Der Gedanke des fachübergreifenden Unterrichts im Lehrplanwerk der DDR
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Bernadette Meißner
- Abgabedatum: Dezember 1999
- Umfang: 109 Seiten
- Dateigröße: 405,3 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Erfurt Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2207-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2207-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2207-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Meißner, Bernadette Dezember 1999: Der Gedanke des fachübergreifenden Unterrichts im Lehrplanwerk der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: sozialistische Allgemeinbildung, fächerübergreifender Unterricht, Lehrplan, polytechnischer Unterricht
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Diplomarbeit von Bernadette Meißner
Gang der Untersuchung:
In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Prinzip des fächerübergreifenden Unterrichts im Lehrplanwerk der DDR und setze mich dabei auch mit der Bedeutung des polytechnischen Unterrichts auseinander.
Im ersten Teil der Arbeit erläutere ich das Verhältnis von Allgemeiner Bildung versus sozialistischer Allgemeinbildung und gehe dabei auf klassische Bildungstheorien, das Bildungsverständnis von W. Klafki innerhalb der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik, die Begründung der sozialistischen Allgemeinbildung im Lehrplanwerk der DDR ein und stelle der Bildung an sich die sozialistische Allgemeinbildung im Vergleich gegenüber.
Im zweiten Teil der Arbeit wird erläutert, inwiefern die Konzeption sozialistischer Allgemeinbildung in ein adäquates Unterrichtsverständnis übertragen werden kann, wobei von verschiedenen Betrachtungsweisen ausgegangen wird :
- dem polytechnischen Prinzip als deren integraler Bestandteil.
- der Spezifik und Funktion des Unterrichtsfaches im Konzept der Allgemeinbildung.
- der Konzentration auf grundlegendes Wissen und Können der sprachlichen und geistigen Entwicklung als fächerübergreifendes Prinzip.
- dem systematischen Aufbau des Fachlehrgangs und der Gestaltung des Unterrichtsprozesses.
Im dritten Teil meiner Arbeit stelle ich praktische Beispiele für Konzeptionen von fächerübergreifendem, bzw. fächerverbindendem Unterricht dar und vergleiche dabei zwischen Konzepten innerhalb der DDR - Pädagogik und Konzepten im Rahmen der Pädagogik der BRD, gehe allerdings auch auf Probleme der benannten didaktischen Unterrichtsmethode ein.
Im vierten Teil erläutere ich das polytechnische Prinzip als Möglichkeitsform von fächerübergreifendem, bzw. fächerverbindendem Unterricht, setze mich mit der Struktur der Lehrpläne der DDR mit Hilfe eines angewandten Beispiels auseinander und lege die Konzepte polytechnischen Unterrichts von W. Dorst und G. Neuner dar.
Abschließend erörtere ich das polytechnische Prinzip als Möglichkeit der Öffnung von Schule und Unterricht.
Inhaltsverzeichnis:
| Einleitende Worte | ||
| 1. | Allgemeine Bildung versus sozialistische Allgemeinbildung | |
| 1.1 | Bildung in der Moderne an Beispielen der klassischen Bildungstheorie | |
| 1.1.1 | Bildung als Befähigung zur vernünftigen Selbstbestimmung | |
| 1.1.2 | Bildung als Subjektentwicklung im Medium objektiv- allgemeiner Inhaltlichkeit | |
| 1.1.3 | Das implizierte Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft im klassischen Bildungsbegriff | |
| 1.1.4 | Die vier Dimensionen im klassischen Bildungsbegriff - die moralische, die kognitive, die ästhetische und die praktische | |
| 1.2 | Klafkis Verständnis von Bildung im Rahmen der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik | |
| 1.2.1 | Materiale Bildungstheorien | |
| 1.2.1.1 | Der bildungstheoretische Objektivismus | |
| 1.2.1.2 | Die Bildungstheorie des Klassischen | |
| 1.2.2 | Formale Bildungstheorien | |
| 1.2.2.1 | Die Theorie der funktionalen Bildung | |
| 1.2.2.2 | Die Theorie der methodischen Bildung | |
| 1.2.3 | Zur Bedeutung der kategorialen Bildung als dialektische Aufgabe | |
| 1.3 | Zur Begründung sozialistischer Allgemeinbildung im Lehrplan der DDR | |
