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Gasförmige Emissionen und die Notwendigkeit nachhaltigen Wachstums

Gasförmige Emissionen und die Notwendigkeit nachhaltigen Wachstums
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Barbara Lund, geb. Winkelmann
  • Abgabedatum: April 2000
  • Umfang: 64 Seiten
  • Dateigröße: 439,9 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität - Gesamthochschule Wuppertal Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4408-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4408-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4408-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lund, geb. Winkelmann, Barbara April 2000: Gasförmige Emissionen und die Notwendigkeit nachhaltigen Wachstums, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Konsten-Nutzen-Analyse, Nachhaltiges Wachstum, Negative externe Effekte, Volkswirtschaftliche Kosten, Wohlfahrt

Diplomarbeit von Barbara Lund, geb. Winkelmann

Einleitung:

Am Anfang von wirtschaftlichen Prozessen steht die Entnahme von natürlichen Materialien aus der Umwelt. Nahezu alle Produkte und Dienstleistungen entstehen durch eine Umwandlung dieser natürlichen Ressourcen: unsere Nahrungsmittel, unsere Kleidung, unsere Fahrzeuge, die Elektrizität für unsere Wohnungsbeleuchtung und unsere Computer. Letztlich gelangen alle diese für die Versorgung wirtschaftlicher Prozesse eingesetzten Ressourcen wieder zurück in die Umwelt - oft in veränderter Form.

In den modernen Volkswirtschaften (Industriegesellschaften) werden jährlich 45 bis 85 Tonnen natürlicher Ressourcen pro Kopf der Bevölkerung aus der Umwelt entnommen. Die angestrebten Ziele aus den wirtschaftlichen Prozessen sind für die Bundesrepublik Deutschland im Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 08.06.1967 festgelegt. Neben Vollbeschäftigung, Stabilität des Preisniveaus, einem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht, sollen die getroffenen Maßnahmen zu einem stetigen und angemessenen Wirtschaftswachstum beitragen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1
1.1 Das Sozialprodukt als Bestimmungsgröße für Wohlfahrt 1
1.2 Alternative Bestimmungsgrößen für Wohlfahrt 3
1.3 Wohlfahrtsminderung durch negative externe Effekte 4
1.4 Nachhaltiges Wachstum 6
2. Gasförmige Emissionen und die Notwendigkeit nachhaltigen Wachstums 8
2.1 Natürliche und technische Emissionsquellen 9
2.1.1 Kraftwerke und Heizwerke 9
2.1.2 Abfallverbrennungsanlagen 10
2.1.3 Industrieanlagen 11
2.1.4 Landwirtschaft 12
2.1.5 Haushaltungen 13
2.1.6 Verkehr 14
2.2 Das Ausmaß der Luftverunreinigung und seine Wirkung 15
2.2.1 Die Beschreibung der einzelnen verschiedenen chemischen Elemente und ihre Wirkung 16
2.2.2 Unmittelbare Wirkungen der Luftverunreinigung auf die Natur 19
2.2.3 Unmittelbare Wirkungen der Luftverunreinigung auf den Menschen 21
2.2.4 Mittelbare Wirkungen der Luftverunreinigung auf die Natur 23
2.2.5 Mittelbare Wirkungen der Luftverunreinigung auf den Menschen 25
3. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Luftverunreinigung 27
3.1 Die Kosten der Luftverschmutzung in der Schweiz am Beispiel der zwei Basler Kantone 28
3.1.1 Monetarisierung der verkehrsbedingten externen Kosten für die gesamte Schweiz 30
3.2 Umweltschutzaufwendungen der Industrie in Österreich von 1992 - 2000 31
3.3 Umweltdaten Deutschland 1998 33
4. Die Entwicklung der gasförmigen Emissionen in Deutschland bei unverändertem Wachstum 34
4.1 Die Entwicklung der energiebedingten Emissionen 35
4.2 Die Entwicklung der Emissionen aus Abfallverbrennungsanlagen 37
4.3 Die Entwicklung der Emissionen aus Industrieanlagen 39
4.4 Die Entwicklung der landwirtschaftlichbedingten Emissionen 41
4.5 Die Entwicklung der Emissionen aus Haushaltungen 42
4.6 Die Entwicklung der verkehrsbedingten Emissionen 45
5. Ausblick 47
5.1 Eine vollständige Kosten-Nutzen-Analyse für die Verwendung von Biodiesel 47

