das späte 20. Jahrhundert hat für viele das ultimative Geschenk gebracht - den Luxus des Alterns.

Die Zahlen sind eindeutig. Die Bevölkerung in den OECD Ländern altert. Im Jahr 2020 wird jeder Dritte in diesem Raum über 60 Jahre alt sein. Das globale Durchschnittsalter wird dabei aller Voraussicht nach von derzeit 22 auf 38 Jahre im Jahr 2050 ebenso ansteigen wie die allgemeine Lebenserwartung - und dabei sind eventuelle genetische Erfolge im Kampf gegen das Alter noch gar nicht berücksichtigt.

Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit waren die Alten daher eine zahlenmäßig so starke Gruppe wie heute, und ihr Einfluss wird aufgrund der demographischen Entwicklung noch zunehmen. Alt zu sein, war durch die gesamte Geschichte eine Ausnahme, doch heute sind die neuen Alten ein bedeutender politischer und wirtschaftlicher Faktor und haben mehr Selbstbewusstsein als die Generationen vor ihnen.

Bei der Neubewertung der Alten in der Gesellschaft spielt auch der Wandel von einer Industrie- zu einer Wissensökonomie eine tragende Rolle. Während im Industriezeitalter das Altern als Verfallsprozess gesehen wurde, der die Fähigkeit zur Produktion von Waren vermindert, gilt das im Wissenszeitalter nicht mehr in der Form, die Erfahrung des Alters zählt wieder mehr.

Dennoch wurde der große Markt der Senioren von vielen Unternehmen und Branchen bisher völlig unterschätzt, nicht adäquat bedient oder überhaupt ganz ignoriert. Gründe dafür, dass ältere Menschen als Zielgruppe meistens ausgeblendet werden, gibt es viele. Einer davon ist sicher die eigene Angst vor dem Alter. Angesichts der Entwicklung mutet es seltsam an, dass Personen ab ihrem 50. Geburtstag quasi verschwinden, zumindest in den Augen der Marketer und der Werbeindustrie. Dabei leben sie natürlich wie bisher in einer Wohlstandsgesellschaft, die sie selbst aufgebaut haben und sind dabei genuss- und konsumfreudiger sowie lebens- und unternehmungslustiger als die Generationen vor ihnen in diesem Alter waren.

Folglich ist auch das Wissen über sie sehr gering und reicht meist über Stereotype und Vorurteile nicht hinaus. Dabei haben sich schon einige Autoren mit Aspekten dieser Zielgruppe beschäftigt. Fast alle Märkte in den entwickelten Industriestaaten sind gesättigt, Wachstum ist kaum noch zu erreichen. Da scheint es doch merkwürdig, dass eine derart große Zielgruppe einfach ignoriert wird. Es stellt sich die Frage, ob Zielgruppenmarketing für ältere Menschen tatsächlich unrentabel ist, weil diese Zielgruppe kein Geld und keine Konsumlust hat, oder ob hier durch Unternehmen große Marktpotentiale einfach nicht ausgeschöpft werden. Das Ziel dieser Arbeit war es daher, ein möglichst umfassendes Bild der Generation 50plus zu zeichnen und zu klären, ob sie zurecht von den Marketern „geschnitten“ wird bzw. wenn nicht, wie man ihre Bedürfnisse am besten befriedigt und sich so in einer wachsenden Gesellschaftsschicht rechtzeitig strategisch Wettbewerbsvorteile sichert.

Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird auf die weiblichen Wortendungen (z.B. Seniorinnen) verzichtet. Bezieht sich eine Information nur auf Männer oder nur auf Frauen, so wird dieser Umstand deutlich hervorgehoben, andernfalls sind beide Geschlechter gleichermaßen gemeint.

Gang der Untersuchung:

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Zielgruppe der Senioren. Also auch mit der Frage, ob es eine solche Zielgruppe überhaupt gibt. Die erste Frage die geklärt werden soll, lautet: Wer sind die Senioren? Wie kann man die Gruppe der Senioren von anderen Zielgruppen abgrenzen? Die Frage, die auf die Definition folgt, ist die, nach den speziellen Bedürfnissen dieser Zielgruppe. Gibt es diese „speziellen“ Bedürfnisse überhaupt? Oder ist es ebenso ein Vorurteil, dass das Alter andere Bedürfnisse mit sich bringt?

