Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Das Gartenstadtmodell

100 Jahre Utopie versus Realität

Das Gartenstadtmodell
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Ernst Primas
  • Abgabedatum: Februar 2002
  • Umfang: 201 Seiten
  • Dateigröße: 17,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Karl-Franzens-Universität Graz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6729-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6729-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6729-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Primas, Ernst Februar 2002: Das Gartenstadtmodell, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Howard, Letchworth, Welwyn, Radburn, Greenbelt

Magisterarbeit von Ernst Primas

Einleitung:

Städtebau ist einer permanenten Dynamik ausgesetzt. Vielfach ist neben einer unausweichlichen Modernisierung aber auch eine Wiederbelebung immer währender, oft in Vergessenheit geratener Werte, wie gesunder Umwelt und sozial ausgewogener Lebensumgebung, zu erkennen.

Das in dieser Diplomarbeit beschriebene Gartenstadtmodell wurde vor 100 Jahren vom Engländer EBENEZER HOWARD als Ideal zur Realisierung naturnaher und sozial verträglicher Wohnbedingungen konzipiert. Dieses Modell sollte aufbauend auf der Wechselwirkung zwischen dem sozialen Gesellschaftsgefüge und der Physiognomie einer urbanen Siedlungsform die Grundlage für sozialreformerische Stadtplanung bilden. Wenngleich einige der ursprünglichen Gedanken HOWARDS verloren gingen, so hat dieses Stadtkonzept doch seinen Einfluss bis in die Gegenwart aufrechterhalten.

Für mich als Geographen bietet sich mit der Behandlung dieses humangeographischen Themas die Möglichkeit, eine wissenschaftliche Brückenfunktion zwischen den Disziplinen der Human- und Physiogeographie, der Architektur, der Soziologie und der Geschichte einzunehmen. Architektonisches Verständnis, gesellschaftssoziale Einflussanalyse und historisches Hintergrundwissen bilden die Grundlagen um humangeographische und raumbezogene Auswirkungen des Gartenstadtmodells korrekt interpretieren zu können.