Automatisiert erstellter Textauszug:

fähigkeit des Menschen sowie Mißbildungen bei Neugeborenen.“139 In Südbrasilien sind in extrem luftverschmutzten Gebieten Schädigungen des Erbgutes nachgewiesen worden. Durch die Veränderung / Schädigung der Gene sind vermehrt Mißgeburten aufgetreten.140 „Toxische Spurenelemente, vor allem Cadmium. Blei und Quecksilber bedrohen ebenfalls die Gesundheit. Weltweites Aufsehen erregten die Minamata- und die Itai-Itai-Krankheit, die durch giftige Schwermetalle, Methylquecksilber bzw. Cadmium in Industrieabwässern hervorgerufen wurden. Während die Quecksilbervergiftungen das zentrale Nervensystem zerstörten, waren die Folgen der Itai-Itai-Krankheit eine Schrumpfung des Skeletts.“141 Blei ist eines der ältesten Umweltgifte.142 Seine isolierte Wirkung auf den Menschen wurden in Punkt 2.2.1 beschrieben. Cadmium ist besonders heimtückisch, da es in der Leber und Niere des Menschen gespeichert wird, und von dort aus nur sehr langsam mit einer Halbwertzeit von 10 bis 30 Jahren ausgeschieden wird. Cadmium führt zu Nierenschäden, Bluthochdruck in den Herzkranzgefäßen, Knochenschäden und Krebs.143 Kennzeichnend für toxische Spurenelemente ist die Nichtabbaubarkeit, welches der Grund für die Anreicherung im biologischen Gewebe ist.144 Nur geringe Einträge derartiger Stoffe in die Umwelt können schon eine entsprechend lange Zeitdauer zu einer Erhöhung der Gesamtexposition führen. Die inhalative Aufnahme erfolgt insbesondere über Schwebstaub. 145 Die Verringerung der Ozonschutzschicht führt bei Menschen zu Hautkrebserkrankungen.146 Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA hat für ihre Bevölkerung für die nächsten 50 Jahre eine Hochrechnung gemacht, wonach anstelle von 500.000 statistischen Hautkrebserkrankungen mit 9300 Todesfällen, durch die steigende UV-Strahlung die Erkrankung auf 12 Millionen Bürgern mit 200.000 Todesfällen befürchtet werden.147 Der Treibhauseffekt hat neben den möglichen Wirkungen auf die Natur auch katastrophale Folgen für die Menschheit. „Bis nächsten Jahrhunderts werden die Ozeane wahrscheinlich um 30 cm bis 1,5 m steigen als Ergebnis der thermischen [...]

2.2.5 Mittelbare Wirkungen der Luftverunreinigung auf den Menschen „Luftschadstoffe gefährden die Gesundheit. Bekannt ist dies schon sehr lange, aus den Anfängen der Industrialisierung, aus den Smog-Katastrophen in London und im Ruhrgebiet und z. B. aus Reihenuntersuchungen des Hygiene-Instituts an der Universität Düsseldorf an Kindern, die in Reinluftgebieten bzw. in belasteten Gebieten aufgewachsen sind. Dies hat zu einem drastischen Maßnahmenkatalog zur Reinhaltung der Luft geführt. Heute spielen in der Luftreinhaltepolitik neben den Emissionen von Staub, Schwefeldioxid, Stickoxiden, Chlorwasserstoff, Kohlenmonoxid vor allem die gasförmigen Schadstoffe Benzol, Dioxin und Ozon eine ganz entscheidende Rolle.“136 Benzol ist krebserregend.137 Es wurden vermehrt Leukämie-Erkrankungen bei Arbeitern in Schuhfabriken, die mit benzolhaltigen Klebstoffen arbeiten, festgestellt. Das gleiche gilt für die Berufsgruppe der Maler mit benzolhaltigen Anstrichmitteln. Es befindet sich zudem im Otto-Kraftstoff, wegen seiner hohen Oktanzahl als Antiklopfmittel und als Substitutionsstoff für Bleitetraethyl zugesetzt. Der Benzinverbrauch hat sich in den letzten 20 Jahren in Deutschland nahezu verdoppelt, die Benzolemissionen werden inzwischen auf 52.000 t Benzol/a geschätzt, die zu 92 % dem Individualverkehr zugerechnet werden. Benzol emittiert unverbrannt aus den Auspuffrohren. Ebenso beim Tanken, deswegen befürchtet man eine besondere Gefahr für die Berufsgruppe der Tankwarte.138 „Dioxine werden in der Öffentlichkeit häufig als „Seveso-Gifte“ und Ultragifte“ bezeichnet. Unter dem Sammelbegriff werden ca. 200 chlorierte Einzelkomponenten mit trizyklischer Struktur zusammengefaßt. Bei der inzwischen in Deutschland eingestellten Herstellung von Chlorphenolen werden Dioxine freigesetzt. Chlorphenole dienen als Desinfektions- und Konservierungsmittel vor allem von Holz und Holzprodukten (z. B. auch von Papier) und werden zu Herbiziden weiter verarbeitet. Dioxine und Furane fallen außer bei der Herstellung von chlorhaltigen Organica auch als höchst unerwünschte Substanzen in zwar geringen, aber trotzdem gefährlichen Konzentrationen an, so z. B. in Müllverbrennungsanlagen und bei der industriellen Prozessen des Metallrecyclings und der Papierherstellung. Gesundheitliche Folgen der Dioxin-Belastung sind Hautschäden wie schwere Chlorakne, Blutveränderungen, Schädigung innerer Organe, Schädigung des Immunsystems und der Fortpflanzungs- [...]

