Das Gedächtnis im Alter – Implikationen für die Werbung
Gerontopsychologische und werbepsychologische Erkenntnisse zum Gedächtnis im Alter als Grundlage für eine erfolgreiche Werbekommunikation mit älteren Menschen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Susann Dietzmann
- Abgabedatum: September 2005
- Umfang: 112 Seiten
- Dateigröße: 1,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Harz (FH) Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9255-7
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9255-7 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9255-7 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Dietzmann, Susann September 2005: Das Gedächtnis im Alter – Implikationen für die Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Seniorenmarketing, Best Ager, Zielgruppe, Psychologie, Kommunikation
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Diplomarbeit von Susann Dietzmann
Einleitung:
Sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung führen zu einem demografischen Wandel der deutschen Gesellschaft. Der Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung nimmt immer weiter zu. Heute leben mehr Menschen über 60 Jahre in Deutschland als junge Menschen unter 20 Jahre (25 % vs. 21 %). Das Statistische Bundesamt (2003) rechnet damit, dass dieser Anteil bis 2050 auf 36 Prozent ansteigt. Damit wäre jeder Dritte in Deutschland über 60 Jahre alt. Dieses nicht allein deutsche sondern vielmehr weltweite Phänomen führt dazu, dass ältere Menschen in jüngster Zeit auch für die Unternehmen zu einer immer wichtigeren Zielgruppe werden.
Dabei sind die Menschen über 60 Jahre schon allein aufgrund ihrer Masse eine wichtige potentielle Käufergruppe für Unternehmen. Zudem verfügen sie häufig über ein höheres Pro-Kopf-Einkommen als junge Menschen.
Auf der Basis der alternden globalen Märkte liegt die Herausforderung für Unternehmen darin, ältere Menschen als Kunden zu gewinnen und zu halten. Dabei nimmt auch die werbliche Ansprache dieses wirtschaftlich sehr interessanten Kundensegmentes eine immer bedeutendere Rolle ein. Marketingverantwortliche müssen deshalb wissen, wie man Werbebotschaften an diese Empfängergruppe sendet, die durch besondere Bedürfnisse und Anforderungen gekennzeichnet ist.
Unternehmen versuchen durch Werbung in einer Marktsituation von austauschbaren Produkten bei möglichst vielen Konsumenten, Präferenzen für die eigenen Produkte und Marken zu schaffen und so deren Entscheidung in der Kaufsituation zu beeinflussen. Um mit Werbekommunikation erfolgreich das Konsumentenverhalten beeinflussen zu können, müssen Gedächtnisinhalte in Form von Markenimages, Produkten und Produktvorteilen aufgebaut werden. „Werbung soll im Gedächtnis Spuren hinterlassen“ (Felser, 2001).
Eine inhaltlich überzeugende Werbebotschaft kann nur dann ihr Ziel der Beeinflussung des Kaufverhaltens erreichen, wenn sie von den Konsumenten aufgenommen, verarbeitet und gespeichert wird.
Es ist eine anerkannte Tatsache, dass die kognitiven Leistungen im Alter zurückgehen. Die Ergebnisse der gerontopsychologischen Forschung zeigen deutliche Defizite in der Gedächtnisleistung älterer Menschen auf. Obwohl nicht alle Gedächtnisprozesse in gleichem Ausmaß betroffen sind, zeigen sich in vielen Gedächtnisleistungen Altersveränderungen, die sich negativ auf Prozesse der Informationsaufnahme, der Informationsverarbeitung und der Informationsspeicherung sowie auf den Abruf von Informationen auswirken.
Diese Altersveränderungen des Gedächtnisses zeigen sich auch bei werbepsychologischen Untersuchungen in niedrigeren Werbeerinnerungen. Untersuchungen berichten unter Nutzung verschiedener Präsentationsarten von in der Regel deutlich niedrigeren Erinnerungen älterer Menschen an Werbeinformationen im Vergleich zu jüngeren Menschen.
Das Wissen um die altersabhängigen Veränderungen des Gedächtnisses muss in die Werbegestaltung für ältere Konsumenten einbezogen werden, um trotz der vorhandenen Defizite erfolgreich Werbeinhalte weitergeben zu können und somit das Konsumentenverhalten im Sinne des Unternehmens zu beeinflussen. Die Erinnerung an die Inhalte einer Werbebotschaft ist eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg von beeinflussender Kommunikation. Können die in der Werbung präsentierten Informationen von der beworbenen Zielgruppe nicht aufgenommen, gespeichert und abgerufen werden, ist eine Nutzung dieser Informationen in der Kaufentscheidung sowie der effektive Aufbau von Präferenzen nicht möglich und der Sinn einer Kommunikationsmaßnahme damit zu einem großen Teil verfehlt. Demzufolge sollten die berichteten Altersdefizite in der formalen Gestaltung von Werbung Berücksichtigung finden, um eine erfolgreiche Kommunikation mit älteren Empfängern möglich zu machen und somit Vorteile aus diesem lukrativen Zielmarkt für das eigene Unternehmen ziehen zu können.
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu Veränderungen von Gedächtnisprozessen im Alter und stellt deren Relevanz für die Werbekommunikation mit älteren Menschen heraus. Basierend auf diesen theoretischen Erkenntnissen und Ergebnissen der Werbepsychologie werden Möglichkeiten aufgedeckt, die, trotz der im Alter auftretenden Veränderungen in der Gedächtnisleistung, eine gedächtniswirksame werbliche Ansprache älterer Menschen möglich machen. Im Gegensatz zur Literatur des Seniorenmarketings, die vor allem inhaltliche Aspekte der Ansprache älterer Menschen betrachtet, konzentriert sich diese Arbeit auf formale Gestaltungsaspekte der Werbung.
Geronto- und Werbepsychologie haben eine Reihe von Möglichkeiten identifiziert, die die Erinnerungsleistung älterer Menschen verbessern können. Diese wurden in dieser Arbeit in einem Prinzip zur Gestaltung einer erfolgreichen Kommunikation mit älteren Empfängern zusammengefasst (Prinzip der selektiven Optimierung und Kompensation). Unter Anwendung dieses Prinzips können auch bei älteren Menschen hohe Werbeerinnerungen erreicht und damit Werbemaßnahmen effektiv angewandt werden.
Dabei muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die meisten dieser Gestaltungsempfehlungen sowohl die Gedächtnisleistung älterer Menschen, als auch die Gedächtnisleistung jüngerer Menschen (teilweise sogar in größerem Ausmaß) verbessern können. Altersunterschiede bleiben deshalb größtenteils bestehen. Aus diesem Grund sind altersvergleichende Untersuchungen im Hinblick auf den Erfolg von Marketingmaßnahmen als nicht besonders sinnvoll anzusehen.
Besser sind in diesem Bereich längsschnittlich angelegte Untersuchungen, die den Erfolg bestimmter formaler Gestaltungsmöglichkeiten allein bei älteren Menschen untersuchen und weniger im Vergleich zu jüngeren Menschen. Schließlich sollte es nicht darum gehen, die Werbeerinnerung älterer Menschen auf das Niveau von jüngeren Menschen zu bringen, was auf Basis der gerontopsychologischen Erkenntnisse zum Gedächtnis älterer Menschen auch schwer möglich sein wird, sondern diese für die Wirtschaft lukrative Zielgruppe unter Nutzung der vorhandenen mentalen Möglichkeiten optimal anzusprechen.
Deshalb müssen Zielsetzungen im Bezug auf zu erreichende Erinnerungsleistungen in der Werbung für ältere Menschen angepasst werden. Unrealistische Vorstellungen über erreichbare Werbeerinnerungen können die Kontrolle der Werbewirkung erschweren und die Bedeutung erreichbarer Werbeerfolge wird unverhältnismäßig geschmälert.
