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Gastarbeiterkinder in Deutschland

Eine Aufzeichnung der heutigen gesellschaftlichen Situation von italienischen Jugendlichen in Mettmann

Gastarbeiterkinder in Deutschland
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Volker Arnold
  • Abgabedatum: Oktober 1997
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 525,6 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0542-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0542-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0542-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Arnold, Volker Oktober 1997: Gastarbeiterkinder in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte:

Diplomarbeit von Volker Arnold

Zusammenfassung:

In dieser Arbeit versuche ich darzustellen, in welcher gesellschaftlichen Lage sich die Kinder ausländischer Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland befinden. Da diese Fragestellung sehr umfangreich ist, habe ich mich auf die heutige gesellschaftliche Situation von italienischen Jugendlichen in Mettmann konzentriert. Ich möchte herausfinden, inwieweit es gesellschaftliche Unterschiede zwischen italienischen und deutschen Jugendlichen gibt und ob ausländische Jugendliche gesellschaftlich benachteiligt sind. Besondere Beachtung findet hierbei der Zusammenhang zwischen Schule, Ausbildung und Beruf.

Auf die Situation der ausländischen Arbeitnehmer in der ehemaligen DDR, den sogenannten "ausländischen Werktätigen", möchte ich nicht eingehen. Wegen der unterschiedlichen Systeme und der Stellung ausländischer Werktätiger in der DDR unterschied sich deren Lage völlig von der Situation der Gastarbeiter in der Bundesrepublik. Ein Vergleich dieser ausländischen Werktätigen mit den Gastarbeitern in der Bundesrepublik ist daher innerhalb des Umfangs dieser Arbeit nicht möglich.

Ebenso gehe ich nicht auf die besonderen Aspekte der ausländischen Arbeitnehmerinnen ein, da sie auch ein Thema für eine eigene Arbeit wären.

Um die spezielle Situation der italienischen Jugendlichen in Deutschland zu verstehen, muß man die allgemeine Lage der Gastarbeiter in Deutschland kennen. Sie wird in dieser Arbeit im Kapitel zwei geschildert. Als Grundlage für die Bearbeitung des Kapitels über die Beschäftigung von ausländischen Arbeitnehmern habe ich Texte verschiedener Autoren gewählt. Dabei beschreibe ich die Situation der Gastarbeiter in der Zeit vor dem Anwerbestopp und danach.

Mit dem Kapitel drei komme ich zum Schwerpunkt meiner Arbeit. Bei der Situationsanalyse der italienischen Jugendlichen in Mettmann waren empirische Methoden der Ausgangspunkt, da zu diesem Thema wenig Literatur existiert. Ich habe Gespräche mit italienischen und deutschen Jugendlichen zur Basis meiner Ausarbeitung gemacht, wobei ich außerdem auf die wenigen, vorhandenen literarischen Quellen zurückgreife. Dem einführenden Abschnitt über Gastarbeiterkinder folgt eine Zusammenfassung der Gespräche, die ich mit italienischen und deutschen Jugendlichen aus Mettmann geführt habe.

Bei der sich anschließenden Auswertung dieser Gespräche versuche ich, die heutige Situation der italienischen Gastarbeiterkinder aufzuzeigen. Als einen wichtigen Punkt betrachte ich die Ausbildungssituation ausländischer Jugendlicher, die unmittelbaren Einfluß auf den zukünftigen Beruf hat. Danach gehe ich noch auf weitere gesellschaftliche Aspekte ein.

Im letzten Kapitel beschreibe ich, welche Schlußfolgerungen ich aus dieser Arbeit ziehe.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 3
1.1 Fragestellung und Aufbau der Arbeit 3
1.2 Der Begriff des Gastarbeiters 5
2. Die Beschäftigung von Gastarbeitern in der Bundesrepublik Deutschland 7
2.1 Ausländerbeschäftigung in Deutschland vor 1945 7
2.2 Motive zum Einsatz von Gastarbeitern 8
2.2.1 Die deutschen Beweggründe 8
2.2.2 Die Beweggründe der Entsendeländer 10
2.2.3 Die wirtschaftliche und soziale Ausgangssituation in Italien 12
2.3 Die Anwerbung und die Vermittlung von ausländischen Arbeitern 13
2.3.1 Die Vermittlung über staatliche Stellen 13
2.3.2 Die Vermittlung namentlich angeforderter Gastarbeiter 15
2.3.3 Arbeiter aus EU-Staaten 16
2.4 Die Schwerpunkte der Gastarbeiterbeschäftigung 16
2.5 Die Auswirkungen auf die Bundesrepublik 19
2.6 Arbeits- und Lebensbedingungen der Gastarbeiter und ihrer Familien 23
2.6.1 Die Höhe der Entlohnung 23
2.6.2 Die Arbeitsbedingungen 24
2.6.3 Der Ausbildungsstand ausländischer Arbeitnehmer 26
2.6.4 Arbeitslosigkeit 28
2.6.5 Die Wohnsituation von Gastarbeitern 29
2.6.6 Freizeit und soziale Betreuung 32
2.6.7 Kriminalität 34
2.7 Die Einbürgerung von ausländischen Staatsangehörigen 37
2.8 Die Besonderheiten bei der Migration von Italienern nach Deutschland 39
3. Italienische Jugendliche in Mettmann 42
3.1 Daten zur italienischen Bevölkerung im Kreis Mettmann 42
3.2 Gastarbeiterkinder in Deutschland 44
3.3 Ein Vergleich von deutschen und italienischen Jugendlichen 44
3.3.1 Gespräche mit italienischen Schülern 44
3.3.1.1 Antonio 46
3.3.1.2 Maria und Luisa 47
3.3.1.3 Giovanna 50
3.3.1.4 Roberto 51
3.3.1.5 Francesca 52
3.3.1.6 Paola 53
3.3.2 Gespräche mit deutschen Schülern 54
3.3.2.1 Michael 54
3.3.2.2 Christoph 55
3.3.2.3 Stephan 57
3.3.2.4 Heiko 58
3.4 Auswertung der Gespräche 59
3.4.1 Die besondere Situation der italienischen Jugendlichen 59
3.4.2 Aufwachsen ohne Heimat 60
3.4.3 Das Heimatgefühl italienischer Jugendlicher 61
3.4.4 Schule 61
3.4.4.1 Die allgemeine Schulsituation ausländischer Schüler 61
3.4.4.2 Die Entscheidung über die Einrichtung italienischer Schulen in Deutschland 64
3.4.4.3 Die Gründe für das schlechte Abschneiden italienischer Schüler 65
3.4.4.4 Das muttersprachliche Bildungsangebot an deutschen Schulen 67
3.4.4.5 Die Integration der ausländischen Schüler in das deutsche Schulsystem 68
3.4.5 Ausbildung und Berufschancen 70
3.4.6 Zukunftserwartungen der Jugendlichen 74
3.4.7 Freizeitverhalten 76
3.4.8 Fremdenfeindlichkeit 76
3.4.9 Gastarbeiterkinder zwischen zwei Kulturen 78
4. Zusammenfassung 79
5. Literaturverzeichnis 82

