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Ganzheitliche Betrachtung von biogenen Kraftstoffen

Die Diplomarbeit wurde 2003 mit dem Stadtwerke-Cottbus-Preis ausgezeichnet.
Ganzheitliche Betrachtung von biogenen Kraftstoffen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Sammut
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 102 Seiten
  • Dateigröße: 707,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Brandenburgische Technische Universität Cottbus Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7708-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7708-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7708-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Diplomarbeit wurde 2003 mit dem Stadtwerke-Cottbus-Preis ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Sammut, Markus Oktober 2003: Ganzheitliche Betrachtung von biogenen Kraftstoffen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Produktionsstruktur, Potenzial, Energieintensität, Emission, Biomasse

Diplomarbeit von Markus Sammut

Zusammenfassung:

Ziel der Arbeit ist es, einen genauen Blick auf diese biogenen Kraftstoffe zu werfen, sowie ihre Eigenschaften und ihre Potenziale (in Deutschland, der EU15 und der EU30) detailliert zu betrachten und zu analysieren. Weiterhin werden sie mit konventionellen Kraftstoffen auf der Basis der Energie- und Emissionsintensität verglichen.

Das Kyoto-Protokoll verlangt von der EU, ihren Treibhausgasausstoß zwischen 2008 und 2010 gegenüber dem Stand des Referenzjahres 1990 um 8 Prozent zu reduzieren. Bei der Betrachtung des Verkehrsektors zeigt sich jedoch, dass dieser nahezu zu 100% vom Erdöl abhängt, der gerade unter dem Aspekt der CO2-Reduktion sehr kritisch zu betrachten ist. Dazu kommt die prinzipielle Endlichkeit von Rohöl als Primärenergieträger für die meisten Kraftstoffe, sowie die geographische Konzentration der Vorkommen. Besonders brisant dabei ist die Möglichkeit der Ressourcen bedingten Konflikte, da 73% der Reserven auf die Staaten der OPEC entfallen und 61% auf den politisch und wirtschaftlich instabilen Nahen Osten.

Wegen dieser genannten Gründe wird den biogenen Kraftstoffen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Sie sind mehr oder weniger CO2 neutral, regenerativ und sie können in der EU angebaut sowie hergestellt werden.

Sie werden aus pflanzlichen Rohstoffen, wie z.B. RME aus Raps, oder aus biogenen Reststoffen, wie z.B. Methan aus Fäkalien, hergestellt.

Auf diese Roh- und Reststoffe wird allerdings durch Konkurrenzprodukte Nachfrage ausgeübt. Es können beispielsweise Baumaterialien daraus gefertigt werden oder auch Strom und Wärme produziert werden.

Es ist deshalb von Nöten, eine Potenzialabschätzung durchzuführen, ob biogene Kraftstoffe überhaupt eine substantielle Rolle in dem Kraftstoff-Markt spielen können. Bisher werden in Europa besonders Ethanol aus Zuckerrüben und RME aus Raps produziert.

Das Ergebnis einer Potenzialanalyse ist, dass sich zwar nicht der komplette konventionelle Kraftstoff in Deutschland bzw. der EU15 durch biogenen Kraftstoff ersetzen lässt, aber eine Möglichkeit zur Substitution von ~15% bzw. 20% gegeben ist. Dies liegt immer noch ungefähr doppelt so hoch wie das Ziel, welches sich die Bundesregierung gesetzt hat. Es steht diesem also, vom Aspekt des möglichen Potenzials her, nichts im Wege.

Bei einem Vergleich biogener Kraftstoffe mit konventionellen Kraftstoffen sieht man, dass das Verhältnis von Energieinput zu Energieoutput bei den konventionellen Kraftstoffen eindeutig besser liegt.

Bei Betrachtung der Emissionsintensität schneiden die biogenen Kraftstoffe allerdings ausnahmslos besser ab als die konventionellen.

Biogene Kraftstoffe haben folglich das Potenzial und die relevanten Eigenschaften um in dem Bereich der Kraftstoffe eine bedeutende Rolle zu spielen. Wie bedeutend diese Rolle in der Zukunft allerdings sein wird, hängt maßgeblich von den jeweiligen Prioritäten der Wirtschaft, Regierung und der Gesellschaft ab.

