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Ganzheitliches Performance Management mit der Balanced Scorecard?

Ganzheitliches Performance Management mit der Balanced Scorecard?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Marco Jaeger
  • Abgabedatum: November 2001
  • Umfang: 145 Seiten
  • Dateigröße: 1,7 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dortmund Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5056-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5056-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5056-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Jaeger, Marco November 2001: Ganzheitliches Performance Management mit der Balanced Scorecard?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Performance Management, Performance Measurement, Balanced Scorecard, Wertmanagement, Unternehmenssteuerung

Diplomarbeit von Marco Jaeger

Einleitung:

Unternehmerisches Handeln besteht in der zielgerichteten Steuerung von Chancen und Risiken. In einem von zunehmender Dynamik und Komplexität gekennzeichneten Wettbewerb bedeutet Steuerung mehr als das bloße Erkennen von Chancen und Risiken. Vielmehr hängt die tatsächliche Nutzung von Chancen bzw. Vermeidung von Risiken von der zielführenden Beeinflussung der unternehmensindividuellen Stellgrößen ab. Sind aber diejenigen Größen, die noch häufig in Unternehmen zur Steuerung herangezogen werden, tatsächlich die erfolgskritischen Stellgrößen?

Die Antwort lautet häufig „Nein“, denn „Seien wir doch ehrlich: Jede Jahresrechnung ist falsch.“ Und damit darf wohl auch mit Recht die Steuerungseignung derjenigen Kennzahlen- und Steuerungssysteme angezweifelt werden, deren Grundlage diese Jahresrechnungen bilden. Traditionelle Steuerungsgrößen und –systeme orientieren sich an kurzfristigen finanziellen Erfolgsgrößen, die der vergangenen Periode entstammen. Darüber hinaus unterliegen sie bedingt durch die Disharmonie (Handels- vs. Steuerrecht in Deutschland) der Rechnungslegung häufig einer bilanzpolitischen Verzerrung. Eng damit zusammen hängt die mangelnde Kapitalmarkt- und Risikoorientierung jahresabschlussorientierter Steuerungssysteme. Die Betrachtung von vergangenen Ein-Jahres-Perioden schließt – an sich – einen Strategie- und Zukunftsbezug der Steuerungsgrößen aus. Ohne Zweifel stellen sie zwar eine Hilfe für kurzfristige Entscheidungen dar, als Grundlage strategischer Entscheidungen sind sie hingegen unzureichend.

Eine Vielzahl von Konzepten wissenschaftlicher Herkunft konkurrieren mit einer noch weitaus größeren Anzahl von Beratungsprodukten zur Verzahnung von operativer und strategischer Unternehmenssteuerung. Letztlich treten alle mit dem gleichen Anspruch an: Die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die heterogenen Interessen der Stakeholder auszugleichen.

Kurzum: Die Performance, als Leistung und in der Folge als Wert der Unternehmung, soll mittels dieser Konzepte, die sämtlich an den Faktoren Zeit, Kosten, Qualität und Flexibilität der unternehmerischen Steuerungsebenen ansetzen, verbessert werden. Begrifflich und inhaltlich sind die Grenzen und Gemeinsamkeiten die Konzepte ebenso fließend wie grenzenlos. Da koexistieren relativ ‚harte’ Ansätze des Performance Measurement neben ‚weichen’ Ansätzen. Zu diesen weichen Ansätzen zählt bspw. das Change Management mit dem wesentlichen Charakteristikum eines Netzwerks selbständiger, hochintegrierter und selbststeuernder Gruppen, in dem der engagierte, kommunikative, kooperative Mensch als Erfolgsfaktor in den Mittelpunkt einer durch kreative Unruhe und Konfliktfähigkeit veränderungsfreundlichen Unternehmenskultur tritt. [Simon 2000] Aha?! Ist das jetzt der Weg? Oder eher ein weiteres Ziel?

Die zentrale Frage bleibt weiterhin unbeantwortet: Wie steigere ich die Performance? Steuerung bedeutet: Ziele zur Leistungs- und Wertsteigerung setzen – Strategien zur Zielerreichung formulieren – Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie festlegen – Zielerreichung messen. Das grundlegende Problem der Steuerung besteht, wie in empirischen Studien mehrfach belegt, in der Verbindung der unmittelbaren Werttreiber mit den vorgelagerten Stellgrößen. Zur Auflösung des Steuerungsproblems widmet sich die Diplomarbeit der Frage, ob und vor allem wie ganzheitliches Performance Management mit Hilfe des Instruments der Balanced Scorecard möglich und sinnvoll ist?

