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Ganzheitliches Sehen in der Werbung

Ein Vergleich zwischen systemischen Ansatz und taoistischem Prinzip

Ganzheitliches Sehen in der Werbung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Regina Masemann
  • Abgabedatum: März 1998
  • Umfang: 130 Seiten
  • Dateigröße: 28,8 MB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Universität der Künste Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2218-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2218-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2218-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Masemann, Regina März 1998: Ganzheitliches Sehen in der Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: neue Leitbilder, weicher Führungsstil, ganzheitliche Kommunikationsstrategien

Diplomarbeit von Regina Masemann

Einleitung:

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich zwischen dem systemischen Ansatz und dem taoistischen Prinzip. Ich selbst suchte parallel zu meinen Studium eine Kommunikationsform, die sich nicht hauptsächlich über Sprache ausdrückt und begann eine Shiatsuausbildung. Shiatsu ist eine ganzheitliche Körpertherapie auf der Grundlage der chinesischen Philosophie. Inspiriert durch diese andere Sicht der Dinge begegnete ich in Seminaren dem Ganzheitsphänomen in der Markenführung und dem systemischen Denken im Management. Das löste in mir die Suche nach einer Verbindung zwischen diesen Bereichen aus.

Obwohl die Grundlagen der chinesischen Philosophie dem westlichen Denken fremd sind, scheinen die Komplexitätswissenschaften gleiche Erkenntnisse hervorgebracht zu haben. Capra bezeichnet die derzeitige Situation als eine "Krise der Wahrnehmung", wir sind im Begriff unser Wahrnehmungsmodell zu verändern, alte Werte und Sichtweisen geraten ins Schwanken, neue werden gesehen und versetzten uns in Staunen. Daß unsere Wirklichkeiten relativ sind, ist uns nicht erst durch die humorvollen Beschreibungen Waszlawiks bekannt. C.G. Jung entgegnete einem früheren Präsidenten der British Anthropological Society auf die Frage: "Können Sie verstehen, daß ein so hochintelligentes Volk wie die Chinesen keine Naturwissenschaft kennt?" "Sie haben eine Naturwissenschaft, nur verstehen Sie sie nicht. Sie beruht nicht auf dem Kausalitätsprinzip. Das Kausalitätsprinzip ist nicht das einzige Prinzip, es ist nur relativ:

Das Aufspüren von nahenden Veränderungen in der menschlichen Kommunikation ist eine wesentliche Antriebsfeder im Management von Unternehmen und in deren Werbestrategien. Werbung inspiriert und nährt sich zum Teil aus einer interdisziplinären Mischung philosophischer, psychologischer und soziologischer Fachrichtungen. Gesellschaftskommunikation hat den Menschen in seinen Beziehungen zu sich und seiner Umwelt im Blick. Sie erforscht was der Mensch denkt, wie er lebt, wie er möglicherweise handelt, was er fühlt und welche Sehnsüchte er hat. Also die grundsätzlichen Fragen der Menschheit, angefangen beim Sinn des Lebens bis hin zur persönlichen Lebensgestaltung. Deshalb ist das Sehen, nicht nur im visuellen Sinne, sondern auch im Sinne von bemerken und wahrnehmen eine entscheidende Komponente dieser Arbeit. Was ich nicht sehen kann, kann ich nicht glauben. Das kennen wir aus der Bibel, und was ich nicht über meine Sinne wahrnehme, das ist auch nicht existent. Diese Arbeit wagt den Versuch, Ähnlichkeiten zwischen der westlichen und der asiatischen Welt aufzuzeigen, nachdem der Leser sich auf ein anderes Sehen eingelassen hat. Der Zeitpunkt für diese Auseinandersetzung wird durch die Entwicklung des Systemischen Management und die damit zusammenhängende neue Sicht auf die Phänomene des Lebens, die der ganzheitlichen taoistischen Sicht sehr nahe kommt, begünstigt. Im ersten Teil der Arbeit werde ich den philosophischen Hintergrund der westlichen Welt und der taoistsichen Philosophie gegenüberstellen, und Gemeinsamkeiten oder Unterschiede herausarbeiten. Um den Prozeß des Sehens in seiner Doppeldeutigkeit zu unterstützen, werden Fotografien die Aussagen des Textes ergänzen und dem Betrachter die Möglichkeit geben, das Beschriebene auf visueller Ebene zu erfahren.

Das ganzheitliche Sehen in der Werbung ist gekoppelt mit einer Änderung der gewohnten Wahrnehmungsverhältnisse. Nicht die Eigenschaften der einzelnen Teile in der Werbung ergeben summiert das Ganze, sondern das Zusammenspiel, die Interaktion, die Beziehungen untereinander lassen das Ganze entstehen, nach der Erkenntnis: das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Da alles miteinander zusammenhängt, besteht die Arbeit aus drei, sich gegenseitig bedingenden Bereichen:

1. das gesellschaftlich-philosophische Sehen.

2. das unternehmerische Sehen.

3. das werbestrategische Sehen.

Das Unternehmen versucht ein Spiegel der gesellschaftlichen Bedürfnisse zu sein und die Werbestrategie interpretiert diese Bedürfnisse mit Hilfe unterschiedlicher Methodik. Ist die Gesellschaft im Umbruch, verändert sich auch zwangsläufig 2. und 3. Der Begriff der Ganzheitlichkeit wird heute von jedem, der was auf sich hält benutzt, das heißt in den seltensten Fällen, daß er auch verstanden wird. Trotzdem ist es ein Zeichen, daß einzelne in der Gesellschaft im Begriff sind, sich in der neuen Sicht zu üben. Der Boden ist bereitet, inwieweit nähern sich die westlichen Denkstrukturen denen der Taoisten an, und kann die taoistische Philosophie die ganzheitliche Sicht der Werbung vertiefen?

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 6
2. Eine Reise in die Vergangenheit endet in der Zukunft 9
2.1 Was ist Leben? 9
2.2 Qi - die allesbewegende Kraft 9
2.3 Gleiche Zeit - gleiche Gedanken 10
2.4 Die Beziehung der Gegensätze - Yin und Yang 12
2.5 Die Atomisten 13
2.6 Die Weltmaschine 14
2.7 Der cartesianische Mechanismus 15
2.8 Die Romantiker 16
2.9 Evolutionäre Gedanken 17
2.10 Die Quantenphysik 18
2.11 Sind wir wirklich wieder da, wo wir angefangen haben? 19
3. Ökologie 21
3.1 Tiefenökologie 22
3.2 Sozialökologie 23
3.3 Ökofeminismus 25
4. Paradigmen - unsere mentalen Landkarten 27
4.1 Altes / Neues Paradigma 29
4.2 Wie wir das Problem sehen, ist das Problem 30
5. Allgemeine Systemtheorie 32
5.1 Soziale Systeme 34
5.2 Kriterien des Systemdenkens 35
6. Die taoistische Philosophie 37
6.1 Die Yin / Yang Theorie 41
6.1.1 Die relative Beziehung zwischen Yin und Yang 42
6.2 Die Kraft des Qi 44
6.3 Die Lehre von den Fünf Wandlungsphasen 45
6.3.1 Die Wandlungsphase Holz 46
6.3.2 Die Wandlungsphase Feuer 47
6.3.3 Die Wandlungsphase Erde 48
6.3.4 Die Wandlungsphase Metall 49
6.3.5 Die Wandlungsphase Wasser 50
6.4 Die Fünf Wandlungsphasen im Menschen 51
6.4.1 Die Holzenergie im Menschen 53
6.4.2 Die Feuerenergie im Menschen 55
6.4.3 Die Erdenergie im Menschen 56
6.4.4 Die Metallenergie im Menschen 58
6.4.5 Die Wasserenergie im Menschen 59
6.5 Die unterschiedlichen Zyklen 61
7. Zeit und Wandel 64
7.1 Die verflossene Zeit 65
7.2 Die lineare und die zyklische Zeitwahrnehmung 66
7.3 Der Zeitpfeil 67
7.4 Das Phantasiegebilde Zeit 68
7.5 Das neue Zeitmanagement 70
8. Das Systemisch Evolutionäre Management im Vergleich 71
8.1 Verunsicherung durch das Neue 73
8.2 Vernetzung 75
8.3 Lebendige Organismen 76
8.4 Die Kraft der Vision 78
8.5 Führungskräfte als Gärtner 79
8.6 Selbstorganisation 81
8.7 Das Weibliche Prinzip 83
8.8 Subjektivität 85
8.9 Prozessdenken 86
8.10 Denken in Wechselwirkungen 87
8.11 Beurteilung nach Funktionalität 88
8.12 Balance zwischen Verändern und Bewahren 89
8.13 Ausblick 91
9. Das ganzheitliche Sehen in der Werbung 92
9.1 Der Produktlebenszyklus 95
9.2 Die Marke als Ganzheitsphänomen 97
9.3 Beispiele archetypischer Ähnlichkeiten 100
10. Anderes Sehen 107
10.1 Printanzeige 108
10.2 Printanzeige 110
10.3 Printanzeige 112
11. Schlußbetrachtung 114
12. Literaturverzeichnis 116

Arbeit zitieren:
Masemann, Regina März 1998: Ganzheitliches Sehen in der Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
neue Leitbilder, weicher Führungsstil, ganzheitliche Kommunikationsstrategien

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