| 1.3.1 | Zum Verhältnis von Bildung und Gesellschaft innerhalb der sozialistischen Allgemeinbildung | |
| 1.3.2 | Die marxistisch - leninistische Persönlichkeitstheorie als Grundlage der Konzeption sozialistischer Allgemeinbildung | |
| 1.3.3 | Grundelemente sozialistischer Allgemeinbildung | |
| 1.3.3.1 | Sozialistische Allgemeinbildung als hohe Bildung für alle | |
| 1.3.3.2 | Sozialistische Allgemeinbildung als universale Bildung | |
| 1.3.3.3 | Sozialistische Allgemeinbildung als wissenschaftliche Grundlagenbildung | |
| 1.3.3.4 | Sozialistische Allgemeinbildung unter dem Anspruch marxistisch - leninistischer Weltanschauung | |
| 1.4 | Bildung versus sozialistische Allgemeinbildung | |
| 2. | Zur Transformation der Konzeption sozialistischer Allgemeinbildung in ein adäquates Unterrichtsverständnis | |
| 2.1 | Das polytechnische Prinzip als integraler Bestandteil | |
| 2.2 | Die Spezifik und Funktion des Unterrichtsfaches im Konzept der Allgemeinbildung | |
| 2.3 | Die Konzentration auf grundlegendes Wissen und Können | |
| 2.4 | Die sprachliche und geistige Entwicklung als fächerübergreifendes Prinzip | |
| 2.5 | Der systematische Aufbau des Fachlehrgangs und die Gestaltung des Unterrichtsprozesses | |
| 3. | Konzepte des fächerübergreifenden oder fächerverbindenen Unterrichts | |
| 3.1 | Konzepte des fächerübergreifenden Unterrichts in der Pädagogik der DDR | |
| 3.1.1 | Der Ansatz fächerübergreifenden Unterrichts von L. Klingberg | |
| 3.1.2 | Der Ansatz fächerübergreifenden Unterrichts von G. Neuner | |
| 3.2 | Konzepte des fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts in der Pädagogik der BRD | |
| 3.2.1 | Der Ansatz fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts von H. Frommer und S. Körsgen | |
| 3.2.2 | Ein fächerübergreifendes Unterrichtsprojekt von Jessica Greiß | |
| 3.3 | Probleme des fächerübergreifenden Unterrichts | |
| 3.3.1 | Die Problematik der thematischen Einheit | |
| 3.3.2 | Die Frage des lebensbezogenen Zugangs fächerübergreifender Thematik | |
| 3.3.3 | Die Problematik der Sinndeutung | |
| 3.3.4 | Die Frage nach Sinn und Unsinn fächerübergreifenden Unterrichts | |
| 4. | Das polytechnische Prinzip als Möglichkeitsform eines fächerübergreifenden und fächerverbindenden Unterrichts | |
| 4.1 | Die Struktur der Lehrpläne der DDR an einem angewandten Beispiel | |
| 4.2 | Zur Bedeutung polytechnischen Unterrichts am Beispiel von W. Dorst und G. Neuner | |
| 4.2.1 | Das Konzept polytechnischen Unterrichts nach W. Dorst | |
| 4.2.2 | Das Konzept polytechnischen Unterrichts nach G. Neuner | |
| 4.3 | Öffnung von Schule und Unterricht - Das polytechnische Prinzip | |
| 5. | Quellennachweis |
rischen Tatsachen und Prozessen auseinandersetzen, sich ein konkretes Geschichtsbild aufbauen und sich somit bestimmte Gesetzmäßigkeiten der Geschichte bewußtmachen. Ausschlaggebend für die Hauptfunktion eines jeden Faches jedoch ist das jeweilige Ziel, welches im Sinne grundlegender Allgemeinbildung mit dem Unterrichtsfach - im Kontext mit allen anderen Fächern - erreicht werden soll. Sprechen wir nun von der Hauptfunktion eines Faches, so wird innerhalb mehrerer Funktionen diejenige vordergründig beachtet, die für die Allgemeinbildung die wichtigste ist. Dennoch dürfen alle anderen Funktionen nicht außer Acht gelassen werden. So wird bspw. die Aufgabe des Mutterspracheunterrichtes immer sein, Wissen über die deutsche Sprache, deren Entwicklung, über deutsche Grammatik / Orthographie und sprachliche Kommunikation zu vermitteln. Im Sportunterricht liegt die Akzentuierung deutlich auf der körperlich – sportlichen Grundausbildung aller Schüler, auf grundlegendem sportlichem Können wie auch auf Gesundheit und physischer Leistungsfähigkeit. Im Fremdsprachenunterricht geht es entscheidend darum, die Sprache wirklich zu beherrschen, in Wort, Schrift und Grammatik. So verfügt jedes Fach über ein spezifisches Ensemble verschiedener Funktionen, die Akzentuierung ist dann sozusagen eine Betonung bestimmter Funktionen innerhalb des bestehenden Ensembles. [...]