Automatisiert erstellter Textauszug:

Francesca, geboren am 9. September 1981 in Italien, wohnt seit 1993 in Mettmann. Die Eltern stammen aus Paternó. Vorher haben sie in Sizilien verschiedene Tätigkeiten ausgeübt, u. a. als Gemüsehändler und Fabrikarbeiter. In Mettmann hat der Vater zusammen mit einem befreundeten Italiener eine Pizzeria eröffnet. Finanziert wurde dies von dem schon länger in Mettmann ansässigen Geschäftspartner. Francesca hat die neunte Klasse der Hauptschule in Mettmann abgeschlossen und beginnt eine Ausbildung zur Kosmetikerin. Auf der Hauptschule hatte Francesca Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Sie besuchte als Ergänzung den italienischen Zusatzunterricht an der Hauptschule. Später möchte Francesca unbedingt nach Italien zurückkehren. Sie kann es sich nicht vorstellen, für immer in Deutschland zu bleiben. [...]

Der Vater von Maria und Luisa ist 1964 erstmals nach Deutschland gekommen, um hier Arbeit zu finden. Vorher hatte er zur Pacht einen Bauernhof in Süditalien bewirtschaftet. Dies erbrachte aber keine gesichertes, regelmäßiges Einkommen. In Mettmann fand er als ungelernter Arbeiter eine Stelle bei einem metallverarbeitenden Betrieb. Während der ersten Rezession in der Bundesrepublik nach dem zweiten Weltkrieg kehrte der Vater für zwei Jahre in seine italienische Heimat zurück, da er entlassen worden war. 1969 kam er wieder nach Mettmann und erhielt wieder einen Arbeitsplatz in demselben Unternehmen. Er heiratete 1976 eine aus Italien stammende Arbeitskollegin, die vorher in Italien als Strickerin gearbeitet hatte. Inzwischen ist er seit drei Jahren arbeitslos und rechnet sich kaum noch Chancen aus, eine neue Arbeit zu erhalten. Er ist über fünfzig Jahre alt und kann keine Berufsausbildung nachweisen. [...]

Antonio, geboren am 30. Dezember 1980 in Brindisi, war mit einem Jahr das erste Mal in Deutschland. Antonio hat noch zwei jüngere Schwestern. Die Eltern sind 1981 nach Mettmann gekommen, um hier Arbeit zu finden. Sie waren fortan beide als ungelernte Arbeiter in einem großen, stahlverarbeitenden Betrieb tätig. Heute ist der Vater arbeitslos. Nach dem Besuch des katholischen Kindergartens in Mettmann hat Antonio die erste Klasse der Grundschule besucht. Danach kehrte er mit seiner Mutter und seinen Geschwistern für zwei Jahre nach Italien zurück. Die Mutter mußte sich dort um die erkrankte Großmutter kümmern, während der Vater weiter in Mettmann arbeitete. Als Antonio 1989 nach Deutschland zurückkehrte, wurde er in die vierte Klasse versetzt, nachdem er in Italien die zweite und dritte Klasse absolviert hatte. Trotz Sprachproblemen schaffte er es, die Grundschule ohne Wiederholung zu beenden und wechselte auf die Hauptschule. Hier wurde er im letzten Jahr nicht versetzt und verließ diesen Sommer mit sechzehn Jahren die Schule ohne Abschluß. Antonio müßte nun bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr am Unterricht einer allgemeinen Klasse der Berufsschule teilnehmen. Er möchte dort aber lieber im Rahmen eines zweijährigen Berufsgrundschuljahres den Hauptschulabschluß nachholen. Antonio arbeitet in seiner Freizeit in einem Friseursalon, da er nicht auf der Straße „herumhängen“ möchte. Sonst interessiert er sich noch für Fußball und Tanzen. Sein Berufswunsch ist Installateur. [...]

Arbeit zitieren:
Arnold, Volker Oktober 1997: Gastarbeiterkinder in Deutschland, Hamburg: Diplomica Verlag

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