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Geldpolitische Aspekte der Erweiterung des Euro-Währungsgebietes

Zur Reform der Abstimmungsregeln im EZB-Rat

Geldpolitische Aspekte der Erweiterung des Euro-Währungsgebietes
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Benjamin Heigert
  • Abgabedatum: Januar 2004
  • Umfang: 49 Seiten
  • Dateigröße: 470,6 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7879-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7879-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7879-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Heigert, Benjamin Januar 2004: Geldpolitische Aspekte der Erweiterung des Euro-Währungsgebietes, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Europäische Zentralbank, EZB, Osterweiterung, EZB-Rat, Reformen

Diplomarbeit von Benjamin Heigert

Einleitung:

Europa steht vor einer neuen Herausforderung – zum 01.05.2004 sollen mit Polen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, Zypern und Malta zehn neue Vollmitglieder in die EU aufgenommen werden. Außerdem sind mit der Türkei Beitrittsgespräche für Ende 2004 geplant und ab 2008 könnten Bulgarien und Rumänien als neue Mitglieder hinzukommen. Diese Erweiterung wird nicht nur das geographische Gesicht der EU verändern sondern weitreichende Auswirkungen auf alle beteiligten Institutionen haben.

Eine dieser betroffenen Institutionen stellt die Europäische Zentralbank dar. So wird im Allgemeinen angenommen, dass sich innerhalb der nächsten drei bis sieben Jahre die Anzahl der euroführenden Länder verdoppeln könnte, was schwerwiegende Konsequenzen für die Effizienz von geldpolitischen Entscheidungen hätte, insofern eine Reform der EZB Abstimmungsregeln ausbliebe.

Die Reform dieser Abstimmungsregeln, die Darstellung alternativer Entscheidungsmodelle für die EZB, die kritische Bewertung der dargestellten Varianten anhand eines Anforderungskataloges sowie die abschließende Herausarbeitung einer Empfehlung sollen Schwerpunkte der vorliegenden Arbeit sein.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden in Kapitel 2 zunächst der Aufbau sowie die Aufgaben des Europäischen Systems der Zentralbanken kurz erläutert. Insbesondere wird auf die Organe und die Art der Beschlussfassung der EZB eingegangen.

Im folgenden Abschnitt 3 werden mögliche Konsequenzen auf das heutige Abstimmungsverfahren der EZB, welche sich durch die Erweiterung des Euroraumes ergeben, dargestellt. Im Fokus stehen dabei die Punkte Verlust an Entscheidungseffizienz sowie Ausweitung der Asymmetrien. Das von der EZB neu entwickelte Abstimmungsverfahren für den EZB-Rat wird im Zentrum des Kapitels 4 stehen. Hierfür werden zu Beginn die rechtlichen sowie grundsätzlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer sich die Reformen bewegen dürfen, aufgezeigt. Im Anschluss daran wird die Funktionsweise des Verfahrens beschrieben und die öffentliche Kritik am Modell dargelegt. Daran schließt sich in Kapitel 5 die Entwicklung eines Anforderungskataloges für Abstimmungsmodelle, um diese bewerten und vergleichen zu können.

Kapitel 6 widmet sich alternativen Reformszenarien. Hierzu werden zunächst die verschiedenen theoretisch möglichen Reformwege dargestellt, bevor im Anschluss daran drei Modellvorschläge aus der Praxis erläutert werden. In Abschnitt 7 folgt eine vergleichende Bewertung aller behandelten Modelle anhand der in Kapitel 5 entwickelten Anforderungskriterien mit dem Ziel, eine oder mehrere empfohlene Varianten herauszuarbeiten. Schließen wird die Arbeit in Kapitel 8 mit einem Fazit.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Das Europäische System der Zentralbanken 2
3. Auswirkungen der Erweiterung des Euro-Währungsgebietes auf die heutige Beschlussfassung der Europäischen Zentralbank 4
3.1 Verlust an Entscheidungseffizienz 5
3.2 Zunahme der Asymmetrien 6
3.2.1 Politisches versus ökonomisches Gewicht 6
3.2.2 Europaweite versus nationale Perspektive 8
3.3 Ergebnis 10
4. Der Vorschlag der Europäischen Zentralbank für ein neues Abstimmungsverfahren 10
4.1 Rahmenbedingungen 10
4.1.1 Ermächtigungsklausel 10
4.1.2 Fünf Grundsätze 11
4.2 Funktionsweise 12
4.3 Öffentliche Kritik am Vorschlag der Europäischen Zentralbank 14
5. Anforderungskriterien für Reformen 17
5.1 Effizienz 17
5.2 Transparenz 18
5.3 Europaweite Perspektive 18
5.4 Politische Akzeptanz 19
5.5 Zum Zusammenhang der Anforderungen mit den fünf Grundsätzen der Europäischen Zentralbank 20
5.6 Ergebnis 21
6. Alternative Reformmodelle 21
6.1 Theoretische Reformszenarien 21
6.1.1 Zentralisation 21
6.1.2 Repräsentation 22
6.1.3 Gewichtung 24
6.1.4 Rotation 25
6.2 Praktische Reformbeispiele 26
6.2.1 Der Vorschlag Eijffingers 26
6.2.2 Der Vorschlag des Europäischen Parlaments 27
6.2.3 Der Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung 29
7. Zusammenfassende Bewertung und Vergleich der praktischen Reformbeispiele, des EZB-Vorschlags und des Status quo Modells 31
7.1 Effizienz 31
7.2 Transparenz 33
7.3 Europaweite Perspektive 33
7.4 Politische Akzeptanz 35
7.5 Zusammenfassung und Empfehlung 37
8. Fazit 38
Literaturverzeichnis 40

Automatisiert erstellter Textauszug:

Als grundlegende Reformoptionen für den EZB-Rat sind die Zentralisation, Repräsentation, Gewichtung und Rotation zu nennen98. 6.1.1 Zentralisation Im Rahmen von Zentralisationsmodellen wird die Entscheidungsmacht innerhalb des EZB-Rates an eine Gruppe von Experten, beispielsweise das Direktorium, übertragen. Hauptgestaltungskriterien dieses Ansatzes sind die Anzahl der Votierenden, die Dauer ihrer Stimmberechtigung sowie die Form ihrer Rechenschaft99. Durch eine Limitierung der Anzahl Stimmberechtigter können Zentralisationsmodelle dazu beitragen, dass Beschlüsse effizient und schnell verabschiedet werden. Darüber hinaus kann durch sie die Europaperspektive des EZB-Rates gesichert werden, da durch ihre Anwendung die Gefahr, dass divergierenden ökonomischen Entwicklungen der Mitgliedsstaaten in einem erweiterten Euroraum die Geldpolitik unangemessen beeinflussen, reduziert wird100. Ein Nachteil der [...]

würde91. Somit bleibt als weitere Anforderung für Abstimmungsmodelle festzuhalten: Politische Akzeptanz Die Abstimmungsverfahren für den EZB-Rat sollten ein hohes Maß an politischer Akzeptanz in den Mitgliedsstaaten des Euroraumes hervorrufen. Dabei wird nachfolgend davon ausgegangen, dass die Höhe der politischen Akzeptanz einerseits von der Einhaltung der rechtlichen Grenzen, wie sie sich vor allem aus den Artikeln 10.x der ESZB/EZB-Satzung ergeben und andererseits vom Umfang der Einbeziehung der Mitgliedsstaaten im Rahmen von geldpolitischen Beschlüssen bestimmt wird. 5.5 Zum Zusammenhang der Anforderungen mit den fünf Grundsätzen der Europäischen Zentralbank Die obigen Anforderungen vermögen auf den ersten Blick den Anschein zu erwerken, dass sie in keinerlei oder nur geringer Verbindung zu den fünf Grundsätzen der EZB stehen. Eine genauere Analyse der EZB- mit den hier dargestellten Kriterien offenbart jedoch deutliche Zusammenhänge: Das Kriterium der Transparenz wird auch von der EZB als ein zu beachtender Grundsatz bei der Entwicklung eines Abstimmungsmodells genannt. Die politische Akzeptanz eines Abstimmungsverfahrens umfasst Bestandteile der Grundsätze Automatismus92, Repräsentativität93, Teilnahme ad personam sowie „Ein Mitglied – eine Stimme“94.95 Die europaweite Perspektive eines Abstimmungsmodells für den EZBRat enthält Bestandteile der Grundsätze Repräsentativität96, Teilnahme ad personam sowie „Ein Mitglied – eine Stimme“97. [...]

und nicht durch nationale Interessen bestimmt werden. Als Ursache für eine derartige Gefahr wurde in Kapitel 3.2 die wachsende Heterogenität zwischen den Mitgliedsstaaten in Verbindung mit der steigenden Überrepräsentation kleiner Länder sowie der schwindenden Entscheidungsmacht des Direktoriums identifiziert86. Um die Möglichkeit eines Verlustes an Euroraumperspektive der EZB zu verringern, gilt es, die genannten Ursachen zu minimieren, wofür die folgenden Möglichkeiten bestehen87: einerseits sollte die Entscheidungsmacht des Direktoriums im Vergleich zu den nationalen Zentralbankpräsidenten erhöht88 und andererseits die politischen und ökonomischen Gewichte der Mitgliedsstaaten besser aufeinander abgestimmt werden89. Als Anforderung für Abstimmungsmodelle kann somit festgehalten werden: Europaweite Perspektive Abstimmungsmodelle sollten durch eine Erhöhung des Stimmenanteils des Direktoriums sowie einer Anpassung der politischen und ökonomischen Gewichte der Mitgliedsstaaten im EZB-Rat dafür Sorge tragen, dass die Euroraumperspektive der EZB auch nach der Erweiterung gewährleistet bleibt. 5.4 Politische Akzeptanz [...]

Arbeit zitieren:
Heigert, Benjamin Januar 2004: Geldpolitische Aspekte der Erweiterung des Euro-Währungsgebietes, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Europäische Zentralbank, EZB, Osterweiterung, EZB-Rat, Reformen

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