Verschärfung des Nord-Süd-Konflikts.130 Die Folgen des Treibhauseffektes in unseren Breiten (30. und 60. Breitengrad) werden sich vor allem in wärmeren Wintern zeigen.131 Die Wintertemperaturen werden schneller steigen als die Sommertemperaturen und die Klimaänderungsgeschwindigkeit wird beträchtlich größer sein als in den letzten Jahrhunderten. Es muß mit einem klimabedingten Waldsterben gerechnet werden. Die Erwärmung der tropischen Gegenden wird von erhöhten Regenmengen zwischen 5 bis 20 % begleitet. Die höhere Wasserverdampfungsrate in den Ozeanen werden die tropischen Stürme noch heftiger werden lassen und in Gebiete vorstoßen die bisher verschont blieben. Der im Norden der Tundren an und für sich erwünschte Temperaturanstieg hat ambivalenten Charakter, denn einerseits wird durch zunehmendes Wachstum der Biomasse mehr Kohlenstoff gebunden, andererseits verrotten organische Materie und Humus durch den Rückgang des Dauerfrosts schneller, wodurch Kohlenstoff wieder freigesetzt wird. Der Gesamteffekt ist nicht abzuschätzen; es wird lediglich vermutet, daß die CO2 Freisetzung in die Atmosphäre überwiegt.132 „Die Ozonkonzentration in der Stratosphäre liegt bei 0,2 ppm. Ozon hat sich im Laufe von Jahrmillionen erdgeschichtlicher Entwicklung durch das Einwirken kurzwelliger UV-Strahlen auf Sauerstoff-Moleküle gebildet (Gleichgewichtsreaktion, bei der sich genauso viele Ozonmoleküle bilden wie gleichzeitig zerfallen).“133 Ungefähr 99 Prozent der Wellenlängen des Lichts, die kleiner sind als 320 nm, filtert die diffuse Ozonschicht heraus.134 Erst nachdem sich die Ozonschicht gebildet hatte, konnte überhaupt Leben auf der Erde entstehen, da die ultraviolette Strahlung für alle Lebensformen schädlich ist. Die Verringerung der Ozonschicht hat gravierende Auswirkungen auf die Vegetation. Die Enquete-Komission des Bundestages hat 1992 festgestellt, daß bei einer UV-Strahlung unter 300 nm die Landpflanzen langsamer wachsen werden, und sogar komplette Pflanzenarten aussterben werden. Weitere Folgen sind die Verringerung der Artenvielfalt und die Schädigung des Meeresplankton als Grundlage der marinen Nahrungskette, Der Bestand von Phytoplankton in antarktischen Gewässern hat sich seit 1987 um ca.10 % reduziert.135 [...]

Arbeit zitieren:
Lund, geb. Winkelmann, Barbara April 2000: Gasförmige Emissionen und die Notwendigkeit nachhaltigen Wachstums, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Konsten-Nutzen-Analyse, Nachhaltiges Wachstum, Negative externe Effekte, Volkswirtschaftliche Kosten, Wohlfahrt

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