Die vorliegende Diplomarbeit behandelt im Wesentlichen die historischen Hintergründe der Gartenstadtbewegung, das vom Engländer EBENEZER HOWARD entworfene Gartenstadtkonzept sowie dessen Entwicklung bis in die Gegenwart. Dabei sollte vor allem der aktuelle Stand der realisierten Gartenstadtprojekte bzw. der vom Gartenstadtkonzept beeinflussten Anlagen mit den ursprünglich geplanten Zielen verglichen werden. Betrachtet werden neben eigenständigen Gartenstädten, Gartenvorstädten und Gartenstadtsiedlungen auch vom Gartenstadtkonzept beeinflusste Entwicklungen, wie die englischen New Towns der Nachkriegszeit oder die amerikanischen Greenbelt Towns der 1930er Jahre und ausgewählte Nachfolgeprojekte. Um einen internationalen Vergleich hinsichtlich der Verbreitung des Gartenstadtideals zu erhalten, wurden neben Realisierungen im „Gartenstadt-Mutterland“ Großbritannien auch Projekte in den USA, in Kanada, in Australien und in Neuseeland untersucht und, soweit dies möglich war, miteinander verglichen.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 4
1. EINLEITUNG 8
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG 9
1.2 ARBEITSGRUNDLAGEN UND ARBEITSMETHODIK 10
1.2.1 Literatur in Buchform 11
1.2.2 Literatur in Form von wissenschaftlichen Aufsätzen in Journalen und Zeitschriften 12
1.2.3 Internet und elektronische Medien 14
2. RAHMENBEDINGUNGEN FÜR GARTENSTÄDTE 16
2.1 ENTWICKLUNG DES ENGLISCHEN INDUSTRIALISMUS 17
2.2 GESELLSCHAFTSPOLITISCHE UND SOZIALE SITUATION IM ENGLAND DES 19 JAHRHUNDERTS 19
2.3 EINFLÜSSE DER INDUSTRIELLEN REVOLUTION AUF DIE STADTENTWICKLUNG 21
2.4 AUSGEWÄHLTE SOZIALREFORMER UND IHRE IDEALKOMMUNEN 23
2.4.1 Robert Owen 24
2.4.2 Charles Francois Fourier 26
2.5 AUSGEWÄHLTE FABRIKSSTÄDTE - MUSTERSTÄDTE DES 19. JAHRHUNDERTS 27
2.5.1 Idealstadt Victoria 27
2.5.2 Saltaire 28
2.5.3 Akroydon 31
2.5.4 Bedford Park 32
2.5.5 Bournville 34
2.5.6 Port Sunlight 37
2.5.7 New Earswick 40
2.5.8 Brentham Garden Suburb 42
2.6 EBENEZER HOWARDS „GARDEN CITIES OF TO-MORROW“ 47
2.6.1 Theoretische Lösungen für eine ideale, gesunde Stadt 49
2.6.2 Praktische Lösungen für eine lebenswerte Stadt 51
2.6.2.1 Organisierte Siedlungsbewegungen 53
2.6.2.2 System der Bodennutzung 56
2.6.2.3 Idealstadt Victoria 57
2.6.3 Struktur der Gartenstadt 57
2.6.4 Architektur der Gartenstadt 63
3. DIE GARTENSTADTBEWEGUNG IN ENGLAND 66
3.1 LETCHWORTH - DIE ERSTE GARTENSTADT 67
3.2 HAMPSTEAD GARDEN SUBURB 76
3.3 WELWYN GARDEN CITY 86
3.4 EINFLÜSSE DES GARTENSTADTKONZEPTES AUF SPÄTERE PLANUNGSSTRÖMUNGEN UND AKTUELLE ENTWICKLUNGEN IN ENGLAND 91
3.4.1 Crawley New Town 95
4. DIE GARTENSTADTBEWEGUNG IN DEN USA 98
4.1 DIE ENTWICKLUNG DER AMERIKANISCHEN STADT 100
4.2 VISIONÄRE STÄDTE UND FABRIKSSTÄDTE (COMPANY TOWNS) 101
4.2.1 Visionäre Städte - New Harmony, Indiana 102
4.2.2 Company Towns - Fairfield, Alabama 104
4.3 GARDEN CITY, NEW YORK - THE FIRST GARDEN CITY? 106
4.4 DIE SOZIALE UND GESELLSCHAFTSPOLITISCHE SITUATION AM ENDE DES 19. UND ANFANG DES 20. JAHRHUNDERTS UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF DIE STADTPLANUNG 109
4.5 WORLD WAR I COMMUNITIES 111
4.5.1 Yorkship Village (Fairview), New Jersey 112
4.6 DIE ERSTEN GARTENSIEDLUNGEN 113
4.6.1 Forest Hills Gardens, New York 115
4.6.2 Sunnyside Gardens, New York 120
4.7 DIE ANFÄNGE UND IDENTIFIKATIONSMERKMALE DER AMERIKANISCHEN GARTENSTADT 124
4.7.1 Neighborhood Unit 125
4.7.2 Superblocks 127
4.7.3 Hierarchische Straßenordnung 128
4.7.4 Trennung von Fußgänger- und Automobilverkehr 129
4.8 RADBURN, NEW JERSEY - DIE ERSTE AMERIKANISCHE GARTEN(VOR)STADT 130
4.9 WEITERE REALISIERUNGEN VOR DEM ZWEITEN WELTKRIEG 138
4.10 GREENBELT TOWNS 140
4.10.1 Greenbelt, Maryland 145
4.10.2 New Communities 149
4.11 UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DER AMERIKANISCHEN UND DER ENGLISCHEN GARTENSTADT 151
5. GARTENSTÄDTE IN KANADA 156
5.1 KAPUSKASING 156
5.2 KITIMAT 159
5.3 KANATA 159
5.4 OTTAWAS GREENBELT TOWNS 161
5.5 KANADA UND DIE GARTENSTADT 162
6. DIE GARTENSTADTBEWEGUNG IN AUSTRALIEN UND NEUSEELAND 164
6.1 AUSTRALISCHE GARTENSTÄDTE 165
6.1.1 Städteplanerische Situation in Australien Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts 165
6.1.1.1 Daceyville 166
6.1.1.2 Canberra - Gartenhauptstadt Australiens 167
6.1.2 Australien zwischen den beiden Weltkriegen 169
6.1.2.1 Adelaide 170
6.1.2.2 Industrie-Gartenstädte 172
6.1.3 Australien nach dem Zweiten Weltkrieg - New Towns 174
6.1.4 Australien und die Gartenstadt 175
6.2 NEUSEELÄNDISCHE GARTENSTÄDTE 176
6.2.1 Durie Hill und Orakei 178
6.2.2 Neuseeland und die Gartenstadt 180
7. WAS BLIEB VON DER GARTENSTADTBEWEGUNG? 181
7.1 BEDEUTUNGSWANDEL DES BEGRIFFS „GARTENSTADT“ IM LAUFE VON 100 JAHREN 181
7.2 DIE GARTENSTADT: UTOPIE ODER REALITÄT - RÜCKBLICK 184
7.3 DIE GARTENSTADT: UTOPIE ODER REALITÄT - AKTUELLER STATUS UND AUSBLICK 188
8. ARBEITSGRUNDLAGEN 192
8.1 LITERATUR 192
8.2 ELEKTRONISCHE DATENQUELLEN 194