Die Diplomarbeit wird allen weiterhelfen, die wissen wollen, wie man Performance Management handhabbar erklären kann, auf welche Unternehmensbereiche sich Performance Management bezieht und wie sich Performance Management von Performance Measurement unterscheidet. Außerdem soll der Fokus auf den gemeinsamen Inhalt von Beratungsprodukten einerseits und derjenigen Ansätze wissenschaftlichen Ursprungs des Performance Management gerichtet werden. Ferner wird ein konkretes, gleichsam theoretisch wie empirisch erfolgsversprechendes Instrument des Performance Management – die Balanced Scorecard – ganzheitlich dargestellt, d.h. es werden über die Präsentation des Konzepts hinaus auch Umsetzungshilfen vorgestellt. Somit wird dem Leser/ Nutzer der Diplomarbeit ein ganzheitliches Werk zur Steigerung der Performance vorgelegt.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung und Motivation 1
1.1 Unternehmerische Herausforderungen 1
1.2 Motivation der Untersuchung 3
1.3 Zielsetzung und Konzeption der Arbeit 6
2. Bewertung traditioneller Ansätze der Steuerung 8
2.1 Formale Differenzierung von Steuerungssystemen - Systemkritik 8
2.1.1 Kennzahlensysteme 8
2.1.2 (Führungs-) Informationssysteme 11
2.2 Inhaltliche Kritik an traditionellen Steuerungssystemen 13
2.2.1 Orientierung an kurzfristigem finanziellen Erfolg 13
2.2.2 Vergangenheitsorientierung und bilanzpolitische Verzerrung 15
2.2.3 Mangelnde Strategieorientierung und Kontextsteuerung 17
2.2.4 Fehlende Kapitalmarkt- und Risikoorientierung 18
2.2.5 Mangel der Beeinflussbarkeit durch das Management 21
2.2.6 Mangelnde Wirkungsrelationen wertorientierter Ansätze 21
2.2.7 Lokale Optimierung herkömmlicher Management-Ansätze 23
3. Performance Measurement und Management 26
3.1 Definitorische Vielschichtigkeit 26
3.1.1 Grundüberlegungen 26
3.1.2 Performance Management im engeren Sinne 27
3.1.3 Performance Management im weiteren Sinne 29
3.1.4 Ganzheitliches Performance Management 30
3.2 Bezugsrahmen des Performance Management 35
3.2.1 Prozess des Strategischen Managements 36
3.2.1.1 Phase der strategischen Zielplanung 38
3.2.1.2 Phase der strategischen Analyse und Prognose 38
3.2.1.3 Phase der Strategieformulierung und -bewertung 42
3.2.1.4 Phase der Strategieimplementierung 43
3.2.1.5 Phasenbegleitende strategische Kontrolle 46
3.2.2 Organisatorische und systemische Einbindung 48
3.2.3 Zusammenfassende Darstellung des Bezugsrahmens 52
4. Performance Management mit der Balanced Scorecard 55
4.1 Das Grundmodell der Balanced Scorecard 56
4.1.1 Balanced Scorecard als Performance Measurement System 56
4.1.2 Balanced Scorecard als Management System 63
4.1.3 Konzeptionelle Kritik an der Balanced Scorecard 66
4.2 Die Balanced Scorecard im strategischen Management 68
4.2.1 BSC in der Phase der strategischen Zielplanung 69
4.2.1.1 Implizite vs. explizite Berücksichtigung von Sichtweisen 69
4.2.1.2 Elementare Sichtweisen 73
4.2.2 BSC in der Phase der Analyse und Prognose 77
4.2.2.1 Berücksichtigung von Chancen und Risiken 77
4.2.2.2 Berücksichtigung von Stärken und Schwächen 84
4.2.2.3 Gewährleistung der Wettbewerbsorientierung 89
4.2.3 BSC und SVA zur Bewertung von Strategien 94
4.2.4 BSC in der Phase der Strategieimplementierung 101
4.2.5 BSC in der Phase der Kontrolle 109
4.3 Integrative Wirkung der Balanced Scorecard 111
5. Gestaltungsrahmen des Performance Management 115
6. Schlussbetrachtung 122
Literaturverzeichnis 124
Anhang 135