Ein Verzicht auf die Anpassung an Bedürfnisse älterer Menschen in der formalen Werbegestaltung ist auf Basis der weiter anwachsenden Bedeutung dieser Zielgruppe nach Ansicht der Autorin nicht möglich. Zudem spricht auch die Tatsache, dass jüngere Menschen von einer an die Bedürfnisse älterer Menschen angepassten formalen Werbegestaltung profitieren, für die Berücksichtigung von Alterseinschränkungen in Informationsverarbeitungsprozessen in der Werbegestaltung.
Zusammenfassung:
Die Konzentration dieser Arbeit liegt auf der Darstellung von Alterungsprozessen des Gedächtnisses und deren Einfluss auf die optimale formale Gestaltung von Werbekommunikationsmaßnahmen, deren Ziel das Erreichen guter Werbeerinnerungen auch bei älteren Menschen ist.
Zusammenfassend bieten die in dieser Arbeit auf Basis geronto- und werbepsychologischer Forschungsergebnisse entwickelten Empfehlungen wichtige Ansatzpunkte für die Werbegestaltung, die die Werbewirkung bei älteren Konsumenten deutlich steigern und damit eindeutige Wettbewerbsvorteile für Unternehmen auf alternden Märkten realisierbar machen können.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | I | |
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Alter und Altern in der Psychologie | 3 |
| 2.1 | Die Wissenschaft der Gerontopsychologie | 3 |
| 2.2 | Alter(n)sbegriffe in der Gerontopsychologie | 4 |
| 2.2.1 | Das Alter | 4 |
| 2.2.2 | Das Altern | 5 |
| 2.3 | Methoden der Gerontopsychologie | 7 |
| 2.3.1 | Erhebungsinstrumente | 7 |
| 2.3.2 | Forschungsdesigns | 8 |
| 2.4 | Theorien der Gerontopsychologie | 10 |
| 2.4.1 | Mechanistische Defizitmodelle des Alterns | 10 |
| 2.4.2 | Theorien der Entwicklungsaufgaben | 11 |
| 2.4.3 | Das dritte und das vierte Lebensalter | 11 |
| 2.4.4 | Lebensspannenpsychologie | 12 |
| 2.4.5 | Theorien des erfolgreichen Alterns | 13 |
| 2.5 | Fazit und Definition des Altersbegriffes dieser Arbeit | 14 |
| 3. | Das Gedächtnis | 16 |
| 3.1 | Das Mehrspeichermodell | 16 |
| 3.1.1 | Informationsaufnahme und der sensorische Speicher | 17 |
| 3.1.2 | Informationsspeicherung und -verarbeitung im Kurzzeitgedächtnis | 19 |
| 3.1.3 | Informationsspeicherung im Langzeitgedächtnis | 21 |
| 3.1.4 | Informationsabruf aus dem Langzeitgedächtnis | 22 |
| 3.2 | Das Modell der Verarbeitungstiefe | 23 |
| 3.3 | Das implizite Gedächtnis | 24 |
| 3.4 | Fazit | 25 |
| 4. | Informationsaufnahme im Alter | 27 |
| 4.1 | Altersveränderungen der Sensorik | 27 |
| 4.1.1 | Veränderung des Sehens im Alter | 27 |
| 4.1.2 | Veränderung des Hörens im Alter | 28 |
| 4.1.3 | Altersveränderungen der Sensorik und kognitive Leistungen | 29 |
| 4.2 | Altersveränderungen der Aufmerksamkeit | 30 |
| 4.3 | Altersveränderungen des sensorischen Speichers | 33 |
| 4.3.1 | Veränderungen des ikonischen Gedächtnisses im Alter | 33 |
| 4.3.2 | Veränderungen des echoischen Gedächtnisses im Alter | 34 |
| 4.4 | Fazit | 35 |
| 5. | Informationsspeicherung im Alter | 36 |
| 5.1 | Altersveränderungen des Kurzzeitgedächtnisses | 36 |
| 5.1.1 | Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses im Alter | 36 |
| 5.1.2 | Scanning im Alter | 37 |
| 5.1.3 | Vergessen im Kurzzeitgedächtnis im Alter | 38 |
| 5.2 | Altersveränderungen des Langzeitgedächtnisses | 39 |
| 5.2.1 | Altersveränderungen nach der Mehrspeichertheorie | 40 |
| 5.2.2 | Altersveränderungen nach dem Modell der Verarbeitungstiefe | 40 |
| 5.2.3 | Altersveränderungen nach der Ressourcen-Theorie | 42 |
| 5.2.4 | Einflussfaktoren auf die Erinnerung | 47 |
| 5.2.5 | Vergessen im Langzeitgedächtnis im Alter | 53 |
| 5.3 | Altersveränderungen des impliziten Gedächtnisses | 54 |
| 5.4 | Fazit | 56 |
| 6. | Informationsabruf im Alter | 58 |
| 6.1 | Abruf-Defizit-Hypothese | 58 |
| 6.2 | Rekognition vs. freies Erinnern im Alter | 58 |
| 6.3 | Enkodierungsspezifität im Alter | 59 |
| 6.4 | Hinweisreize und indirekter Abruf im Alter | 61 |
| 6.5 | Fazit | 61 |
| 7. | Werbung, Gedächtnis und Alter | 63 |
| 7.1 | Werbung | 63 |
| 7.1.1 | Werbeziele | 63 |
| 7.1.2 | Werbung als Kommunikationsprozess | 64 |
| 7.1.3 | Die Rolle des Gedächtnisses in der Werbung | 65 |
| 7.2 | Werbemedien - Mediennutzung im Alter | 66 |
| 7.2.1 | Fernsehen | 67 |
| 7.2.2 | Zeitungen und Zeitschriften | 67 |
| 7.2.3 | Hörfunk | 68 |
| 7.3 | Werbeerinnerung älterer Menschen | 69 |
| 7.3.1 | Fernsehwerbespots | 69 |
| 7.3.2 | Radiowerbespots | 74 |
| 7.3.3 | Emotionen in der Werbung | 75 |
| 7.3.4 | Werbung und Verarbeitungstiefe | 76 |
| 7.4 | Fazit | 80 |
| 8. | Implikationen der Gedächtnisentwicklung im Alter für die Werbegestaltung | 82 |
| 8.1 | Selektion | 83 |
| 8.2 | Optimierung | 84 |
| 8.2.1 | Optimierung durch Auswahl des Kommunikationsmediums | 84 |
| 8.2.2 | Optimierung der Gestaltung der Kommunikation | 87 |
| 8.3 | Kompensation | 95 |
| 8.3.1 | Kompensation durch Verstärkung von vorhandenem Werbewissen | 95 |
| 8.3.2 | Kompensation durch Nutzung impliziter Erinnerungen | 96 |
| 8.4 | Fazit | 96 |
| 9. | Schlussbetrachtung | 99 |
| Literaturverzeichnis | 102 | |
| Erklärung | 106 |
Den Vpn werden Listen mit Wörtern vorgegeben, die eindeutig verschiedenen Kategorien zuordenbar sind (z. B. Apfel, Birne, Pflaume - Obst; Eisen, Zinn, Gold - Metall). Diese Kategorien werden den Vpn jedoch nicht genannt und die einzelnen Wörter werden nicht in kategorialen Blocks, sondern gemischt präsentiert. Im Ergebnis werden überzufällig oft Inhalte einer Kategorie gemeinsam, also nacheinander erinnert. Die Vpn scheinen das vorgegebene Material nach Kategorien zu ordnen und es sich innerhalb dieser Struktur einzuprägen. Beim Abruf wird dann zuerst versucht auf die übergeordnete Kategorie zuzugreifen, um dann die unter ihr gespeicherten Informationen zu suchen und abzurufen (siehe Abb. 12, S. 52). Sind die Items einer Liste zum freien Erinnern in dieser Art organisierbar, werden von jüngeren Probanden bessere Erinnerungsleistungen erreicht als bei einer nicht organisierbaren Liste (KAUSLER, 1994, S. 230 ff..). [...]