Automatisiert erstellter Textauszug:

Um einen Gartencharakter in Form von begrünten Innenhofräumen zu erhalten, mussten für diese Zwecke die inneren Parzellen in irgendeiner Art und Weise für Parkanlagen zur Verfügung gestellt werden. Man wollte aber vermeiden, dass jene privaten Gartenflächen für immer als Bauland unbrauchbar würden, auch wenn später möglicherweise diese Anlagen nicht mehr als Parkland erwünscht wären bzw. vernachlässigt würden. Es mussten deshalb Vorkehrungen getroffen werden, die eine mögliche spätere Bebauung erlauben würden. Zu diesem Zweck wurden Ausnehmungen als externer Zugang nach außen eingerichtet, die später als mögliche Zufahrtsstraßen verwendet werden könnten. Auf diese Weise konnte mit minimalem Baulandverlust für die äußeren Parzellen eine gänzliche Wertverminderung des [...]

In dieser Modellsiedlung sollte neben der Wohlstandsklasse auch die Mittelklasse die Möglichkeit haben, Wohnraum zu erwerben. Anzumerken ist, dass sich in Forest Hills Gardens die sozial schwache Arbeiterschicht allerdings nicht, wie in HOWARDS Gartenstadt, eine Wohnmöglichkeit leisten konnten. Obwohl durch kollektive Planung und ein spezielles Vorfinanzierungsmodell die Kosten niedriger als normal gehalten werden konnten - wurden doch Grundstücksspekulationen durch die gemeinschaftliche Großplanung unterbunden - stiegen letztendlich die Kosten doch über jene von Sozialwohnbauanlagen. Die Russel Sage Foundation glaubte allerdings, dass es in Forest Hills Gardens in späteren Jahren dennoch möglich sein würde, Wohnraum für die sozial Schwächergestellten zu schaffen. Dies [...]

Durch Fortschritte auf dem Agrarsektor bezüglich der Produktivität wurde einerseits die Ertragsfähigkeit erhöht, was sich stimulierend auf die Urbanisation auswirkte, andererseits erhöhte es die Abwanderung der in der Landwirtschaft arbeitenden Bevölkerung in die Städte. Es kann in diesem Zusammenhang jedoch nicht von einer Landflucht im Sinne einer Aufgabe ländlicher Produktionsflächen, wie es in England der Fall war, gesprochen werden. Für die Landflucht in England waren hauptsächlich zwei Faktoren verantwortlich. Zum einen war durch das englische Realbesitzsystem die Erlangung von Macht nur mit wirklichem Grundbesitz verbunden, was zu einer starken Landkauftätigkeit führte, in weiterer Folge unabhängige Kleinbauern zu Pächtern werden ließ und deren soziale Lage am Land verschlechterte, [...]

Arbeit zitieren:
Primas, Ernst Februar 2002: Das Gartenstadtmodell, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Howard, Letchworth, Welwyn, Radburn, Greenbelt

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren