Gegenstand und Bedeutung von soziokultureller Arbeit im Hinblick auf die kultur- und bildungspolitische Situation in Hamburg
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Natascha Knull
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 72 Seiten
- Dateigröße: 718,9 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9554-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9554-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9554-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Knull, Natascha September 2005: Gegenstand und Bedeutung von soziokultureller Arbeit im Hinblick auf die kultur- und bildungspolitische Situation in Hamburg, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kulturgeschichte, Stadtteilkulturarbeit, Bildung, Globalrichtlinie
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Diplomarbeit von Natascha Knull
Einleitung:
In der Zeit vom 12.03.2001 bis 13.07.2002 absolvierte ich mein hochschulgelenktes Praktikum in dem Verein „Kunstraum“ e.V. in Hamburg Langenfelde. Ich entschied mich damals für den Schwerpunkt „Freizeit- und Kulturarbeit“, da es ein Bereich ist, der mich persönlich sehr interessiert, und in dem ich durch meine bisherige Tätigkeit als Erzieherin ansatzweise arbeitete. Mein Interesse liegt u.a. in der Kunstpädagogik, Theaterarbeit und ähnlichen kreativen Tätigkeiten mit Menschen. Daher suchte ich mir eine Einrichtung, die einerseits pädagogisch, andererseits künstlerisch und kreativ arbeitet.
Als ich mich bei dem Verein „Kunstraum“ vorstellte, und mir das Team erklärte, wie sie arbeiten, war es für mich sofort klar, dass der Verein in diesen o.g. Bereichen tätig ist, und ich dort noch viel lernen kann. „Kunstraum“ veranstaltete Spielfeste, die Wanderausstellung „Sinnfonie“ (eine interaktive Ausstellung zu den fünf Sinnen), bot Theaterprojekte an und Gewalt- und Konfliktpräventionsseminare an Schulen. „Kunstraum“ hatte ein großes Netzwerk zu Stadtteilkulturzentren, Künstlern, Handwerkern, Architekten, Theatern und Schulen. Anders als die Stadtteilkulturzentren verfügte „Kunstraum“ über keine eigenen Veranstaltungsräume. Alle Aktivitäten fanden z.B. in Räumen von Stadtteilkulturzentren, an Schulen, Theatern und sogar in anderen Städten Deutschlands satt.
In den drei Praxissemestern erlebte ich, wie sich aus einem Verein heraus zusätzlich eine Firma entwickelte. Seit Ende meines Praktikums bis zum jetzigen Zeitpunkt hat sich „Kunstraum“ e.V. zu „Kunstraum“ GfK (Gesellschaft für Kommunikationsdesign) weiterentwickelt. Die Projekte wurden größer, der Schwerpunkt wurde im Laufe der Zeit auf die Konzeption und Realisation von interaktiven Ausstellungen verlagert und große Firmen wurden die Hauptgeschäftspartner.
Als Beispiel ist die Ausstellung „Sinnfonie“ zu nennen. „Sinnfonie“ entstand aus den Spielfesten heraus. Am Anfang waren es ein halbes Dutzend Exponate, aus denen, je nach Auftraggeber und Interessenten, mehr wurden. So ergaben sich Folgebuchungen und darüber hinaus Interessenten, die für ihre Firma und deren Produkte eine interaktive Ausstellung konzipiert und umgesetzt haben wollten.
Diese Entwicklung steht auf dem ersten Blick für eine positive Entwicklung von soziokultureller Arbeit. Sieht man jedoch genauer hin, sind Aspekte zu erkennen, die nicht den ursprünglichen Zielen soziokultureller Arbeit entsprechen. „Kunstraum“ GfK hat die Arbeit in eine kommerzielle Geschäftsrichtung ausgerichtet. Hinter soziokultureller Arbeit verbirgt sich jedoch die Grundidee einer „Kultur von allen – für alle“.
Auf diese Idee wird gerade seit der Pisa – Studie verstärkt zurückgegriffen und auf ein Bildungsdefizit verwiesen. Gerade in diesem Zusammenhang wird das Argument auf außerschulische Bildung gerichtet. Es wird von „Kultur für alle – Bildung für alle“ gesprochen. Um dieses jedoch umzusetzen bedarf es der finanziellen Mittel. Es wird vom LVS (Landesverband Soziokultur) darauf hingearbeitet, dass sowohl die Schulbehörde, als auch die Jugendhilfe sich an der Finanzierung von Projekten zwischen Schule und soziokulturellen Einrichtungen beteiligen.