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht über Tabellen 5
Übersicht über Grafiken 7
1. Motivation und Zielsetzung der Arbeit 8
2. Betrachtung biogener Kraftstoffe und deren Gewinnung 11
2.1 Übersicht 11
2.2 Mögliche biogene Roh- und Reststoffe für die Kraftstoffgewinnung 13
2.2.1 Ölhaltige Pflanzen 13
2.2.2 Zuckerhaltige Pflanzen 15
2.2.3 Stärkehaltige Pflanzen 17
2.2.4 Schnellwachsende Baumarten 20
2.2.5 Stroh 21
2.2.6 Waldrest- und Industrieholz 21
2.2.7 Ausgangsstoffe für eine Biogaserzeugung 22
2.3 Alternative Nutzungsmöglichkeiten von biogenen Roh- und Reststoffen 23
2.3.1 Übersicht 23
2.3.2 Schmierstoffe 25
2.3.3 Wasch- und Reinigungsmittel 25
2.3.4 Biologisch abbaubare Werkstoffe 25
2.3.5 Naturfaserverstärkte Kunststoffe 25
2.3.6 Baumaterialien einschließlich Dämmstoffe 26
2.3.7 Papier und Pappe 26
2.3.8 Strom und Wärme 26
3. Herstellung und Einsatzmöglichkeiten biogener Kraftstoffe 27
3.1 Betrachtungen zur Herstellung 27
3.1.1 Pflanzenöl aus Rapssaat 27
3.1.2 Pflanzenmethylester (PME) 29
3.1.3 Ethanol 31
3.1.4 Biogas 33
3.1.5 Methanol 34
3.1.6 Synfuel und Sunfuel 35
3.1.7 Wasserstoff 37
3.2 Einsatzmöglichkeiten der Kraftstoffe 38
3.2.1 Übersicht 38
3.2.2 Pflanzenölmotoren 40
3.2.3 Dieselmotor für Pflanzenölmethylester (PME) 41
3.2.4 Otto- und Dieselmotoren für Ethanol und Methanol 42
3.2.5 Ottomotor für Biogas 44
3.2.6 Otto- und Dieselmotoren für Synfuel und Sunfuel 45
3.2.7 Brennstoffzelle für Wasserstoff 46
4. Produktionsstrukturen in Deutschland und in der EU 48
5. Potenziale für die Erzeugung biogener Kraftstoffe 53
5.1 Potenziale in Deutschland 53
5.2 Potenziale in der EU 58
6. Flächen- bzw. Mengenproduktivität ausgewählter biogener Kraftstoffe 63
6.1 Übersicht 63
6.2 Ethanolproduktion aus Zuckerrüben 64
6.3 Methanproduktion aus biogenen Reststoffen und Exkrementen 65
6.4 Rapsöl- und RME-Produktion aus Raps 66
7. Vergleich ausgewählter biogener Kraftstoffe 67
7.1 Übersicht 67
7.2 Vergleich nach Energieintensität (Verhältnis von Input und Output) 68
7.2.1 Anmerkungen zu den Untersuchungen nach Energieintensität 68
7.2.2 Übersicht 69
7.2.3 Methanol aus Waldrestholz 70
7.2.4 Rapsöl 72
7.2.5 RME 75
7.2.6 Ethanol aus Zuckerrüben 77
7.2.7 Biogas aus Exkrementen und weiteren biologischen Abfällen 79
7.2.8 Synthetischer Diesel aus Waldrestholz 81
7.3 Vergleich nach Emissionsintensität 82
7.3.1 Anmerkungen zu den Untersuchungen nach Emissionsintensität 82
7.3.2 Übersicht 82
7.3.3 Methanol aus Waldrestholz 83
7.3.4 Rapsöl 84
7.3.5 RME 85
7.3.6 Ethanol aus Zuckerrüben 87
7.3.7 Biogas aus Exkrementen und weiteren biologischen Abfällen 89
7.3.8 Synthetischer Diesel aus Waldrestholz 90
8. Vergleich der ausgewählten biogenen Kraftstoffe mit konventionellen Kraftstoffen 91
8.1 Übersicht 91
8.2 Nach Energieintensität 92
8.3 Nach Emissionsintensität 93
8.4 Betrachtung der Ergebnisse 94
9. Zusammenfassung und Schlussfolgerung 95
10. Literaturangaben 96

Automatisiert erstellter Textauszug:

Bei Pflanzenöl erfolgt die Anpassung des Motors an die besonderen Kraftstoffeigenschaften. Der umgekehrte Fall liegt bei PME vor. Hier wird der Kraftstoff an den Motor angepasst. Praktisch alle Dieselmotoren sind für den Betrieb mit PME geeignet. Das einzig auftretende Problem kann bei der Materialverträglichkeit von Kunststoffen (Dichtungen, Leitungen, usw.) mit PME bestehen. Durch geeignete Materialauswahl ist dieses Problem relativ leicht zu beseitigen. Daher kann PME kurzfristig in Fahrzeugen eingesetzt werden. PME kann in konventionellen Dieselmotoren zum einen als Reinkraftstoff oder zum anderen als Diesel-PME-Mischkraftstoff genutzt werden. Der Einsatz von PME bringt energetisch keine relevanten Vor- oder Nachteile. Allerdings tritt eine Reduzierung der Motorleistung von ca. 7% auf. [...]

Pflanzenöl kann sowohl als Rein- als auch als Mischkraftstoff mit Dieselkraftstoff in Dieselmotoren eingesetzt werden. Üblicherweise erfolgt die Verwendung von reinem Pflanzenöl in modifizierten Dieselmotoren, da zum einen keine Mineralölsteuer auf Pflanzenöle erhoben wird und zum anderen das geringe Gefährdungspotenzial (z.B. Gewässerschutz) von Interesse ist. Beim Einsatz von Reinkraftstoff ist zu berücksichtigen, dass Pflanzenöl sich vom Dieselkraftstoff neben der chemischen Zusammensetzung in den physikalischen Eigenschaften, vor allem in der Viskosität, Dichte, Zündwilligkeit, Filtrierbarkeit, im Siedeverlauf und im Flammpunkt unterscheidet. Beim Einsatz in den häufig verwendeten Dieselmotoren mit MehrlochDirekteinspritzung führt dies bei unmodifizierten Motoren zu Problemen, die einen Dauerbetrieb ausschließen. Es bilden sich Rückstände beim Verbrennungsprozess, insbesondere an Einspritzdüsen, Zylinderböden, Ventilen, Kolbenwänden und Kolbenringen. Diese Ablagerungen können durch ein angepasstes Verbrennungsverfahren verhindert werden. Dabei muss die Verbrennung an den veränderten Zündverzug und die Einspritzstrahl-Auflösung des Pflanzenöls angepasst sein. Aufgrund der stark temperaturabhängigen Viskosität müssen Maßnahmen für den sicheren Kaltstart und Kaltlauf getroffen werden. Die wichtigste Maßnahme ist die Verminderung der Bildung von Polykondensaten, Rückständen und Ablagerungen im Verbrennungsraum. Hierzu werden derzeit zwei Verbrennungsverfahren eingesetzt: Vorkammer- oder Wirbelkammerverfahren Duotermverfahren [...]

Als wichtiges regeneratives Verfahren der Wasserstoffherstellung wird derzeit die Vergasung und Pyrolyse von Biomasse mit anschließender Shift-Reaktion (Konvertierung von Kohlenmonoxid und Wasserdampf in Kohlendioxid und Wasserstoff) angesehen. Konkret sieht der Prozess folgendermaßen aus: in der ersten Stufe wird der Energieträger zusammen mit Wasser auf 800-900 °C erhitzt. Durch diese thermische Zersetzung der Biomasse fallen in einer ersten Phase Koks, Methanol und andere Gase an. In der zweiten Phase entsteht dann durch die Reaktion mit Sauerstoff, Luft oder Wasserdampf ein Gasgemisch mit etwa 20%H2, 20%CO, 10%CO2, 5%CH4 und 45%N2. Bei der nun folgenden Shift-Reaktion folgt die Umwandlung des Mischgases in ein wasserstoffreiches Gas. Dies entsteht über eine endotherme Reaktion mit Wasserdampf. In einem letzten Schritt wird das erhaltene wasserstoffreiche Gas gereinigt, so dass reiner Wasserstoff anfällt. [...]

Arbeit zitieren:
Sammut, Markus Oktober 2003: Ganzheitliche Betrachtung von biogenen Kraftstoffen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Produktionsstruktur, Potenzial, Energieintensität, Emission, Biomasse

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