Automatisiert erstellter Textauszug:

abschließend zur Befriedigung des Kundenwunsches, da der Service nach Erwerb des Produktes die Kundenzufriedenheit beeinflusst.229 Die Potenzialperspektive230 entwickelt Ziele zur Förderung einer lernenden und wachsenden Organisation. Sie schafft die Infrastruktur zur Erreichung der Ziele in den anderen Perspektiven. Dabei wirken die Personalpotenziale, d.h. die Mitarbeiter, die durch Ideen Verbesserungen initiieren, neben der technologischen Infrastruktur und der Motivation und Zielausrichtung der Mitarbeiter als sogenannte Befähiger auf die Kerngrößen der Potenzialperspektive. Die Kernergebnisgrößen bilden in erster Linie die Mitarbeiterzufriedenheit, die ihrerseits Einfluss auf die Personaltreue und Mitarbeiterproduktivität hat.231 Dabei bleiben Überlegungen zu Leistungstreibern insbesondere in dieser Perspektive generisch und daher wenig konkret.232 Auf die Frage, ob die Balanced Scorecard ein Performance Measurement System darstellt, können die bereits in Kapitel 3 gestellten Anforderungen zur kurzen Beurteilung herangezogen werden. Erstens weist die Balanced Scorecard in Form der strategischen Erfolgsfaktoren eine Verbindung zu den langfristigen Unternehmens- und Geschäftsbereichsstrategien auf und berücksichtigt somit die langfristige Existenzsicherung des Unternehmens. Zweitens erfolgt eine ausgewogene, mehrdimensionale Leistungsmessung, die neben finanziellen Größen auch nicht-finanzielle Größen beinhaltet. [...]

Abbildung 7: Kernkennzahlen der Kundenperspektive225 Als allgemeine Leistungstreiber der Kundenperspektive, die ein Wertangebot für den Kunden schaffen, identifizieren Kaplan/ Norton die Größen Zeit, Qualität und Preis in Bezug auf die kundenbezogenen Prozesse.226 In diesen prozessbezogenen Größen liegt eine Verbindung zur internen Prozessperspektive, in der diejenigen Prozesse fokussiert werden, die zur Erreichung der Kunden- und Anteilseignerziele am kritischsten sind. Dabei soll eine vollständige Wertschöpfungskette der internen Prozesse definiert werden.227 Es werden drei Hauptprozesse im generischen Wertkettenmodell unterschieden. Ausgehend von der Identifikation der Kundenwünsche wird der erste Hauptprozess eingeleitet, der Innovationsprozess. Diesem Prozess obliegen die Aufgaben der Marktidentifizierung und Entwicklung des Produkt- bzw. Dienstleistungsangebots. Daran schließen sich die traditionellen betrieblichen Prozesse mit der Erstellung und Auslieferung des Produktes bzw. der Dienstleistung an.228 Der Kundendienstprozess dient [...]

men, bspw. DuPont-Schema, besteht keine zwingende Notwendigkeit, die finanziellen Größen aufeinander abzustimmen.221 Die Gestaltung der Perspektiven der Balanced Scorecard, die nun näher betrachtet werden sollen, basiert wesentlich auf den durch die Identifikation und Verknüpfung der Wert- bzw. Leistungstreiber beschriebenen Wirkungsketten. Die finanzwirtschaftlichen Ziele der finanziellen Perspektive dienen einerseits als Definition der Erwartung an die formulierte Strategie, andererseits als Fokus für die Ziele der weiteren Perspektiven.222 Die Ziele sind in Abhängigkeit der Phase des Lebenszyklus zu definieren, in dem sich die Geschäftseinheit befindet. Für in der Wachstumsphase befindliche Unternehmen bzw. Geschäftseinheiten werden umsatz-, ergebnis- oder wachstumsorientierte Gesamtziele formuliert. In der Reifephase werden die Geschäftseinheiten die Ziele auf die Rentabilität ausrichten, während in der Erntephase Cash Flow-orientierte Ziele priorisiert werden. Daneben werden Investitions- und Kostensenkungsziele unterschieden.223 Den Ergebniskennzahlen liegen Leistungstreiber je nach verfolgter Strategie zu Grunde, die Kaplan/ Norton den drei strategischen Themen bzw. Zielbereichen Ertrag, Kosten und Investitionen zuordnen.224 Ausgehend von einer Markt- bzw. Kundensegmentierung fußt die Balanced Scorecard auf der Annahme, dass die Zufriedenheit und Treue des Kunden wesentliche Quellen des finanziellen Erfolges sind. Die Ergebnisebene dieser Perspektive bilden unabhängig von der gewählten Strategie die in einer Kausalbeziehung zueinander stehenden Kennzahlen Marktanteil, Kundentreue, Kundenakquisition, Kundenzufriedenheit und Rentabilität. [...]

Arbeit zitieren:
Jaeger, Marco November 2001: Ganzheitliches Performance Management mit der Balanced Scorecard?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Performance Management, Performance Measurement, Balanced Scorecard, Wertmanagement, Unternehmenssteuerung

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