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Gastronomie als ein Spiegelbild der Authentizität einer touristischen Region am Beispiel Tirol

Gastronomie als ein Spiegelbild der Authentizität einer touristischen Region am Beispiel Tirol
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Christian Burkia
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 135 Seiten
  • Dateigröße: 817,9 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: MCI - Management Center Innsbruck GmbH Österreich
  • Bibliografie: ca. 100
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-0027-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Burkia, Christian Mai 2004: Gastronomie als ein Spiegelbild der Authentizität einer touristischen Region am Beispiel Tirol, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Gastronomie, Regionalität, Gastfreundschaft, Authentizität, Nachhaltigkeit

Magisterarbeit von Christian Burkia

Einleitung:

In der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, dass dem Kern der gastronomischen Dienstleistung eine bestimmte qualitative Eigenschaft zuzuschreiben ist, nämlich die Gastfreundschaft. Das Wesen der Gastfreundschaft aufzuzeigen führt in den Bereich der kulturellen Identität und der Authentizität. Echtheit und Regionalität im Sinne der Authentizität formen aber nicht nur das „Wie“ einer touristischen Dienstleistung, sondern auch das Angebot im eigentlichen Sinne. Der Unterschied in der Erbringung einer touristischen Dienstleitung stellt somit einen Erfolgsfaktor im Sinne der Einzigartigkeit unter den Anbietern einer gastronomischen Dienstleistung dar. Diese, professionell ausgeübte Gastfreundschaft, ist im betriebswirtschaftlichen Sinne nicht nur eine Kernkompetenz und somit ein Erfolgsfaktor, sondern auch eine Möglichkeit der Differenzierung und eines erfahrbaren Mehrwertes für den Kunden bzw. Gast. Richtig verstandene Gastfreundschaft kann letztlich wesentlich zum Wohlbefinden und zur Zufriedenheit der Gäste, aber auch der Mitarbeiter beitragen.