Da ich diesen Bereich persönlich als spannendes Arbeitsfeld ansehe, möchte ich mich im Rahmen der Diplomarbeit näher mit diesem Thema befassen. Im ersten Teil werde ich die theoretischen Grundlagen soziokultureller Arbeit erläutern, und diese dann im zweiten Teil auf die kultur- und bildungspolitische Praxis in Hamburg übertragen. Zur Verdeutlichung habe ich ein Interview geführt und schließe mit einem Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 2 |
| 2. | Gegenstand der Stadtteilkulturarbeit und Soziokultur | 4 |
| 2.1 | Entstehung und Entwicklung | 4 |
| 2.2 | Animation, Soziokultur und soziokulturelle Arbeit | 7 |
| 2.3 | Zielgruppen und Ziele soziokultureller Arbeit | 14 |
| 2.4 | Aufgabenstruktur soziokultureller Fachkräfte | 18 |
| 2.5 | Gesellschaftlicher Standort soziokultureller Arbeit | 21 |
| 2.6 | Soziokultur und kulturelle Bildung | 23 |
| 2.7 | Vorläufiges Fazit | 28 |
| 3. | Kultur | 29 |
| 3.1 | Erklärung des Kulturbegriffs | 29 |
| 3.2 | Kulturgeschichte | 31 |
| 3.3 | Kulturwandel | 35 |
| 3.4 | Vorläufiges Fazit | 37 |
| 4. | Soziokultur in Hamburg | 38 |
| 4.1 | Kultur- und Sozialpolitik in Hamburg | 38 |
| 4.2 | Globalrichtlinie Stadtteilkultur | 46 |
| 5. | Befragung – Wohin führt die Soziokulturelle Arbeit im Kontext mit der kulturpolitischen Situation in Hamburg? | 56 |
| 5.1 | Strukturdaten des Landesverbands Soziokultur Hamburg | 56 |
| 5.2 | Informationen zur Befragung | 58 |
| 5.3 | Ergebnis der Befragung | 59 |
| 6. | Fazit | 66 |
| 7. | Literaturverzeichnis | 68 |
| 8. | Erklärung | 72 |
werden. Diese Datensammlung soll um best practice Beispiele und Hilfen zur konkreten Organisation der Projektarbeit ergänzt werden. 6. Ganztagsschule als Pilotschule Kultur Drei Hamburger Ganztagsschulen sollen als Pilotschulen für Kinder- und Jugendkulturarbeit ausgewählt werden. In Zusammenarbeit mit außerschulischen Kultureinrichtungen, Nachbarschaft und bezirklichen Angeboten können Ganztagsschulen den durch die verlängerte Schulzeit gewonnenen Freiraum zur Entwicklung neuer kultureller Projekte nutzen. Hierbei können unterschiedliche Formen zur Verankerung kultureller Projektarbeit erprobt werden, wobei insbesondere die Einbindung von außerschulischen Lernorten und die Kooperation mit außerschulischen Kultureinrichtungen notwendig ist. Die Kulturbehörde wird in Abstimmung mit der Projektgruppe drei Ganztagsschulen für drei Jahre mit jeweils 10.000 € per anno fördern, und damit auch den ressortübergreifenden Ansatz verdeutlichen. 7. Ausweitung von „Theater und Schule“ (TuSch) Die erfolgreiche Arbeit des Kooperationsprojektes Theater und Schule (TuSch), das insbesondere durch die Unterstützung der Körber-Stiftung auf eine breite Resonanz stieß, soll über den Kreis der bisher beteiligten Schulen und Theater ausgeweitet werden. In der Zusammenarbeit von privater Stiftung, Schul- und Kulturbehörde sowie der einzelnen Schulen mit den jeweiligen einzelnen Theatern ist TuSch ein ausbaufähiges Beispiel für eine bereichsübergreifende Kinder- und Jugendkulturarbeit. 8. Orchestermusiker an Schulen In Anlehnung an TuSch sollen Orchestermusiker in unterschiedlichen Besetzungen mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Projekten der musikalischen Grundbildung an Schulen arbeiten. Maßgeblich ist dabei, dass die Orchestermusiker in die Schulen gehen und – zusätzlich zu den sinnvollen Konzerten für Kinder – vor Ort Kinder und Jugendliche neugierig auf klassische Musik und Konzertangebote in Hamburg machen. [...]