Nachdem die Frage nach den Bedürfnissen geklärt ist, stellt sich die Frage danach, wie man diesen Bedürfnissen im Marketing gerecht werden kann. Schließlich wird noch der wichtigsten Frage in diesem Zusammenhang nachgegangen, nämlich der nach der wirtschaftlichen Attraktivität der Zielgruppe.

Diese Arbeit wurde als Literaturstudie konzipiert. Die bereits existierende Literatur sowie zahlreiche aktuelle Studien zum Thema Senioren wurden zur Beantwortung der Forschungsfrage herangezogen. Zusätzlich dazu wurden die Expertenbeiträge aus einem Symposium zum Thema Senioren in die Arbeit eingearbeitet.

Die vorliegende Arbeit besteht aus 6 Kapiteln. Im Kapitel eins erfolgt eine kurze Einführung in das Konzept der Marktsegmentierung. Dieser Abschnitt soll einige grundlegende Begriffe der Marktsegmentierungsstrategie erklären und ihre Vor- und Nachteile gegenüber der Massenmarktstrategie aufzeigen.

Im Kapitel zwei wird der Versuch unternommen, die relevante Zielgruppe anhand eines oder mehrerer Kriterien zu definieren und sie damit von anderen Zielgruppen abzuheben. Die Zielgruppe der Senioren wird hier auch noch einmal im nächsten Kapitel genauer differenziert. Im Kapitel vier wird die genannte Zielgruppe in ihrer Gesamtheit anhand mehrerer Kriterien analysiert um anschließend aus den, in diesem Kapitel gewonnenen Erkenntnissen, auf Implikationen für das zielgruppenspezifische Marketing für Senioren im Kapitel fünf zu schließen. Daran anschließend folgt eine Zusammenfassung der Erkenntnisse.

Inhaltsverzeichnis:

1. Inhaltsverzeichnis 2
2. Einleitung 4
2.1 Forschungsfrage 6
2.2 Konzept und Aufbau 6
3. Das Konzept der Marktsegmentierung 7
3.1 Massenmarktstrategie vs. Marktsegmentierungsstrategie 7
3.2 Das Konzept der Marktsegmentierung 8
3.2.1 Die klassischen Segmentierungskriterien 11
3.2.2 Der STP-Ansatz 18
3.3 Entscheidungsmodell zur Marktsegmentierung nach STP 20
3.3.1 Schritt 1: Marktsegmente bilden 21
3.3.2 Schritt 2: Die Marktsegmente beschreiben 22
3.3.3 Schritt 3: Evaluieren der Marktsegmente 22
3.3.4 Schritt 4: Auswahl von Zielsegmenten 24
3.3.5 Schritt 5: Besetzen des Zielsegmentes bzw. Positionierung 25
4. Abgrenzungsmöglichkeiten der Zielgruppe der „Alten“ 27
4.1 Abgrenzung nach dem kalendarischen Alter 29
4.2 Abgrenzung nach biologischen Kriterien 31
4.3 Abgrenzung nach psychologischen Kriterien 33
4.4 Abgrenzung nach soziologischen Kriterien 36
4.5 Abgrenzung nach dem Familienlebenszykluskonzept 37
4.6 Zielgruppendefinition 39
4.6.1 Differenzierung innerhalb des Segmentes 50plus 41
4.6.2 Senioren-Typologie von FESSEL GfK Wien 46
5. Analyse der Zielgruppe 55
5.1 Demographische Analyse 55
5.1.1 Bevölkerungsentwicklung 55
5.1.2 Geographische Verteilung 57
5.1.3 Einkommenssituation 58
5.1.4 Haushaltsbesitz 60
5.1.5 Gesundheitlicher Zustand 60
5.2 Psychographische Analyse 75
5.2.1 Allgemeine Persönlichkeitsmerkmale 75
5.2.2 Freizeitverhalten 83
5.2.3 Altersspezifische Konsumbedürfnisse 86
5.3 Analyse des Konsumverhaltens 91
5.3.1 Preisverhalten 91
5.3.2 Mediennutzung 92
5.3.3 Einkaufsverhalten 95
5.3.4 Produktwahl 95
5.4 Wirtschaftliche Attraktivität des Marktsegmentes „Senioren“ 97
6. Implikationen für zielgruppenspezifisches Marketing 100
6.1 Strategische Überlegungen 100
6.1.1 Die Angebot-Ansprache Matrix 102
6.1.2 Beziehungsmarketing als Erfolgskriterium 105
6.2 Operatives Marketing 106
6.2.1 Produktgestaltung 106
6.2.2 Preis 114
6.2.3 Distribution 115
6.2.4 Promotion 120
7. Zusammenfassung 131
8. Literaturverzeichnis 135

