Genderkompetenz als Schlüsselqualifikation in der Erzieherinnenausbildung
Ein Vertiefungskurs im ersten Ausbildungsjahr
- Art: Staatsexamensarbeit
- Autor: Silke Hubrig
- Abgabedatum: Mai 2006
- Umfang: 193 Seiten
- Dateigröße: 12,5 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9910-5
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9910-5 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9910-5 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Hubrig, Silke Mai 2006: Genderkompetenz als Schlüsselqualifikation in der Erzieherinnenausbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ausbildung, Geschlechterforschung, Erzieher, Pädagogik, Genderkompetenz
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Staatsexamensarbeit von Silke Hubrig
Einleitung:
Das Thema Geschlecht wird in der Ausbildung zur Erzieherin in der Regel nicht ausreichend behandelt. Laut Lehrplan ist es lediglich als eine in sich abgeschlossene Unterrichtseinheit im zweiten Ausbildungsjahr vorgesehen. In diesem Zusammenhang fiel mir auch auf, dass Geschlechtsspezifik selten in die Kindergartenpädagogik eingebettet ist, sondern meistens auf Kinder im Schulalter bezogen wird.
Die Vorschulpädagogik ist anscheinend ‚geschlechtsneutral’ orientiert. Pädagogik-Lehrerinnen, Erzieherinnen und auch die Schüler sind sogar oftmals um eine geschlechtsneutrale Pädagogik bemüht. In der Literatur wird dieses insbesondere auf den Mangel an Kenntnissen über die kindliche Geschlechtersozialisation zurückgeführt, sowie auf eine ideologisches Denkweise, in der Gleichbehandlung mit Gleichberechtigung gleichgesetzt wird.
Rohrmann und Thoma bestätigen diese Annahme: Die Vorschulpädagogik ist nach wie vor „am Kind“ orientiert, und in der Ausbildung werden geschlechtsbezogene Fragen kaum behandelt. Auch neuere Konzepte berücksichtigen sie kaum. Blank-Mathieu kommt zu dem Ergebnis: Erzieherinnen von heute sind selten in der Lage, die von ihnen ausgehende Ungleichbehandlung wahrzunehmen, die von ihnen eingesetzten Methoden zu reflektieren und Strukturen zu schaffen, die neue Erfahrungen für Kinder zulassen und sie nicht geschlechtsspezifisch zu verstärken.
Untersuchungen belegen, dass Erzieherinnen traditionell gesellschaftlich erwünschte Geschlechterrollen im Kindergarten (unbewusst) weiter vermitteln. So beschreibt beispielsweise Rabe-Kleberg: Der Kindergarten als Institution ist trotz einiger männlicher Akteure seit Beginn eine weitgehend homogene weibliche Arena, ein Milieu, in dem traditionelle Muster der gesellschaftlichen Konstruktion von Weiblichkeit in Strukturen, Regeln und professionellem Habitus wirksam sind und durch das tägliche Handeln aller beteiligten Akteurinnen immer wieder neu reproduziert wird.
Geschlecht hat im pädagogischen Kontext eine hohe Relevanz, so dass alle pädagogischen Themen auch geschlechtssensibel betrachtet werden müssen, um Jungen und Mädchen im Kindergarten gerecht werden zu können. Das Thema Geschlecht darf kein separates Thema sein, sondern vielmehr ein Grundprinzip im pädagogischen Denken und Handeln. Ich bin der Meinung, dass das bloße theoretische Wissen, welches im Rahmen einiger Unterrichtsstunden in der Erzieherinnenausbildung vermittelt wird, keine praxistaugliche Handlungskompetenz fokussiert.
Deshalb strebe ich in meiner Unterrichtseinheit den Aufbau einer Genderkompetenz an und gehe mit dem Titel der hier vorliegenden Arbeit noch einen Schritt weiter, indem Genderkompetenz den zukünftigen Erzieherinnen als eine Schlüsselqualifikation vermittelt werden soll. Dabei ist mir bewusst, dass eine Kompetenz oder eine Schlüsselqualifikation niemals absolut erreicht werden kann, denn der Erwerb dessen ist eine prozesshafte Entwicklung, die niemals endet.
Problemstellung:
Basierend auf diesen Überlegungen konzentriere ich mich im Rahmen dieser Arbeit im Wesentlichen auf folgende Aspekte: Im Allgemeinen ist mein Erkenntnisinteresse, ob und inwieweit es gelingt, Genderkompetenz im Rahmen der Unterrichtseinheit auf- und auszubauen, bzw. einen genderbezogenen Bildungsprozess im Sinne der Veränderung subjektiver Theorien, die ich für eine Voraussetzung zur praxisrelevanten Handlungsfähigkeit halte, zu initiieren. Dabei setze ich zum einen den Schwerpunkt auf Genderkompetenz im Hinblick auf die persönliche Ebene (Selbstkompetenz), d.h. inwieweit die Schüler sich entsprechend dem individuellen Entwicklungsstand einen Lernprozess erlangt haben.
Ein zweiter Schwerpunkt stellt die fachliche Ebene (Fachkompetenz) dar, d.h. inwieweit die Schüler sich praxisrelevantes Wissen für ihre berufliche Tätigkeit im Kindergarten aneignen konnten. Diese Ebenen greifen in der Praxis ineinander, denn eine persönliche Auseindersetzung mit der eigenen Geschlechtsidentität ist Voraussetzung dafür, dass genderbezogenes Fachwissen durch die veränderten subjektiven Theorien professionell-authentisch im Kindergarten Anwendung finden kann.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit ist folgendermaßen gegliedert: Um die Relevanz von Geschlecht für den Menschen zu verdeutlichen, beschreibe ich zunächst allgemein im sachanalytischen Teil dieser Arbeit die Bedeutung des Geschlechts für die Gesellschaft und für das Individuum, sowie die besondere Bedeutung des Geschlechts im Kindergartenalter. Anschließend benenne ich die zentralen Erklärungsansätze zur Entwicklung der Geschlechterdifferenz.
Im weiteren Verlauf beziehe ich mich auf Genderkompetenz im beruflichen Kontext von Erzieherinnen. Im Rahmen dessen werden zunächst die Prinzipien und Ziele geschlechtsbewusster Pädagogik im Kindergarten dargestellt. Anschließend bestimme ich den Begriff ‚Genderkompetenz’ als Schlüsselqualifikation, welche Voraussetzung für geschlechtsbewussstes, pädagogisches Arbeiten ist.
Im zweiten Teil der Arbeit stelle ich den Vertiefungskurs „Typisch Junge? Typisch Mädchen – Geschlechtsbewusste Pädagogik“ dar, welcher in der Unterstufe der Erzieherinnenausbildung angeboten wurde. Abschließend reflektiere und bewerte ich diesen im Hinblick darauf, ob die Unterrichtseinheit in der durchgeführten Form dazu beigetragen hat, dass genderbezogene Prozesse im Sinne eines Aufbaus von Genderkompetenz bei allen Schülern initiiert wurden.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| 1. | Einleitung und Begründung des Themas | 1 |
| 2. | Geschlechtsbewußte Pädagogik / Genderkompetenz im sozialpädagogischen Unterricht | 4 |
| 2.1 | Geschlecht im gesellschaftlichen und individuellen Kontext | 4 |
| 2.2. | Theoretische Ansätze zur Erklärung der Geschlechterdifferenz | 6 |
| 2.2.1 | Biologischer und sozialbiologischer Erklärungsansatz | 6 |
| 2.2.2 | Soziattheoretiscer Erklärungsansatz: Die Theorie des ‚Doing gender’ und ‚Doing Life course Difference’ | 6 |
| 2.2.3 | Psychologische Erklräungsansätze | 7 |
| 2.2.3.1 | Kognitionspsychologischer Erklärungsansatz von Kohlberg | 7 |
| 2.2.3.2 | Erklärungsansätze der sozialen Lerntheorie: Bekräftigungstheorie und Imitationstheorie | 9 |
| 2.2.3.3 | Psychoanalytischer Erklärungsansatz | 9 |
| 2.2.4 | Schlussbemerkung | 10 |
| 3. | Genderkompetenz im beruflichen Kontext von Erzieherinnen | 11 |
| 3.1 | Prinzipien und Ziele geschlechtsbewusster Pädagogik im Kindergarten | 11 |
| 3.2 | Genderkompetenz als Schlüsselqualifikation | 12 |
| 4. | Die Konzeption .der Unterrichtseinheit | 13 |
| 4.1 | Situative Voraussetzung und Beschreibung der Lerngruppe | 13 |
| 4.2 | Die Einordnung des Themas in den Lehrplan | 15 |
| 4.3 | Didaktische Überlegung und didaktische Reduktion | 16 |
| 4.4 | Methodische Überlegungen | 21 |
| 4.5 | Ziele der UE | 25 |
| 5. | Darstellung ausgewählter Unterrichtsstunden | 26 |
| 5.1 | Darstellung der 4. Unterrichtsstunde | 26 |
| 5.1.1 | Didaktisch-methodische Entscheidung | 27 |
| 5.1.2 | Lernziele | 27 |
| 5.1.3 | Schematischer Unterrichtsverlauf | 28 |
| 5.1.4 | Reflexion | 28 |
| 5.2 | Darstellung der 8. und 9. Unterrichtsstunde | 31 |
| 5.2.1 | Didaktisch-methodische Entscheidungen | 31 |
| 5.2.2 | Lernziele | 34 |
| 5.2.3 | Schematischer Unterrichtsverlauf | 35 |
| 5.2.4 | Reflexion | 35 |
| 6. | Gesamtbetrachtung der Unterrichtseinheit | 39 |
| 6.1 | Anmerkungen zu übrigen Stunden | 39 |
| 6.2 | Reflexion der Unterrichtseinheit | 44 |
| 6.2.1 | Reflexion der Methode Lembuch | 47 |
| 7. | Resümee | 49 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 50 |
| 9. | Anhang | 53 |
| Anmerkungen | ||
| Verlaufsplanung der Unterrichtseinheit | ||
| Arbeitsaufträge | ||
| Exemplarische Arbeitsergebnisse aus den Lernbüchern | ||
| Exemplarische Zitate aus den Lernbüchern | ||
| Arbeitsauftrag und exemplarische Ergebnisse zur Selbstreflexion ‚War ich ein typisches Mädchen / ein typischer Junge’? | ||
| Klausur und exemplarische Ergebnisse | ||
| Evaluationsbögen |
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | ||
| 1. | Einleitung und Begründung des Themas | 1 |
| 2. | Geschlechtsbewußte Pädagogik / Genderkompetenz im sozialpädagogischen Unterricht | 4 |
| 2.1 | Geschlecht im gesellschaftlichen und individuellen Kontext | 4 |
| 2.2. | Theoretische Ansätze zur Erklärung der Geschlechterdifferenz | 6 |
| 2.2.1 | Biologischer und sozialbiologischer Erklärungsansatz | 6 |
| 2.2.2 | Soziattheoretiscer Erklärungsansatz: Die Theorie des ‚Doing gender’ und ‚Doing Life course Difference’ | 6 |
| 2.2.3 | Psychologische Erklräungsansätze | 7 |
| 2.2.3.1 | Kognitionspsychologischer Erklärungsansatz von Kohlberg | 7 |
| 2.2.3.2 | Erklärungsansätze der sozialen Lerntheorie: Bekräftigungstheorie und Imitationstheorie | 9 |
| 2.2.3.3 | Psychoanalytischer Erklärungsansatz | 9 |
| 2.2.4 | Schlussbemerkung | 10 |
| 3. | Genderkompetenz im beruflichen Kontext von Erzieherinnen | 11 |
| 3.1 | Prinzipien und Ziele geschlechtsbewusster Pädagogik im Kindergarten | 11 |
| 3.2 | Genderkompetenz als Schlüsselqualifikation | 12 |
| 4. | Die Konzeption .der Unterrichtseinheit | 13 |
| 4.1 | Situative Voraussetzung und Beschreibung der Lerngruppe | 13 |
| 4.2 | Die Einordnung des Themas in den Lehrplan | 15 |
| 4.3 | Didaktische Überlegung und didaktische Reduktion | 16 |
| 4.4 | Methodische Überlegungen | 21 |
| 4.5 | Ziele der UE | 25 |
| 5. | Darstellung ausgewählter Unterrichtsstunden | 26 |
| 5.1 | Darstellung der 4. Unterrichtsstunde | 26 |
| 5.1.1 | Didaktisch-methodische Entscheidung | 27 |
| 5.1.2 | Lernziele | 27 |
| 5.1.3 | Schematischer Unterrichtsverlauf | 28 |
| 5.1.4 | Reflexion | 28 |
| 5.2 | Darstellung der 8. und 9. Unterrichtsstunde | 31 |
| 5.2.1 | Didaktisch-methodische Entscheidungen | 31 |
| 5.2.2 | Lernziele | 34 |
| 5.2.3 | Schematischer Unterrichtsverlauf | 35 |
| 5.2.4 | Reflexion | 35 |
| 6. | Gesamtbetrachtung der Unterrichtseinheit | 39 |
| 6.1 | Anmerkungen zu übrigen Stunden | 39 |
| 6.2 | Reflexion der Unterrichtseinheit | 44 |
| 6.2.1 | Reflexion der Methode Lembuch | 47 |
| 7. | Resümee | 49 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 50 |
| 9. | Anhang | 53 |
| Anmerkungen | ||
| Verlaufsplanung der Unterrichtseinheit | ||
| Arbeitsaufträge | ||
| Exemplarische Arbeitsergebnisse aus den Lernbüchern | ||
| Exemplarische Zitate aus den Lernbüchern | ||
| Arbeitsauftrag und exemplarische Ergebnisse zur Selbstreflexion ‚War ich ein typisches Mädchen / ein typischer Junge’? | ||
| Klausur und exemplarische Ergebnisse | ||
| Evaluationsbögen |
In den Warenkorb
74,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832499105
Arbeit zitieren:
Hubrig, Silke Mai 2006: Genderkompetenz als Schlüsselqualifikation in der Erzieherinnenausbildung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ausbildung, Geschlechterforschung, Erzieher, Pädagogik, Genderkompetenz