4. Erste Handlungsmaßnahmen des Rahmenkonzeptes Das Fachkonzept enthält eine Vielzahl von Aktivitäten, durch deren Umsetzung sich Hamburg zu einer Modellregion für Kinder- und Jugendkultur entwickeln kann. Einzelne Maßnahmen sind prioritär zu fördern, da sie die beschriebenen Mängel aufgreifen und beispielhaft für Kooperationsansätze sind. Weitere Maßnahmen werden in der Behörden übergreifenden Projektgruppe abgestimmt, die nach Senatsbeschluss eingesetzt wird. 5. Erhöhung der Angebotstransparenz im Kooperationsfeld Schule/ außerschulische Kultureinrichtungen und Projekte Das Fachkonzept hat deutlich herausgearbeitet, dass die Vielfältigkeit des Angebotes im Kinder- und Jugendkulturbereich den verschiedenen Trägern jeweils nicht bewusst ist. Zur Stärkung zukünftiger Kooperationsbeziehungen ist es daher unerlässlich, leicht zugängliche und aufeinander bezogene Basisinformationen zu Anbietern (Künstlerinnen und Künstlern), Projekten, (Kulturinitiativen, Kulturzentren) und potentiellen Nachfragern (Lehrerinnen und Lehrern, Elterngruppen, Schulen) zu entwickeln. Dafür müssen die diesbezüglichen Daten systematisch in einer Datenbank erfasst und in zeitgemäßer, internetgestützter Form allen Interessierten zugänglich gemacht [...]
2. Verzahnung der Arbeitsfelder Kultur, Bildung und Jugendhilfe Die Nähe und Überschneidungen der Arbeitsfelder Kultur-, Bildungs- und Jugendhilfepolitik erfordert eine Zusammenarbeit, die berufsständische bzw. spartenorientierte Strukturen überwindet. Durch geeignete Formen der Kooperation müssen Barrieren abgebaut und Kooperationen und Vernetzungen gefördert werden. Darüber hinaus gilt es, die differenzierte Vielfalt der Trägerstrukturen in der Kulturarbeit für Kinder und Jugendliche zu erhalten. Kulturförderung muss daher die Vielfalt der Organisationsformen integrieren und gleichzeitig die Kräfte der unterschiedlichen Arbeitseinheiten und –ebenen bündeln. Dies bedeutet auf Seiten der städtischen Behörden, dass im weitesten Sinne kulturbezogene Aktivitäten im Kinder- und Jugendbereich eine stärkere Abstimmung erfahren sowie gemeinsame, behördenübergreifende Projekte erdacht und umgesetzt werden müssen. Hierfür wird auf Behördenebene unter Federführung der Kulturbehörde eine Behörden übergreifende Projektgruppe eingesetzt. Die behördliche Projektgruppe soll o über Fördermittel informieren und deren Vergabe vereinfachen, o neue Kooperationsprojekte entwickeln und fördern, o die bisherigen Arbeiten evaluieren, o einzelne Maßnahmen des Fachkonzeptes umsetzen, o Vorschläge für die Behördenleitung der Kulturbehörde zur Vergabe von o Projektmitteln machen. An der Projektgruppe sind im Kern neben der Kulturbehörde (Federführung) die Behörde für Bildung und Sport, die Behörde für Soziales und Familie, die Behörde für Wissenschaft und Gesundheit, die Senatskanzlei und Vertreter der Bezirke beteiligt. Weitere Behörden können hinzukommen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832495541
Arbeit zitieren:
Knull, Natascha September 2005: Gegenstand und Bedeutung von soziokultureller Arbeit im Hinblick auf die kultur- und bildungspolitische Situation in Hamburg, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Kulturgeschichte, Stadtteilkulturarbeit, Bildung, Globalrichtlinie