Bei der Erstellung neuer Lehrpläne wurde unter anderem auch jedes Fach auf seinen spezifischen Beitrag zur allseitigen Persönlichkeitsentwicklung hin untersucht. Zum besseren Verständnis hier ein paar Beispiele: Die Hauptfunktion des Mutterspracheunterrichtes besteht in der Beherrschung der Sprache in Wort und Schrift – eine entscheidende Voraussetzung in allen Lebensbereichen um aktiv und schöpferisch tätig zu sein. Zu betonen ist seine Leistung als Grundlage der Persönlichkeitsentwicklung für andere Fächer, wäre doch ohne Sprache eine Weiterentwicklung innerhalb jeder Fachspezifik unmöglich. Darin liegt seine Hauptfunktion für die Allgemeinbildung. Sprachlich – kommunikatives Können, die Ausübung sprachlicher Tätigkeiten und Sprachbeherrschung sind dabei prioritäre Lerninhalte. Die Hauptfunktion des Literaturunterrichtes wird durch die ästhetisch – künstlerische Aneignung der Wirklichkeit, also über die Auseinandersetzung mit literarischen Werken profiliert. So werden die Vermittlung literarisch – theoretischer Kenntnisse und die Auseinandersetzung mit literarischen Werken miteinander verbunden; auf diese Weise soll befähigt werden, den Ideengehalt der Literatur zu erschließen und sich für diese begeistern zu können. Die Hauptfunktion des Literaturunterrichts ergibt sich also aus einem tieferen Verständnis für die Eigenarten von Literatur und ihr spezifischen Wirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung im Ganzen der Allgemeinbildung. Ein weiteres Beispiel ist der Geschichtsunterricht. In diesem Fach mit seiner Funktion als marxistisch – leninistische Gesellschaftswissenschaft das Phänomen der „historisch entstandenen Totalität“ erforscht. Somit dringt sie zur Erkenntnis historischer Gesetzmäßigkeiten vor. [...]
So vermittelten Unterrichtsinhalte der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer bspw. ökonomische und gesellschaftliche Grundlagen der sozialistischen Produktion; in Staatsbürgerkunde wurde die ökonomische Politik der Partei gelehrt, in Geographie die territoriale Organisation von Produktion und in Geschichte die Bedeutung der Produktivkraftentwicklung in Verknüpfung mit der Entwicklung der Produktionsverhältnisse im historischen Prozeß. Besonders brisant im polytechnischen Sinne ist das Vertrautwerden mit spezifischen Erkenntnismethoden, die unmittelbar an technische Tätigkeiten und die produktive Arbeit heranführen wie bspw. die Einführung des Taschenrechners im Mathematikunterricht als Voraussetzung für die Entwicklung bestimmter Denk – und Arbeitsweisen, gerichtet auf den Umgang mit informationsverarbeitender Technik im Informatikunterricht. Erkennbar sind die Beziehungen zwischen Gesellschaft, Ökonomie, Technik und Wissenschaft des polytechnischen Prinzips. Es geht also um Fragen des gesellschaftlichen Lebens der Menschen, ebenso um Ideologie, menschliche Werte und Haltungen. Aufgabe der polytechnischen Bildung als integraler Bestandteil sozialistischer Allgemeinbildung ist es also, im Rahmen der Verbindung von produktiver Arbeit und Unterricht, bzw. Wissenschaft, die Schüler grundlegend allumfassend auf ihr späteres Leben in Beruf und Alltag vorzubereiten. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832422073
Arbeit zitieren:
Meißner, Bernadette Dezember 1999: Der Gedanke des fachübergreifenden Unterrichts im Lehrplanwerk der DDR, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
sozialistische Allgemeinbildung, fächerübergreifender Unterricht, Lehrplan, polytechnischer Unterricht