Dies - anhand der vorhandenen Literatur zum Thema aufzuzeigen - ist Forschungsfrage und Inhalt der Diplomarbeit. Anhand von Modellen der Dienstleistungsqualität und der relevanten Werkzeuge für die Gastronomie bzw. den Tourismus sollen Möglichkeiten gezeigt werden, betriebswirtschaftlich diese professionelle Gastfreundschaft als Kundenorientierung umzusetzen. Die wissenschaftliche Literaturrecherche für die vorliegende Arbeit unterstreicht den interdisziplinären Charakter der Betriebswissenschaften und führte tief in die Bereiche der Soziologie, Moraltheologie, Philosophie und Psychologie, Völkerkunde und den Wirtschaftswissenschaften.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis VII
1. Einleitung 8
1.1 Vorwort 9
1.2 Problemstellung und Zielsetzung 9
1.3 Überblick über das Thema und Eingrenzung 10
2. Begriffsdefinitionen 11
2.1 Kultur und Identität 11
2.2 Authentizität 14
2.3 Gastfreundschaft 18
2.3.1 Definition 18
2.3.2 Entwicklung der professionellen Gastfreundschaft 19
2.3.3 Aspekte der Gastfreundschaft 20
2.3.3.1 Sozio-kulturelle Identität 20
2.3.3.2 Das rechte Maß 20
2.3.3.3 Das Menschenbild 21
2.3.3.4 Gastlichkeit 21
2.3.3.5 Gastfreundschaft als Konstrukt 22
2.4 Wohlbefinden 22
2.4.1 Definition 23
2.4.2 Aktuelles Wohlbefinden 24
2.4.3 Habituelles Wohlbefinden 26
2.5 Interaktion 27
2.5.1 Definition 28
2.5.2 Funktionsweise der Interaktion 28
2.5.2.1 Das Symbol 29
2.5.2.2 Das Ritual 29
2.5.3 Einflussfaktoren für Interaktionen 30
2.5.3.1 Stereotype 30
2.5.3.2 Halo-Effekt 31
2.5.3.3 Primacy – Recency Effekt 31
2.6 Zusammenfassung 31
3. Dienstleistung im Tourismus 33
3.1 Theoretische Grundlagen 33
3.1.1 Dienstleistung 33
3.1.1.1 Drei Dimensionen der Dienstleistung 34
3.1.1.2 Charakteristika von touristischen Dienstleistungen 35
3.2 Qualität 36
3.2.1 Qualität und Dienstleistung im Tourismus 37
3.2.1.1 Potentialqualität 39
3.2.1.2 Prozessqualität 40
3.2.1.3 Ergebnisqualität 41
3.3 Zusammenfassung 41
4. Dienstleistungsqualität und Zufriedenheit 42
4.1 Modelle der Messung von Dienstleistungsqualität 42
4.1.1 Das Drei-Dimensionen Modell von Donabedian (1966) 42
4.1.2 Das Zwei-Dimensionen Modellvon Grönross (1983) 43
4.1.3 Das Gap-Modell von Parasuraman, Zeithaml und Berry (1985) 43
4.1.4 Das Modell der Subqualitäten von Meyer und Mattmüller (1987) 45
4.1.5 Das Hierarchie-Modell von Brady und Cronin (2001) 46
4.1.6 Relevanz der Modelle für die Gastronomie 47
4.2 Kundenzufriedenheit 48
4.2.1 Entstehung von Zufriedenheit 48
4.2.2 Messung von Zufriedenheit 51
4.2.2.1 Critical Incident Technique (CIT) 51
4.2.2.2 Das Importance Grid 52
4.2.3 Kundenzufriedenheit als Kernkompetenz 53
4.2.3.1 Was sind Kernkompetenzen? 54
4.2.3.2 Kernkompetenz im Unternehmen 54
4.3.2.4 Kernprozesse 57
4.2.5 Einzigartigkeit als Kerndifferenzierung 58
4.5 Zusammenfassung 59
5. Dienstleistung als Prozess 61
5.1 Prozessmanagement in der Gastronomie 61
5.1.1 Ansätze 61
5.1.2 Spezielle Eigenschaften der Gastronomie als Dienstleistung 62
5.1.3 Das Beziehungsdreieck 65
5.2 Prozessmodell Gastronomie 66
5.2.1 Grundlagen 67
5.2.2 Mikroprozesse 68
5.2.3 Rahmenbedingungen der Interaktionsprozesse 70
5.2.4 Service-Kultur am Beispiel der Gastronomie 71
5.2.4.1 Grundlagen 71
5.2.4.2 Identifikation als zentrale Komponente der Dienstleistungskultur 73
5.2.4.3 Die besondere Rolle des Menschen im Dienstleistungsprozess 75
5.2.4.4 Empowerment und Involvment 76
5.3 Darstellung von Prozessen 77
5.4 Zusammenfassung 79
6. Gastronomie 80
6.1 Gastronomisches Angebot, gastronomische Identität 80
6.2 Regionale Küche am Beispiel Tirols 81
6.3 Authentizität und Regionalität von Nahrungsmitteln 82
6.3.1 Werteketten und Dimensionen 86
6.3.2 Wert der Regionalität 86
6.3.3 Authentizität der Regionalität 87
6.4 Einflussfaktoren auf Angebot und Nachfrage 87
6.4.1 Gastrokulturelle Globalisierung 88
6.4.2 Food Trends 89
6.5 Marketingkonzepte 93
6.5.1 Allgemeines 94
6.5.2 Die regionale Marketingkonzeption 94
6.5.3 Formen und Bedeutung regionaler Marketingkonzepte 95
6.5.3.1 Direktvermarktung, Bauernmärkte und Dienstleistungsservice 95
6.5.3.2 Konzepte der Zusammenarbeit 97
6.5.4 Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramme in Tirol 98
6.5.5 Markenprogramme 100
6.5.5.1 Agrarmarketing Tirol 100
6.5.5.2 Das Tiroler Wirtshaus 103
6.6 Zusammenfassung 105
7. Praktischer Teil – Anwendungsbeispiele 107
7.1 Gastfreundschaft in Tirol 107
7.2 Plattform „Landwirtschaft und Tourismus“ 114
7.3 Plattform „Tiroler Kulinarium als Reiseziel“ 116
7.4 Wandern und Kulinarisches Tirol 117
7.5 Management- und Mitarbeiterschulung in den Betrieben 119
7.5.1 Authentische Dienstleistung im eigenen Unternehmen 120
7.5.2 Beispielmodell nach Bieger/Laesser 121
7.5.3 Eigenes authentisches Führungsverhalten 122
7.6 EU-Projekt Commenius 3 an der Tourismusschule in Zell 123
7.7 Zusammenfassung 125
8. Fazit und Ausblick 126
9. Literaturverzeichnis 128
10. Internet – Quellenverzeichnis 136

Textprobe:

Kapitel 2.3, Gastfreundschaft:

Die Gastfreundschaft hat bislang in der wissenschaftlichen Literatur nur am Rande Betrachtung gefunden, im Kontext zu philosophischen, theologischen, juristischen oder wirtschaftlichen Untersuchungsgegenständen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden möglichst viele, für die Tourismuswirtschaft bzw. die Gastronomie relevante Aspekte aufgezeigt.

Kapitel 2.3.1, Definition:

Gastfreundschaft kann als Wert angesehen werden, der auf den Grundsätzen menschlicher Kultur und Identität aufbaut. Diese Werte werden vom Einzelnen individuell interpretiert und gelebt. Eine allgemein gültige Definition kann daher nur schwer gefunden werden.

Das Duden Herkunftswörterbuch gibt ‘Gastfreundschaft’ als Begriff aus dem 17.Jhd wieder, abgeleitet vom althochdeutschen und mittelhochdeutschen ‘gast’. Das Wort ‘gast’ wurde nicht nur im Sinne von ‘Fremdling’, sondern auch im Sinne von Feind verwendet. Erst seit Ende des Mittelalters, mit der Gastfreundschaft des Bürgertums, ‘erhielt das Wort im Dt. seinen ehrenden Sinn.’ Eine daraus abgeleite Definition der Gastfreundschaft lautet: ‘Gastfreundschaft ist das Beherbergen, Bewirten und Unterhalten von Fremden, sofern sie in friedlicher Absicht gekommen sind.’ Ein kurzer, prägnanter Ansatz: ‘Gastfreundschaft ist der wichtigste Grund zur Wiederkehr’ vom Chef der Tirolwerbung Josef Margreiter.

Die gesamte historische Entwicklung der Gastfreundschaft kann im folgenden nicht aufgezeichnet werden. Eine kurze Betrachtung der Entwicklung und Ausprägung der professionellen, gewerblichen Gastfreundschaft scheint hingegen sinnvoll.

Kapitel 2.3.2, Entwicklung der professionellen Gastfreundschaft:

Peyer (1987) beschreibt sehr ausführlich die Entwicklung der Gastfreundschaft hin zur gewerblichen Wirtschaft. Von den frühen Formen der Gastfreundschaft in archaischen Kulturen , z.B. das Gastrecht der Germanen zieht er den Bogen bis hin zur religiös-christlich motivierten Gastfreundschaft des Hospizwesens und der gleichzeitigen Entwicklung der gewerblichen Gasthäuser, und damit verbunden das Angebot kommerzieller Gastfreundschaft.

Dieser Übergang vollzog sich zwischen 11. und 13. Jhd. Nachdem Steuern auf das Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe eingeführt wurden, förderten Städte, aber auch weltliche und kirchliche Herrschaften die Errichtung von Gaststätten. Dazu erfolgten von den Obrigkeiten eine Vielzahl von Regelungen, Einschränkungen und Auflagen, die das Bewirten von Gästen in öffentlich-gewerblichen Unterkünften ordnen sollten. Im Sinne dieser Betreuungsvorschriften änderte sich auch das Verhältnis zwischen Gastgeber und Gast hin zum gewerblichen Bereitsteller von Kost und Logis und dem Kunden, der für genau beschriebene Dienstleistungen bezahlte. Trotzdem stieg in relativ kurzer Zeit die Zahl der Herbergen, Tavernen, Herbergen und Gasthäuser an.

Kapitel 2.3.3, Aspekte der Gastfreundschaft:

Aus der Perspektive des Gastgebers, also des gastronomischen Dienstleister finden bei Perathoner (2000) drei Aspekte besondere Beachtung. Nämlich der Zusammenhang der Gastfreundschaft und der sozio-kulturellen Identität des Gastgebers, auf das rechte Maß bei der Gewährung von Gastfreundschaft und auf die Bedeutung des Menschen. Der Gastgeber soll als Mensch für eine ‘ganzheitliche und authentische Beherbergung des Gastes’ sorgen.

Kapitel 2.3.3.1, Sozio-kulturelle Identität:

Vor allem die Pflege dieser sozio-kulturellen Identität spielt eine zentrale Rolle. Nur derjenige, der als Individuum einen gesicherten Selbststand hat, kann mit Offenheit und Ehrlichkeit Gäste aufnehmen und sie im Sinne der Gastfreundschaft touristisch/gastronomisch zufrieden stellen.

Kapitel 2.3.3.2, Das rechte Maß:

Von großer Bedeutung ist das rechte Maß, mit der Gäste aufgenommen werden. Dieses rechte Maß der Gastfreundschaft führt hin zum Begriff der Qualitäts-Gastronomie, die ‘nicht nur auf die Gästeanzahl blickt, sondern versucht, den einzelnen Gast im Blick zu haben und dabei die Angebotspalette über den fundamentalen Gästeservice hinaus auf die Vermittlung geistiger ...Werte hin erweitert.’ Kapitel 2.3.3.3, Das Menschenbild:

Letztlich ist der Blickwinkel des Gastgebers zum Gast und umgekehrt von Bedeutung. Der Faktor Mensch ist entscheidend für den touristischen Erfolg oder Misserfolg. Gastfreundschaft bedeutet freundlich zu sein, zu sich selbst und zu den anderen. Was der Gastgeber vom Gast denkt und von ihm hält beeinflusst die Interaktion mit dem Gast wesentlich und wirkt so unmittelbar auf die Art der Gastfreundschaft.

Arbeit zitieren:
Burkia, Christian Mai 2004: Gastronomie als ein Spiegelbild der Authentizität einer touristischen Region am Beispiel Tirol, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Gastronomie, Regionalität, Gastfreundschaft, Authentizität, Nachhaltigkeit

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