Beide Altersgruppen erreichten deutlich bessere Erinnerungsleistungen in Bedingung 2 im Vergleich zu Bedingung 1. Entgegen den Erwartungen der Autorinnen ergaben sich für Bedingung 1 und 3 ähnliche Erinnerungsleistungen1. Die Älteren profitierten deutlich von der vertieften Version der Sätze. Die Erinnerung der jüngeren Vpn unterschied sich in den verschiedenen Versionen dagegen nicht (ebd.). Zusammenfassend sprechen die Ergebnisse dieser Studie dafür, dass Bilder dann besonders sinnvoll sind, wenn sie das zu erinnernde verbale Material in der Aneignungsphase einfach zusätzlich begleiten. Das ergänzende Einsetzen von Bildern anstelle von Textinformationen ist nach dieser Studie der Erinnerung an den Text nicht zuträglich. Sätze, die Inhalte vertiefter darstellen, und unterstützende Bildinformationen scheinen sinnvolle Ansätze zu sein, um die Erinnerungsleistung älterer Menschen zu verbessern. Wiederholungseffekte, Enkodierungs-Variabilität und Lag-Effekt im Alter Die Erinnerungswahrscheinlichkeit steigt je häufiger eine Information wiederholt wird. Einige Gedächtnispsychologen nehmen an, dass Wiederholungen die Gedächtnisspur zu dieser Information verstärken. Andere führen die bessere Erinnerung darauf zurück, dass bei einer [...]
in syntaktische Sinneinheiten unterteilt waren und in natürlicher Geschwindigkeit präsentiert wurden, zeigten sich größere Altersunterschiede, wenn der Text durch zufällige Pausen unterbrochen, in einer höheren Geschwindigkeit präsentiert wurde oder die zu erinnernden Einheiten mehr Wörter umfassten (ebd. S. 263 f.). Zusammenfassend über beide Studien lässt sich sagen, dass die Erinnerungsleistung Älterer an gesprochene Sprache durch inhaltlich und syntaktisch angepasste Pausen verbessert werden kann. Außerdem scheint eine langsame Geschwindigkeit der Präsentation eine bessere Verarbeitung und damit auch die Gedächtnisleistung zu unterstützen. Gedächtnis für Bilder im Alter »Die Überlegenheit von Bildern beim Erinnern kann als gesichertes Wissen gelten.« (FELSER, 2001, S. 160). Untersuchungen bei jüngeren Probanden zeigen das konsistente Bild eines Überlegenheitseffektes für Bilder gegenüber Wörtern, wenn es um Erinnerungsleistungen an präsentiertes Material geht (picture superiority effect: KAUSLER, 1994, S. 254). Dieser Effekt wird mit Theorien erklärt, die von zwei getrennten, aber interagierenden Speichersystemen bzw. verschiedenen Arten der Kodierung ausgehen (Bildgedächtnis vs. verbales Gedächtnis bzw. bildhafte vs. sprachliche Kodierung). Bilder und auch bildhafte, konkrete Wörter werden in beiden Gedächtnissystemen kodiert, was dazu führt, dass sie besser abgerufen werden können (PAIVIO, 1971, 1967, zit. n. FELSER, 2001, S. 160 und KAUSLER, 1994, S. 254). Untersuchungsergebnisse zeigen, dass auch die Gedächtnisleistung im Alter einen Bildüberlegenheitseffekt aufweist (z. B. Fleischmann, 1989, S. 199 ff.). In Abb. 11 werden Ergebnisse einer Studie von PARK, PUGLISI & SOVACOOL (1983) dargestellt, in der Rekognitionsleistungen älterer und jüngerer Vpn für Bilder und Wörter verglichen wurden. Hier zeigte sich ein geringerer Altersunterschied im Wiedererkennen bei Bildern als bei Wörtern. Altersdefizite im Bildgedächtnis scheinen demnach zumindest nicht größer zu sein als im verbalen Gedächtnis (zit. n. KAUSLER, 1994, S. 256). [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832492557
Arbeit zitieren:
Dietzmann, Susann September 2005: Das Gedächtnis im Alter – Implikationen für die Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Seniorenmarketing, Best Ager, Zielgruppe, Psychologie, Kommunikation