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bedingungen im Organismus herrschen bzw. diese Bedingungen an geforderte Leistungen angepasst werden. Ein Beispiel dafür ist die Körpertemperatur, die unabhängig von der Außentemperatur, konstant zwischen 36°C und 37°C gehalten werden muss. Andere Beispiele: Blutdruck, Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten, Hormonspiegel, Lage des Körpers im Raum usw. Regelsysteme können vereinfacht durch ihren „Regelbereich“ und durch ihr „dynamisches Verhalten“ charakterisiert werden. Der „Regelbereich“ bestimmt die Variationsbreite innerhalb derer der gewünschte Zielzustand aufrechterhalten werden kann. Das „dynamische Verhalten“ bezeichnet die Geschwindigkeit mit der Regelungs-Eingriffe wirksam werden. Beide Charakteristika verlieren in zunehmendem Alter an Leistungsfähigkeit. Das bedeutet z.B. für Bekleidungshersteller, dass alte Menschen sensibler auf Änderungen der Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit reagieren. [...]

Dieses System umfasst sowohl die Bereiche des ZNS, die für Motorik zuständig sind, als auch die Muskulatur und das Skelett. Im Alter sinkt die Leistungsfähigkeit des Motorischen Systems. Das bedeutet, dass die Fähigkeit zu „energetischen Tätigkeiten“ eingeschränkt wird. Von diesen Einschränkungen sind sowohl die Ausführungsgeschwindigkeit als auch die Kraft betroffen. Weiter eingeschränkt wird die Bewegungsfähigkeit im Alter durch häufig auftretende Krankheiten wie chronische Polyarthritis, diverse Gelenkserkrankungen, Erkrankungen der Muskulatur (z.B. Osteoporose) und rheumatische Erkrankungen. Diese Krankheiten führen nicht nur zu eingeschränkter Bewegungsfreiheit, sondern u.U. auch zu Schmerzen bei bestimmten Bewegungsabläufen. Diese Einschränkungen sind bei der Konstruktion von Bewegungsabläufen beim Produktdesign unbedingt zu beachten. Eine bestimmte Größe von Strukturen und eine Minimierung des Kraftaufwandes sind dabei wesentliche Ziele. Man kann bei einem 60jährigen von einem Verlust von etwa 15-35% seiner Muskelkraft im Vergleich zum selben Menschen im Alter von 20 Jahren ausgehen.202 Auch die Fingerfertigkeit nimmt im Alter ab.203 Die motorischen Fähigkeiten der Hand nehmen sogar schon [...]

von Informationen für Senioren erleichtert oder erschwert, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen in der Literatur.200 Psychische Erkrankungen Anders als die weitverbreitete Volksmeinung, dass ältere Menschen stärker an Depressionen leiden, haben Studien ergeben, dass der Anteil der Menschen mit mind. 4 Wochen andauernden depressiven Zustandsbildern, Angststörungen und psychosomatischen Erkrankungen bei den bis 39jährigen mit 17% bei Männern und 18,8% bei Frauen am höchsten ist. Annähernd gleich hoch ist diese Rate noch bei der Gruppe der 40-59 jährigen mit 16,9% (Männer) bzw. 17,5% (Frauen). Deutlich niedriger fällt der Wert allerdings für die ab 60jährigen aus. Hier betragen die Werte 7,5% für Männer und 14,5% für Frauen.201 [...]

Arbeit zitieren:
Trattner, Stefan März 2004: Die Generation 50plus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Senioren, Rentner, Marketing, Segmentierung, Marktsegment

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